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Martin Conrath | Kritik
Vaseline
all in the present must be transformed:
Matthew Barney and Joseph Beuys
Man ahnt nichts Böses und schon war man drin. Befördert durch das Gleitmittel selbstöffnender und -schließender Türen wurde ich in die Deutsche Guggenheim geschaufelt und war gehalten, mich mit symbolischem Handeln zu befassen. Exzerpte von Herrn Beuys und andere von Herrn Barney waren locker im Raum verteilt worden um »anders Präsentes zu transformieren«. Das war der Titel und das war lustig, weil anfangs merkte ich nichts.
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30.11.06 | Permalink | Kommentare (1)
Kai Hoelzner | Kritik
Ruhig Blut
Hermann Nitsch
Orgien Mysterien Theater. Retrospektive
Ort: Martin-Gropius-Bau
30. November 2006 bis 22. Januar 2007
Jetzt ist er also wieder da. Von irgendwann um ’66 bis irgendwann um ’78 herum hatte er Österreich den Rücken gekehrt und soll eine Wohnung in der Schlüterstraße bewohnt haben. Nun ist er nach 28-jähriger Abwesenheit zurückgekehrt und lässt die Ehrung einer groß angelegten Retrospektive seines Schaffens über sich ergehen.

Das 6-Tage-Spiel, 1998 (Foto: Archiv Cibulka-Frey, Copyright Atelier Nitsch)
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30.11.06 | Permalink | Kommentare (0)
Gastbeitrag | Kritik
Professione Reporter, parte due: Hitler’s Tub
von Christina Zück
Performance von Lee Millers Sohn im Münz Club anläßlich ihrer Ausstellung im Kunstmuseum Wolfsburg

Gloria schleppt mich mit in den Münzclub zu so’nem Vortrag von dem Sohn von Lee Miller - was mag das für eine Veranstaltung sein? Ich pack mal die Reporter-Accessoires in die Handtasche mit ein, das Knips-Toy und das Notizheft. Denn Lee Miller und ihre sehr berühmte Badewannen-Nummer, in meiner Vorstellung, wär mal was Interessantes für einen Daumen-runter-Text, auf Deutsch Bashing, für’s Blök. Und der Münzclub ein fantastischer Ort, um sich öffentlich zu blamieren. Ich geh da die Treppe hoch und klingel tapferen Mutes an der Tür und flöte brav: "Ich bin auf der Liste." Alles soll anders kommen als erwartet. Alle Bedeutungen sollen wieder mal kippen wie eine Rotationskartei.
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29.11.06 | Permalink | Kommentare (0)
Gastbeitrag | Kritik
Put Your Foot Down
von Tina Schmücker
William Hunt
Put Your Foot Down
IBID PROJECTS, London
17. November bis 22. Dezember 2006

