Kai Hoelzner | Sonstiges
Nobelpreis der Künste

Der "Nobelpreis der Künste" wurde heute an den Maler Robert Ryman und an den Modeschöpfer Miyake Issey (Skulptur) vergeben. Ebenfalls geehrt: Der amerikanische Tänzer Merce Cunningham (Film/Theater), Taniguchi Yoshio, der zuletzt durch Umbau und Erweiterung des Museum of Modern Art auf sich Aufmerksam machte (Architektur) und die argentinische Pianistin Martha Argerich (Musik). Die offizielle Ehrung durch Prinz Hitachi, den Bruder des japanischen Kaiser, fand fand heute in Tokio statt.

Blick in den von wogenden Titan-Blechen dominierten Miyake-Showroom in New York.
Als Überraschung wird vor allem die Entscheidung für Miyake gewertet, der für seine skulpturalen Entwürfe geehrt wird, mit denen er die Beziehungen zwischen Kleidung und menschlichem Körper auslotet. Der Praemium Imperiale ist ein von der Japan Art Association jährlich vergebener Preis für ein künstlerisches Lebenswerk. In fünf Kategorien Malerei, Skulptur, Architektur, Musik, Film/Theater werden jeweils 15 Millionen Yen (ca. 110.000 Euro) ausgelobt.
1989 auf Anregung des japanischen Kaiserhauses gestiftet, gilt der Imperiale als 'Nobelpreis der Künste'. Erklärter Zweck ist, jene Kunstsparten zu ehren, die beim Nobel-Komitee keine Berücksichtigung finden. Ausgezeichnet werden die Künstler für ihre Leistungen und den Einfluss, den sie in der Kunst ausüben, wie auch für ihre "Bereicherung der Weltgemeinschaft". In den vergangenen Jahren befand die Jury Maler wie Georg Baselitz, Bridget Riley, Sigmar Polke, Lee Ufan, Ellsworth Kelly und Anselm Kiefer für Preiswürdig. Die Sparte Skulptur wurde unter anderem an Bruce Nauman, Mario Merz, Giuliano Vangi, Marta Pan und Niki de Saint Phalle vergeben.
Mit Miyake Issey (ja, so herum ist's japanisch korrekt benamst - Nachnamen first) und Tanigushi Yoshio wurde der Preis erstmals in seiner Geschichte an zwei Japaner auf einen Schlag vergeben. Die Jury setzt sich aus insgesamt sechs Nominierungsgremien aus Italien, Großbritannien, Frankreich, den USA, Japan und Deutschland zusammen. Dem bundesrepublikanischen Gremium steht übrigens seit Beginn an Bundespräsident a.D. Richard von Weizsäcker vor, der aber altersweise inzwischen seinen Rückzug aus dem Kunstjuroren-Geschäft angekündigt hat.
Auf wikipedia kann man sich gut durch die Preisträgerliste seit 1989 klicken.
Kai Hoelzner, 18.10.05 | Mehr von dieser Autorin/diesem Autor
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