Esther Ernst | wo ich war

ANG SOOKOON - ELIASSON OLAFUR - SEHGAL TINO

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ANG SOOKOON
Sehnsüchtig gleiten Ballone rund um die Welt
Green Light Pavilion (Gormannstr./Mulackstr.)
+Caroline Eggel und Christiane Rekade kuratieren seit September vergangenen Jahres kleine Einzelausstellungen in ihrem eigens dafür gestalteten Pavilion aus zwei Baucontainern und einer sehr schlichten Holzkonstruktion (von Riccardo Previdi) in einer Baulücke in Mitte. Ein sehr sympathisches und cleveres Projekt. Weniger gelungen fand ich jedoch die aktuell gezeigte Arbeit von Ang Sookoon. In zwei seltsam gekachelten Boxen sind auf kleinsten Monitoren kurze Videosequenzen in schlechtester Digitalfotokamera-Qualität zu sehen. Alltagsbeobachtungen aus Shanghai. Nicht besonders aufregend. Nicht mal der mit verschiedenen Dingen übersäte und mit billigen Teppich überdeckte Boden von Monika Sosnowska, der von ihrer Ausstellung übrig geblieben ist, lässt mehr als ein kleines Schmunzeln zu.
Auf die Arbeit von Markus Müller bin ich gespannt.
+j

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ELIASSON OLAFUR
your waste of time
Galerie Neugeriemschneider, Berlin
+Diesmal arbeitet Olafur mit keinem künstlichen Naturphänomen und ganz ohne technischen Schnick-Schnack. Für den Oberlichtraum der Galerie hat er 6 Tonnen Eis von Vatnajöknll aus dem Jöknlsärlön an der Südküste Islands importieren lassen. Sieben riesige Eisbrocken, die sich während der Schmelzzeit von dem Gletscher gelöst haben und in einen See gerutscht sind, können wie Tiere im Zoo bei minus 5° bestaunt werden. Der eigens dafür eingerichtete Raum mit Styroporplatten an den Wänden und OSB-Platten am Boden, die sich durch ihren leicht grau-violetten Anstrich ganz eigentümlich zu dem klaren, eisblauen Eis verhalten, hätte man bestimmt etwas sorgfältiger einrichten können. Und trotz des "echten" Eises entsteht in diesem Raum, allein schon der Kälte wegen, eine doch sehr künstliche Situation. Irgendwie eigentümlich und trotzdem bin ich nicht wirklich begeistert.
+j


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SEHGAL TINO
Spiegelsaal, Ballhaus Mitte
4. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst
+Ein tolles Gebäude, dieses Ballhaus, mit unglaublichen Räumen, und sehr erstaunlich, dass die Kunst oder zumindest die Off-Theater-Szene sich diesen Ort nicht schon längst unter den Nagel gerissen hat. Tino Sehgal lässt ein Pärchen darin tanzen. Zumindest, so schien mir, bewegen sie sich nach einer klaren Vorgabe, knutschen ab und zu, berühren sich ständig und sagen alle paar Minuten ein paar Worte auf. Den Namen des Künstlers, das Jahr, in dem die Arbeit entstand (ich hab die beiden jedoch so schlecht verstanden, dass dies auch eher Behauptungen sind...), und den Sponsor (?). Zwischendurch tauschen sie Blicke mit den Zuschauern, dann wird weiter gekuschelt. Sieht alles etwas umständlich aus. Vielleicht durch die verlangsamten Bewegungen, oder weil das Knutschen so keinen Spass macht? Egal, ich kann damit jedenfalls nicht so viel anfangen.

Esther Ernst, 21.04.06 | Mehr von dieser Autorin/diesem Autor

 

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