Markus Wirthmann | Kritik
Line Aquavit
David Zink Yi
Geschlossene Kurve, bei der für jeden Punkt die Summe der Entfernungen konstant ist. Auslassung insbesondere inmitten von etwas.
21. Oktober - 25. November 2006
Galerie Johann König, Berlin

Die Eigenart des Line Aquavits ist die Tatsache, dass er, um sein typisches Aroma und die ölig gelbliche Farbe zu erhalten, in Sherryfässer abgefüllt und auf eine Seereise geschickt wird. Der Legende nach überquert jeder Liter Schnaps seit 1850 zwei Mal den Äquator auf dem Weg nach Übersee und zurück und wird währenddessen vom Seegang und wechselndem Klima zur Reife geschaukelt.
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29.10.06 | Permalink | Kommentare (0)
Gastbeitrag | Vorschau
ping pong N-S-E-W
Grenzerfahrungen der Gruppe msk7
Südkorea 2006
Ein Beitrag von Robert Krokowski

An der Grenze zu einem terrain vague die Schwelle zwischen Räumen eröffnen, die von einem Niemandsland getrennt werden, das Grenzübertretungen ausschließen soll – ist das ein Denkbild für Kunst, die durch ihre Raum-Fahrten Möglichkeiten der Grenzüberschreitung erkundet?
Mit ihrem Projekt ping pong N-S-E-W schließt die Gruppe msk7 an ihr erstes gemeinsames Projekt Raum-Fahrt Berlin-Lodz-Berlin von 2004 an. Die Südkorea-Reise (28.10. bis 01.11.2006) variiert formale Aspekte der performativen Raum-Erkundung von 2004 und bringt in Laderäumen von LKW erneut Installationen buchstäblich auf die Straße und in Bewegung. Diesmal öffnen sich die Laderäume allerdings nicht im Grenzverkehr zwischen Deutschland und Polen, sondern an einzelnen Grenz-Stationen und Randlagen entlang der Demarkationslinie zwischen Süd- und Nordkorea. Die Künstlerinnen der Gruppe msk7 Christine Berndt, Mona Babl, Won-Yeon Chung, Kati Gausmann, Ricarda Mieth, Ulrike Mohr, Anja Sonnenburg haben die Installation und performative Aktion gemeinsam konzipiert und geplant.
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25.10.06 | Permalink | Kommentare (0)
Adib Fricke | Netz
Guck mal, ich steh’ vorm Bild

Es ist wohl ein beliebtes Knipserspiel: Wer es als Besucher ins MoMA in NY oder in ein anderes Museum mit international bekannten Meisterwerken schafft, scheint sich selbst auch gerne vor dem einen oder anderen Bild verewigen zu wollen. So wird der Beweis der eigenen Anwesenheit vor dem Meisterwerk erbracht. Das Einzigartige eines Gemäldes oder einer Skulptur wird im Zeitalter der beliebig häufigen Reproduktion erst einzigartig durch die persönlich nachgewiesene Rezeptionsgeste, die sich – gebannt in solchen Fotos – demonstrativ auf die Anwesenheit vor dem tatsächlich besuchten Werk beschränkt.
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19.10.06 | Permalink | Kommentare (0)
Gastbeitrag | Essay
Die Unhintergehbarkeit der Buchhaltung - 6. Schlussbemerkung
von Manuel Bonik
1. Teil: Fünftausend
2. Teil: Artitüden
3. Teil: Komplexität
4. Teil: Lektüren
5. Teil: Die Unhintergehbarkeit der Buchhaltung
"Die Durchtriebenen verrieten ihre Geheimnisse den Neugierigen, die gar nicht zuhörten" (19), heißt es einmal bei Balzac, als er die Ekstasen eines Großstadt-Gelages schildert. Wer liest noch diesen Epilog? Wer liest Kritiken oder gar ästhetische Abhandlungen? Will Kunst irgendwas von ihrer Verwissenschaftlichung wissen? Oder werden Artotope wie Berlin sie immer noch weiter galapagosisieren? - Während meiner optimistischeren Momente hoffe ich auf eine Künstlergeneration, die mit dem Computer aufgewachsen ist und diesen heuristischen Vorteil nutzt.
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17.10.06 | Permalink | Kommentare (0)
Gastbeitrag | Alles
Àlabonnecave
ein Beitrag von Robert Krokowski
Àlabonnecave
Eine Installation von Pierre Granoux
23.09. bis 18.11.2006
Zagreus Projekt Koch/kunst/galerie,
Brunnenstraße 9a,
10119 Berlin
Mittwoch bis Samstag französische Bistroküche à la carte,
Reservierung unter Tel. 030 280 956 40

