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Verraten und verkauft

von Konstantin Schneider

Nachdem sich die Ratten Berlins offenbar samt und sonders darauf verständigt hatten, sich angesichts der bis zur letzten Sekunde möglichen Pleite bei der Eröffnung des Admiralspalastes in der Friedrichstrasse am Freitag, dem 11.8.2006, auf das Badeschiff des auch hier verantwortlich zeichnenden "Kulturunternehmers" Falk Walter zu retten, scheint nun auch die ARENA in eine tiefe Krise zu geraten.

Erster Leidtragender ist der 03 BERLINER KUNSTSALON, dem das Ausmass der baulichen Mängel, die nun von Seiten der Behörden zu einem Veranstaltungsverbot für das Magazin führte, bis zuletzt verschwiegen worden war. Die Kulturveranstaltungs GmbH sehe sich wegen der ausbleibenden Kreditzusage der Investionsbank nun leider ausserstande, den 03 BERLINER KUNSTSALON wie vereinbart vom 28.9 - 2.10.2006 im Magazin in Treptow zu beherbergen, liess dazu der Veranstaltungsmanager der ARENA, Kai Heimberg am 11.8.2006 - nur wenige Stunden vor der Gala im Admiralspalast - per Email an Edmund Piper verlauten.

Grund für genau diesen Zeitpunkt war offensichtlich, nicht auch noch auf der zweiten Baustelle von Falk Walter durch aufgebrachte Künstler mit ähnlichem Gegenwind konfrontiert zu werden, wie ihn schon die Produktionsleitung der Dreigroschenoper entfacht hatte.

Sich der Schwere ihres eigenen Versagens offenbar bewusst, sind Walter und Heimberg derzeit abgetaucht und reagieren auch nicht mehr auf anwaltliche Aufforderungen.

Sehen Sie >>hier Edmund Piper in seiner ersten Stellungnahme nach Ablauf der zu diesem Sachverhalt für Freitag, den 18.8.2006 12 Uhr festgelegten Erklärungsfrist.



Werfen Sie auch bitte einen Blick auf das bisherige Presseecho nach der Stellungnahme von Edmund Piper auf active ART TV:


Berliner Zeitung vom 22.8.2006

Immer Ärger mit dem Bauamt

Falk Walter, das Bauamt, ein wütender Veranstalter, Briefe vom Anwalt – das klingt bekannt. Gerade erst hat der Berliner Kulturunternehmer den Admiralspalast mit Ach und viel Krach eröffnet. Nun gibt es Ärger um eine Veranstaltung in Walters Stammhaus, der Arena: um den Berliner Kunstsalon, der dort im Magazin vom 28.Septeber bis 2.Oktober erneut stattfinden soll.

Oder sollte? "Die Arena hat abgesagt", sagte gestern Edmund Piper, der die Messe junger Knst zum dritten Mal organisiert, in Kooperation mit der Arena. Dort will man nicht von einer Absage reden. In jedem Fall gibt es ein Problem mit dem Bauamt. Das Magazin der Arena ist eine unrenovierte Halle. Sie hat den Abbruch-Carme, in dem die Werke des Kunstsalons erst richtig nach Berliner Szene aussehen, leider aber etwa keine Sprinkleranlagen. Zweimal erteilte das Bauamt Ausnahmegenehmigungen, diesmal sollte die Arena die nötigen Einbauten durchführen. Vor zehn Tagen teilte die Arena dem Kunstsalon per E-mail mit, das habe nicht geklappt, man habe keinen Kredit bekommen. Eine Durchführung der Messe sei unmöglich. "Ein Desaster" für Veranstalter Edmund Piper. 54 Galerien und mehr als 400 Künstler haben ihre Stände geplant, eine Ausweichfläche von fast 4000 Quadratmeter sei kaum aufzutreiben.

