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Dellbrügge & de Moll | Sonstiges

Von Affen lernen


Typisches Fächermuster Congos, Tempera auf Papier

»Manager können von Affen viel lernen« titelte die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung am letzten Wochenende und auch auf dem Kunstmarkt hatten unsere nächsten biologischen Verwandten einen spektakulären Auftritt. Die Nachricht, dass das Londoner Auktionshaus Bonhams 3 Gemälde des Schimpansen Congo für insgesamt 21.515 Euro an einen amerikanischen Sammler versteigerte, während Werke von Warhol und Renoir liegen blieben, befand Spiegel Online für einen Artikel wert.

Das Phänomen der wunderbaren Wertsteigerung von Kunst, gepaart mit der Sehnsucht nach natürlichen Ordnungen und authentischen Vorbildern, die unser Handeln legitimieren, machen das Wiederauftauchen von Congos Blättern auf dem Markt signifikant.

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28.06.05 | Permalink | Kommentare (0)

 

Gastbeitrag | Sonstiges

Der Kaiserring

Klaus Jörres
Video, 9:05 min,
anlässlich der Ausstellung DER HARZ im Kunst- und Kulturverein Aschersleben
17. Juni bis 11. September 2005

Seit nunmehr 29 Jahren verleiht die Stadt Goslar jährlich den “Kaiserring”, eine immaterielle Auszeichnung für bildende Künstler der Gegenwart, deren Werk der Kunst unserer Zeit wesentliche Impulse zu verdanken hat. So steht es im Text der Verleihungsurkunde.

Über 5000 Kulturpreise – von regionaler bis zu hochangesehener internationaler Bedeutung – werden jährlich allein in der Bundesrepublik vergeben. In einer Bilanz ist deshalb die Frage zu stellen, welcher Kategorie der Goslarer Kunstpreis zuzurechen und vor welchem Hintergrund er zu sehen ist. 29 Jahre sind, gemessen an der langen Geschichte Goslars, nur eine kurze Zeitspanne und doch umfasst sie schon eine Tradition.

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24.06.05 | Permalink | Kommentare (5)

 

Kai Hoelzner | Kritik

Shoplifters of The World Unite

Ja das Ökonomische! Dass junge Frauen, die in den Filialen von Bulgari, Versace oder Gucci einkaufen oder auch dort arbeiten, dem Schönheits- und Modeideal der Zeit oft nicht gerade hinterherhinken, versteht sich eigentlich von selbst. Und so wären Stefan Panhans Fotoarbeiten, auf denen fast ausnahmslos junge Frauen in Boutiquen, beim Shoppen oder in ähnlichen Situationen zu sehen sind, nicht gerade überraschend. Fotografische Affirmation und das Schönfinden von Shop-, Galerie- und sonstigen Assistentinnen, aber auch Kritik an Warenästhetik ist derzeit nicht besonders relevant. Dennoch verdient es Panhans Gezuckerte Hänge Hungrige Spiegel Glänzende Anrufbeantworter betitelte Ausstellung, etwas genauer hinzuschauen.



Interessant ist die Perspektive, die Panhans in seinen fotografischen Arbeiten eröffnet. Die Arbeiten sind im Vorbeigehen geknipst, durch Schaufensterscheiben oder zwischen Auslagen und Warenpräsentationen hindurch aufgenommen. Und obwohl die meisten Aufnahmen für die Fotografierten selbst unbemerkt gemacht wurden und also das Einvernehmen zwischen Modell und Fotograf fehlt, schlägt auf fast jedem Bild eine Pose durch, in der sich die jungen Frauen inszenieren, auch wenn scheinbar keine Kamera anwesend ist.

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21.06.05 | Permalink | Kommentare (0)

 

Dellbrügge & de Moll | Kritik

Aus dem Wörterbuch der Aufmerksamkeitsökonomie

LA BIENNALE DI VENEZIA

BESTECHEN
»Excuse me, sir? We are discussing market economy here. You will be refunded half of your ticket if you discuss with us. Where do you come from? Germany? Well, this lady from France just said that we as consumers can change something by modifying our consumption behavior. Do you aggree?«

Setzt dieser Austausch von Meinungen und Platitüden den Wertschöpfungsprozess in Gang, den Tino Sehgal initiieren will? Was bildet eine Situation ab, die Besucher mit Kleingeld ködert, in ein Gespräch über Marktwirtschaft einzusteigen? Produzieren wir lediglich Bilder, die aussehen, als ob wir kommunizieren? Sind das die Bilder, die nicht geknipst werden dürfen? Bei der Probe aufs Exempel fällt das Lächeln von den Gesichtern des Aufsichtspersonals, das auf die Hobbyfotografin zustürzt und die Linse mit der Hand bedeckt: »No photographs!«

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19.06.05 | Permalink | Kommentare (0)

 

Adib Fricke | Kritik

Offizielle Fussball-Kunst

Die FIFA hat Kunstposter zur Fussballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland veröffentlicht. Die Berliner Kunstmarketing-Agentur Brands United, nach Eigendarstellung darauf spezialisiert, »die Partnerschaft zwischen Kunst und Kultur und Wirtschaft zu professionalisieren«, entwickelte das Kunstdruck-Projekt zum Thema Fussball in Zusammenarbeit mit dem Organisationskomitee der WM 2006. Gefördert wurde die Plakatserie als Teil des offiziellen Kunst- und Kulturprogramms zur WM 2006 durch die DFB-Kulturstiftung aus Mitteln der Bundesregierung.

