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Gastbeitrag | Sonstiges
Die deutsche Ausgabe
oder: Wie wir den Westen wieder nicht erobert haben

Bei dem folgenden Text handelt es sich um kurze Auszüge aus dem Roman „Das Feuertal der Kultur in den Strahlen der Morgensonne“, sie beziehen sich auf das Vorhaben des Divus-Verlags, eine deutsche Ausgabe der Zeitschrift „Umelec“ zu veröffentlichen, sowie ihrer Umsetzung. Das Buch wurde im März 2005 auf der Buchmesse in Luxemburg als dümmstes Projekt in der Verlagsgeschichte bewertet. Nur deswegen haben wir es für unsere Leser übersetzt.
Politisch korrekte Einleitung darüber, wie alles begann
Unsere deutsche Erzählung gleicht einer meiner Liebesbeziehungen. Als die Vorbereitungen für die deutsche Ausgabe von „Umelec“ beendet waren, endete auch diese Beziehung.
Meine Freundin und ich hatten uns kurz vorher bei der Eröffnung des deutschen Pavillons während der Biennale in Venedig kennengelernt, als ich mit Hilfe des Direktors des Prager Goethe-Instituts versuchte, auf unser Magazin aufmerksam zu machen. Das mit der Aufmerksamkeit hat geklappt. Nach einem halben Jahr intensiver Bemühungen, eine deutsche Version zu veröffentlichen, gewährte mir die Deutsche Botschaft in Prag eine Finanzspritze. Und damit begann die Ära des „Germanoptimismus“. Und trotzdem kam ich mir noch immer vor, wie der Mann im alt-römischen Senat, der jeden seiner Auftritte mit den Worten beendete: „Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss.“
Ich sehe ein, dass es niemand lange mit mir aushalten konnte.
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30.08.05 | Permalink | Kommentare (0)
Markus Wirthmann | Sonstiges
Konkret an der Nordsee
Studio A Otterndorf
Museum gegenstandsfreier Kunst
Landkreis Cuxhaven

Otterndorf liegt rund 18 km südöstlich von Cuxhaven, ca. 1,5 km vom Elbufer entfernt auf einer Wurt an der Medem, bei knapp 9° östlicher Länge und 54° nördlicher Breite. Der alte Stadtkern Otterndorfs liegt bis zu 6,4 m über NN, neuere Stadtteile hingegen nur etwa 0,9 m über NN.
Website des Nordseebades Otterndorf
Laut ADAC beträgt die Entfernung von Hamburg 109,82 km bei einer Fahrtzeit von 2:05 Stunden und Minuten. Von Bremen aus sind es 109,19 km bei einer Dauer von einer Stunde und 10 Minuten. Den Zeitvorteil hat die Verbindung über Bremen der hervorragenden Autobahnverbindung via Bremerhaven, etwa auf der Hälfte der Strecke, zu verdanken. Dort befindet sich neben dem Deutschen Schiffartsmuseum seit allerneuestem auch das Deutsche Auswanderer Haus. Beides Adressen die man sehr gut mit einem Ausflug von oder nach Otterndorf verbinden kann.
Warum ich Sie mit dieser peniblen Aufstellung von Daten konfrontiere? Nun, weil man es im Kern dessen worum es im Studio A geht mit eben dieser fizeligen, manchmal haarspalterisch erscheinenden Genauigkeit zu tun bekommt - und ich mir vorstellen will, dass der wirklich Interessierte, der ganz im Inneren von der Präzision der Gappmayerschen Schreibmaschinenanschläge faszinierte, oder der Strenge Walter Dexels Zugeneigte diesen konkreten Ort sonst ganz bestimmt nicht finden könnte.
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29.08.05 | Permalink | Kommentare (0)
Sue Hubbard | Essay
A Ribbon around a Bomb
Frida Kahlo
Tate Modern, London
Until 9 October

Self-Portrait with Monkey 1938
Albright-Knox Art Gallery, Buffalo NY
Bequest of A. Conger Goodyear, 1966.
© Banco de México and INBAL, Mexico, 2005
The personal is political. Thus went the credo of the 60s and 70s feminist movement. Feminists argued that sexual difference was produced through the interconnection of social practice and institution. The destabilising of traditional gender roles which saw women primarily as carers and mothers - financially disempowered, dependent domestic angels - was also part of the matrix that identified white male patriarchy as the root of both colonialism and world poverty. To explore the history of women in culture and art was to reveal how history itself was written; to expose it prejudices, its assumptions, its stubborn silences. Such investigations did not simply make visible the role of women in society but held up a mirror to the way society itself was constructed. Women, along with the poor, were its silent, disenfranchised victims. Neither group had a voice, neither had the power to determine the way their destinies unfolded. Women, before the age of contraception, were enslaved by their bodies to years of childbearing, miscarriages and abortions; the poor were enslaved to their landlords and bosses.
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29.08.05 | Permalink | Kommentare (0)
Markus Wirthmann | Sonstiges
Kunst kommt von Pils
Pilsner Urquell Kunstperformance
Ausführender Künstler: Nicolai Heymann
Berlin, Hamburg, Köln, Dresden, Leipzig.

