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Esther Ernst | wo ich war

BARNEY MATTHEW, BEUYS JOSEPH - REGIONALE 7 - MALSTAF LAWRENCE - HORN REBECCA

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BARNEY MATTHEW / BEUYS JOSEPH
all in the present must be transformed
Deutsche Guggenheim, Berlin
+ erster Ausstellungs-Anlauf an einem gratis-Montag. Bin sofort überfordert, weil zu viele Menschen, zu wenig Ruhe und überhaupt keine Verortungsmöglichkeit der ausgestellten Werke. Wo bin ich? - Zweiter Versuch an einem Donnerstagabend und beinahe als einzige Besucherin. Vitrinenvergleich: Erstaunt darüber, dass die CREMASTER-Filme (Auflage 10!) nur als Objekte in diesen Vitrinen zu kaufen sind. Einigermassen seltsame Gebilde. Das Material erinnert mich an schlimme Partygläser aus den 80-ern. Überhaupt setzt die ganze Ausstellung auf den direkten Vergleich. Besonders deutlich wird dies bei den Zeichnungen mit den frappierenden Ähnlichkeiten (Barney’s in selbstschmierenden (!) Kunststoffrahmen präsentiert; heisst angeblich: sich in einer Form selbst ausbreitender Kunststoff). Und weil die "Gemeinsamkeiten" einem ziemlich fraglos aufs Auge gedrückt werden, macht das Vergleichen und Aufspüren nur noch wenig Spass.

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31.12.06 | Permalink | Kommentare (0)

 

Christoph Bannat | Kritik

Trust your local sexist

Robert Crumb, Tom of Finland, Eric Stanton, Balthus, Pierre Klossowski, oder Henry Darger sind begnadete Sexisten. Sie ziehen ihre Schaffenskraft aus dem Sexuellen. Jede größere Stadt hat ihren Lieblingssexisten, Stu Mead ist so einer für Berlin. Meist hebt eine bürgerliche Boheme diese in den Stand eines ernst zu nehmenden Künstlers, nachdem sie auf dem Feld gleichgesinnter Fans Kultstatus erlangt haben. Klaus Theuerkauf – auch »das Kiezradio« genannt – von der Galerie Endart in der Oranienstrasse Kreuzberg, ist ein solches Verbindungsglied zur bürgerlichen Wertewelt. So ist es kein Zufall, dass Stu Mead im Hinterzimmer seiner Galerie wohnt.

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18.12.06 | Permalink | Kommentare (0)

 

Max Glauner | Kritik

Palimpsest 0604 – 03 Transformationen

von Max Glauner

Simon Starling, „Wilhelm Noack oHG”
Galerie neugerriemschneider, Berlin, bis 13. Januar 2007

Übergänge herstellen, könnte die Arbeit des Turner-Preisträgers Simon Starling, 1967 südwestlich von London in Epsom geboren, treffend charakterisiert werden: Übergänge von dem einen zum anderen Ort, von dem einen in einen anderen Aggregatzustand, von dem einen in ein anderes System. Bekannt wurde er mit der Aktion, in der er einen polnischen Kleinwagen, den legendären Fiat 126 „Maluch“, zum Lizenzgeber nach Italien überführte und als Objekt an der Wand präsentierte. Oder er zimmerte aus einer Holzhütte ein Boot, schiffte damit zum Ausstellungsort und baute aus dem Holz die Hütte wieder auf, wie vor kurzem in Basel. Videos oder andere Dokumentationen gibt es von diesen Abläufen bei Starling nicht. Die Objekte selbst müssen ihre Geschichte erzählen.

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17.12.06 | Permalink | Kommentare (0)

 

Christoph Bannat | Interview

Die vielen Augen der Laura Mars

5 Jahre Galerie Laura Mars Grp., Berlin
Gruppenausstellung mit Bettina Allamoda, Marc Brandenburg, Ursula Döbereiner, Kerstin Drechsel, Sven Flechsenhar, Undine Goldberg, Thomas Hauser, Dorothy Iannone, Rainer Kamlah, Vitek Marcinkiewicz, Eva Maria Ocherbauer, Daniel Pflumm, Katharina Schmidt, Carsten Sievers, Philip Wiegard, Sabina Maria v. d. Linden
bis 17.12.06.

