Esther Ernst | wo ich war
BONY OSCAR - CENTRO CULTURAL RECOLETA - MUSEO DE ARTE CONTEMPORANEO DE ROSARIO - MUSEO PALACIO FERREYRA

BONY OSCAR
Obras 1965 / 2001
Malba, Buenos Aires
Obras 1965 / 2001
Malba, Buenos Aires
+ Oscar Bony kenn ich nicht. Aber seine Werke kamen mir nicht ganz so fremd vor wie vieles bisher Gesehene in Argentinien. Bony’s Arbeiten liessen mich kunstgeschichtliche Bezüge herstellen und das ermöglichte ein gewohnteres Gucken. Die 60-iger waren offensichtlich auch in Buenos Aires wild und Bony stellte eine Arbeiterfamilie für mehrere Tage auf’s Podest und ins Museum. Mitte der 70-iger malte er hyperrealistische Himmel- und Wolkenbilder (ob er Richter kannte?), bevor er dann auf der Flucht vor der Militärdiktatur für 11 Jahre nach Mailand ging. Viel Raum nehmen die späten, mit Revolverkugeln durchlöcherten Fotografien ein. Meist Selbstportais auf die er in gerahmten und verglasten Zustand schoss und sie durchnummerierte „Suicidios“ nannte. Mich haben sie nicht wirklich überzeugt, trotzdem eine tolle Ausstellung und ein tolles Museum.

CENTRO CULTURAL RECOLETA
Buenos Aires, Argentinien
Buenos Aires, Argentinien
+ Der Kunstort "Centro Cultural Recoleta" (ein umgebautes Kloster) hat mich sehr ans Künstlerhaus Bethaninen erinnert. Leere Flure, seltsamer Geruch, unzählige Räume für die Kunst und selten klare Grenzen zwischen Galerie, städtischen- oder unabhängigen Ausstellungsräumen.
Mit der Gruppenausstellung "Midi – Minuit / Mediodia – Medianoche" war gerade der " Palais de Tokyo" zu Gast und zeigte hauptsächlich Arbeiten von Künstlergrössen wie John Armleder oder Douglas Gordon und ein bisschen habe ich mich gelangweilt und weder den Ausstellungstitel noch das Ausstellungsvorhaben verstanden. Und wenn man es durch die Kunst nicht versteht, ist das auch eine klare Sache, denn weder der spanische Ausstellungszettel noch die spanisch sprechende Aufpasserin konnten mir in diesem Falle weiter helfen.
Auch eine tolle Erfahrung.
Mit der Gruppenausstellung "Midi – Minuit / Mediodia – Medianoche" war gerade der " Palais de Tokyo" zu Gast und zeigte hauptsächlich Arbeiten von Künstlergrössen wie John Armleder oder Douglas Gordon und ein bisschen habe ich mich gelangweilt und weder den Ausstellungstitel noch das Ausstellungsvorhaben verstanden. Und wenn man es durch die Kunst nicht versteht, ist das auch eine klare Sache, denn weder der spanische Ausstellungszettel noch die spanisch sprechende Aufpasserin konnten mir in diesem Falle weiter helfen.
Auch eine tolle Erfahrung.

MUSEO DE ARTE CONTEMPORANEO DE ROSARIO
Rosario, Argentinien
Rosario, Argentinien
+ Aus dem 10. Stock des umgebauten Silos hat man eine wahnsinnig tolle Aussicht über die unglaublich hohen Wohnhäuser Rosarios, den breiten Rio Paraná und die überraschend subtropische Landschaft am anderen Ufer. Und dieser Blick ist das allerbeste in diesem Museum, denn die Kunst darin ist mehrheitlich Mist. Einmal musste ich kurz schmunzeln, als ein Künstler ein altes Tapetenmuster mit grellen Leuchtfarben auf einer Leinwand fortsetzte und diese auf der Tapete installierte. Aber das ist halt auch nur für höchstens drei Minuten lustig...
Dann lieber mit dem Fernglas aus dem 10. Stock argentinische Rinder suchen.
Dann lieber mit dem Fernglas aus dem 10. Stock argentinische Rinder suchen.

MUSEO PALACIO FERREYRA
Córdoba, Argentinien
Córdoba, Argentinien
+ Ein eigentümliches Schauen, wenn die Werke beinahe keinen Aufschluss mehr über ihr Herstellungsdatum geben. Die Stile und Techniken sind hier komplett durcheinander geraten oder wurden miteinander vermischt (was nicht weiter erstaunlich ist, denn die gesamte Kolonialarchitektur zeigt sich als ein einziger Epochensalat...). Ratend und staunend gingen wir durch den grosszügig gebauten Palast, in dem viel hängt und wohl kaum jemals Kunst ausgesondert wurde.
Mein europäisch geprägter Blick war mir noch nie so präsent wie in diesem Museum. An den ersten Eindruck von argentinischer Kunst, und einem Museum und dazu, knüpften sich schnell viele Fragen.
Unglaublich gesättigte Farben und bunte Bilder.
Mein europäisch geprägter Blick war mir noch nie so präsent wie in diesem Museum. An den ersten Eindruck von argentinischer Kunst, und einem Museum und dazu, knüpften sich schnell viele Fragen.
Unglaublich gesättigte Farben und bunte Bilder.
Esther Ernst, 08.01.08 | Mehr von dieser Autorin/diesem Autor
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