"Einmalzwei" in Berlin auf 4343,5 qm, 2555 Handtücher. (Quelle: obs/Pilsner Urquell)
Das sieht man diesen beiden Gesellen ja schon an, das mit dem Bier! Wie sie da so leicht verkatert um die Ecke geschlichen kommen.
Nach Beck´s und Absolut Wodka ist nun auch Pilsner Urquell auf die Kunst gekommen. Passt doch eigentlich gar nicht zum Image, dachte ich heute früh, als mir die etwas ungelenk und deutlich szenefremd formulierte Pressemitteilung auf den Computer-Schreibtisch flatterte.
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29.08.05 | Permalink | Kommentare (0)
Esther Ernst | wo ich war
POTTINGERS HAUS - GROSVENOR ROBERT - BRAND JENS

Eine dokumentarische Fiktion von Thomas Martius
Linienstrase 142/143, Berlin
Über Video erzählen Zeitzeugen; seine damalige Freundin, der Ofensetzer, die Finanzberaterin, eine Bardame und sonstige Hausbewohner anekdotisch über sein Leben, das Haus und ihre Mieter und die Gegend. Thomas Martius führt gemeinsam mit Nino Sandow durch den Abend, muss zwischendurch immer wieder Material überspringen, denn zu lange arbeitet er schon an dem Konstrukt Pottinger, um alles zeigen zu können. Die Rollen sind toll besetzt, gerne hört man dem Erzähler zu, und anders als bei einem Abend mit Showcase, fühlt man sich eingeladen.
+j
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28.08.05 | Permalink | Kommentare (0)
Markus Wirthmann | Kritik
mono, nicht stereo
mono.kultur
Interview-Magazin aus Berlin
#01 Carsten Nicolai: Inserting Silence
3 € in Deutschland, 4 € im Rest Europas
soll ungefähr alle 36,5 Tage (also zehn Mal im Jahr) erscheinen
www.mono-kultur.com

Diese und die folgenden Abbildungen zeigen ein, während der Launch-Party am Tresen der KMA-36-Bar bearbeitetes, über Nacht im Mülleimer zwischengelagertes und anschließend gewässertes und gebügeltes Exemplar des Magazins.
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26.08.05 | Permalink | Kommentare (3)
Heinz-Werner Lawo | Essay
Hochzeitsbild
Das Goethe-Institut machte es im letzten Herbst mit seinem Wettbewerb Das schönste deutsche Wort vor, wie mit der Einbindung der Bevölkerung ein medienwirksames Event inszeniert werden kann, wenn man alle bei der Suche nach einem Schönsten mitwählen lässt. Heraus kamen die Habseligkeiten als Gewinner und The British Council inszenierte ebenfalls einen solchen Kulturwettbewerb. Damals war die Endauswahl zumindest noch einer Fachjury vorbehalten und international ausgerichtet. Nun kamen - davon beinflusst oder nicht - die BBC (Radio 4) zusammen mit der National Gallery, London auf die Idee, das grossartigste Gemälde Englands (The Greatest Painting in Britain) durch die eigenen Medienkonsumenten küren zu lassen. Die erste Runde, bei der jedes sich in einer öffentlichen Sammlung in England befindende Bild vorgeschlagen werden konnte, ist abgeschlossen. Die dreiköpfige Jury, die zehn der vorgeschlagenen Bilder auswählte, hatte nur Interimsfunktion. Über die zusammengestellte »Shortlist« darf die britische Nation nun via BBC-Webseite oder per SMS bis zum 5. September kollektiv fast wie bei bekannten Schlagersänger-Wettbewerben abstimmen. Den tieferen Sinn der Marketing-Aktion erklärt Charles Saumarez Smith, der Leiter der National Gallery: »... the search for ’The Greatest Painting in Britain‘ will tell us a great deal about how 21st century, multicultural Britain sees itself ... « Alle haben also was davon und man darf dann beim Bier erzählen, welches das schönste Was-auch-immer ist. Bestimmt werden bald im monatlichen Takt weitere solche Wettbwerbe folgen: das lustigste Zootier, das schönste Gebäude oder die schönste öffentliche Toilette in ...
Mit in der Auswahlliste der zehn Bilder ist auch Die Arnolfini-Hochzeit von Jan van Eyck. Aus diesem Anlass hat Heinz-Werner Lawo für Kunst-Blog.com einen 1993 entstandenen Text bereitgestellt, den er zu Ehren der Hochzeit von Freunden verfasst hatte.
-- A.F.

