Gastbeitrag | Sonstiges

Polemik gegen den Verhandlungsstillstand

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From: presse[at]bethanien[dot]de
Date: 10.11.2006 15:40
Subject:
To: redaktion[at]kunst-blog[dot]com


Sehr geehrte Damen und Herren,

Die politisch Verantwortlichen im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg scheuen die weitere Auseinandersetzung zu den Fragen des Kulturbegriffs.

Hiermit polemisieren wir gegen den Verhandlungsstillstand:

Besitzer

Wer noch Zweifel daran hatte, dass linke Politik mit reaktionären Kulturressentiments einhergehen kann, findet im Bethanien-Gebäude am Mariannenplatz seit vielen Monaten eine unfreiwillige Großausstellung. Denn im Südflügel des Gebäudes residieren ohne erkennbaren Erfolg, ohne auch nur entfernt ahnbares künstlerisches Konzept und ohne politischen Nutzen eine Handvoll Besetzer, die sich ohne direkte demokratische Legitimation als Anwälte der Lokal- und Kiezkultur aufspielen.

Nachdem genügend Stimmen für ein Bürgerbegehren über die Nutzung der wertvollen Immobilie am Mariannenplatz gesammelt wurden, fand verblüffenderweise die Bürgerbefragung selbst gar nicht mehr statt.

Stattdessen räumt der Bezirk den Besetzern Schritt für Schritt immer weitgehendere Nutzungsrechte ein. So wird zum Schaden des erfolgreichen Projekts Bethanien mit seinen qualitativ herausragenden Nutzern eine Minderheit ohne Qualifikationsnachweis zum Kulturanbieter aufgewertet. Robin Hood wird Landvoigt. Man muss ja sehen, wie man sein Auskommen findet. Und noch immer haben die Besetzer ihre Rolle als Fußvolk eines vervolkstümlichten Kulturbegriffs selbst noch nicht recht begriffen. Populismus ist konservativ, auch wenn er stereotype Rebellionsgesten wie ein Markenlabel zur Schau stellt.


Mit freundlichen Grüßen
Künstlerhaus Bethanien GmbH

Mariannenplatz 2
D-10997 Berlin
Tel. +30-616 90 315
Fax +30-616 90 330
www.bethanien.de

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