Performance William Hunt, Ibid Projects Donnerstag 16.11 8pm.
Die Galerie Ibid Projekts ist im September von der Cambridge Heath Road in die Vyner Street umgezogen und die neuen Räume sind so schick und neu wie eine verkleinerte Version der Gagosian Gallery. Vyner Street fühlt sich mehr und mehr wie eine Kulisse an, von dessen Eastend Grind die weißen Galerieräume der hinter den schweren Metalltüren mit jedem Monat mehr strahlen. Fragt sich was nun realer ist, die Galerieräume oder die Strasse. You decide.
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29.11.06 | Permalink | Kommentare (0)
Martin Conrath | Kritik
Kurz und schmerzhaft
Im RBB wird Kunst gezeigt. Last & Lost heißt die Fotoausstellung, in der von 18 KünstlerInnen (zwischen 25 und 52 Jahre alt) Bilder verschwindender Orte und Plätze in Europa vorgestellt werden. Interessant, aber nachdem der Kalte-Kriegs-Militärzirkus seine Zelte flächendeckend abgeschlagen hat, kennen wir solche Reste und die Neuen Bundesländer sind voll davon. Das könnte man konzeptuell gut vorbereiten. Tatsächlich aber lieblos, ignorant und beleidigend ist die Inszenierung der Show im Haus des Rundfunks in der Masurenallee. Klapprige Tagungswände der 1970er, keine Beleuchtung, stümperhaft gehängte Exponate an atemberaubenden Befestigungen. Niveaulos. Schief. Die lausige Beschriftung war dann auch schon überflüssig und Infomaterial gab’s selbstredend auch keins. Ob teilnehmende KünstlerInnen wie Albrecht Schäfer, Renate Niebler, Sven Erik Klein oder Catarina Botelho - um ein paar zu nennen - dieses Trauerspiel gesehen haben? Eine ganz große Zumutung, die sich der RBB und der Co-Veranstalter, die Bundeszentrale für politische Bildung, hier geleistet haben. Gehen Sie besser nach 17 Uhr hin, dann sehen Sie auch gleich schon gar nix mehr.
Last & Lost. Unterwegs durch ein verschwindendes Europa
Ein Gemeinschaftsprojekt des Literaturhauses München, des Literarischen Colloquiums Berlin (LCB), des Suhrkamp Verlags und der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz.
Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes
Medienpartner: Deutschlandradio Kultur
Haus des Rundfunks des RBB, Lichthof, Masurenallee 8-14, bis 8.12.2006
29.11.06 | Permalink | Kommentare (0)
Christoph Bannat | Bücher
komisch – lyrisch – dramatisch
Drehbuch
Sekundenfilme
Der Film in Worten
Minutentexte
Der Film schlägt ein wie ein Blitz und elektrisiert seinen Betrachter, bis heute. Ein Blitzschlag ins Familiengestrüpp, das den Film über nicht aufhört zu brennen. Ein Märchenfilm, Gut gegen Böse, das Verlogene gegen das Unschuldige: The Night of the Hunter (»Die Nacht des Jägers«)

Jetzt ist der Film als Buch erschienen. Und es ist ein großartiges Buch, dem eine bestechende Idee zugrunde liegt: Die 93 Filmminuten wurden per Losverfahren minutenweise Künstlern, Schauspielern, Regiesseuren oder Theoretikern mit der Bitte zugewiesen, er oder sie möge ohne weitere Vorgaben über die zugefallene Filmminute schreiben. Minutentexte – The Night of the Hunter ist im Oktober bei Brinkmann + Bose erschienen und kostet 30 Euro.
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29.11.06 | Permalink | Kommentare (0)
Adib Fricke | Kritik
Rein in den Körper und wieder raus
»Klaus Biesenbach auf der Suche nach dem Geheimnis der Körperflüssigkeiten« - so könnte die Kurzzusammenfassung der Ausstellung Into Me / Out of Me lauten, die am letzten Samstag in den Kunstwerken e.V. in Berlin eröffnet wurde und bis Februar 2007 läuft. Die Kunstwerke sind die Folgestation, nachdem die Ausstellung mit 130 Künstlern von Juni bis September in New York beim P.S.1/MoMa gezeigt wurde, an dem der frühere KW-Chef seit etwas über einem Jahr als hochgejubelter Kurator tätig ist, dabei aber seine Verbindungen nach Berlin natürlich nicht aufgeben kann. Was vielleicht selbst in der freizügigsten Stadt des puritanisch-verklemmten Amerikas noch echt aufregend sein mag, langweilt in der Masse der potpourriartigen Zusammenstellung bei genauem Blick dann doch ziemlich.
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27.11.06 | Permalink | Kommentare (0)
Martin Conrath | Kritik
Und schon bin ich weg
Ich besitze zwei Armbanduhren. Eine sympatische aus den Sechzigern, die souverän das akademische Viertel in nur zwei Tagen meistert, und eine digital-emanzipierte, die nur noch abhängig von ein paar Sonnenstrahlen und nächtlich langwelligen Geheimcodes ist. Die Zeit neben mir also. So kann ich vorab schon entscheiden, ob ich mein Zuspätkommen analoger Ignoranz oder renitentem Antidigitalismus zuschreiben will und bin gewappnet. (Es ist mir allerdings noch nie gelungen, eine Ausstellung zu spät angeschaut zu haben, obwohl ich mir genau das bei vielen mittlerweile wünschen würde.)
Freitag war mal ganz anders. Ausgestattet mit meiner sympatischen Zeitmaschine, habe ich im Kunstamt Kreuzberg zuerst MAGMA, Goldrauschprojekt 2006 und anschließend, weil schon im Bethanien, auch die zweigeteilte This Land is my Land-Ausstellung wegeguckt, fortzusetzen in der NGBK. Beide Ausstellungen waren erfrischend unbevölkert, man hörte seine eigenen Schritte und hätte Zeit gehabt auch hinzuschauen. Allein, ich war offensichtlich zu früh, denn überall hingen, standen, klemmten oder flimmerten gerade angefangene Vorschläge zur Kunst und lechzten nach Dünger.
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27.11.06 | Permalink | Kommentare (0)
Redaktion | Sonstiges
Wohin heute abend?

