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Stephan Gripp | Kritik
Reise ans Ende der Welt
Susanne Bürner
"Finistère"
15. Okt. - 10. Dez. 2005
Galerie Giti Nourbakhsch, Berlin
Am Eingang rechts hängt ein Flachbildschirm. Im Bildzentrum zwei Personen, Rücken an Rücken, wartend. Im Vorder- und Hintergrund kreuzen Menschen die Blickachse, die Kamera bleibt statisch. Vielleicht ist es eine Kreuzung oder Fußgängerzone, das ist nicht so genau zu sagen, alle Details sind retuschiert. So bleibt ein diffuser weißer Raum, ort- und zeitlos. Die Beiden blicken suchend umher, unschlüssig, sie kennen sich wohl nicht, erst verlässt der Rechte, dann der Linke die Szene. ("Limbo", Loop, 0:42 min, DVD)
Hinter dem Vorhang, eine Projektion. Mehrere Personen, seitliche, leicht erhöhte Kameraposition. Aus dieser Perspektive stehen sie, jeweils etwas versetzt, hintereinander. Es ist ziemlich viel los, viel Körpersprache, alle blicken umher, erwarten etwas.

"Finistère", 2005
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22.11.05 | Permalink | Kommentare (0)
Esther Ernst | wo ich war
GMÜR MARTINA - ROETHLISBERGER COMENIUS - REPORT BY IAAB CHOICES - GASTKÜNSTLERINNEN DER DRUCKWERKSTATT OLTEN - MUSÉE DES BEAUX-ARTS - ÉVARD ANDRÉ

Galerie Stampa, Basel
Acryl auf Plastikfolie. Alles sehr reduziert, beinahe wie gezeichnet.
Im Galerienzettel steht: "In ihrer poetischen Leichtigkeit verweigern die Werke auch eine kunsthistorische oder theoretische Referenz, sondern berühren vielmehr das Erinnerungsfeld und die Traumwelt." Vielleicht kann ich mit der unglaublich unbekümmerten Naivität in ihren gemalten Momentaufnahmen nichts anfangen und stehe deshalb immer ein bisschen ratlos und ein ganz klein wenig angeekelt vor den Bildern?
+j, +Vernissage TV
20.11.05 | Permalink | Kommentare (0)
Markus Wirthmann | Kritik
Baikonur - Houston - Holzmarktstraße
Michel de Broin
Réparations – Une participation volontaire au programme de revalorisation des déchets.
Isabella Bortolozzi Galerie, Berlin
30. Oktober – 30. November 2005

Luftpumpe, Abschussrampe und PET-Flasche als Projektil - Michel de Broins Wasserrakte hinter Sicherheitsglas
In seinem neuesten Werk erkundet de Broin den Luftwiderstand. So lapidar lautet der zentrale Satz aus dem Galerietext über die zur Zeit dokumentierte Arbeit des in Berlin lebenden Kanadiers Michel de Broin. Das ist natürlich pure Tiefstapelei. Schließlich jagt de Broin seine zu Wasserraketen umgewidmeten PET-Flaschen nicht auf irgendeinem Testgelände sondern an touristisch aktiven Plätzen in Paris in die Luft. Außerdem sind die Flaschen Fundstücke und sollten eigentlich dem französischen Wertstoffkreislauf zugeführt werden.
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15.11.05 | Permalink | Kommentare (0)
Markus Wirthmann | Kritik
Trekkermusik
Sven-Åke Johansson
Moderne Musik auf LW
WBD, Berlin
04. – 19. November 2005

Die verzappelten Umrisslinien verraten das Sujet: Nicht der Traktor sondern das Geräusch wird hier interpretiert!
Kann man das Geräusch von Traktoren zeichnen? – Wahrscheinlich nicht jeder, aber Sven-Åke Johansson kann.
Der 1943 in Mariestad in Schweden geborene und seit über dreißig Jahren in Berlin lebende Künstler wird überwiegend mit Musik in Verbindung gebracht. Und dann überwiegend mit experimenteller und vor allem perkussionslastiger. Ein kurzes googeln nach Sven-Åke Johansson fördert, unter vielen anderen, folgende Stichworte zu Tage: Peter Brötzmann, Donaueschingen, A-Trane, B-Flat, ”Musik zu Filmen von Man Ray”, Nordeuropäisches Melodie- und Improvisations-Orchester.
Selbst mich, einen amtlichen Nichtauskenner in Sachen zeitgenössischer Musik, bringen diese Stichworte auf den Pfad, auf den es bei Johansson hingeht.
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11.11.05 | Permalink | Kommentare (0)
Esther Ernst | wo ich war
LE CORBUSIER 1 - LE CORBUSIER 2 - ZUMTHOR PETER - BÜCHEL CHRISTOPH - HADID ZAHA