Piper beauftragte einen Anwalt, der verlangte eine Zusage über die vereinbarten oder Ersatzräume – bis vergangenen Freitag. Just an diesem Tag will die Arena doch eine Teilfinanzierung für die Bauten bekommen haben. Man hoffe nun auf ein Einlenken des Bauamtes oder bemühe sich um andere Räume. Piper ist jedenfalls froh, dass er in diesem Jahr erstmals einen Vertrag mit der Arena hat. Vorher hatte er Falk Walter einfach so vertraut.


BZ vom 22.8.2006

Jetzt hat Falk Walter auch Ärger mit der Arena

Kaum ist der Krach im Admiralspalast verklungen, geht für Falk Walter der Ärger in der Arena-Treptow los: Für das Magazin des ehemaligen Straßenbahndepots soll er keine Veranstaltungsgenehmigung haben. Verheerende Folgen hat dies für den Berliner Kunstsalon: Fünf Wochen vor Beginn muss sich Initiator Edmund Piper neue Räume suchen.

Probleme soll es u.a. mit dem Feuerschutz und einer fehlenden Sprinkleranlage geben. In einigen Fällen erteilte der Baustadtrat dennoch Einzelgenehmigungen für Veranstaltungen, machte aber jetzt einen Antrag für eine ordentliche Baugenehmigung zur Verpflichtung. Um diese soll sich Falk Walter bis heute nicht bemüht haben. In einem Interview sagte Edmund Piper, er fühle sich von dem Arena-Chef "bewusst hinters Licht geführt". Dazu Falk Walter: "Bisher wurden die Veranstaltungen geduldet, ein Antrag ist gestellt. Es wird eine Lösung geben, ob nun durch Feuerwachen oder Besucherbegrenzungen." Doch auch dies muss genehmigt werden.


DIE WELT vom 21.8.2006

Kunstsalon in der Treptower Arena steht vor Absage
Betreiber soll das Geld für den Ausbau fehlen.

Der dritte Berlin Kunstsalon wird nicht in der Arena in Treptow stattfinden. Das hat gestern der Veranstalter Edmund Piper mitgeteilt. Wahrscheinlich fällt die Kontakt- und Verkaufsbörse für Künstler, Galeristen und Sammler sogar ganz aus. Sie sollte - parallel zum renommierten Art Forum auf dem Messegelände in Charlottenburg - am 28. September beginnen. "Wir haben vor einer Woche per E-Mail völlig unerwartet von der Kulturarena Veranstaltungs-GmbH erfahren, dass sie den Kunstsalon abbläst", sagt Piper. Als Grund sei genannt worden, dass die Firma von Falk Walter einen Kredit nicht erhalten habe. Mit dem Geld habe die Firma den Veranstaltungsort "Magazin", ein Teil der Arena, baurechtlichen Schutzbestimmungen gemäß ausbauen wollen. Das soll nötig sein, weil keine Genehmigung des Bauamtes vorliege, dort überhaupt eine solche Messe zu betreiben. Piper findet das prekär, zumal die vergangenen zwei Kunstsalons dort ausgerichtet wurden. Der Vorfall erinnert an die Auseinandersetzung vor der Eröffnung des Admiralspalasts in Mitte. Der Produzent der Dreigroschenoper, Lukas Leuenberger, hatte Walter und seinen Mitgesellschafter schwer kritisiert, weil Verträge nicht eingehalten worden seien. Dabei ging es um bauliche Mängel.
Gespannt ist auch die Kommunikation zwischen den beiden Kunstsalon-Kooperationspartnern. Piper hat einen Anwalt eingeschaltet. Immerhin betreffe die Absage 54 internationale Aussteller und rund 4000 Künstler.
Seitens der Kulturarena, so Pipers Kollege Konstantin Schneider, bemühe sich ein Mitarbeiter, beim Bauamt um eine Ausnahmegenehmigung; die Suche nach einer Ersatz-"Location" habe nicht zum Erfolg geführt. Von der Kulturarena Veranstaltungs-GmbH war gestern keine Stellungnahme zu erhalten.
Tal


Konstantin Schneider ist der Berliner Kunstkontakter

Gastbeitrag, 23.08.06 | Mehr von dieser Autorin/diesem Autor

 

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