Ergänzend zum bisherigen Angebot hat Kunst-Blog jetzt einen Online-Kalender für Ausstellungseröffnungen eingerichtet. Aus dem breiten Angebot der Berliner Galerien und Institutionen wählt das Kunst-Blog-Team die wichtigsten und interessantesten Eröffnungen aus und veröffentlicht sie im Kunst-Blog-Eröffnungskalender. Zunächst bleibt das Angebot auf Berlin und Umgebung begrenzt.
Unsere Ausstellungsübersicht ist eine Auswahl, subjektiv und mit Anspruch auf Unvollständigkeit. Anregungen und Kommentare sind willkommen.
20.11.06 | Permalink | Kommentare (0)
Christoph Bannat | Interview
Interview mit Hans Haacke
Hans Haacke wirklich. Werke 1959-2006
Akademie der Künste, Pariser Platz
18. November 2006 bis 14. Januar 2007

Auffällig: hier waren mehr Leute als bei Neo Rauch eine Woche zuvor im Kunstmuseum Wolfsburg. Soviel zur Wahrnehmung von "Neuer deutscher Malerei". Dazu kommt, dass die Retrospektive in Berlin und Hamburg zeitgleich stattfindet. In Hamburg auf 3000 qm in den Deichtorhallen mit den Themenschwerpunkten: Ökonomie, Handel, Politik. Am Pariser Platz, auf 300 qm, mit den Schwerpunkten Geschichte und Politik. Hans Haacke, bekannt als Standpunktprofi, Meinungsspezialist, Gerechtigkeitsapostel, liberaler Gesinnungswächter, der F. J. Degenhaacke der Bildenden Kunst, Gesinnungskitschler, angestellter 3D-Feuilletonist, das gute Gewissen der Nation ...
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19.11.06 | Permalink | Kommentare (0)
Peter Lang | Kritik
Hans Haacke, der Vorgänger von Olafur Eliasson?
Akademie der Künste, Pariser Platz
18. November 2006 bis 14. Januar 2007
Kuratoren: Robert Fleck und Matthias Flügge
Überraschend wirken die ältesten abstrakten Arbeiten Hans Haackes wie aus einer Welt die uns unvermittelt nahe ist. Das sieht bei manchem Objekt so aus wie eine partielle Vorwegnahme der Arbeiten Olafur Eliassons. Absolut modern und zeitlos. Die politischen Arbeiten hingegen voll ihrer Zeit verbunden, obwohl formal immer noch besser als das meiste was heute politisch sein will. Aber damit auch alternd. Das ist Zeitgeschichte die man in Büchern gelesen hat. Vielleicht zeigt sich hier unfreiwillig die Halbwertzeit auf Politik basierender Arbeiten und deren Wirkung.

