Esther Ernst | wo ich war

GMÜR MARTINA - ROETHLISBERGER COMENIUS - REPORT BY IAAB CHOICES - GASTKÜNSTLERINNEN DER DRUCKWERKSTATT OLTEN - MUSÉE DES BEAUX-ARTS - ÉVARD ANDRÉ

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GMÜR MARTINA
Galerie Stampa, Basel
+Martina Gmür (1979 geboren) galt schon vor fünf Jahren als ein Geheimtipp in Basel (so erinnere ich mich jedenfalls). Letztes Jahr habe ich eine Einzelausstellung im Kunsthaus Baselland von ihr gesehen, nun folgt eine weitere in der Galerie Stampa. Und es geht mir heute nicht anders als bisher. Ich verstehe einfach nicht, wo die Qualität in diesen Arbeiten steckt.
Acryl auf Plastikfolie. Alles sehr reduziert, beinahe wie gezeichnet.
Im Galerienzettel steht: "In ihrer poetischen Leichtigkeit verweigern die Werke auch eine kunsthistorische oder theoretische Referenz, sondern berühren vielmehr das Erinnerungsfeld und die Traumwelt." Vielleicht kann ich mit der unglaublich unbekümmerten Naivität in ihren gemalten Momentaufnahmen nichts anfangen und stehe deshalb immer ein bisschen ratlos und ein ganz klein wenig angeekelt vor den Bildern?
+j, +Vernissage TV

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ROETHLISBERGER COMENIUS
HIER und JETZT
Ausstellungsraum Klingental, Basel
+Comenius Roethlisbergers Serie "Histories and Abstracts" besteht aus abfotografierten Wänden von berühmten Menschen oder berühmten Orten. Neben einer mit musikalischen Notizen verschmierten Wand aus dem Proberaum von Metallica, hängt ein grossformatiges Foto einer Wand aus der Saatchi Gallery, Wall behind Damien Hirst’s Bronze Figure.
Ich mag diese Serie total gerne, zumal es so feine und unglaublich gut gemachte Fotos sind und denke mir immer, der muss ja ein totaler Chef-sozial-Kommunikator sein.
Auf jedem Bild sind wieder neue kleine Geschichten zu entdecken und schlussendlich ist man über den Bildtitel, der die Herkunft der Wand preisgibt, immer wieder ein bisschen erstaunt.
+j

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REPORT BY IAAB CHOICES
Internationales Austausch- und Atelierprogramm
Region Basel
+In dem Gebäude der brasilianischen Kulturstiftung BRASILEA im Basler Rheinhafen zeigen 17
iaab-StipendiatInnen Arbeiten, die in ihrer Stipendienzeit entstanden sind. Trotz des nicht ganz schlechten Raums und der tollen Architektur des Gebäudes ist die Ausstellung leider sehr schlecht kuratiert und erinnerte mich an üble Klassenausstellungen an Kunstschulen. Ausserdem sieht man den Arbeiten die müssige Verpflichtung, die die Künstler mit dem Stipendium eingehen, sich an dieser Ausstellung zu beteiligen, an.
Mathis Vass öffnet seinen Koffer aus Havanna und breitet Zettelchen und kleine Skizzen neben auf Wellpappe aufgezogenen Fotos und kleinen Fundstücken aus. An der Wand hängt ein zweiteiliges, kleinformatiges Tagebuch. Schrift und Text sind je auf einem Blatt in kleine Kästchen unterteilt, so dass man toll hin und her schauen und lesen kann. Schöne Präsentation.
+j

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GASTKÜNSTLERINNEN 2005 DER DRUCKWERKSTATT OLTEN
Ausstellungsraum Seifenfabrik
+Abgesehen davon, dass ich diesen Ausstellungsraum, der zugleich Modeladen ist, nicht mochte, war diese Veranstaltung/Ausstellung harmlos langweilig, und das ist ja zwischendurch auch angenehm. Fünf Künstler (Lex Vögtli, Silvia Buonvicini, Martin Frey, Markus Schwander, Tina Z’Rot) zeigen Arbeiten aus ihrem Schaffensprozess der Druckwerkstatt.
Nichts was mich umgehauen hätte, nichts was ich hätte schrecklich finden können.
+j


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MUSÉE DES BEAUX-ARTS
La Chaux-de-Fonds, Schweiz
+Ist ja immer auch ein bisschen Unterhaltung, wenn man in kleinen Städtchen ins Kunstmuseum geht (oder aber auch gruselig). Immerhin hat La Chaux-de-Fonds eine Kunsthochschule. Das lässt hoffen...
In dem neoklassischen, im Art Déco Stil gehaltenen Bau schlendert man dann durch die Kunstgeschichte, die von Künstlern aus der Region produziert wurde, die grosse Vorbilder imitierten.
Ist ja vielleicht auch Auftrag eines solchen Museums, dass die jurassischen Künstler breit vertreten sein sollen, aber muss denn das alles so mittelmässig sein? Oder hab ich einfach zu wenig Durchblick? Und muss man denn zu erkennen geben, dass man kein Geld hat, oder nie welches hatte?
Bestimmt ist das Uhrenmuseum nebenan ein Hit.
+j

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ÉVARD ANDRÉ
de l’ Art nouveau à l’ abstraction
Musée des Beaux-Arts, La Chaux–de-Fonds, Schweiz
+Wer auch immer Évard André (1876 – 1972) war, er hatte definitiv keinen Plan in seinem Leben und seiner künstlerischen Arbeit.
Nichts Böses ahnend, schmunzelt man noch über seine "Etudes décoratives" zu Beginn der Ausstellung, erschrickt aber im nächsten Raum über seine Selbstportraits, die neben Jesusportraits hängen und sich verdammt ähnlich sehen. Vielleicht war er ja ein lustiges Kerlchen? In den drei grossen Räumen der Ausstellung vergeht einem das Lachen dann aber gründlich (oder man hört nicht mehr auf...). Da hängen kubistische Blumenbilder neben schlimmsten Sonnenuntergängen aus dickem Farbauftrag neben fürchterlich naiven Kinderschmierereien.
Jörg meint, er hätte sich lieber eine Bob-Ross-Ausstellung angesehen.

Esther Ernst, 20.11.05 | Mehr von dieser Autorin/diesem Autor

 

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