Esther Ernst | wo ich war

EINSTEIN ON THE BEACH - CHICHKAN ILYA - TICHY MIROSLAV - COLLINS NICOLAS

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EINSTEIN ON THE BEACH
(von Philip Glass und Robert Wilson)
Operninstallation von staatsbankberlin
Parochialkirche, Berlin
+Operninstallation. Das hört sich nach Überwindung von traditionellem Spartendenken an. Die Initiatoren von staatsbankberlin versuchen, Oper, Ausstellung und Konzert in einem Raum erfahrbar zu machen. Und genau das hat null funktioniert. Während die Sänger, frisch aus der Maske, in peinlichen Kostümen total überholten Regieanweisungen nachgehen, bewegt sich der Zuschauer zwischen weissen Raumteilern, hinter denen sich Installationen (die sich alle in irgendeiner Weise mit Einstein beschäftigen...) von eingeladenen Künstlern befinden. Dazu natürlich vier Stunden Musik von Glass (durch popelige Technik verstärkt, entstand leider eine ganz schlechte Akustik). Ich dachte ja immer, dass die Qualität dieser Musik dann zum Vorschein kommt, wenn man die Möglichkeit hat, sich richtig auf sie einzulassen. staatsbankberlin hat jedoch alles getan, damit man sich vermeintlich nicht langweilt.+j

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CHICHKAN ILYA
„Auszeit“
daad-Galerie, Berlin
+ein riesiger Fussball nimmt viel Raum am Eingang der daad-Galerie ein. Gleich dahinter steht ein kleiner Monitor auf dem Boden. Ein Performer oder Ilya selbst (?) mit Hirschgeweih auf dem Kopf, stösst den Ball immer wieder aufs Neue vorwärts. Im Hintergrund das Atomkraftwerk in Tschernobyl. Daneben ein grossformatiges Foto von dem Fussball, welcher mit einer Gondel durch Venedig transportiert wird.
Inhaltlich ist mir diese Arbeit völlig unklar. Im hinteren Raum sind dann noch weitere Fotos mit Ball und Tschernobyl-Landschaft zu finden.
Unangenehm, wenn ein Gedanke gleich für mehrere Ausführungen und "Ideen" hinhalten muss. Objekt, Video und Fotos, vielleicht muss man ja auch nicht gleich alles ausstellen?


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TICHY MIROSLAV
Galerie Arndt & Partner Berlin
+Philppe hat mir letztes Jahr im Dezember in Zürich schon von Tichy erzählt. Der hat das da in irgendeiner Galerie gesehen. Die Photos haben mich dann lustigerweise auch an ihn erinnert. Vielleicht auch deshalb, weil die alle ein bisschen siffig und "selbstgemacht" daherkommen und mich das an die Dunkelkammer in der B99 erinnerte. Die gemalten Rahmen aus Kugelschreiber find ich natürlich super. Und dann ist klar spürbar, dass der mit einer ganz eigentümlichen Sichtweise die (Frauen) Welt photographiert. Vielleicht tut man das aber automatisch, wenn man sich jahrelang, Tag für Tag, mit dem gleichen Gegenstand beschäftigt. Die einzelnen Zeichnungen zwischen den Fotos fand ich schlimm, die grenzen an Hobbymalerei, dann wird’s halt gleich schwierig.
Und die schlichten Holzrahmen sollen die Photos wahrscheinlich galerietauglich machen? Da wird halt auch eine spektakuläre Biographie verkauft. Ein bisschen gruselig.


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COLLINS NICOLAS
Pea Soup
singuhr – hörgalerie in parochial, Berlin
+Im obersten Stockwerk des Glockenturms der Parochialkirche hängen unter dem Gewölbe zwei Mikrophone. Sie nehmen den Raum und die darin entstehenden Geräusche, Luftveränderungen oder sonstigen Bewegungen auf. Ein selbststabilisierendes Schaltkreissystem verändert sich immer dann, wenn die Rückkopplung sich aufbaut.
Pea Soup entstand 1974 als streng minimalistisches Konzeptstück und reflektiert seither die akustischen Eigenschaften jeglicher Räume.
Rückkopplungen hören sich halt immer toll an, aber die Arbeit war vor 30 Jahren sicher spannender als heute.
+j

Esther Ernst, 07.08.05 | Mehr von dieser Autorin/diesem Autor

 

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