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Extremely Saatchi - II
Was bisher geschah: Charles Saatchi bietet Kunst-Blog Zusammenarbeit an!
Erst Freudentaumel dann Stirnrunzeln in der Redaktion: Ist das Spam? Oder ein Virus? Will Charles das Kunst-Blog-Imperium kaufen? Könnte Flick dann der weiße Ritter sein? Und werden wir nach unserer, aus taktischen Gründen als Absage getarnten Antwort-Mail jemals wieder von Charles Saatchi hören?
Hier nun die Antwort:
Dear Sir/Madam,
Many thanks for your e-mail and for your interest in this project. Although I greatly admire your website, at this stage we are not looking for commercial banner placements. After all as you have said you do not want to bite the arm that feeds you and therefore we will do everything to avoid you of such a need.
Hier haben wir uns mit unserem taktisch ausgesprochen ausgefeilten Return anscheinend keinen guten Dienst erwiesen. Charles hat uns den moralisierenden Überbau geglaubt und will kein Geld rausrücken. Wie begegnet man diesem Konter jetzt nur?
Versuchen wir mal einen Gang runter zu schalten und geben Charles nochmals Gelegenheit in seiner Portokasse nachzuschauen:
Na, sooo ernst haben wir das mit dem Beissen ja jetzt auch nicht gemeint.
Und letztlich kommt´s dann ja auch noch auf die Summe an ...
Therefore we could exchange links between our websites. Your banner (80 x 60) will be placed on our links page, which has many thousand visitors, and in exchange we would like you to place a link on your website.
Aha! Hier hat man´s also mit ´nem echten Auskenner zu tun der genau weiß, dass Suchmaschinen wie Google und Konsorten Webseiten u.a. nach der Relevanz ihrer Verlinkung bewerten - je mehr Links auf die Webseite führen, desto weiter oben im Suchergebnis und je wichtiger (also selbst gut verlinkt) die Webseite desto besser ...
Ein weiterer Nebeneffekt ist die solide Informations-Mauer die man auf diese Art und Weise um sich herum aufbauen kann. Wenn die ersten paar hundert Informationen, die eine Suchmaschine liefert, von verlinkten "Freunden" stammen, muss man sich schon viel Mühe geben, um eine kritische Stimme aufzuspüren.
Die Saatchi Gallery zielt aber anscheinend nicht auf die ersten hundert Einträge in Suchmaschinen sondern auf die ersten bis letzten paar tausend. Denn der Aufstieg zur top contemporary art gallery in the UK - zumindest im Internet - wird ganz massiv und professionell vorangetrieben: nicht nur Banner und Informationen werden agressiv vermarktet. Unter dem Label Your Gallery ... gibt es ein Saatchi-Blog und eine Art Saatchi-Flickr, eine Datenbank, in die man sich als Künstler oder als Kunstliebhaber kostenlos mit Abbildungen und ein paar Basis-Daten eintragen kann (»I don't pretend to know a lot about art but I like what I like. Cath, Wakefield, West Yorkshire, 39 yr old single white straight female«). Und selbst das Chatten wird von Saatchi wieder entdeckt: »Your Gallery ... Chat live to other people who like art«. Dort kann man sich dann online treffen um sich beispielsweise mit Cath über ihre sexuelle Ausrichtung zu unterhalten - und vielleicht über das ein oder andere Kunstwerk im überreichen Angebot von »Your Gallery ... Where all Artists can show their work online«.
Aber jetzt wieder zum Thema: wie sagt man höflich aber bestimmt, dass man diesen brute-force Angriff auf die Geschmacks-Sensorik seiner Leser eigentlich unerträglich findet aber trotzdem gerne seinen Vorteil draus ziehen möchte?
Das klingt ja gut mit den vielen tausend Besuchern, die um unser Banner kreisen wie die Hummeln um den Blumentopf. Allerdings hat die Link-Seite der Saatchi Gallery schon jetzt über dreißig Einträge und man muss sich durch etwa 90 cm Bildschirm-Vertikale scrollen bis man alle gesehen hat. Unser Vorschlag, um die Situation zu optimieren: das Kunst-Blog.com-Banner könnte doch einfach ein bisschen größer sein als die anderen. Vielleicht 120 x 90 oder so. Und vielleicht könnte man auch über eine Animation nachdenken.
Und da wir selbst ja eigentlich nicht der Optimierung von Charles Saatchis Web-Marketing dienen wollen, retten wir uns in´s Pragmatische:
Kunst-Blog.com verfügt, wie Sie sicherlich gesehen haben werden, nicht über eine Link-Seite. Daher ist es uns leider nicht möglich, Ihr Banner angemessen unter zubringen.
In addition to that, I am emailing to see if you would be interested and consider adding an eye catching link on your website that depicts very interesting images for your visitors to see from our own collection, kind of on the lines of "Image of the week". These could be works that we hold in the collection or recently purchased items that your viewers could see and comment upon.
I would be interested to hear your further thoughts about this.
Ooch vielen Dank, ist nett gemeint, aber mit einem echten »Eye-Catcher« würden wir die Aufmerksamkeit unserer Besucher von unseren eigenen, manchmal spontan mit dem Handy angefertigten Bildern ablenken. Da wollen wir lieber vorsichtig sein und darauf verzichten. - Aber wie schon gesagt: vielen Dank auch.
Kind regards,
#### ####### (Mr)
Mit besten Grüßen
Kunst-Blog.com
Kunst und Kritik online
Redaktion, 24.06.06 | Mehr von dieser Autorin/diesem Autor
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