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Gastbeitrag | Kritik

Bis später

Stef Burghard
22.04.05 - 28.05.05
Jan Winkelmann / Berlin

von Henrike Schulte

Es ist schon wieder einer mit Zerschneiden zugange in der Galerie Jan Winkelmann / Berlin. Nachdem dort bis Mitte April die filigranen Scherenschnittarbeiten von Matthew Brannon zu sehen waren, zeigt Winkelmann mit "Bis später" nun eine erste Einzelausstellung der Werke von Stef Burghard. Der in Berlin lebende Künstler (Jg. 1971) macht sich an Anzeigen aus Kunstmagazinen zu schaffen, die er durch einen gezielten Cut mit dem Skalpell ihrer Textinformation beraubt. Trotzdem wirken die übrig gebliebenen Skelette der bunten Informationsflut weder tot, noch freudlos.

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26.05.05 | Permalink | Kommentare (2)

 

Christian Wilke | Kritik

Lebe im Verborgenen

Franz Burkhardt
Leopold-Hoesch-Museum Düren
22. Mai - 3. Juli 2005

Was erwartet man, wenn man eine Ausstellung von Franz Burkhardt besucht? Auf jeden Fall drei Dinge, erstens: gut gemachte Zeichnungen mit humorvollen Textfragmenten, zweitens: Skulptur, also eine selbstgebaute Hütte, oder irgendein anderes scheinbar locker hingehauenes Objekt, und drittens: eine lapidare, aber dennoch hochelegante Form der Präsentation.

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24.05.05 | Permalink | Kommentare (0)

 

Kai Hoelzner | Kritik

Der Abend, an dem es anfing, Möllemänner zu regnen

Expanding Video
vom 19. bis 21. Mai 2005 in der Galerie Olaf Stüber (Berlin) und vom 29. Juni bis 7. August in der Galerie für Landschaftskunst (Hamburg)
kuratiert von Dirck Möllmann, mit: Volko Kamensky / Frank Lüsing & Alexander Rischer / Eva Könnemann / Lene Markusen / Emanuel Geisser / Deborah Schamoni


Niedersachsenhaus (Foto: Reader)
Expanding Video nennt Dirck Möllmann das von ihm zusammengestellte Videoprogramm, das an drei Abenden in der Galerie Olaf Stüber lief und Ende Juni in der Hamburger Galerie für Landschaftskunst zu sehen sein wird. Mit dem Titel hakt die Veranstaltung ein in die Reihe von Retrospektiven, Festivals und Ausstellungen, mit denen seit einiger Zeit dem Experimental- und Undergroundfilm gehuldigt wird.

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24.05.05 | Permalink | Kommentare (0)

 

Markus Wirthmann | Kritik

Der Ego-Shooter

2 [the last thing]
Karsten Korn
KUNSTPUNKT BERLIN
20. Mai bis 18. Juni 2005

Karsten Korn spielt ein bisschen Matrix mit uns, oder, für die älteren Semester: "Welt am Draht" von Fassbinder. Ziemlich clever verschachtelt er mehrere Realitätsebenen mit seinen drei Arbeiten und verstrickt den Betrachter darin. Nach dem Eintritt in die Galerie steht man schon, ohne es zu wissen, in der ersten von drei Realitäten.

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24.05.05 | Permalink | Kommentare (0)

 

Kai Hoelzner | Kritik

Bier auf Wein - das lass sein

Videonale 10

30. April bis 16. Mai 2005
Kunstmuseum Bonn


Videoparcours der Videonale 10

Zum zwanzigsten Geburtstag ist der dienstälteste Videokunst-Wettbewerb der Republik von seinem bisherigen Austragungsort, dem Bonner Kunstverein ins Kunstmuseum Bonn umgezogen. Aus 600 eingesandten Arbeiten wurden von der Jury um Georg Elben, der laut der im Katalog mitgelieferten Biographie seit 1993 als Kunstberater für die KfW Bankengruppe tätig ist, 47 Arbeiten für den Wettbewerb ausgesucht. Gut die Hälfte der für zeigenswert befundenen Arbeiten stammen aus dem deutschen Sprachraum.
Ein Großteil der präsentierten Arbeiten zeichnete sich durch einen hohen Grad an Professionalität und Glätte aus. Arbeiten wie Norden der Berlinerin Britt Dunse würden auf Arte, 3sat oder MTV sicher zum Besten gehören, was dort über den Schirm flattert, im Kunstmuseum jedoch irritiert der Aufwand bei der Postproduktion. Leider spart sich der Katalog biographische Details zu den Künstlern und informiert ausschließlich über die tollen Vitas der Juroren und Autoren - ein Manko, dass im Feld der Videokunst besonders durchschlägt, da es gerade im Videobereich durchaus eine Rolle spielen kann, ob ein piece vom Film oder von der Kunst her gedacht ist.

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18.05.05 | Permalink | Kommentare (4)

 

Gastbeitrag | Vorschau

Sechstagerennen

Das 21. Internationale KurzFilmFestival Hamburg zwischen Ackerversuch und Laborfurche.


Legal Errorist, Mara Mattuschka

Nach vielen Monaten anstrengender Vorbereitungsarbeit, die ihre deutlichsten Spuren an Nervenkostümierung und selbst verordneter Freizeitversagerei hinterlassen hat, werden gerade mal sechs Tage öffentlich sichtbar.
Selbstverständlich sind es genau diese sechs Tage, auf die alle hingearbeitet haben. Die Tage, in denen man – zumindest theoretisch, oder mit schnellen Schuhen – all das sehen kann, was die Hauptbeschäftigung aller Beteiligten zur Grundlage hatte und hat.