Auf dem Bazar de l’Art Moderne diesmal: Die Fundstücke der Koch/kunst/galerie Zagreus in Berlin-Mitte. Der Ort: Ein ehemaliges Bad, in dem der Galerist und Koch Ulrich Kraus zu von Künstlern entwickelten Projekten Gäste zur Kunst bewirtet – Schmausen à la carte in zweifacher Hinsicht also.
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16.10.06 | Permalink | Kommentare (0)
Gastbeitrag | Essay
Die Unhintergehbarkeit der Buchhaltung - 5. Teil
von Manuel Bonik
1. Teil: Fünftausend
2. Teil: Artitüden
3. Teil: Komplexität
4. Teil: Lektüren
versuchst du es nicht wirklich. COLEMAN HAWKINS
Andererseits: Warum sollte ein Künstler nach Beuysscher oder Duchampscher Art noch etwas zu seinen bereits gemachten Werken, extra, sagen wollen? Wer erdreistet sich Erklärungen zu fordern, nicht wissend, dass manche beste Künstler nicht auch gleichzeitig die eloquentesten sind? Wer möchte nicht durch Kunst "Anregungen geliefert" bekommen, "in geheimnisvolle Welten entführt" werden oder vor die Aufgabe gestellt sein, "eigene" Interpretationen zu liefern? Je ne sais quoi... – Weiss es, jenseits der Feuilleton-Floskeln, der Künstler mit dem absichtsvollen Schweigen und dem wichtigen Lächeln seiner Renaissance-Taktiken?
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12.10.06 | Permalink | Kommentare (0)
Gastbeitrag | Essay
Die Unhintergehbarkeit der Buchhaltung - 4. Lektüren
von Manuel Bonik
1. Teil: Fünftausend
2. Teil: Artitüden
3. Teil: Komplexität
aber nicht einfacher. ALBERT EINSTEIN
Ich lese z.B. ein Mathematikbuch: Definitionen, Sätze, Lemmata, Beweise, Korollare etc. – All diese Momente sind hierarchisch aufeinander bezogen und haben ihren Platz in einem explizit formulierten System, das der Autor konstruiert hat und das ich, lesend, nach-denkend, re-konstruiere. Habe ich eine Definition übersprungen und nicht richtig verstanden, wird sie mir an einer späteren Stelle meiner Lektüre fehlen. Das Buch als - hoffentlich konsistentes - System gibt mir die Möglichkeit, zurückzugehen und mein Verständnis nachzuholen.
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03.10.06 | Permalink | Kommentare (0)
Adib Fricke | Alles
Rote Punkte zählen
Rote Punkte-Auswahl am Sonntag abend zur Halbzeit auf dem Art Forum Berlin. Tendenz: Eher wenig Punkte, die bisher auf Titelschildchen geklebt waren. Aber die Stimmung scheint gut - »Nur einer hat mich bisher gefragt, ob ich das hier alles selbst gemacht hätte. Das passiert jedes Jahr mindestens einmal. Sonst ist die Stimmung sehr gut.« sagt Barbara Thumm. Und es gibt Hoffnug, dass das Geschäft noch erfolgreicher werden wird - »Ganz schön zäh hier. In Basel sind die Leute viel interessierter. Aber es kann ja noch besser werden.« schätzt Jan Winkelmann die Messe-Lage ein.

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02.10.06 | Permalink | Kommentare (0)
Martin Conrath | Kritik
Besuch auf dem Art Forum Berlin
Lieber G.,
heute haben wir uns die Berliner Kunstmesse Art Forum Berlin angeschaut und nachdem wir mit nur zwei Stunden schneller durch waren als erwartet, habe ich Zeit für einen kurzen Bericht:
Die Verteilung der Galerien war wie immer. Viel Berlin, mäßig Restdeutschland, getröpfeltes Europa, marginaler Osten und gelangweilte Amerikaner. Fotos allenthalben, gewiss 80%, von gekleckert bis geklotzt. Deren Themen aber weltweit gleich: Stadtarchitektur oder Natur; die Schlauberger machen schon beides. Digitale Kunst gar keine - bis auf Video, das deutlich mehr als sonst und in separaten Kojen aufgebaut war. Das ist seit 35 Jahren schon originell: Kamera einstellen, einschalten und Bier trinken gehn. Es wird schon werden.
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01.10.06 | Permalink | Kommentare (0)
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