Die Arnolfini-Hochzeit als kommentiertes Bild bei Flickr.com
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24.08.05 | Permalink | Kommentare (1)
Esther Ernst | wo ich war
KÜNSTLER.ARCHIVE - WINKLER HANS - KABAKOV EMILIA & ILYA - KUBISCH CHRISTINA

Akademie der Künste, Pariser Platz, Berlin
"Da das Archiv aus künstlerischen Arbeiten und Materialien von Künstlern besteht, ist eine Stellungnahme von Künstlern zu diesem Archiv folgerichtig und notwendig und stellt eine Herausforderung dar." (H. Winkler)
Tolle Aufgabenstellung. Schöne Arbeiten.
14.08.05 | Permalink | Kommentare (0)
Sue Hubbard | Kritik
The Triumph of Painting - Part II
The Saatchi Gallery
County Hall, London SE1
Until 30th October

Dirk Skreber
It Rocks Us So Hard Ho Ho Ho 3 2002
image: www.saatchi-gallery.co.uk
Contemporary critics, art historians and artists alike must often seem to those outside the art world, when talking about painting, like family members gathered around the bed of a terminally ill relative discussing them as if they had already kicked the bucket, when, in fact, they are still breathing, albeit on a life support machine. The debate about the death and the viability of painting has been going on ever since the advent of photography and seems set to keep us all occupied for several decades to come. But if painting is in its death throes, its making a hell of a racket and refusing to go quietly. For down on the South Bank at the Saatchi Gallery, just when everyone had got used to dead sharks and things in formaldehyde there is another painting show. The Triumph of Painting Part II which follows on from the recent Part I. You have to hand it to Saatchi. Whatever you think about him he keeps us all on our toes, for who would have thought that he would have moved so seamlessly from Britart flippancy to German angst. Suddenly deep and meaningful is back.
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09.08.05 | Permalink | Kommentare (0)
Sue Hubbard | Bücher
The Art of Tracey Emin
Edited by Mandy Merck and Chris Townsend
Thames and Hudson
ISBN 0-500-28385-0

She’s come a long way, has "Mad Tracey from Margate”, the girl with ‘big tits’, who bunked off school, shagged older men behind the beach huts, had an abortion or two and famously walked out of a TV interview drunk. Not only does she make mucky beds for the Tate, turn up at all the best private views dressed to kill in Vivienne Westwood, have a posh house round the corner from Gilbert and George, appear on the cover of every glossy magazine but she has even been guest editor of the Guardian weekend colour section. Now a clutch of critics and academics has written a book of essays about her, The Art of Tracey Emin. Soon there will be a course in some university department in “Tracy Studies” and her transformation into cultural ‘icon’ will be complete. Madonna watch out!
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09.08.05 | Permalink | Kommentare (0)
Esther Ernst | wo ich war
EINSTEIN ON THE BEACH - CHICHKAN ILYA - TICHY MIROSLAV - COLLINS NICOLAS

(von Philip Glass und Robert Wilson)
Operninstallation von staatsbankberlin
+Operninstallation. Das hört sich nach Überwindung von traditionellem Spartendenken an. Die Initiatoren von staatsbankberlin versuchen, Oper, Ausstellung und Konzert in einem Raum erfahrbar zu machen. Und genau das hat null funktioniert. Während die Sänger, frisch aus der Maske, in peinlichen Kostümen total überholten Regieanweisungen nachgehen, bewegt sich der Zuschauer zwischen weissen Raumteilern, hinter denen sich Installationen (die sich alle in irgendeiner Weise mit Einstein beschäftigen...) von eingeladenen Künstlern befinden. Dazu natürlich vier Stunden Musik von Glass (durch popelige Technik verstärkt, entstand leider eine ganz schlechte Akustik). Ich dachte ja immer, dass die Qualität dieser Musik dann zum Vorschein kommt, wenn man die Möglichkeit hat, sich richtig auf sie einzulassen. staatsbankberlin hat jedoch alles getan, damit man sich vermeintlich nicht langweilt.+j
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07.08.05 | Permalink | Kommentare (0)
Gastbeitrag | Essay
Between Lead and Gold
by Mark Gisbourne
Mark Raidpere - Isolator
The Venice Biennale - Estonia
Palazzo Malipiero
12.06.2005 - 06.11.2005

Passport Photo
Lead Sign 
The biochemistry of human life and desire, and therefore the seat and cause of human emotions, owes a great deal to the analogous condition and complex traditions of the alchemical imagination. However, this analogy does not intend to valorise the implausible practice of alchemy, but rather in the familiar sense of alchemical thinking creating a personal secret knowledge that both confers and develops an uncertain hermeneutic confusion as to what is being said or expressed.(1) It is analogous to that which we might call our daily struggle to grasp and communicate with the incommunicable dwelling within ourselves: the mysterious and inexplicable mutations of our human feelings and how we might begin to translate them. For in some ways those feelings we direct towards ourselves, as well as to others, always remain - to some non-definable extent - in a state of estranged incommunicado. And, so it is with all human life, its secret feelings and emotions, since there are thoughts thought but unspoken, and imagined feelings of the transmutable mind that are still somehow not (or, at least not yet) easily realisable through the tongue of transference.(2)
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01.08.05 | Permalink | Kommentare (0)
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