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Christoph Bannat | Interview

Mingering Mike/Reproducts

Diese und die folgenden Abbildungen: Mingering Mike

»Auf dieser Welt geht nichts verloren«, stellte Marcel Proust einst beim Anblick alter königlicher Menükarten fest. Heute, in Zeiten von Google und Co., ist diese Aussage ein Allgemeinplatz. Und doch gibt es Menschen die Kunstwerke noch zu Fuß entdecken. Dori Hadar sowie Stefan Eckel und Stefan Prehn von Reproducts sind solche aufmerksamen Spaziergänger.

Fernsehmuseum (Reproducts) in Berlin
Preview: 5. Oktober 2007
Offizieller Start: 2. November 2007 um 22 Uhr,
danach an jedem ersten Freitag im Monat
aktuelles Programm: Die Rückkehr der lebenden Ansagerinnen
in Zusammenarbeit mit dem Archiv Herman U. Soldan
Ort: Z-Bar, Berg-/Ecke Torstraße, Berlin-Mitte

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31.10.07 | Permalink | Kommentare (0)

 

Markus Wirthmann | Alles

Kunsthalle kommt!

Wir brauchen sie zwar nicht wie ich hier schon mal ausgeführt habe, kriegen sie aber jetzt trotzdem. Und zwar dort wo sie hingehört: auf den Schlossplatz. In Second Life gibts sie auch schon mal. Dort kann man sich warmgucken bis beim temporären Kunsthallenzelt von White Cube Berlin alle Heringe eingeschlagen sind.

Herzlichen Glückwunsch an Coco Kühn, Constanze Kleiner und natürlich den ausführenden Architekten Adolf Krischanitz (hier nicht im Bild). White Cube Berlin hat das Rennen gemacht und Graftlab muss jetzt weiter Wolkenkuckucksheime für Brad Pitt bauen.

Ein paar Jahre haben wir bestimmt auch noch bis zu diesem Szenario Zeit: Kunsthalle bleibt! Und deshalb nehme ich schon mal unter folgender Adresse Wetten entgegen, um wieviele Jahre sich der Bau des Humboldtforums bzw. der Abbau der Kunsthalle verzögern wird: Kunsthallentipp (bitte nur ganzzahlige Tipps abgeben). Zu gewinnen gibt´s zehn signierte Heringe.

30.10.07 | Permalink | Kommentare (0)

 

Christoph Bannat | Alles

Sex in the City


Mars,Venus Amor(?) Kunstkammer Würth, Bodemuseum

Berlin wird oft als arm aber sexy bezeichnet. Auf arm - das Wort gehört verboten - soll nicht weiter eingegangen werden, sexy Kunst aber findet man momentan an vielen Orten.

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26.10.07 | Permalink | Kommentare (0)

 

Markus Wirthmann | Kritik

Cool Jazz für Androiden

Frank Nitsche
Jazz
23. Oktober bis 21. Dezember
Galerie Gebr. Lehmann, Dresden

Eigentlich ist das nicht der richtige Titel für diese Ausstellung. Ich verbinde mit Jazz was komplett anderes: Rothändle und Bars die Blue Note und Bird heissen. Ein bisschen altbacken.
Das hier ist was anderes, neueres, cooleres. Post-Techno-Avatar-Jive vielleicht. Musik für Androiden. Oder Avatare.

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26.10.07 | Permalink | Kommentare (0)

 

Michael Reuter | Region Stuttgart

Jüngstes Gericht

Hörzeichnungen von Dorothea Schulz

»Das Große Band II«, 2006, Aquarell auf Bütten, 1000 x 150 cm (Ausschnitt)

Telefonzeichnungen entstehen, wenn nervöse Hände mit einem Bleistift Eckiges, Schraffiertes oder Figuratives auf einem Blatt Papier entstehen lassen. Die »Hörzeichnungen« der 1962 geborenen Dorothea Schulz gehen da ein deutliches Stück weiter. Die Künstlerin fertigt ihre Zeichnungen parallel zu aufgeschnappten Gesprächen aus den Medien oder aus eigenen Unterhaltungen an und immer entstehen dabei wild verschlungene Suchbilder voller Wortfetzen, Kommunikationshäppchen und cartoonhafter Gesichter, die zwar alle die gleiche Sprache benutzen aber trotzdem in babylonischer Verwirrung selten miteinander, aber häufig gegeneinander und aneinander vorbei disputieren. In Zeiten der fortschreitenden »Ill Communication« könnten die Bilder als kritischer Kommentar zu den schwindenden rhetorischen und zwischenmenschlichen Fähigkeiten einer »It´s all 4 U-Generation« gesehen werden.

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25.10.07 | Permalink | Kommentare (0)

 

Esther Ernst | wo ich war

KEISER DANIELA - ILLUSTRATIVE 07 - WASHBURN PHOEBE - FELDMAN MORTON

img_Keiser-1.jpg

 

KEISER DANIELA
Land Logo Löwe
Kunstmuseum Solothurn
+Was mich in dieser grossen Übersichtsausstellung von Daniela Keiser am meisten beschäftigte, war die Qualität ihrer Fotografien. Die sind nämlich gar nicht besonders toll, eigentlich recht unprätentiös, alltäglich und technisch oftmals ein bisschen lausig gemacht. Darum scheint es in Keisers Werk offensichtlich nicht zu gehen. Viel eher gelingt es ihr mit der Kamera eine Art Skizzenbuch zu führen. Orte und Szenerien werden gesammelt, abgeglichen, geordnet und in eine (meist ganz einfache) Form gebracht. In Serien aufbereitet hängen dort farblich abgestimmte Landschaften, teils abfotografierte Geohefte (?), durchsetzt mit eigenen Landschaftsbildern unter Glas. Eine weitere Sammlung zeigt Aufnahmen aus Kulissenstädten von Filmindustrien. Die Serien ermöglichen Einblick in Keisers Sichtweise und Denkvorgänge, es scheint einem so klar, mit was sie sich beschäftigt. Hm.

