Gastbeitrag | Alles
Wer kennt Beispiele für Ausstellungsausbeutung?
Liebe Künstlerinnen und Künstler, liebe Kunstinteressierte, Kulturaktive und Netzwerkerinnen,
wir sind eine Initiative von bildenden Künstlerinnen und Künstlern, die sich zum Ziel gesetzt hat, Ausstellungshonorare in der bildenden Kunst (endlich) durchzusetzen.
Seit Anfang 2008 sind wir aktiv. Um unserer Forderung (auch auf politischer Ebene) Nachdruck zu verleihen, sammeln wir aktuell positive und negative Erfahrungsberichte zur Ausstellungsvergütung von Künstlerinnen und Künstlern.
Es sind Erfahrungen gefragt aus Einzelausstellungen oder Beteiligungen in Kunstvereinen, Kunsthallen oder Museen, in öffentlichen Institutionen, Vereinen oder Unternehmen - nicht jedoch in Galerien und anderen Verkaufsausstellungen, oder in freien, nicht-kommerziellen Projekträumen.
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28.06.08 | Permalink | Kommentare (0)
Michael Reuter | Interview
Ein Demiurg mit Kettensäge

© Ralf Spieß
„Skulptur ist, worüber man stolpert, wenn man zurücktritt, um sich ein Gemälde anzusehen“, meinte der Maler Ad Reinhardt. Im Atelier von Thomas Putze in der Stuttgarter Wagenhalle gibt es eine Menge Skulpturen, über die man stolpern kann, in allen Größen von zwergenhaft bis raumfüllend. Drangvolle Enge und lärmiges Durcheinander beherrschen das kleine Hallenteil. Richtig arbeiten kann der Künstler hier schon lange nicht mehr. Warum auch? Draußen scheint die Sonne und die fliegenden Holzspäne verteilen sich auf dem verkrusteten Matschboden der beliebten Alternativ-Location in Stuttgart.
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26.06.08 | Permalink | Kommentare (1)
Markus Wirthmann | Alles
Bildhaueraufstand

Ich halte mich gerade in San Antonio, Texas auf, weil ich eingeladen wurde, im Rahmen eines Bildhauersymposiums etwas über die „Bildhauerszene in Berlin“ zu sagen – und natürlich auch zu zeigen. Ich bin also gerade dabei, wie sich´s gehört auf den letzten Drücker, eine Diaschau zum Thema vorzubereiten. Ich sitze mit meinem MacBook auf dem Balkon im dritten Stock und gucke auf den Fluss, der hier allerdings eher ein Kanal im Betonkorsett ist. Hier ist´s tierisch heiß und feucht, und irgendwas macht immer Krach. Wenn nicht gerade die Güterzüge, die ganz in der Nähe mitten auf der Straße fahren, markerschütternd posaunen, als ob der nächste Bahnhof Jericho hieße, startet wenigstens vom Dach gegenüber ein Hubschrauber oder man reißt kurzerhand mal die Straße auf. Dazwischen Tschakken, Kekkern und Krähen wie im Tropenhaus.
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25.06.08 | Permalink | Kommentare (0)
Esther Ernst | wo ich war
SUNGU ASLI - KUNSTINVASION - 5. BERLIN BIENNALE, SKULPTURENPARK - 5. BERLIN BIENNALE, GÜL MASIST - HATOUM MONA - SCHLEIME CORNELIA -

