Markus Wirthmann | Netz
Miese Rendite
Wenn’s um’s Geld geht sind die Künstler ziemlich weit hinten dran - so im Durchschnitt. Wussten wir schon immer aber jetzt haben’s Wissenschaftler mal für uns zusammengeforscht. Die Ökonomen Prof. Dr. Mark Wahrenburg und der Dipl.-Kfm. Martin Weldi von der Goethe Universität Frankfurt haben untersucht wie sich die Rendite eines Studiums hinterher in Euro und Cent entwickelt.
"So machen beispielsweise Künstler oder Agrarwissenschaftler mit dem Uni-Studium häufig ein schlechtes Geschäft: Agrarwissenschaftler kommen auf eine magere Verzinsung von 2,6 Prozent; Künstler erleiden gar ein Minus, das heißt, sie können das ins Studium investierte Geld im Schnitt nicht mehr herausholen." schreibt der Unispiegel auf Spiegel-Online.
Wäre noch interessant wie sich’s mit dem Ausbildungsgängen des Kurators, des Galeristen oder anderer, der Kunst naher, Berufe verhält, aber hier die Rendite nachzuvollziehen dürfte schwierig werden da kein einzelner Studiengang in diese Berufslaufbahnen mündet ...
Markus Wirthmann, 06.04.08 | Mehr von dieser Autorin/diesem Autor
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Kommentare
Sicherlich eine interessante Untersuchung. Allerdings – auch der Beruf des Kurators oder Galeristen, wenn auch kein Studiengang – dürfte in der Mehrzahl aller Fälle nicht unbedingt eine große Rendite abwerfen.
Kuratoren sind in der Regel habilitierte Kunthistoriker; die Zahl der Arbeitslosen unter ihnen ist Legion. Auch eine Menge Galerien – zumal in den Provinzen – fristen eher ein Schattendasein.
Spannend wird es vielleicht auch mal, zu untersuchen, welche Personen & Berufsgruppen überhaupt an einer Ausstellung profitieren; & das auch in kleineren städtischen Galerien & Kunstvereinen von relativ gutem Rang & Namen.
Noch vor der Ausstellungseröffnung haben schon eine Menge Leute über die Kunst Geld verdient:
Der Drucker/Grafiker, der für Einladungskarte & vielleicht ein Plakat zuständig ist; der Getränkehändler; der Catering-Service; die Versicherung; die für die musikalische Umrahmung der Vernissage verantwortlichen Musiker; der Hausmeister; der Leiter/Direktor oder Verwaltungsbeamte/-Angestellte, der die Galerie führt; das Unternehmen, das den Leihwagen zur Verfügung stellt; die Tankstelle; der Redner …
Nicht immer werden alle Programmpunkte erfüllt, nicht immer ist ein Etat für die einzelnen Posten vorhanden.
Aus Kostengründen wird auch schon mal auf die Versicherung der Ausstellung verzichtet. Musik ist meistens entbehrlich.
Zur Not bezahlt der Künstler das ein oder andere aus seiner eigenen Tasche & spricht selbst ein paar Worte; oder er bietet auch schon mal eine Darbietung aus dem Bereich der darstellenden Künste, eine sog. Performance.
Natürlich ohne Honorar.
Wenn nach vier Wochen Ausstellungsdauer die Bilder wieder im Lager stehen, hat der Künstler wieder zur Steigerung des Bruttosozialproduktes beigetragen, ohne selbst eine müde Mark verdient zu haben.
Meistens hat er sogar draufgelegt.
Dieses Missverhältnis ist aber vielen Institutionen oder Ausstellungsmachern – auch vielen Künstlern – leider nicht bewusst …
… vielleicht ein bisschen off-topic, aber ich wollte es einfach mal loswerden.
Gruß
Armin
Armin
| 08.04.08
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