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Dirk Teschner | Kritik
Der Klub 500 und Napoleon
In Erfurt fanden Ende September Feierlichkeiten zum sogenannten Fürstenkongresse statt. Mit militärhistorischen Truppen in den Gassen der Altstadt, Kanonendonner auf dem Petersberg und überall Napoleon, Militaristen und Pferdescheiße. Eine welthistorisch unbedeutende Zusammenkunft von Gaunern und Kriegstreibern vor 200 Jahren wird aufgebläht und dafür wurden hunderttausende Euro verpulvert.
Derweil gewinnt die Debatte über die kulturelle Ausrichtung der Stadt, die Zurückhaltung von städtischen Fördergeldern an das Erfurter Kunsthaus, das fehlende Kulturkonzept und die mangelnde Förderung zeitgenössischer Kunst mehr an Fahrt.

Ausstellungsansicht Klub 500
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29.09.08 | Permalink | Kommentare (0)
Michael Reuter | Kritik
Die Wunden vernähen. Isabell Kamp im Hospitalhof Stuttgart

No Consequences (No Excuses), 2008, 140 x 210 cm, Acryl, Stoff, Garn
Immer das Gleiche. Der Kunstkritiker geht in eine Ausstellung, sinniert ein wenig über die gezeigten Werke, schreitet gedankenschwer nach Hause und formuliert am Schreibtisch die einzig wahre Interpretation. Zumindest aus seiner Sicht. Konfrontiert man die betreffenden Künstler mit den Einsichten, zeigen die erfahrenen Hasen ein verständnisvolles Lächeln und schweigen, die Frischlinge von den Akademien schlackern mit den Ohren und versuchen zu retten, was noch zu retten ist. So erging es dem Rezensenten jüngst mit Isabell Kamp (28), deren Werke seit letzter Woche im Hospitalhof in Stuttgart zu sehen sind. Dem Genderdiskurs unter autoaggressiven Aspekten wollte Isabell so nicht folgen. Der Kritiker ist darob nicht geknickt, sondern freut sich über jede Kunst, über die zu diskutieren sich lohnt.
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29.09.08 | Permalink | Kommentare (0)
Michael Reuter | Sonstiges
Es gibt sie doch noch...
...die kritische Kunstkritik. Der verehrungswürdige Niklas Maak schreibt hier über seine Eindrücke von der neuen Ausstellung „Spuren des Geistigen“ im Haus der Kunst in München. Lasset uns alle daran ein Beispiel nehmen. Wir sollten viel öfter mal kräftig vom Leder ziehen. Bei 600 Galerien in Berlin dürfte doch genug Kunstmüll anfallen.
Klar, es darf auch jubiliert werden, aber wie heißt es so schön bei Friedrich von Logau: In Gefahr und größter Not bringt der Mittelweg den Tod.
25.09.08 | Permalink | Kommentare (0)
Markus Wirthmann | Kritik
ShContemporary 2008

Sie ist vorbei, die zweite Kunstmesse nach Schweizer Rezept in China. Eigentlich sollte sie ja ArtBasel Shanghai heißen – jedenfalls rein gefühlsmäßig (ich will hier ja keine Markenrechte ankratzen und mir ein paar Abmahnungen einfangen). Diesen Messen haftet mittlerweile genau so ein Franchising-Muff an wie früher mal Photo-Porst und heute Starbucks und McDonalds. Übrigens ist hier in Südostasien die Dichte der genannten Franchising-Unternehmen deutlich höher als in Europa – und lustigerweise natürlich auch deren Kopien.
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21.09.08 | Permalink | Kommentare (2)
Michael Reuter | Interview
Daniel Wagenblast: Stadtmöblierung mit Humor

Foto: © Ralf Spieß
Der 1963 in Schwäbisch Gmünd geborene Bildhauer Daniel Wagenblast hat sich in Stuttgart-Heslach eine ehemalige Kneipe zum Atelier umgebaut. Der Tresen, die Eckbänke und Stühle wurden mit Brecheisen und Motorsäge portioniert und zum Sperrmüll gestellt. Auf bescheidenen fünfunddreißig Quadratmetern klopft er nun wochenlang an seinen Holzfiguren. Mehr Platz braucht der Künstler nicht. Er arbeitet immer nur an einer Figur, die großen Stämme liegen im nah gelegenen Garten seiner Wohnung und dort macht er auch die groben Sägearbeiten. Die fertigen Skulpturen gehen gleich wieder raus, in Ausstellungen oder zur Gießerei. Wagenblast ist gut im Geschäft. Nicht zu provokant aber deutlich zeitgenössisch eignen sich seine humorigen Skulpturen ideal zur Stadtmöblierung.
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17.09.08 | Permalink | Kommentare (0)
Michael Reuter | Kritik
Karl Bohrmann in der Galerie Klaus Gerrit Friese in Stuttgart