Ein Interview mit Dipl.-Ing. Gundula Schmitz, Laura Mars Grp.


Dipl. Ing. Gundula Schmitz. Objekt, Philip Wiegard

Christoph Bannat: Sie haben einen Dipl.-Ing. und führen diesen auch im Namen, was für ein Ing. ist das?
Gundula Schmitz: Ein Druckerei-Ingenieur. Es gibt eine Ausbildung im Fachbereich 5 an der UdK, ehemals HdK, da kann man so etwas ganz normal lernen. Ich habe aber auch eine Zeit lang Musikwissenschaften und Kunstgeschichte studiert, den Diplom-Ingenieur hab ich aber abgeschlossen.

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15.12.06 | Permalink | Kommentare (1)

 

Gastbeitrag | Kritik

Der Köln-Effekt

oder die fröhliche Wallfahrt nach Berlin

von Andreas Koch
Dieser Text erscheint auch in der ersten Ausgabe
des neuen Berliner Review-Hefts „von hundert“.

Das Wesen eines Zoos besteht darin, dass eingesperrte Tiere Menschen zur Schau gestellt werden. Sie haben dabei meist wenig zu tun und sind ihrer ursprünglichen natürlichen Herkunft oft über mehrere Generationen entfremdet.
„Zoo Köln“ steht auf einem Poster von Michaela Eichwald, das zur Zeit mit der Ausstellung „Make your own life – artists in and out of cologne“ durch mehrere nordamerikanische Städte tourt und dort angesichts der deutschhaltigen, archivlastigen, trockenen Präsentation für einiges Kopfschütteln sorgt. Dabei hält die Ausstellung, zumindest für den deutschsprachigen, kölnunkundigen Besucher einiges an Erkenntnissen bereit – vor allem in Bezug der Auswirkungen des Kölns der frühen Neunziger auf das heutige Berlin.

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14.12.06 | Permalink | Kommentare (0)

 

Christoph Bannat | Kritik

Manche nannten es Szene, ...

... für uns war es einfach nur Alltag, oder als wir noch aus persönlichen Gründen gelebt haben*.

Künstler waren immer schon neidisch auf Pornografie. Denn es ist ein Mysterium, dass einem beim Betrachten eines Bild das Blut in die primären Geschlechtsteile steigt, das etwas Virtuelles einen physisch ergreift. Dabei spürt man die Macht der Bilder. Und bildende Künstler lassen sich ungern von Bildern Anderer beherrschen. Ihre Kritik besteht darin, sich nicht so, oder nicht von diesen Bildern, beherrschen lassen zu wollen. Dabei gibt es verschiedene Methoden, sich dieser Bilder zu bemächtigen: Durch Anfassen, ausschneiden, beschmieren und übermalen. Durch nachspielen, vervielfältigen, oder durch Hyperaffirmation, soll die Macht des Primäreffekt den Besitzer wechseln. Doch von diesen Machtverhältnissen erzählt die Ausstellung "Into Me/ Out of Me" nicht. Sie erzählt auch nicht darüber wie sich im Laufe der Zeit diese Machtverhältnisse verschoben haben könnten und sie lässt vollkommen aus, zu unterscheiden. Diese Ausstellung klärt nicht auf, dass es einen Unterschied gibt zwischen den Handlungen, die diesen Bildern vorausgingen und die grundsätzlich menschlich sind, der Lust und Funktion, diese im Bild festzuhalten, sowie dem Verhältnis zum Ausstellen und dem zum Betrachter, den es zum Komplizen dieser Privatmythen macht. Die Ausstellung begnügt sich damit, auf jedem Stockwerk, thematisch ordnend aufzuzählen. Eine Feuilletonistische Perversion. In diesem Sinne ist es eine dumme Ausstellung und Sex der Klebstoff an dem alles hängen bleibt.