Faulty, 2007
Freisteller, Deutsche Guggenheim, Berlin
Asli Sungu hat sich vier Spezialisten nach Hause geholt und lässt sich fachmännisch das Zwiebelschneiden, Fenster- und Zähneputzen oder Bügeln erklären. Mit einer Kamera auf sich gerichtet, versucht Sungu mit grosser Mühe und Konzentration den Erklärungen und lehrerhaften Tips der Spezialisten aus dem Off nach zu kommen, scheitert ständig, bleibt geduldig und versucht es erneut, wird dann wieder verbessert usw.
Ich muss lachen und freue mich über die zum Thema gemachte Sichtbarkeit des sich Bemühens und der damit verbundenen Anstrengung und über die Einfachheit und Klarheit von richtig und falsch, der sich Sungu in ihren Arbeiten aussetzt. Es ist die Spannung zwischen dem ernsthaften Lernen, der Komik und der Verzweiflung über das Nichtgelingen, die mir daran besonders gefällt.
25.06.08 | Permalink | Kommentare (0)
Redaktion | Der Film zum Sonntag
Schwanensee
Der Film zum Sonntag #8
Markus Wirhmann, Schwanensee
Vorgestellt von Peter Lang
Markus Wirthmann, Schwanensee, 2001, 5:11 min, Video
Auf einer Wasserfläche beschreibt ein ferngelenktes Modell-Rennboot mit hoher Geschwindigkeit verschiedene Figuren. Dabei hinterläßt es, für die kurze Zeit die die Oberfläche benötigt um sich wieder zu glätten, Zeichnungen auf dem Wasser ...
Bislang entstanden im Rahmen dieser Arbeit die Videoinstallation "Schwanensee (thub)", zahlreiche Fotografien sowie die beiden Videos "The Making of..." und "Schwanensee", beide mit Musik aus dem Ballett von Peter Tschaikowsky.
22.06.08 | Permalink | Kommentare (1)
Gastbeitrag | Kritik
Wir irren des Nachts im Kreis umher und werden vom Feuer verzehrt *
Christine Lemke über
LANDREFORM Karussell (Eröffnungsausstellung zu LANDREFORM, Skulpturenpark Berlin_Zentrum)
»Und dann war es auch noch ein schönes Erlebnis« schlossen einige der Erzählungen, die mir über die am 10.06.2008 im Rahmen der 5. berlin biennale im Skulpturenpark Berlin_Zentrum stattgefundene Performance LANDREFORM Karussell zu Ohren gekommen sind. Wie bei manchen Berichten über erlebte Kunstdinge bei denen man nicht dabei gewesen ist, aber gerne dabei gewesen wäre, setzte sich meine Vorstellungskraft in Bewegung und konnte sich sehr gut acht funkelnagelneue schwarze BMWs auf einer von Wohnhäusern umstandenen Brachfläche über rumpelige Steine um ein Lagerfeuer unablässig im Kreis fahrend vor das innere Auge führen.

LANDREFORM Karussell aus BMWs, Foto: Jelka Plate
Manche Kunstereignisse scheinen wie für die Legendenbildung gemacht zu sein. Sie treffen etwas in ihrer Zusammensetzung von sich gegenseitig aufladenden Elementen und pflanzen sich so im Hirn fort, erzählen sich dort weiter Geschichten und verbinden sich mit Fantasien, Wünschen, Erinnerungen und anderen begehrlichen Affekten. Es kommt mir sowieso manchmal so vor, als gäbe es Kunstwerke, die besser in der Erzählung als in echt funktionieren. Die gerade über das Erzählen eine Attraktivität auslösen, eine im darüber Sprechen genussvoll entfaltete Verdrehung von Wirklichkeit, eine sich gerne vorgestellte Überschreitung. Dies kann bisweilen im als ob der Vorstellung mehr Virulenz entwickeln als in der tatsächlichen Anschauung, die demgegenüber blass, illustrativ oder gar banal erscheint.
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17.06.08 | Permalink | Kommentare (1)
Redaktion | Der Film zum Sonntag
Kind als Pinsel (Kooperatorka)
Der Film zum Sonntag #7
(e.) Twin Gabriel, Kind als Pinsel (Kooperatorka)
Vorgestellt von Markus Wirthmann
(e.) Twin Gabriel, Kind als Pinsel (Kooperatorka), 2007, 6:22 min, Super-8-Film
„Die Erziehung der Hirse“ ist ein Lehrgedicht von Bertolt Brecht. 1952-54 hat Paul Dessau den Text vertont. Aus diesem Chorstück wurden einige Abschnitte ausgewählt und gesungen. Super-8-Filmfragmente über eine fröhliche Kindheit in der DDR sind damit unterlegt.
Anlass für diese Arbeit war die Ausstellung „Walden 3 – Ästhetische Bildung im Kindesalter“ im Kunsthaus Dresden 2007.
15.06.08 | Permalink | Kommentare (0)
Gastbeitrag | Kritik
Kunst auf kleinstem Raum - Eine Ausstellung in Brüssel
Jule Reuter über
Appell – Eine Ausstellung zeitgenössischer Skulptur im Museum Felix De Boeck in Drogenbos bei Brüssel, 25.5. bis 3.8.2008
Mit Arbeiten von Andrea Pichl, René Lück, Leif Erich Christensen, Michael Beutler, Tilman Wendland, Olaf Holzapfel, burghard, Joep van Liefland, Theo Boettger, Iris Kettner, Suse Weber, Erki De Vries/ Tim Vets, Nadia Naveau, Ief Spincemaille, Clemens Hollerer, Lutz Fezer/Skafte Kuhn/Michael Stumpf.