Ölkreide auf Papier, 1998, 9,8 x 12,4 cm
Karl Bohrmanns (1928–1998) zeichnerisches Œuvre ist kaum zu überblicken. Hunderte von Blättern mit Akten, Stillleben und Landschaften in endlosen Variationen.
Stuhl, Tisch, Fenster, Gefäß, Raum, Haus, Baum und Frauenfigur: Nicht das spektakuläre Thema zeichnet die Arbeiten aus, sondern die Bereitstellung einer stillen Zimmerecke, durch deren Fenster wir die Bildgewitterfronten der Jetztzeit beobachten können, während wir uns, mit einer Tasse Tee in der Hand und dem Katalog auf dem Schoß, dem Wunsch des Künstlers anschließen, „dem Strudel der Eindrücke, der betörend betäubenden Bilderflut, ein Stück herausreißen zu wollen, ein Bild herauszuschneiden, kühl und klar wie Glas, das prismatisch die Flut bricht und enthält“.
Informationen zur Ausstellung finden sich hier
17.09.08 | Permalink | Kommentare (0)
Michael Reuter | Vorschau
Von Frischlingen und Flugzeugs

Stanley William Hayter, Cinq personnages, 1946, Radierung, 37,6 x 60 cm
24 Stuttgarter Galerien verzichten am 13. und 14. September auf das verdiente Wochenende und präsentieren beim "art-alarm" ein vielseitiges Kunstprogramm. Veranstaltet von der Initiative Stuttgarter Galerien zeitgenössischer Kunst e.V. sollen in diesem Jahr auch Lesungen, Gigs, Performances und Künstlergespräche stattfinden. Genauere Informationen entnimmt der geneigte Besucher dem Internet oder dem handlichen Booklet, das in vielen Kunst- und Kulturinstitutionen ausliegt. Wem die Wege zu lang sind, der nutzt den kostenlosen Taxiservice und dankt seinem Schöpfer, dass er nicht in Berlin wohnt. Dort zählt man mittlerweile rund 600 Galerien.
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11.09.08 | Permalink | Kommentare (0)
Adib Fricke | Sonstiges
Bundesländer wollen Künstlersozialversicherung abschaffen
Deutscher Kulturrat fordert Ministerpräsidenten auf, ihrer Verantwortung für die Künstler gerecht zu werden
Eilmeldung
Berlin, den 09.09.2008
Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, ist bestürzt über die Initiative der Länder Baden-Württemberg, Brandenburg, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein, die Künstlersozialversicherung abschaffen zu wollen.
Klammheimlich, versteckt in einer Empfehlung (Bundesratsdrucksache 558/1/08 vom 08.09.2008) zum „Entwurf des Dritten Gesetzes zum Abbau bürokratischer Hemmnisse insbesondere der mittelständischen Wirtschaft (Drittes Mittelstandsentlastungsgesetz)“ (Bundesratsdrucksache 558/08) haben der federführende Wirtschaftsausschuss, der Ausschuss für Frauen und Jugend, der Ausschuss für Innere Angelegenheiten sowie der Finanzausschuss des Bundesrates mit den Stimmen der genannten Länder beschlossen:
„Der Bundesrat fordert, dass die Künstlersozialversicherung abgeschafft oder zumindest unternehmerfreundlich reformiert wird.“
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09.09.08 | Permalink | Kommentare (0)
Dirk Teschner | Kritik
Verfickter Humankapitalismus

Eine Aktion im Rahmen des Projektes der NGBK unvermittelt - Kampagne für einen Arbeitsbegriff jenseits von Überarbeitung und Mangel vor dem Wirtschaftsministerium in Berlin.
Weitere Informationen www.unvermittelt.net
08.09.08 | Permalink | Kommentare (0)
Michael Reuter | Kritik
Geisterstunde im Ländle

