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Christoph Bannat | Interview
Muße
Interview mit Dr. Viola Vahrson

Griffelkunst Grafik, Polke u. Richter im Hotel Diana.
Sit-ins, Smoke-ins, Abhängen, Gammeln - in den 70ern wurden diese Begriffe als politischer Widerstand gegen bestehende Umgangsformen ausgelegt. Die Fragen hießen "was bist du?". Ein Jahrzehnt vorher hieß es noch "wo bist du organisiert?". Erst mit Punk wurde gefragt "was machst du?". Heute heißt es "an welchem Projekt arbeitest du gerade?". Fragen eines aufstrebenden Bürgertums, dem das Proletariat mit "was guckst du?" heute fragend antwortet. Dr. Viola Vahrson referiert am 1. April, 20 Uhr in der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst, Oranienstraße 25, zum Thema Muße: ein Geschenk der Götter, ein seltener Augenblick oder ein verstaubter Begriff?
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29.03.08 | Permalink | Kommentare (0)
Esther Ernst | wo ich war
WIENER INGRID - BAIRD VANESSA - TRANSMEDIALE 08 - EMIGHOLZ HEINZ - KOUNELLIS JANNIS - ...5 MINUTES LATER

Bedingte Wahrscheinlichkeit
Galerie Barbara Wien, Berlin
Versteh ich nicht. Der Transformationsprozess von zerknülltem Papier zu gewobenen Stoff produziert in den 9 (34 x 50 cm) "Teppichen" zwar eine eindrückliche Materialität mit unglaublicher Tiefe, inhaltlich ist mir die Arbeit und Arbeitsweise aber ganz und gar unklar. Der Vorgang, sich eine komplexe Formel durch abweben zu verinnerlichen, ist mir einigermassen ungeheuer...
An den Webstücken mit hölzernen Küchenbrettchen auf seltsam gemusterten Stoffen, auf denen eine Brille liegt, habe ich Gefallen gefunden. Die sind toll schmuddelig und die verschiedenen Stofflichkeiten in gewebter, dichter Form zu sehen, will nicht ganz so viel wie eine verinnerlichte mathematische Formel...
21.03.08 | Permalink | Kommentare (2)
Christina Zück | Kritik
Barbarism begins at home
Re-Imagining Asia, 14.03. - 18.05.2008
Global Memory and Barbaric Transmission, Vortrag von Homi K. Bhabha, 14.03.2008
Haus der Kulturen der Welt
Song Dong hat den Inhalt des Hauses seiner Mutter im Foyer des Hauses der Kulturen der Welt ausgebreitet. Nach dem Tod ihres Mannes zog sie sich immer mehr in ihre Trauer zurück, verließ das Haus nicht mehr und begann, alle Sachen aufzuheben. Jeder zerbrochene Blumentopf, jede Haarspange, jedes Stoffresteknäuel, jeder Joghurtbecher ist mit einem Moment in der Vergangenheit verbunden. Vielleicht ermöglichten es ihr die Gegenstände, Zugriff auf ihre verlorene Lebenszeit zu gewinnen. Die Installation ist sehr bewegend, mir fällt glücklicherweise erstmal kein Kunstwerk ein, auf das sie zurückgreifen könnte. Die Dinge aus China sehen ganz genau wie die aus, die sich im Haus meiner Großtante in Sichertshausen angesammlt haben, dieselbe unheimliche Voodoo-Strahlung geht von ihnen aus. Das Ordnen und Ausstellen ihrer Habseligkeiten hatte eine therapeutische Wirkung auf Song Dongs Mutter. Sie begann wieder, unter Menschen zu gehen und sich Alltagsaktivitäten auszudenken. Dass die Installation an die Tate Liverpool verkauft wird, lehnte sie jedoch ab.
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19.03.08 | Permalink | Kommentare (0)
Christoph Bannat | Bücher
Karikatur, Gulbransson, Wolverton

Basil Wolverton-Collection Glenn Bray.
Vielleicht wird man unsere Zeit einmal den 4D-Manierismus nennen - rechnet man als vierte Dimension noch die Zeit in Form des Films hinzu. Jene Zeitgenossen, denen der herrschende Stilpluralismus Sorgen bereitet, können bei Werner Hofmann Trost finden: »Die Karikatur - Von Leonardo bis Picasso« erschienen bei Philo Fine Arts. »Seit ich mich mit Kunstwerken beschäftige, leitet mich das ästhetisch-intellektuelle Bedürfnis, aus den Fakten die Spannung herauszuholen, die sie als produktive Widersprüche in sich tragen«, lautet seine tröstliche Kühlung.
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18.03.08 | Permalink | Kommentare (0)
Michael Reuter | Kritik
In der Drachenhöhle
Zeitgenössische Druckgrafik aus China in der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen

Yang Shaobin, Untitled (red biting), 2003, Sammlung Huang Liaoyuan, Peking
Der chinesische Drache blendet die Augen, dröhnt in den Ohren, springt garstig dominant aus dem Wirtschaftsteil der Tageszeitung und legt sich als Leichentuch über alle Wünsche des deutschen Michels, es möge doch alles so bleiben, wie es war. Auch in der Kunst startete China raketengleich durch und so werden im Jahr der Olympiade in Peking die Glatzköpfe von Fang Lijung, die fleischig-blutigen Figuren von Yang Shobin, Xu Bings poetische Schrift-Installationen oder Yue Minjuns Bilder des gefrorenen Lachens noch des Öfteren unsere Sehnerven passieren. Den Beginn macht die Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen mit einer prächtig ausgestatteten Ausstellung zeitgenössischer chinesischer Druckgrafik, die noch bis zum 06.04.2008 zu sehen ist. Die etwa 130 Holzschnitte, Radierungen Lithografien und Siebdrucke entstammen überwiegend einer Privatsammlung aus Peking, ergänzt durch Leihgaben aus deutschen und internationalen Sammlungen.
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15.03.08 | Permalink | Kommentare (1)
Christina Zück | Kritik
odori corporei
We should have occupied every place / Pornopinball und Wolperdinger,
Ausstellung von Barbara Breitenfellner und Isabel Ott
The no thing to shit show, Performance von Corpo Sciolto aka Giulio Nesi
WestGermany, 13.03. - 16.03.2008
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14.03.08 | Permalink | Kommentare (0)
Peter Lang | Kritik
Hans-Joachim Schulze
Oder als Beuys mit Langhans in Leipzig zu Besuch war
Hans-Joachim Schulze – Göttinnen und Götter
22. Februar – 9. März 2008
Künstlerhaus Bethanien, Berlin

Irgendwann musste Schulze von Beuys und seinen Strategien gehört haben. Wir kannten den im Osten zwar noch nicht, aber die kollektiven Peformances von Schulze - als solches kann man es von heute aus wohl am besten bezeichnen - machten schon was her. Besonders die Freundinnen Schulzes. Das andere, das eigentlich Gemeinte, ertrug man dann halt mit.
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09.03.08 | Permalink | Kommentare (1)
Gastbeitrag | Kritik
Zwischen Amok und Koma
von Ingo Gerken
Adventures close to home
Jürgen Grewe
3. März – 28. März 2008
Projektraum | Kunsthaus Erfurt

Jürgen Grewe ist Maler. Seine Malerei ist Plakat, seine Plakate sind Filme. Filme, die besser sind, weil sie gar nicht erst gedreht werden müssen. Sie drehen sich von selbst beim Betrachten seiner Bilder. Sie haben keinen Anfang und kein Ende, sie suggerieren nur ein beunruhigendes, unaufhörliches „Mittendrin“. Denn wir sind schon inside. Und wir wissen auch nicht, was wir dagegen tun sollen. Wir wühlen uns ständig selbst Tag für Tag durch diese Art von Bildern. Sie begegnen uns überall, sie verfolgen uns und springen uns an. Sie sind vorgefertigt und erprobt, zugeschnitten und angepaßt auf eine scheinbar universelle Sprache und einen absolut realen Reiz. Sie sind perfekte synthetische Teilchen, aufregende Visuals einer konstruierten und funktionalisierten Wirklichkeit.
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06.03.08 | Permalink | Kommentare (0)
Michael Reuter | Sonstiges
Kehraus im Off Space. Gibt es ein künstlerisches Leben nach Stuttgart 21?

Waggons am Nordbahnhof
„Ich bin schon optimistisch, dass der Mietvertrag häppchenweise verlängert wird.“ Moritz Finkbeiner, letzter Mohikaner des Kunstvereins „Für Flüssigkeiten & Schwingungen“ und seit vielen Jahren bei den im Einbahnstraßengewirr des Nordbahnhofs verborgenen alten Eisenbahn-Waggons aktiv, blinzelt auf der Terrasse seiner Bar in die Wintersonne. Er möchte den Gedanken, dass hier statt Ateliers, Konzerten und kreativem Chaos demnächst eine Containerstadt für Arbeiter der Jahrhundertbaustelle Stuttgart 21 entstehen könnte, am liebsten verdrängen. Doch der Mietvertrag eines der letzten Großstadtbiotope läuft Ende März aus – Verlängerung ungewiss.
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04.03.08 | Permalink | Kommentare (0)
Markus Wirthmann | Kritik
Emma*
TORNADO - Kunst und Klimakatastrophe
2.-16. März 2008
General Public, Berlin
Dieter Froelich, Kerstin Gottschalk, Tue Greenfort, HorseArt, Anna Meyer, Dan Perjovschi, Peter Pommerer, Elke Marhöfer, Andreas Reiter Raabe, Silke Wagner, Johannes Wohnseifer, Christine Würmell

Im Internet wird die Ausstellung als „reflektierte Beschäftigung mit der weltweiten Klimakatastrophe“ angekündigt. Diese selbst gestellte Anforderung kann die Ausstellung leider nicht erfüllen. Zu lieb sind die Exponate und zu nett und plakativ die Botschaften. Die teils manierierte Präsentation und das coole Weglassen von Beschriftungen und sonstigen Informationen machen die Sache auch nicht wirklich interessanter.
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03.03.08 | Permalink | Kommentare (0)
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