Ein Weitwinkelblick in die Ausstellung, Foto: Jo Vandermarliere
Appell – der Name der Ausstellung ist Programm. Das ‚Versammeln von Truppen zur Befehlsausgabe’ findet hier im übertragenden Sinn statt, als streng geometrische Ausrichtung individuell künstlerischer Positionen auf einem abgesteckten Planquadrat. 16 Künstler – zwölf davon aus Deutschland, drei aus Belgien, einer aus Österreich – zeigen auf einer Fläche von
8 x 8 m ihre skulpturalen Arbeiten. Das macht 4 m² Ausstellungsfläche für jeden, die maximale Höhendimension beträgt 9 m.
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11.06.08 | Permalink | Kommentare (0)
Dirk Teschner | Kritik
Punk - No One is Innocent
So der Titel der aktuellen, bis zum 7. September laufenden Ausstellung in der Wiener Kunsthalle. Kein gutes Ohmen, bezieht er sich doch auf die 5. Single der Sex Pistols, sie erschien im Juni 1978 nach dem Weggang von Jonny Rotten und leitete das Ende der Pistols und der ersten Punkgeneration in England ein.

Ausstellungsansicht too much future, Berlin, 2005
Im Pressetext zur Wiener Ausstellung heißt es: „Aus der Distanz von dreißig Jahren belegt die Ausstellung am Beispiel der drei Metropolen New York, London und Berlin, wie unterschiedlich und doch konsistent Punk als Metapher der Revolte in verschiedenen Kulturräumen auf Musik, bildende Kunst und den Look der Jugendlichen wirkte. Während er in England vor allem ein Stil- und Modephänomen war, gab es in den USA und in Deutschland von Beginn an eine enge Beziehung zwischen Künstlern und Punk-Musikern.“
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11.06.08 | Permalink | Kommentare (1)
Christoph Bannat | Kritik
köln progressiv, Andreas Siekmann