Mit den Medien der Malerei, der Fotografie und der Skulptur präsentiert der chilenische Künstler Cristóbal Lehyt im Künstlerhaus Stuttgart eine facettenreiche Installation: „Drama Projektion (The People of Stuttgart), 2008“.
Seine Arbeiten kreisen um die Frage, wie das eigene subjektive Empfinden mit kulturellen Prägungen, aber auch mit Projektionen und Erwartungen zusammenhängt.
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05.09.08 | Permalink | Kommentare (0)
Redaktion | Sonstiges
Frau kann sich bewerben - eine neue Runde Goldrausch
Goldrausch Künstlerinnenprojekt art IT
Ausschreibung für den Kurs 2009 bis 15. September 2008
Das Goldrausch Künstlerinnenprojekt lädt interessierte Bildende Künstlerinnen aller Sparten ein, sich um die Teilnahme am Kurs des Jahres 2009 zu bewerben. Das 1989 gegründete Projekt bietet ein Professionalisierungsprogramm an, bei dem berufsrelevante Kenntnisse im Mittelpunkt stehen. Es wendet sich an Berliner und internationale Künstlerinnen, die nach ersten Ausstellungen oder in einer neuen Arbeitsphase individuelle Lösungen auf folgende Fragen suchen: Wie bringe ich meine Arbeit in die Öffentlichkeit? Wie organisiere ich meine selbständige Künstlerinnentätigkeit?
Angeboten werden neben Workshops und Gastgesprächen die Erstellung einer individuellen Website, eines Katalogs, und eine gemeinsame Ausstellung. Geleitet wird das Projekt von den Kunstwissenschaftlerinnen Birgit Effinger und Hannah Kruse; finanziert wird es durch die Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen und den esf. Teilnahmevoraussetzung ist eine abgeschlossene künstlerische Hochschul-/Akademieausbildung oder vergleichbare Kenntnisse, sowie erste Berufserfahrungen. Eine Altersbegrenzung besteht nicht; die Teilnahme ist kostenfrei.
Bewerbungsschluss: Montag, der 15. September 2008.
Informationen zu Projekt, Bewerbungsunterlagen und Kursdaten gibt es bei
goldrausch künstlerinnenprojekt art IT
Händelallee 1
10557 Berlin
Telefon *49 (0)30 3906 3863
05.09.08 | Permalink | Kommentare (0)
Peter Lang | Vorschau
ABC, die neue Kunstshow in Berlin

Photographer: Nick Ash, copyright: abc art berlin contemporary
Heute geht sie los, die ABC Show und alle Kunstparalytiker sind gespannt, was wird das werden? Alexander Schröder, Galerist und Geschäftsführer sowie Organisator der ABC Show nannte in einem Gespräch Ende Juli die Müdigkeit, die sich bei der Teilnahme an klassischen Kunstmessen eingestellt hat, als einen der wesentlichen Gründe für die Initiative.
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04.09.08 | Permalink | Kommentare (0)
Esther Ernst | wo ich war
GRAEME WILLIAMS - RUGA ATHI-PATRA - LAST ONE STANDING - MOYS ANTHEA - RITES OF FEALTY

The Edge of Town
Galerie Artspace, Johannesburg
Greame schafft es (wie auch immer), genau diese prägnanten Dinge, über die zumindest der Ausländer hier staunt, in derselben Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit wie sie hier einem in den Strassen begegnen, einzufangen. Oftmals sind es die irritierenden und toll kombinierten Ebenen von selbst gemalter Werbung auf Hauswänden, bedruckten Stoffen und Menschen in häuslichen Situationen oder denen, die sich ihr Leben auf Strassen eingerichtet haben, die in ihrer einfachen Vielschichtigkeit verblüffen.
03.09.08 | Permalink | Kommentare (0)
Michael Reuter | Essay
„Als ich euch verlies, war ich euer Schüler, nun bin ich der Meister“

Portrait HS_by Philip Sdarr
Auf der Flucht vor weichgespülter Flachware stolperte der Rezensent auf der diesjährigen Art Cologne in der Koje der Galerie Fiebach&Minninger über beglückend Wüstes. Geboten wurde ein Konvolut von Arbeiten des 1983 geborenen Henning Straßburger. „YOU LOOK LIKE SHIT. IS THAT STYLE NOW“ war leider schon weg, „F*** ME I´M FAMOUS“ für ambitionierte 4.800 € noch im Angebot. „Parolenbilder“ mit neongreller Schrift und verwischten, abstrakten Übermalungen, garniert mit kleinen Collagen aus figürlichen Zeitschriftenschnipseln. Was die Brieftasche nicht hergibt, wandert zumindest auf die persönliche Watchlist, und wie der Zufall es wollte, bespielte der Künstler Ende Mai den „gez. – raum für urheber“ in Stuttgart.
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01.09.08 | Permalink | Kommentare (0)
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