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Eliasson entkernt die UdK Berlin

Die WELT vermeldet heute, dass "... Olafur Eliasson ... mit einer fachübergreifenden künstlerischen Ausbildung an der Universität der Künste Berlin (UdK) neue Akzente setzen ..." will.

"Er sei überzeugt, dass sich die Kunst noch vielfältiger und produktiver in die Gesellschaft einbringen und auseinandersetzen müsse, sagte Eliasson gestern zur Vorstellung seines neuen Studios. Der 41-Jährige ... werde am 1. April 2009 seine Professur in Berlin antreten, sagte Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner (SPD). Berlin unterstütze das Projekt von 2009 bis 2011 mit einer Millionen Euro aus dem Masterplan "Wissen schafft Berlins Zukunft."

Nun, nachdem alle was gesagt haben, sage ich: Das scheint mir kein rausgeworfenes Geld zu sein.

"Eliasson, der seit 1994 in Berlin und Kopenhagen lebt, wird in seinem Institut in einer ehemaligen Brauerei 15 Studenten betreuen. Neben experimentellen Arbeiten strebt er eine Vernetzung mit Architektur, Human- und Naturwissenschaften an. Er will international renommierte Gastdozenten in sein Institut holen, die Studenten aber auch in seine eigene künstlerische Arbeit und die seines Studios einbinden. Geplant sind öffentliche Veranstaltungen und die Zusammenarbeit mit Kultureinrichtungen im In- und Ausland. Die Neuberufung Eliassons sei Teil der Umstrukturierungen und des Generationswechsels an der Fakultät Bildende Kunst, sagte Dekanin Ana Dimke."

Nun, einiges was Eliasson da entwirft, haben andere auch schon versucht. Aber was sich als echter Sprengstoff für die UdK und vielleicht die ganze, immer noch dem 19. Jahrhundert verpflichtete Lehre an deutschen Kunsthochschulen erweisen könnte, ist die komplette Auslagerung seiner Professorentätigkeit in den eigenen Produktionskomplex. Zurecht zum Institut geadelt könnte sich der Pfefferberg, wo das Studio Olafur Eliasson demnächst residiert, zum Think-Tank der Kunstausbildung, nicht nur in Berlin, entwickeln.

Nachdem sich die UdK Berlin erst selbst zur Universität geadelt, dann aber, aufgrund von Verfilzung und Geldnot, auf Fachhochschulniveau runtergedimmt hat, eröffnet diese Neuberufung ungeahnte Perspektiven.
Eigentlich kann die Belegschaft von Glück sagen, dass Eliasson den ganzen Plunder nicht einfach gekauft und liquidiert hat. Aber das hängt vielleicht ja nur mit dem Zusammenbruch des isländischen Bankensystems zusammen ... .

Alsdann Studenten lasst die Old Farts doch in Charlottenburg ihr Filznest kuschelig ausbauen, werdet Möhrenzüchter oder begreift, dass die Musik jetzt woanders spielt! Und zwar nicht erst seit heute!

Markus Wirthmann, 11.10.08 | Mehr von dieser Autorin/diesem Autor

 

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