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17.05.05 | Permalink | Kommentare (0)

 

Christian Wilke | Kritik

Eine Ausstellung wie ein Abend mit Fips Asmussen

Rafal Bujnowski
Kunstverein Düsseldorf
7. Mai - 17. Juli 2005

In seiner ersten Einzelausstellung in Deutschland zeigt Rafal Bujnowski (*1974 in Wadowice) eine Auswahl von Arbeiten seit 1999, die der Pressetext als "konzeptuell angelegt" beschreibt, weiterhin berichtet der Pressetext: "Ihr „als ob“, ihre täuschende Echtheit regt uns zum Nachdenken über die Dinge, ihre Erscheinung und Repräsentation an." Und tatsächlich, zum Nachdenken wird hier wahrhaftig angeregt, einer meiner Gedanken war zum Beispiel, ob es denn keine Aufnahmeprüfungen an polnischen Kunsthochschulen gibt. Spätestens im dritten Semester hätte jeder ernstzunehmende Kunstprofessor dieser Kalauerkunst ein verdientes Ende, und den Herrn Bujnowski samt Tuschkasten vor die Tür setzen müssen.

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10.05.05 | Permalink | Kommentare (0)

 

Christian Wilke | Kritik

DAUMENKINO - The Flip-Book-Show

Kunsthalle Düsseldorf
noch bis zum 17. Juli

So, so, die weltweit erste große Daumenkino-Ausstellung also. Aha. Zwar fand Anfang des Jahres das "Erste Internationale Daumenkinofestival Solitude in Stuttgart" statt, und zwar auch in Form einer Ausstellung, aber was soll’s.

Es werde das "allgemein bekannte, aber wenig beachtete Medium Daumenkino" in den Mittelpunkt gestellt, sagte Kunsthallenleiterin Ulrike Groos. Und so ist es tatsächlich auch in äußerst angenehmer Weise geschehen. Eine schöne, klar gegliederte Präsentation zeigt "Arbeiten aus rund 135 Jahren von über 170 Künstlern", dabei kann ein Großteil der flip-books vom Besucher selbst durchgeblättert werden, andere werden auf Monitoren verschiedenster Größe vorgeführt. Die Ausstellungsdesigner haben einen guten Job gemacht, den Besucher erwarten Kurzweil, Unterhaltung und geschmackvolles Ambiente.

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09.05.05 | Permalink | Kommentare (0)

 

Markus Wirthmann | Kritik

Max. Payload

Jeppe Hein
Minimal Overload
Galerie Johann König
06. Mai - 18. Jun 2005

Gern erinnert man sich an die letzte Einzelausstellung von Jeppe Hein bei Johann König – der Roboterball, der interaktiv den schmalen, L-förmigen Galerieraum durchkullerte und dabei den Raum so schön und wohlkalkuliert demolierte, dass am Ende eine horizontale Dellenzeichnung die Wände in Kniehöhe zierte. Minimale Arbeit mit maximalem Effekt (obwohl, wie meist bei Heins Arbeiten, das Innenleben des Rollerballs alles andere als minimal oder trivial sein dürfte).


Würfel, minimal in der Luft schwebend

Diesmal ist das Gegenteil der Fall: Maximale Anzahl der Arbeiten mit minimalem Effekt. Jede Arbeit für sich könnte eine ironische Perle in jedem Ausstellungskabinett sein. Aber mit der Ironie (die in der Kunst der letzten Jahre sowieso schon total überstrapaziert ist) ist das so eine Sache: Sie muss fein sein – hier ist sie es auf jeden Fall nicht.

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08.05.05 | Permalink | Kommentare (0)

 

Anette Dekker | Essay

what’s in a name

The synaesthesia of sound, smell, image and light has become a prominent feature in our day-to-day life. When we walk into shops and cafes or stroll along the street, our various senses are under constant assault. People get overwhelmed with musical beats accompanied by flickering lights and video and digital imagery, all of them trying to keep up with the music. These happenings come together in the club scene where the sounds merge with light, images, smoke, and even smell. After the popularity of the Disc Jockey (DJ), the Video Jockey (VJ) entered the club scene in the late 1980s. The term VJ was popularised in the beginning and mid-‘80s by television broadcaster MTV. A few years before, the end of the 70s, the term was introduced by the crew of the Peppermint Lounge, a popular dance club in New York. The performers wanted to distance themselves from the stuffy video artists that were part of the art- and cultural scene in New York.

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04.05.05 | Permalink | Kommentare (2)

 

Gastbeitrag | Essay

Christiane Möbus – Wanderdünen

Kunsthalle Bremen
vom 1. Mai bis 19. Juni 2005

Auszug aus der Einführung in die Ausstellung von Dr. Henrike Holsing, Kunsthalle Bremen.

Gehörne und Geweihe haben Christiane Möbus von jeher fasziniert. Auch in ihrer neuesten, in der Kunsthalle Bremen gezeigten plastischen Arbeit In den ewigen Jagdgründen rückt Christiane Möbus Gehörne in den Blickpunkt. Gleich acht eindrucksvolle Hirschgeweihe besetzen die Innenseite eines monumentalen Ringes aus Holz und Metall.

Der Zylinder, 3,60 m im Durchmesser, 1,20 m hoch, hängt im Mittelraum des Sonderausstellungsbereiches und scheint ihn vollkommen zu beherrschen. Die Wirkung ist fast gewaltsam, und gewaltsam sind die Hirsche, die ihre Geweihe als Trophäen an die Jäger hergeben mussten, zu Tode gekommen.

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02.05.05 | Permalink | Kommentare (0)

 

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