Esther Ernst | wo ich war

DRESCHER ERIK, HEIN FOLKMAR - BIERSTEDT INA - GROSS SABINE - INVENTIONEN 2006 - TV REAL

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DRESCHER ERIK, HEIN FOLKMAR
Studie III
Studio Elektronische Musik der TU Berlin
+Erik Drescher hat ein sehr exklusives Programm für Flöte und Elektronik gemeinsam mit Folkmar Hein im Elektronischen Studio der TU realisiert. So sassen wir zu zehnt im Studio, welches natürlich mit bester Technik ausgestattet ist, und hörten zwei Tonbänder von Stockhausen, "Studie I" und "Studie II", N. Huber, der sich mit seinem Stück "First Play Mozart" für Flöte solo auf Stockhausen bezieht, ein unglaublich gutes Stück von M. Maierhof, "splitting 17" für Flöte und Zuspiel-CD und noch zwei weitere Stücke für Flöte und Zuspielband von B. Maderna und Ch. Ogiermann. Das war nicht nur ein grossartiges Hörerlebnis, auch den Beiden zuzusehen, hat viel Spass gemacht. Drescher spielte mit einer unglaublichen Konzentration, Präzision und einem bewundernswertem Engagement wie man es vor allem in der Neuen Musik nur selten erlebt.
+j

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BIERSTEDT INA
Kuttner Siebert Galerie, Berlin
+Von Olaf habe ich letztes Jahr die Telefonnummer von Ina Bierstedt bekommen, weil ich mich über das Goldrauschstipendium informieren wollte. Später fand ich ihren Namen im Zusammenhang mit dem Ausstellungsraum CAPRI, den sie gemeinsam mit zwei anderen Künstlerinnen stemmt, und gestern lief ich dann zufällig an dieser Galerie mit ihrer Ausstellung vorbei.
Verhältnismässig kleine Formate wählt Ina Bierstedt für ihre Malerei. In schmutzigen Blau- und Grüntönen trägt sie mit verschiedensten Techniken und in mehreren Schichten dünne Farblasuren (?) auf. Die aus Modellbauzeitschriften ausgewählten und abgemalten Architekturfragmente (ähnlich unfertig gebauten Betonskeletten in südlichen Landschaften), heben sich klar vom Untergrund ab, fügen sich aber toll ins Bild. Eigentümliche Malerei. Hat mir gut gefallen.
Ein bisschen trostlos hängen die Bilder in den Galerieräumen, seltsame Anordnung.

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GROSS SABINE
Neue Arbeiten
Galerie Magnus Müller, Berlin
+"Was und wie nehmen wir wahr, wenn wir ein Kunstwerk betrachten?", bildet die zentrale Frage in Groß' Arbeit (hört sich irgendwie nach Wissenschaftskongress oder Kunsthochschulvortrag an ...). In zwei Videoarbeiten untersucht Groß bekannte und viel zitierte Werke der Kunstgeschichte. "Das Gelbe Haus (Sternennacht)" baut eine kleine Geschichte um Munchs Schrei, eine andere Videoarbeit nimmt Bezug auf "Happy Tears" von Lichtenstein. Über beiden Arbeiten, die sehr einfach aber fein gemacht sind, musste ich kurz schmunzeln, fand sie aber in den jeweiligen Videokojen viel zu aufgeblasen präsentiert.


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INVENTIONEN 2006
Akusmatisch
Villa Elisabeth, Berlin
-Edgar Barroso, ODD, 2006, UA, Auftragswerk Inventionen 2006, 10’35
-Kees Tazelaar, Phalanxes, 2005, 7 channels, 20’
-Mario Verandi, Comme un jeu des images, 2006, UA, 12’50
-Ludger Brümmer, Repetitions, 2005, 21’40
+Mich haben alle vier Stücke nicht wirklich überzeugt. Zumal ich dauernd das Gefühl hatte, dass die verschiedenen Klänge und Sounds zwar organisiert und in eine Struktur gebracht, die Zeitkomponente jedoch völlig ausser Acht gelassen wurde. Eine Irritation nach der anderen.
Die Meyersound-Anlage aus dem Elektronischen Studio der TU macht so ein präziser Klang, das ist einfach toll zu hören.
+j

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TV REAL
Öffentliches Ersatzfernsehen mit Peter Kees
taz-Kantine, Berlin
+"Das erste Öffentliche Ersatzfernsehen TV REAL ist Fernsehen ohne Fernsehen, ohne Übertragung und Kamera. Interviews, Gespräche mit verschiedensten Gesprächspartnern. Bildschirm ist eine Fensterscheibe. - TV Real versteht sich als nicht inszeniertes oder quotenförderndes Kunstprojekt, vielmehr als realer Fernsehersatz inmitten einer medialen Mediendemokratie."
Als Gast versuchte Amelie Deuflhard die zum Teil unmöglich gestellten Fragen ernsthaft zu beantworten und erzählte (sprunghaft) aus ihrem Leben. Nicht dass ich Peter Kees jetzt als besonders guten Talk-Master eingestuft hätte, oder dass er sich mit TV REAL von anderen Talk-Formen besonders abgehoben hätte (deshalb erscheint mir der Anspruch des Kunstprojektes auch ein bisschen hoch gesteckt...), aber es ergab sich eine sehr angenehme und unterhaltsame Stunde. Eben besser als Fernsehen...

Esther Ernst, 23.06.06 | Mehr von dieser Autorin/diesem Autor

 

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