Esther Ernst | wo ich war
GURSKY ANDREAS - SCHLINGENSIEF CHRISTOPH - RIMINI PROTOKOLL

GURSKY ANDREAS
Kunstmuseum Basel
Kunstmuseum Basel
+ bunt sind Gursky’s Fotografien. Nein grell. Und so unglaublich scharf und kontrastreich. Riesige Formate und ein bisschen zu viel Hochglanz. Es sieht fast schon nach Werbung für die Welt aus, oder nach abfotografierten Modellen.
Man steht staunend vor den Bildern, weil die Welt auf den Fotos so faszinierend schön aussieht und weil man sie aus diesen extremen, perfekt zusammenmontierten verschiedenen Perspektiven nicht kennt. Mir ist das Staunen unangenehm, denn das Spektakel mag ich selten und die Kombination von spektakulären Bildmotiven und dieser aufgeladenen Farbigkeit löst bei mir ein wenig Ekel aus. Dann wiederum verlier ich mich in tolle Details in "Tour de France I, 2007"und stehe wie ein kleines Kind vor einem zu grossen Bilderbuch, in dem es noch so viel zu entdecken gibt. Vielleicht besteht meine Abneigung aber auch darin, dass die Bilder neben ihrer technischen Perfektion doch einfach nur schön sein wollen. Bei der Serie mit den asiatischen Insellandschaften ("James Bond Island, 2007") wird es dann sogar unerträglich kitschig.
Man steht staunend vor den Bildern, weil die Welt auf den Fotos so faszinierend schön aussieht und weil man sie aus diesen extremen, perfekt zusammenmontierten verschiedenen Perspektiven nicht kennt. Mir ist das Staunen unangenehm, denn das Spektakel mag ich selten und die Kombination von spektakulären Bildmotiven und dieser aufgeladenen Farbigkeit löst bei mir ein wenig Ekel aus. Dann wiederum verlier ich mich in tolle Details in "Tour de France I, 2007"und stehe wie ein kleines Kind vor einem zu grossen Bilderbuch, in dem es noch so viel zu entdecken gibt. Vielleicht besteht meine Abneigung aber auch darin, dass die Bilder neben ihrer technischen Perfektion doch einfach nur schön sein wollen. Bei der Serie mit den asiatischen Insellandschaften ("James Bond Island, 2007") wird es dann sogar unerträglich kitschig.

SCHLINGENSIEF CHRISTOPH
Querverstümmelung
Migrosmuseum, Zürich
Querverstümmelung
Migrosmuseum, Zürich
+ selten hab ich mich in einer Ausstellung so ausgeschlossen gefühlt. Was ist denn das alles hier und woher kommt’s? Werden hier sämtliche Theaterstücke aufgewärmt und ausstellungsgerecht verbraten? Überall Filme und Kulissen. Unmengen an benutzten Theaterholzwänden, trashig-lässig zusammengezimmert. Ein nicht zu betretender Kinokomplex, überdimensionierte amerikanisch wirkende Apostelfiguren, auf deren Schoss 16-mm-Filme projiziert werden, ein Filmset, welches nur durch einen kleinen Spalt zu erblicken ist, ein Sitzlift, den man auf eigene Gefahr benutzt und mit dem man zu einem kleinen Modell in fünf Meter Höhe der Wand entlang fahren kann... Ich hab’s alles nicht verstanden, konnte nur weniges einordnen, blieb draussen und unbeteiligt. Aber natürlich ist das alles Absicht und natürlich soll ich mich überfordern, soll laut Ausstellungszettel die fliessenden Grenzen zwischen den Kunstgattungen und Schlingensiefs dekonstruierten Bildwelten erfahren. Ja klar, nur dass ich dafür überhaupt keine Energie habe und mir seinen Wahnsinn lieber im Theater anschauen mag.

RIMINI PROTOKOLL
Breaking News – Ein Tagesschauspiel
Hau 2, Berlin
Breaking News – Ein Tagesschauspiel
Hau 2, Berlin
+ Diesmal bestand das Rimini-Alltagspezialisten-Team hauptsächlich aus Journalisten aus dem In- und Ausland. Und auch diesmal war es seine Aufgabe, den Zuschauern aus dem Berufsalltag zu erzählen und diesen unter bestimmten Spielregeln auf der Bühne vorzuführen. Eine Art "Sendung mit der Maus" im Theater.
Die Bühne voller Fernseher, dazwischen die Protagonisten, die sich erst vorstellten und dann, Punkt acht, die verschiedensten Nachrichtensendungen aus aller Welt live verfolgten und kommentierten. Es wurde hektisch und wirr durcheinander gesprochen, mitgeschrieben, übersetzt und um Aufmerksamkeit gebuhlt. Danach wurde Zusammengefasst: Was ist wann, wie, wo passiert und wie wurde die Nachricht auf dem jeweiligen Sender aufbereitet. Es wurde verglichen, reflektiert, debattiert und spekuliert, die Bänder wurden hin und her gespult und das hätte mit ein bisschen mehr Konzentration und einer klareren Struktur noch interessanter werden können. So aber plätscherte der Abend ohne grosse Spannung, und ohne aus dieser tollen Situation was Besonderes gemacht zu haben, allmählich so dahin. Habe mich trotzdem toll unterhalten gefühlt.
Die Bühne voller Fernseher, dazwischen die Protagonisten, die sich erst vorstellten und dann, Punkt acht, die verschiedensten Nachrichtensendungen aus aller Welt live verfolgten und kommentierten. Es wurde hektisch und wirr durcheinander gesprochen, mitgeschrieben, übersetzt und um Aufmerksamkeit gebuhlt. Danach wurde Zusammengefasst: Was ist wann, wie, wo passiert und wie wurde die Nachricht auf dem jeweiligen Sender aufbereitet. Es wurde verglichen, reflektiert, debattiert und spekuliert, die Bänder wurden hin und her gespult und das hätte mit ein bisschen mehr Konzentration und einer klareren Struktur noch interessanter werden können. So aber plätscherte der Abend ohne grosse Spannung, und ohne aus dieser tollen Situation was Besonderes gemacht zu haben, allmählich so dahin. Habe mich trotzdem toll unterhalten gefühlt.
Esther Ernst, 11.02.08 | Mehr von dieser Autorin/diesem Autor
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