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18.11.06 | Permalink | Kommentare (0)
Christoph Bannat | Interview
Von Unfällen, wie man sie gern hat.
Interview mit Peter Stauss vom 15.11.06
von Christoph Bannat
Peter Stauss
Lügner
Galerie Crone, Berlin
17. November 2006 bis 15. Januar 2007

In großflächigen Fleckstrukturen erscheinen Personen, Tiere, Wappen und Embleme von Vertriebenenverbänden, sowie Farb-Fahnen von offiziell nicht anerkannten Staat, wie Kurdistan, Palästina, oder dem Baskenland.
Christoph Bannat: Auf der Einladungskarte ist der Körper von Oscar Wilde mit einem Affengesicht zu sehen- was bedeutet diese Kombination?
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16.11.06 | Permalink | Kommentare (0)
Christoph Bannat | Bücher
Manga

Wer sich heute als Zeichner für die zeitgenössische Darstellung von Menschen interessiert muss im Comic suchen. Das Zwitterwesen Comic bietet weder gute Literatur noch gute Zeichnungen im akademischen Sinne. Für akademisch ausgebildete Künstler stellt sich also die Frage, was ist eine gute Zeichnung, jenseits vom Comic und seinem, diesem Medium eigenen, Typisierungen. Das Paradox, je mehr der Comic seiner ihm eigenen Charakteristika folgt, desto "mehr" Kunst ist er.
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16.11.06 | Permalink | Kommentare (0)
Christoph Bannat | Kritik
Hans Henny Jahnn-Basementtapes entdeckt!
Das letzte große Hamburger Geschichtsereignis der Neuzeit war 1842 der große Brand. Manche zählen noch die Flut von 1962 dazu, aber wohl nur weil daraus der Kanzler Helmut Schmidt hervorging. Andere rechnen noch die Bombennacht vom 6.Juni 1944 mit, was aber nicht als ein Hamburg spezifisches Ereignis gewertet werden kann. Ganz anders Berlin, das mit großen Geschichtsdaten verwöhnt wurde. Hamburg lebt also nicht von seiner Geschichte, sondern von Geschichten. Das sollte man bedenken, wenn man die in Hamburg verlegte "Kultur & Gespenster", ein neues, vierteljährlich erscheinendes Heft in die Hand nimmt. Jetzt ist die zweite Ausgabe erschienen, schlappe 400 Seiten stark, für 12 Euro, mit viel Text und Zitatangaben, in übersichtlichem, lesefreundlichem Layout. Das Thema der Neuen Ausgabe lautet "Unter vier Augen" und behandelt das Interview als Medium. Die erste Ausgabe hieß schlicht "Fichte" und hatte den Hamburger Schriftsteller Hubert Fichte zum Thema.

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14.11.06 | Permalink | Kommentare (0)
Gastbeitrag | Kritik
Professione Reporter, parte uno
von Christina Zück
Der Kontrakt des Fotografen
12. November 2006 bis 7. Januar 2007
Akademie der Künste, Hanseatenweg, Hallen 1 und 2
Sybille Bergemann, Photographien
11. November 2006 bis 14. Januar 2007
Akademie der Künste, Hanseatenweg, Halle 3

Die "große" Fotografie gibt's in Berlin während des Monats der Fotografie in der Peripherie zu sehen, in der ausgedienten Akademie der Künste nämlich, die wir sowieso lieber mögen als alle anderen Ausstellugscubes - wegen der schönen Architektur und den Blicken durch die großen Fenster auf das Schilf und Gestrüpp der Innenhöfe. Es gibt Menschen zu sehen auf den Fotografien, und die Ausstellungsmacher fragen sich, wie das zu Stande kommt, dass Menschen andere anschauen, und ob das überhaupt politisch korrekt ist, werden da andere ausgebeutet, oder wollen die Betrachteten, scharf auf Fame, bloß auch mal in der fetten Ausstellung hängen. Es geht um das Spiegelungsthema und das vorsichtige Aushandeln der Bespiegelungsbedingungen. Ich schau mir am liebsten Menschen an, zum Beispiel wie geliebte Personen, bei denen es erstmal verboten ist, sie länger anzuschauen, und verstecke mich dabei gerne hinter einem Fotoapparat oder einem Abendessen.
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12.11.06 | Permalink | Kommentare (3)
Markus Wirthmann | Sonstiges
Zeltplatz Mitte
SKULPTURENPARK BERLIN_ZENTRUM
ab 12. November 2006
KUNSTrePUBLIK e.V., Berlin

