Peter Lang | Sonstiges

Es ist, es war wieder soweit, der Turnerpreis ist verliehen.

Von Yoko Ono - wem sonst - wurde gestern abend der Turner-Preis an die deutsche Malerin, die natürlich keine deutsche Malerin sein will, Tomma Abts übergeben.

Für Bilder empfehle ich Google, Bilder und dann einfach Tomma Abts eingeben, da findet sich ein schöner Potpourri.

Frau Abts, geboren in Kiel und seit 12 Jahren in London lebend, sagte noch am Vortag in einem Interview der Welt auf die Frage, was denn der Preis für sie bedeuten würde: »Ich bin mir nicht sicher, ob sich für mich etwas ändern würde. Ich habe die Nominierung angenommen, weil ich glaube, dass es so oder so keine Auswirkungen auf mich hat. Ich denke für jüngere Künstler ist das anders. Meine Arbeit wird seit Jahren unterstützt, da ist es sinnvoll, wenn sie eine größere Öffentlichkeit findet.«

Ja wirklich rührend, diese noble Einfalt und stille Größe. Wir dachten uns schon, dass jetzt mal wirklich Schönes, Bedeutungsfreies beim Turnerpreis dran sein sollte. Und abstrakte Malerei, noch dazu aus Deutschland, da kamen ja nun gerade die neuen Stars der figürlichen Malerei her, ist doch bis jetzt eher unter repräsentiert und unterpreisig. Das muss sich ändern. Nur so nebenbei: Was machen eigentlich die Preisträger der letzten Jahre und woher stammt denn der Name Tomma?

Nun nach dem Erhalt von nebensächlichen 25.000 Pfund besann sich die Künstlerin. »Ich danke Ihnen so sehr. Es ist eine Ehre, diesen Preis zu erhalten«, es folgen Dank an die Tate-Galerie, ihre Galerie/n, Freunde und die ihre Arbeit Unterstützenden (Sammler wohl?). Betreffenderweise nannte die Times das ganze diesjährige Prozedere gänzlich belanglos. Meinte sie damit auch den Preis? Von Kritikern war Umschweifiges zu hören: »Sie sind so subtil, es ist wirklich, wie das Werk eines alten Meisters zu betrachten.« (Meredith Etherington-Smith) oder »Es sind sehr kleine Arbeiten, in denen so viel passiert. Sie lassen so viele Herangehensweisen zu.« (Mark Rappolt) Ja sapperlot, einfach großartig diese Rückkehr zur Salonkritik. Ein harter Preisgegner wie Charles Thomson hingegen, welcher jedes Jahr Demonstrationen gegen den Turner-Preis mit seinem Stuckist Movement organisiert: »Sie hätte einen Preis für nichts-sagende Tristheit verdient.«

Aber sammeln Sie jetzt abstraktes, die Preise werden steigen. Erklären muss man nichts, sieht nur schön aus. Nach eigenen Angaben beginnt Abts ihre Werke ohne jegliche Gestaltungsidee. Und das Format der Malerin steht bis jetzt fest: immer 48 x 38 cm; passt doch, oder?

Peter Lang, 05.12.06 | Mehr von dieser Autorin/diesem Autor

 

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Kommentare

Tomma ist ein friesischer Name (auch verniedlicht Tomke oder Tomte). Er bedeutet "Dank".

Ich verstehe solche Kunst nicht. Aber als Deko wär das sicherlich schick, wenn man auch sonst mit solchen Farben möbliert ist.
Ich bin es nicht.

Ich brauch einfach Inhalte, da bin ich einfach eingeschränkt.

Herzlichen Gruß

Gerd Brunzema

gerd [TypeKey Profile Page] | 21.12.06

 

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