Gastbeitrag | Kritik

Dennis Löschs Arbeiten sind dumm

Sabeth Schmock über Dennis Löschs Neueröffnung Neueröffnung bei Jan Winkelmann/Berlin.

Schon nach der ersten Ausstellung von Dennis Lösch galt es eine gewisse Agression zu verarbeiten. Aber scheinbar geht es noch schlimmer. Dumm, dümmer, Lösch! So sollte man sagen. Ja richtig, es gibt auch dumme Kunst, die ist dann vielleicht lustig oder da passiert etwas bei der Betrachtung, aber das meine ich nicht, wenn ich sage dumm. Mit dumm meine ich richtig dumm! Wenn sie jetzt noch nicht wissen was gemeint ist, dann lesen sie weiter oder noch schlimmer, besuchen sie doch mal die Ausstellung.

Mal kurz zur Erinnerung: „In seiner letztjährigen Ausstellung transformierte der Künstler die Räume von Jan Winkelmann/Berlin in einen Modeladen. Loesch zeigte hier die aktuelle Kollektion von hallo moden, einem Label, unter dem der Künstler seit 2004 originale Kleidungsstücke von Protagonisten aus dem Kunstbetrieb sammelt“, so Jan Winkelmann im Pressetext zur aktuellen Ausstellung. Ja und? - sollte man da wohl fragen. Tun wir aber nicht! Wir haben nämlich keine Zeit über jeden selbstreferenziellen Schwachsinn nachzudenken, nur weil einer behauptet, das sei Kunst. Das war rein inhaltlich betrachtet schlichtweg schlecht, unterkomplex und unreflektiert. Die Präsentationsform war zudem nur unwesentlich besser. Wir sind schon auch anspruchsvoll! Lassen wir also Frau Dorothee Baer-Bogenschütz ein wenig für uns nachdenken: „Dennis Lösch will gesellschaftliche Zusammenhänge aufdecken, indem er Oberflächen dokumentiert“ schreibt sie in der Kunstzeitung (Ausgabe März 2006). O.k. - toll! Schwamm drüber, das war halt eine dieser pubertären Ausstellungen. Namedropping, Kontakte machen und so, wir verstehen. Es sind ja auch paar Leute darauf reingefallen, die Strategie ist klar und wir wollen uns ja auch bemühen und versuchen, ein wenig affirmativ vorzugehen und dazu gehört es vielleicht auch dem Nachwuchs nicht direkt die ganze Wahrheit auf den Rücken zu schnallen.

Aber jetzt bin ich doch so ganz, ganz langsam der Meinung, dass es reicht. Sehr geehrter Herr Winkelmann, warum tun Sie sich und vor allem uns das überhaupt an? Zitieren wir aus purem Unverständnis noch einmal den Pressetext des Galeristen: „In diesem Jahr betreibt Dennis Loesch unter dem Titel Neueröffnung Neueröffnung für die Dauer der Ausstellung eine Galerie in der Galerie Jan Winkelmann / Berlin. Dabei werden die vorhandenen Rahmenbedingungen als Ausgangspunkt genommen und der künstlerischen Logik Löschs entsprechend verändert.“ Hier ein kurzer Einwand. Es entspricht offensichtlich nicht den Tatsachen, dass Lösch überhaupt über eine künstlerische Logik verfügt. Und weiter: „Die Eröffnung der Galerie dokumentiert sich gewissermaßen selbst: Alle Spuren, die die Besucher auf dem weißen Teppich hinterlassen, werden nicht beseitigt und bleiben so bis zum Ende der Ausstellung sichtbar.“ O Gott! „Teile des Teppichbodens sind - auf Wunsch in entsprechender Größe geschnitten, auf MDF geklebt und gerahmt - als »Malerei« erhältlich. Auch stehen die Einrichtungsgegenstände der Galerie zum Verkauf. (...) Mit diesem Ausstellungskonzept kommentiert der Künstler die im Zuge des Kunstmarkt-Booms rollende Gründerwelle von neuen Galerien und Galerie-Dependancen in Berlin. Die Eröffnung tritt als gesellschaftliches Ereignis sichtbar in den Vordergrund.“

Und Tschüss!


Lösch?

Dennis Lösch
NEUERÖFFNUNG NEUERÖFFNUNG
Jan Winkelmann, Berlin
13.01.07 - 03.03.07

Gastbeitrag, 31.01.07 | Mehr von dieser Autorin/diesem Autor

 

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Kommentare

So wird aus dem 'Betriebsystem Kunst' dann auch mal eine Lachnummer. Fragt sich nur, ob man den Begriff löschen soll oder den Lösch. Vielleicht ist das auch nur ein Witz des Galeristen. Sozusagen ein Winkelzug...

thw [TypeKey Profile Page] | 31.01.07

 

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