Ausstellungsansicht, Andreas Siekmann c/o Galerie Weiss
Es gab eine Zeit, da hatten Gesellschaftsentwürfe Hochkonjunktur. Bewegungen, wie die Wandervögel, der Vagabundenbund, konkurrierten in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts mit Anarchosyndikaten und Gewerkschaften und Parteien um die Deutungshoheit der Gesellschaft.
seiwert-hoerle-arntz
köln progressiv 1920-33
Museum Ludwig, Köln
verlängert bis 15. Juli 2008, Ausstellungsübernahme ist in Planung.
Andreas Siekmann
Verhandlungen unter Zeitdruck
Aus: Faustpfand, Treuhand und die unsichtbare Hand (2005-2008)
bis 7. Juni, 2008
Galerie Barbara Weiss, Berlin
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07.06.08 | Permalink | Kommentare (0)
Markus Wirthmann | Alles
Invasion!
"Abbauen? - Abbauen! - Jaaa, das ist ganz wichtig damit hier wieder Ruhe einkehrt!"
So der abschließende Kommentar des Pförtners des Blumengroßmarktes Berlin wo am vergangenen Wochenende die Kunstinvasion stattfand.
Um eine Ausstellung handelte es sich hierbei ganz offenbar nur nebenbei. Eher sowas wie ne Kunst-Loveparade breitete sich in der riesigen Industriehalle aus dem Jahr ´69 aus. Ziel der Demo im Auftrag der Berliner Kunsthalleninitiative ist es, nach der temporären Kunsthalle, die demnächst zwischen Zeughaus und Alex entsteht, nun auch in die Diskussion um die dauerhafte und ständige Kunsthalle einzugreifen.
Es gilt den Fokus von Lokalpolitik und Wirtschaft auf Kreuzberg und weg von Haupt- und Hamburger Bahnhof zu lenken. Statt Millionenneubau zwischen Lehrter- und Heidestraße wo gerade der Kunst-Campus-Berlin entsteht oder dem Humboldthafen auf der anderen Seite des HBFs wird die Schnäppchenlösung im Blumengroßmarkt propagiert - schließlich gehört das Ding schon dem Berliner Senat und außerdem wird es übernächstes Jahr sowieso dicht gemacht.
Das es sich dabei um eine politische und weniger um eine künstlerische Streitfrage handelt steht außer Frage. Nicht umsonst blieb der Platz der Regierungskoalition während der Podiumsdiskussion zum Thema unbesetzt. Hier will sich anscheinend niemand das Maul verbrennen und sich mit den Investoren auf der anderen Seite der Stadt anlegen. Immerhin planen oder ermöglichen Vivico, die Immobiliensparte Hartmut Mehdorns (ja, der mit dem schlechten Geschmack!), und Nicolas Berggruen (ja, der mit dem Vater!), Millioneninvestitionen die Berlin gut gebrauchen kann um von seinem Arm-Aber-Sexy-Image wegzukommen.
Nun, mich fragt ja keiner - aber wenn, würde ich zum wiederholten Male sagen: Berlin braucht keine Kunsthalle!
03.06.08 | Permalink | Kommentare (0)
Markus Wirthmann | Alles
Nägel nageln!
„„Ein Kurator ist nicht nur jemand, der schöne Ideen im Schloss Oberammergau entwickelt", sagt Babias. Er muss sich auch die Hände schmutzig machen und Nägel in die Wand bohren, Kalkulationen berechnen, Kunst vermitteln und mit Künstlern kommunizieren können."
Das Zitat stammt aus dem Tagesspiegel vom 1. Juni 2008 zum Thema "Doch Kunst muss nicht immer brotlos sein." Wie beruhigend. Wäre auch schlimm, wenn man für´s Nagellochbohren kein Geld kriegen würde.
Ich empfehle in einem solchen Fall allerdings immer den handelsüblichen Zimmermannshammer.
Da das Zitat von Marius Babias eigentlich schon vorm Nägelbohren endet, nehme ich an, dass die Autorin des Artikels Marion Hartig nicht des Hämmerns mächtig ist und nicht etwa der Interviewte.
Also dann Herr Babias, Hände schmutzig machen beim Berechnen, Kalkulieren und Vermitteln. Wir sind gespannt! - Hämmern und Bohren den Angestellten überlassen!
03.06.08 | Permalink | Kommentare (0)
Gastbeitrag | Alles
Kunstraub in der der Brunnenstrasse
von Elena Nehrmann

Laut Interpol rangiert Kunstraub nach Drogenhandel, Geldwäsche und Waffenhandel an vierter Stelle der kriminellen Aktivitäten. Davon kann seit Freitag dem 30.05.2008 auch die ATM Gallery in der Brunnenstrasse/Berlin ein Lied singen.
Während der Vernissage zur Ausstellung des Londoner Street Art Künstlers PURE EVIL wurde eines seiner Werke mit ungeheurer Chuzpe vor den Augen der Anwesenden aus der Gallerie gestohlen.
"So far I have had a painting of Black Sabbath stolen from my first solo show, and I caught somebody walking off with a piece from another show and almost brained them. This time though , its pretty understandable (but cheeky) considering the message on the piece," kommentiert der Künstler den Diebstahl der einer gewissen Komik zugegebenermaßen nicht entbehrt, denn das Bild trägt den Schriftzug: "YOU CAN´T BUY HAPPINESS - STEAL IT".
Die Ausstellung wird durch die von der Polizei eingeleiteten Ermittlungen nicht beeinträchtigt und ist noch bis zum 30. Juni 2008 zu sehen.
Pure Evil
ATM Berlin, Brunnenstr.24
10119 Berlin Mitte
info@atmberlin.de
www.atmberlin.de
02.06.08 | Permalink | Kommentare (0)
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