Am gleichen Ort an dem vor einiger Zeit, als das Wetter noch zum Zelten und Grillen und Gassigehen einlud, lustig summende Immen Bienenstöcke in Plattenbauweise bewohnten, macht sich jetzt im trübsinnigen November eine Campingkolonie breit. Verschieden große, nach dem Vorbild von amerikanischen Hochhausboliden geformte Hauszelte sind, schön ordentlich und (hoffentlich) sturmsicher im Acker festgepflockt.
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12.11.06 | Permalink | Kommentare (0)
Christoph Bannat | Kritik
Neues aus Absurdistan
Neo Rauch: Neue Rollen.
Bilder 1993 bis heute
Kunstmuseum Wolfsburg
11. November 2006 bis 11. März 2007

Diese Ausstellung ist erhellend wie selten eine. Und das für Neo Rauch-Fans und jene, welche ihn - bis jetzt - für einen würdigen Gegenspieler hielten. Die Ausstellung zeigt Neo Rauchs Entwicklung vom Graphiker zum Maler und wie eine Überdosis an Verweisen und Zitaten wirkt.
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11.11.06 | Permalink | Kommentare (4)
Gastbeitrag | Sonstiges
Polemik gegen den Verhandlungsstillstand
---------- Forwarded message ----------
From: presse[at]bethanien[dot]de
Date: 10.11.2006 15:40
Subject:
To: redaktion[at]kunst-blog[dot]com
Sehr geehrte Damen und Herren,
Die politisch Verantwortlichen im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg scheuen die weitere Auseinandersetzung zu den Fragen des Kulturbegriffs.
Hiermit polemisieren wir gegen den Verhandlungsstillstand:
Besitzer
Wer noch Zweifel daran hatte, dass linke Politik mit reaktionären Kulturressentiments einhergehen kann, findet im Bethanien-Gebäude am Mariannenplatz seit vielen Monaten eine unfreiwillige Großausstellung. Denn im Südflügel des Gebäudes residieren ohne erkennbaren Erfolg, ohne auch nur entfernt ahnbares künstlerisches Konzept und ohne politischen Nutzen eine Handvoll Besetzer, die sich ohne direkte demokratische Legitimation als Anwälte der Lokal- und Kiezkultur aufspielen.
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10.11.06 | Permalink | Kommentare (0)
Peter Lang | Sonstiges
photoshop x.y
HARDCORE
Foto Shop, Berlin
8. November bis ?
HYPE Gallery Berlin
Café Moskau, Berlin
28. Oktober bis 18. November 2006
Der kleinste Fotoladen der Kunstzelle und das Cafe Moskau als Galerie für alle, sind derzeit die weit auseinander liegenden Pole des Synonyms Photoshop in dieser Stadt.

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08.11.06 | Permalink | Kommentare (1)
Max Glauner | Bücher
Palimpsest 0604 – 01 Montag
von Max Glauner
Laura Horelli
Interviews, Reports and Diaries
Kopenhagen 2006
Buchvorstellung in der Galerie Barbara Weiss, Berlin
Dass man sich montags weder zum Friseur noch ins Bodemuseum begeben und sich schon gar nicht über den Kunstbetrieb im Allgemeinen ereifern muss, bewies am gestrigen Montag eine schöne, kleine Veranstaltung in der Galerie Barbara Weiss in der Berliner Zimmerstraße.
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07.11.06 | Permalink | Kommentare (0)
Martin Conrath | Sonstiges
Montag
Montags ist die angewandte Ästhetik in Deutschland betriebsbedingt verhindert: Museen, Galerien und Friseursalons erholen sich von den Anstürmen und Ausdünstungen befriedeter Bilderstürmer, die, statt mit Qualitäten, heute nun quantitativ qua Masse dem Überangebot an Stil zu Leibe rücken. Frisiert sein bedeutet zwar immer noch nicht alles, signalisiert aber schon viel. Daneben wagen es nur Discounter zu wildern. Der übrige Kessel köchelt aus Langeweile brav vor sich hin, und virulent ist nichts. Wer Archive hat, hatte sie für jede Montagsausgabe schon immer geschlossen. Luftfeuchtigkeit heißt der Feind - an Stelle von Messern, Prügeln und Feuer. Und wenigstens einen Tag brauchen die Intensivstationen der apparativen Restauration, die museale Keimfreiheit ephemer wieder herzustellen. Plötzlich tut hier Erholung Not.
Montags wird also gelüftet und werden dem Blick entzogen: Gebrauchte Bilder, frisiertes Gebastel und eitel zu Markt getragene Wochenend-Avancen.
Hat das Bode-Museum montags eigentlich geöffnet?
07.11.06 | Permalink | Kommentare (0)
Peter Lang | Sonstiges
Die Feuerwerksmusik im Neubaugebiet
Man denkt die Melange liegt um die Ecke, Eisenhüttenstadt, Halle Neustadt, Rostock Lichtenhagen, alles voller WBS 70 Bauten. Aber nein es ist ein Neubaugebiet aus den 70er Jahren in Glasgow, Schottland. Dann knallt es. Ein Feuerwerk der Leuchtfarben bricht aus den Fenstern und rast das Hochhaus hinan, in die Anbauküche hinein und über den Spielplatz hinweg. (www.bravia-advert.com)