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11.10.07 | Permalink | Kommentare (1)

 

Michael Reuter | Bücher

Weiblicher Blick auf die Kunst

Ute Scheitler und Judith Welsch-Körntgen
Frau sieht das, was Mann nicht sieht
Der weibliche Blick auf die Kunst

Belser Verlag, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-7630-2479-7, 128 Seiten mit 100 Farbabbildungen, gebunden, Format 29 x 25,5 cm, 19,95 EUR

Der Bildband versammelt fünfzig kurze, flott geschriebene Bildkommentare zu »Meisterwerken der Malerei« aus weiblicher Sicht. Die Auswahl ist züchtig und ohne Überraschungen: Picasso, Rembrandt, Cranach, Monet aber auch vieles aus der zweiten Reihe. Mit Warhol und Lichtenstein hört die weibliche Kunstgeschichte im Jahr 1965 plötzlich auf. Die meisten aufgeführten Werke hängen in der Stuttgarter Staatsgalerie, in der die beiden Autorinnen auch freiberuflich arbeiten. Sie moderieren hier die »erfolgreichen Frauen-Kunst-Gespräche«.

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11.10.07 | Permalink | Kommentare (0)

 

Gastbeitrag | Kritik

Kaiserhoden

von Roland Fuhrmann

Matthew Barney
Kaiserringträger der Stadt Goslar 2007
Mönchehaus Museum für moderne Kunst Goslar
6.10.2007 bis 13.1.2008

Heute wurde in der alten Kaiserpfalz zu Goslar zum 32. mal der renommierte Kunstpreis „Kaiserring“ an Matthew Barney (*1967) verliehen. Er ist damit wohl der jüngste Kaiserringträger und verstörte die gesetzten Goslarer Kunstfreunde gehörig. CREMASTER heißt sein berühmter fünfteiliger Filmzyklus und bezieht sich auf den musculus cremaster, den Muskel, der den männlichen Hoden temperaturabhängig hebt und senkt.

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08.10.07 | Permalink | Kommentare (0)

 

Gastbeitrag | Kritik

3 von 2000 ...

... Künstlern auf dem Artforum Berlin, die nach dem Abbau der Kunstmesse hängengeblieben sind.

von Fritz Balthaus

Art Forum Berlin
About Beauty
29. September bis 3. Oktober 2007

Villeroy & Boch

Die erste Arbeit ist meines Wissens nicht einmal offizieller Teil der Messe, sondern einer Umdeutung auf deren Herrentoilette zu verdanken. Anonyme Autor/innen haben die seriell installierten Urinoirs der Messetoiletten jeweils mit dem Faksimile MUTT 1917 bezeichnet. Marcel Duchamps Pseudonym bei der Einreichung des Urinoirs zur Armory Show 1917 wurde an den Pissoirs angebracht, so daß der Schriftzug „MUTT 1917“ mit dem Produzentenlogo „Villeroy & Boch“ konkurriert. Beide scheinen industriell in die Keramik eingebrannt zu sein. So werden die kunstgewordenen Urinoirs dem ursprünglichen Zweck wieder rücküberantwortet, was nach 90 jahren eine gewisse Erleichterung bedeutet, ähnlich dem Männeraustreten an der gekachelten Periferie des Messekontextes selbst. Die funktionalen WC Räume sind noch nah genug an den Messeständen, um als Kunstort mitgedacht zu werden, und weit genug entfernt, um die teure Standgebühr zu sparen. Der Firma Villeroy & Boch kann man nur nahlegen, von diesem Prototypen im Nachzug eine limitierte Firmenedition herauszugeben – in Kooperation mit den von ihnen auszumachenden Autoren, die bitte darauf achten, dass die Exemplare nur im Sanitärbereich aufgestellt werden, besonders in Museen.

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04.10.07 | Permalink | Kommentare (0)

 

Michael Reuter | Kritik

Ciao Block Beuys

Über den vorerst letzten Blick auf den Block Beuys am 30.09.2007 im Hessischen Landesmuseum Darmstadt


Im Hessischen Landesmuseum Darmstadt

Nicht zu glauben, seit 1986 ruht Joseph Beuys in Frieden und immer noch streifen die ewigen Wiedergänger ultrakonservativen Kunstempfindens durch die sieben Räume im zweiten Stock des Hessischen Landesmuseums, um sich über Fettecken, verschimmelte Würste und gestapelte Filzmatten zu erregen. »Das ist keine Kunst, der will nur provozieren!«, ein Satz, den ich seit Jahren für ausgestorben hielt, fällt tatsächlich und vermutlich täglich im Zusammenhang mit seinen Installationen. Nun wird das ganze Museumsgebäude am Friedensplatz in Darmstadt renoviert und während der weltweit größte Werkkomplex von Beuys mit über 250 Objekten aus den Jahren 1949–1972 in einen tiefen Schlaf fällt, tobt draußen seit Monaten ein erbitterter Streit über die Art und Weise, wie der Block in Zukunft präsentiert werden soll.

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02.10.07 | Permalink | Kommentare (0)

 

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