Peter Lang | Vorschau

ABC, die neue Kunstshow in Berlin


Photographer: Nick Ash, copyright: abc art berlin contemporary

Heute geht sie los, die ABC Show und alle Kunstparalytiker sind gespannt, was wird das werden? Alexander Schröder, Galerist und Geschäftsführer sowie Organisator der ABC Show nannte in einem Gespräch Ende Juli die Müdigkeit, die sich bei der Teilnahme an klassischen Kunstmessen eingestellt hat, als einen der wesentlichen Gründe für die Initiative.

Viele der großen Berliner Galerien gehen jährlich auf 3-4 und mehr internationale Messen. Nun will man die wesentlichen Interessenten verstärkt nach Berlin holen, keine schlechte Idee bei dem anhaltenden Berlin Hype. Die Zahl der hier ansässigen Galerien soll die New Yorks bereits eingeholt haben. Gestartet sind die heutigen Berliner Topgalerien, die Macher auch dieser Initiative, als kleine Startups in den 90er Jahren. Die einen mit Geld und Beziehungen andere auch ohne. Ein Umstand, den man heute kaum noch erinnert. Nun soll dieses Projekt zu einer Erfrischung der Arbeit führen. Man will wieder mehr mit Künstlern an Projekten arbeiten und sich nicht auf Messen verschleißen. Dafür soll die ABC Show ein Zeichen Für einen Neuanfang sein. Sozusagen kein Backup sondern ein Update, die Suche nach neuen Möglichkeiten der Kunstpräsentation. Man wird sehen, ob man sich am eigenen Zopf aus dem Sumpf ziehen kann.


Photographer: Nick Ash, copyright: abc art berlin contemporary


Ein Umstand ist, das in Berlin viele maßgebende Künstler leben, ohne dass sie mit größeren aktuellen Arbeiten oder Werkgruppen präsent sind. Dem kann ein solches Ereignis abhelfen. Die Veranstalter sehen das erstmal nicht als direkte Konkurrenz zur Berliner Kunstmesse Artforum sondern als Ergänzung. Man denkt, dass Berlin mehrere hochkarätige Kunstereignisse pro Jahr vertragen kann. Gibt es schon das erfolgreiche Gallery Weekend im Mai folgt nun die ABC Show im September. Ob für das verlegte und mit einer neuen Geschäftsführung versehene Artforum dieses Jahr da noch etwas übrigbleibt, wird man sehen. Sammler kommen jedenfalls zunehmend zu gebündelten Ereignissen und so sind folgerichtig bereits Gespräche mit dem Artforum geführt worden und das Ergebnis ist jetzt, das man 2009 zur gleichen Zeit agieren wird. Da deutet sich eine Ergänzung analog der Art Unlimited + Art Basel zwangsläufig an. Die Frage wird sein, wer kauft wen?
Jetzt hat man erstmal 9000 Quadratmeter als Spielwiese zur Verfügung und die Galerien sind in der Wahl ihrer Präsentation relativ frei. Sie können ein bis drei Künstler präsentieren und haben viel Platz zu günstigen Konditionen. Es gibt anbei nur eine beratende künstlerische Leiterin, Ariane Beyn, für den Masterplan der Ausstellung. Gewünscht sind möglichst neue Arbeiten aus dem Bereich Skupltur, Installation und Projektion. Bereiche, die sich heute ohnehin gegenseitig durchdringen. Wände sollen weitestgehend vermieden werden. Man darf also gespannt sein. Eröffnung ist heute ab 16 Uhr, Einlaß allerdings nur mit streng verteilten Einladungen.

Vom 5.-7. September, 10-20 Uhr, Postbahnhof am Gleisdreieck, direkt neben dem S-Bahnhof Gleisdreieck, Luckenwalderstraße 4-6, 10963 Berlin.

Weitere Informationen unter: www.artberlincontemporary.com

Peter Lang, 04.09.08 | Mehr von dieser Autorin/diesem Autor

 

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