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06.11.06 | Permalink | Kommentare (0)
Markus Wirthmann | Sonstiges
M * A * C * H * T
Das britische Kunstmagazin Art Review hat Maß genommen und die Liste der hundert mächtigsten Personen im weltweiten Kunstzirkus ermittelt. Peter Dittmer zieht im Kunstmarkt-Teil der Welt seine Schlüsse daraus:
"Der Kunstmarkt ist ein unübersichtliches, arg zerklüftetes Terrain. Denn neben den wenigen Gipfeln, auf denen zwei, drei Dutzend Malerfürsten thronen, tun sich Furcht erregende Abgründe auf." – Man ahnte es schon!
Und angesichts der Tatsache, dass die obere Hälfte der Messlatte den, wir haben's auch geahnt, Sammlern, Galeristen, Museumsdirektoren und Kuratoren vorbehalten ist "... scheinen sich alle Verschwörungstheorien zu bestätigen, die den Handel mit den jüngsten Kunstproduktionen als ein mafiöses Unterfangen sehen, in dem nicht das Können und andere hehre Prinzipien zählen, sondern Absprachen und gezielte Kampagnen über Ruhm und vor allem über Geld." Zum Glück zieht er hier die Reißleine und lässt uns nicht in einen Dan Brown'schen Intrigenabgrund stürzen: "Das ist natürlich übertrieben. Eher ähnelt das Kunst-Gewerbe der Modebranche, die davon lebt, dass sich ständig etwas ändert, dass neue Trends zu benennen sind – und dass sich aus der Fülle individueller Ideen und Vorlieben schließlich ein paar Personen und Modelle herausheben, die sich als medientauglich und verkaufsträchtig erweisen."
Aha. Auch das haben wir geahnt: die, die dort oben sind, gehören auch da hin!
Das alles ist nachzulesen in der Onlineausgabe der Welt vom 3. November 2006. Wer's noch genauer wissen will, kann sich auf der Website von Art Review (unter Angabe einiger persönlicher Daten) registrieren lassen, um dann sechs Ausgaben der Onlineversion des Magazins, hoffentlich inklusive Ranking, geschickt zu bekommen.
03.11.06 | Permalink | Kommentare (0)
Gastbeitrag | Kritik
Besuch bei der französischen Häsin
von Gerhard Powolny
Valérie Favre
DER DRITTE BRUDER GRIMM
Haus am Waldsee, Berlin
28.09. bis 26.11.2006
Man hat den Eindruck, dass die von der Künstlerin Valerie Favre selbst gewählte Metapher, sich mit Hasenohren putzig darzustellen, zu unfreiwilligen Konsequenzen geführt hat: Die Ohren stellen den Pinsel dar und die Bilder wirken verquast verhast. Ohrenmalerei. Als wäre das Hasenservice von Meret Oppenheim ausgelaufen und ölverschliertes Bild geworden.

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01.11.06 | Permalink | Kommentare (0)
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