Villa Jeanneret (genannt Maison blanche)
La Chaud-de-Fonds, Schweiz
Zufällig wurde an diesem Tag die behutsam renovierte (und nicht rekonstruierte) Villa der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und wieder eingeweiht (mit all den Architekturfuzzis).
"Der Bau besteht nur aus Aussenmauern und vier Innenpfeilern von 50 auf 60cm. Alles Übrige sind leichte Zwischenwände, die ohne grosse Kosten versetzt werden können. Die Proportionen aller Zimmer folgen sogar Proportionssystemen und Gesetzen der Architektur der hohen Zeit der Antike." Die Eltern verkauften das Haus 1919 (warum weiss keiner so genau)!
Toll, toll, toll war das.
+j
09.11.05 | Permalink | Kommentare (1)
Stephan Gripp | Kritik
Bedeutungslehre
oder wenn der Volksmund beatmet werden muss
Rosemarie Trockel
Post-Menopause
Museum Ludwig, Köln
29. Oktober 2005 - 12. Februar 2006

Phobia, 2002
Wie sich die Dinge wieder fügen. Ein Teil des Kollegiums flüchtet sich in die Abstraktion oder in das malerische Idyll ironisch-kitschiger Romantik und zur Kölner Art zeigt die Künstlerin Rosemarie Trockel mit ihrer Retrospektive am Museum Ludwig wie sich über 20 Jahre hinweg wirkliche Zeitgenossenschaft anfühlt.
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oder wenn der Volksmund beatmet werden muss« weiterlesen ...
06.11.05 | Permalink | Kommentare (0)
Gastbeitrag | Essay
Kunst ist Sirup, der einem durch die Finger fließt
Zum Kunstwerkbegriff im Urheberrecht
von Christine Fuchs

Eine von Elaine Sturtevants Warhol, Flowers-Variationen
Christine Fuchs ist Juristin mit ergänzender künstlerischer und kunstwissenschaftlicher Ausbildung. In ihrer Dissertation Avantgarde und Erweiterter Kunstbegriff plädierte sie für eine Erweiterung des Kunstbegriffs, damit auch konzeptuelle Arbeiten wie die Ready-Mades von Marcel Duchamp oder Werke der Appropriation Art im urheberrechlichen Sinne schützbar sind. Dafür forderte sie, individuelle Kunstbegriffe und (Fundamental)Konzeptionen der Werke in die rechtliche Beurteilung mit einzubeziehen. Exemplarisch an den Arbeiten von Elaine Sturtevant vermittelt sie die von ihr vorgeschlagene Vorgehensweise einer veränderten Beurteilung. Während sich Juristen ihrer Position gegenüber nach wie vor distanziert oder kritisch zeigen, finden ihre Vorschläge bei Philosophen beispielsweise mehr und mehr Beachtung.
Ihr Kunst-Blog-Beitrag ist die gekürzte Fassung eines Vortrages anlässlich der Tagung Copyright & Art, die vom 17. bis 20. Mai 2005 am Zentrum für interdisziplinäre Forschung der Universität Bielefeld stattfand (siehe auch Gastbeitrag von Eberhard Ortland). Sie arbeitet beim Arbeitskreis für gemeinsame Kulturarbeit bayerischer Städte in Ingolstadt.
--A.F.
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04.11.05 | Permalink | Kommentare (0)
Adib Fricke | Sonstiges
Temporäre Kunst
Als eines der kleinsten Museen der Welt muss wohl The Museum of Temporary Art gezählt werden, das laut Eigendarstellung eine Größe von 40x50 Zentimetern hat.

Ein kleines Handwerker-Regal mit 33 Schubladen aus durchsichtigem Kunststoff steht in einer Wohnung, derzeit in Cambridge/England. Die Größe der Schubladen beträgt (bis auf drei größere) etwa 4x4x8 cm. Diese werden dynamisch gefüllt, was heisst, dass neue Einreichungen für das Mini-Museum die vorhandenen »Schaustücke« aus dem Museumsregal ersetzen. Die Museums-Webseite dokumentiert die aktuellen Ausstellungsstücke und ruft zur Teilnahme am fortlaufenden Ausstellungsprojekt auf. »Replace the exhibits and keep the exhibition alive!« ist das Motto.
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03.11.05 | Permalink | Kommentare (0)
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