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14.12.06 | Permalink | Kommentare (0)

 

Peter Lang | Bücher

New German Painting remix

Ein strategischer Einblick und ein erklärender Blick von außen.

"Bereits seit der Wende war nicht zu übersehen, daß die „Berliner Republik“ überreif war für den Pinsel.“ Und der kam dann besonders schön und clever geschwungen aus Leipzig.
Es wurde Zeit. Nach verschiedensten Ausstellungen zur neuen Malerei in Deutschland und einem boomhaften Interesse an deutscher Malerei, sowohl auf den internationalen Märkten als auch in den Museen, stellen sich immer mehr Beteiligte des Betriebssystems die Frage warum?

(New German Painting, Hrsg. Christoph Tannert, Prestel München 2006)

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07.12.06 | Permalink | Kommentare (1)

 

Peter Lang | Sonstiges

Es ist, es war wieder soweit, der Turnerpreis ist verliehen.

Von Yoko Ono - wem sonst - wurde gestern abend der Turner-Preis an die deutsche Malerin, die natürlich keine deutsche Malerin sein will, Tomma Abts übergeben.

Für Bilder empfehle ich Google, Bilder und dann einfach Tomma Abts eingeben, da findet sich ein schöner Potpourri.

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05.12.06 | Permalink | Kommentare (1)

 

Markus Wirthmann | Kritik

Mein Name ist Bond ... Kunst-Bond

Anonym
In the Future No One Will Be Famous
Schirn Kunsthalle Frankfurt
31. Oktober 2006 – 14. Januar 2007

Eine merkwürdige Ausstellung hat man sich da in Frankfurt zusammengerührt und nicht geschüttelt. Schon an der Kasse gibt man sich konspirativ: "Sie wisse wie's in die Ausstellung geht?" Ich weiß; der Zugang zur Ausstellung führt über die Außentreppe und den Glasbausteinbaldachin in das Kabinett hinter der Rotunde. Hübsch verzwickt, aber ich hab' beim Reinkommen schon die Tafel mit dem entsprechenden Hinweis gesehen.

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03.12.06 | Permalink | Kommentare (0)

 

Max Glauner | Kritik

Palimpsest 0604 – 02 Politkonzeptualismus

von Max Glauner

Hans Haacke. wirklich. Werke 1959 – 2006
Deichtorhallen, Hamburg und Akademie der Künste, Berlin
bis 4. Februar 2007, Katalog € 39

Was haben Manfred Stolpe, Uwe Seeler, Lea Rosh, Klaus Doldinger, Wolfgang Fritz Haug, Rex Gildo und Hans Haacke gemeinsam? Herzlich wenig. Doch sie teilen eins, den Jahrgang 1936 und damit das Schicksal einer Generation, die einmal treffend als „verlorene“ bezeichnet wurde. Ihr Phänotypus dürfte mit dem netten TV-Pädagogen Jean Pütz beschrieben sein: Harmoniebedürftig, angepasst, konsensorientiert. Radikale Extremisten – Gerald Tandler oder Horst Mahler – finden sich in diesem Jahrgang eher selten. Häufiger dafür die beharrlichen Moralisten. Zu diesen ist zweifelsfrei der Künstler Hans Haacke zu rechnen, dem nun – ungewöhnlich allemal – gleich zwei öffentliche Einrichtungen in unterschiedlichen Städten in Kooperation Ausstellungen ausrichten: Am 16. und 17. November eröffneten die Hamburger Deichtorhallen und die Berliner Akademie der Künste am Pariser Platz die gemeinschaftliche Werkschau „Hans Haacke. wirklich. Werke 1959-2006.“


Hans Haacke und sein Mitarbeiter Albert Weis

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01.12.06 | Permalink | Kommentare (0)

 

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