Heraus kam eine Reihe mit 13 Postern, die vor allem zeigt wie langweilig Auftragskunst sein kann.

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14.06.05 | Permalink | Kommentare (2)

 

Peter Lang | Kritik

Bruttoregistertonnen

51. Biennale von Venedig
12. Juni - 6. November 2005

Der rumänische Pavillon ist leer, der Östereichische von außen mit Dachpappe vernagelt. Man steht an. Systeme der Verknappung und Beräumung. Verwundert ist man auf der Biennale, wenn’s denn schon politisch sein soll, nicht einen Plan über die schlagartige Versenkung der gesamten Vaparettoflotte zu finden. Das wäre der schlimmste Untergang nach Skapa Flow, gleichzeitig aber eine drastische Eindämmung der Kunstsinnigkeit.
Der deutsche Pavillon wurde nach Proporz zerschnitten. Diagonal. 460.000 Euro investiert und 30 Laiendarsteller, die den Affen geben, bestellt und gecastet. Der Banker Steinmetz spricht von Diskurs, der Beamte Grolig vom Mehrwert; der Kunst. Frau Staatssekretärin Müller möchte gern Teil des weltweiten, professionellen Netzwerkes Kunst sein. Der Unternehmer Haubrok erwirbt schon mal einen Sehgal ohne Rechnung, gehört nämlich auch nicht dazu, wie auch keine Fotos oder Filmaufnahmen und spricht von der potentiellen Verwirrung des Publikums.

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13.06.05 | Permalink | Kommentare (1)

 

Markus Wirthmann | Sonstiges

Jet-Set vs. Lokalpatriotismus – eine Biennale-Presseschau

Seit Ende letzter Woche überschlägt sich die Kunstszene (oder besser gesagt die Kunstszenen, fein säuberlich getrennt durch Einkommen und sozialen Status) in Venedig. Aus der heimischen Sesselpuper-Perspektive kann man sich davon auch ein Bild machen ohne sich mit hibbeligen KuratorInnen und missgünstigen KünstlerkollegInnen in Billigfliegern drängeln zu müssen. Für alle daheim Gebliebenen hier also mal eine kleine Presseschau.

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13.06.05 | Permalink | Kommentare (0)

 

Marco Venezio | Vorschau

La Biennale di Venezia - 51. Biennale von Venedig

Aktualisierungen finden Sie am Ende des Artikels

Tino Sehgal im deutschen Pavillon

  
Venedig, Deutscher Pavillon

"At the moment the notion of ’political art‘ seems to be experiencing increasing relevance, a notion, which in my view is as obsolete as it is tautological. Of course there are artists who are explicitly politically motivated and others who are not. But neither intention changes the fact that artistic production - like all acts - is always political and critical as well as affirmative towards something in being a performative re-affirmation of, or deviation from, certain existing circumstances. My question would rather be what is the specific ’something‘ a certain work of art is critical towards, what structures is it affirming and what does this position imply politically. Considering my personal point of view, (most) object related work a priori affirms structures that I am politically sceptic of, since it mirrors, is involved in and thus promotes the historically prevalent mode of economic production, the transformation of material.

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09.06.05 | Permalink | Kommentare (0)

 

Markus Wirthmann | Kritik

Der ewige Kippenberger

Urs Fischer
Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin
01.06.2005 - 07.08.2005


ohne Titel 2000

Malen mit Marmelade oder Spax-Schrauben in Tafeläpfeln wären auch noch hübsche Überschriften für diesen Beitrag gewesen. Vom Sprachduktus her hätten diese Titel wahrscheinlich zwanzig, dreißig Jahre früher auch als Titel für Ausstellungen von Kippenberger, Büttner oder Herold gepasst. Diese hätten dann allerdings in Galerien und Off-Räumen, eventuell in Clubs stattgefunden. Turbo-Kapitalismus und Turbo-Kunstmarkt waren damals noch in der Entwicklung und hatten den Elch-Test mit den Neuen Wilden noch nicht absolviert.

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08.06.05 | Permalink | Kommentare (3)

 

Kai Hoelzner | Kritik

Österreich isst Ei

Alessandra Pace kuratiert in der Galerie Volker Diehl "Gulli" von Marc Aschenbrenner. Zu sehen sind drei Filme Gulli (2005), Im Grün (2005) und Schneemann (2004), zwei Installationen Studios made with Garbage Sacks und einige Telefonzeichnungen.

Österreich isst Ei. Und wenn man in die erste Galerieausstellung des 1971 in Linz geborenen Marc Aschenbrenners schaut, dann dürfte das ein ziemlich dickes Ei sein. Vor allem sein jüngster und der Show den Namen stiftende Film Gulli könnte zum Phettesten gehören, was in der Galerie Volker Diehl in der letzten Zeit zu sehen war.

Die Geschichte von Gulli ist schnell erzählt: Rüsselmann lebt im Stadtbad Oderberger Strasse. Er trägt Gummianzug in Steinolive und hat eine Gasmaske auf dem Kopf, die statt mit Filter mit einem Rüssel ausgestattet ist. Der Rüssel baumelt lustig. Klar ist, dass er bald zum Einsatz kommen wird...

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05.06.05 | Permalink | Kommentare (0)

 

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