Esther Ernst | wo ich war

HILL CHRISTINE - HILLER SUSAN


 

HILL CHRISTINE
Revolution Fleamarket
Galerie Eigen + Art, Berlin
+ Hoppla, was ist denn hier passiert? Sind das wirklich Christine Hills Arbeiten, die normalerweise konzeptionell durchdacht sind und sich durch eine grosse Präzision, Sorgfalt und Feinheit auszeichnen?
In dem vorderen Raum steht ein Verkaufswagenobjekt, auf dem wahllos Dinge zu finden sind, die den Namen Revolution tragen, oder sich in irgendeiner Weise mit dem Thema beschäftigen. Na und jetzt?, dachte ich, und das dachte Christine wohl auch und bittet die Besucher um Mithilfe: In welche Richtung soll "Revolution Fleamarket" weiter bearbeitet werden, was fehlt, weitere Ideen...
An zwei Wänden im hinteren Teil der Galerie hängt eine für Hill sehr kleine (gerahmte) Serie von Zeichnungen. Abgezeichnete oder ausgedruckte Objekte, die man bei Google unter dem Stichwort "Revolution" findet, werden grob katalogisiert. Und dazu fällt mir nun wirklich gar nichts mehr ein, ausser dass ich mich über die gedankliche wie handwerkliche Schlampigkeit wundere und ärgere. Beliebiger und pfuschiger geht kaum, hier fehlt Hand und Fuss und Hirn.


 

HILLER SUSAN
Journey to the land of the Tarahumaras
Galerie Volker Diehl, Berlin
+ Susan Hiller hat sich auf die Suche nach vergessenen Zeichensystemen und Sprachen gemacht. Spuren von prähistorischen Symbolen, welche heutzutage (auf Grund des verloren gegangenen Wissens) nicht wieder zu entziffern sind, hat sie in Höhlen und Felsen von Irland, Frankreich, Nord-Amerika und Australien gefunden und fotografisch dokumentiert. Aus dieser Sammlung von in Stein geritzten Mustern entstand eine Serie von stark vergrösserten und extrem digital veränderten Piezo-Pigmentprints. Drei grossformatige Bilder, die aus je circa 25 kleinformatigen gerahmten Prints bestehen, variieren in Massen und Farben, nicht aber in den Bildmotiven. Die einfach und kindlich reduzierten Muster verbinde ich in dieser aufgebrezelten Form viel mehr mit Design als mit einer rätselhaft mystischen Zeichensprache. Die Frage nach der Absicht dieses Transformationsprozesses erscheint mir völlig unklar und an den Haaren herbeigezogen. Und es riecht zu sehr nach verkaufstauglicher, netter Galeriekunst. Und ausserdem bin ich enttäuscht.

Esther Ernst, 30.04.08 | Mehr von dieser Autorin/diesem Autor

 

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Kommentare

Karteikartendesign ist klasse. So einfach mit CSS.
Endlich findet sich hier jemand, der einen vernünftigen Gestaltungsstil hat.

artbit [TypeKey Profile Page] | 30.04.08

 

Die Beiträge von Esther Ernst gibt es seit Juli 2005 bei Kunst-Blog.com. Die Gestaltung als Karteikarten beruht auf ihrem "realen" Kunstprojekt, dass ich vor drei Jahren bei ihrer Ausstellung in der Galerie Olaf Stüber entdeckt habe.
Hier kann man die Einleitung zur Serie nachlesen:

http://kunst-blog.com/2005/07/wo_ich_war.php

Markus Wirthmann [TypeKey Profile Page] | 30.04.08

 

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