Gastbeitrag | Netz
Ich finde immer, die Welt dreht sich um mich
von Ulrich Diezmann
Ein Interview mit Markus Lüpertz liest sich immer amüsant und die Einlassungen über Fotografie und die Unterschiede zur Malerei sind ja richtig formuliert. Ansonsten einer der wenigen Maler die eine Meinung formulieren - man muß nicht der gleichen Ansicht sein.
Aber vieles erinnert mich auch daran, dass gestern die deutschen Jugendherbergen 100 Jahre alt geworden sind, leider rutscht der "Meister" in seinen Monologen immer schnell in die Nähe des Herbergsvaters:
"Eine Akademie ist keine Schule für Lernbegierige, sondern eine Geniebude. Aber die Studenten verstehen das Vokabular der Akademie nicht mehr. Die Schülerschaft verändert sich, driftet in die modernen Medien ab, driftet in den Beat ab, driftet in die Computer-, driftet in die Handy-Welt ab. Sie begreift nicht die Verzweiflung oder das Ruinöse von Bildender Kunst. ..."
28.02.09 | Permalink | Kommentare (0)
Michael Reuter | Alles
Was ist die Matrix? Erfolg im Betriebssystem Kunst hat wenig mit Genie und viel mit Kommunikation zu tun
Das klingt doch gut! „Das wichtigste im Kunstbetrieb sind die Künstler“, salbaderte der Leipziger Galerist Harry Lybke letzten Dezember auf einer Veranstaltung der Aka Stuttgart. Unter den eurogepolsterten Fittichen des Kunsthändlers darf und soll der kreative Mensch ganz und ausschließlich seinem Werk verpflichtet sein. Der Galerist kümmert sich um die Niederungen des Lebens und schirmt den Künstler ab. Kein Telefonat ohne sein Ohr, kein Sammlerbesuch ohne sein Placet, keine Ausstellung ohne sein Konzeption. Läuft alles perfekt, werden Künstler und Position als alleingültig im Markt verortet und der überreichliche Auswurf der Akademien wird mit siedendem Pech übergossen, sobald er sich anschickt, den Hügel der Kunstgeschichte ebenfalls erklimmen zu wollen. Krieg ist Krieg. Zu den Waffen! Für einen guten, für den einzigen, für den eigenen Zweck.
27.02.09 | Permalink | Kommentare (0)
Gastbeitrag | Kritik
Xing Si
Guest Contribution by R A Suri
Xing Si
Yip Lap Wing
Fei Contemporary Art Centre, Shanghai

The entire premises of the newly relocated Fei Art Center Shanghai, were subject to a ten day creation period which culminated as “Xing Si”, an experimental installation work by the German based Hong Kong artist Yip Lap Wing.
Yip Lap Wing is noted for his unusual attention to perspective and visual creations which encompass diverse medium in exploration of themes of trans-culturalism, historicity and subversion of media imagery in works which prove to be volatile and ambiguous in a simultaneity of contrastive references, sensory perception and the demarcation of human experience at a peripheral level.
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27.02.09 | Permalink | Kommentare (0)
Gastbeitrag | Kritik
Brandenburgs Stipendiaten - Helden sind schwarz-weiß und Mädels blauäugig
von Ulrich Diezmann
9 Stipendiaten für Bildende Kunst aus 3 Jahrgängen in den Kunsträumen auf Burg Eisenhardt in Belzig.

Burg Eisenhardt am 22.02.2009
Unter dem Titel "Neulanderkundung" präsentiert das Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus in Kooperation mit Kunstpflug e.V., dem Betreiber der Kunsträume, Arbeiten der Stipendiaten für Bildende Kunst des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg.
Jan Beumelburg, Ingar Krauss, Petra Petrick für 2006, Angela Fensch, Ralf Hentrich, Daniel Klawitter für 2007 und Ina Abuschenko-Matwejwa, Göran Gnaudschun und Hardy Kuttner für das Jahr 2008.
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27.02.09 | Permalink | Kommentare (0)
Markus Wirthmann | Alles
Aha!
Meine liebe Freundin Corinna hat sich im Tagesspiegel mal mit den Problemen des Künstlerdaseins auseinandergesetzt. Reichlich spät - das habe ich ihr doch schon vor Jahren auseinandergesetzt.
"Zu viele Künstler, zu wenig Geld"
"Noch sei die Wirtschaftskrise bei den Künstlern und Kreativen nicht angekommen, sagt Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats. Doch er sieht große Probleme auf Künstler zukommen. In vielen Bereichen sei die öffentliche Hand Auftraggeber. Wenn das Wahljahr vorbei sei und die Milliarden aus den Konjunkturpaketen ausgegeben, "dann wird gerade der Kulturbereich sparen müssen. Das werden die Kreativen deutlich spüren." Marco Mundelius vom DIW sieht die Berliner Kreativszene jedoch für die Krise gut gerüstet. Denn sie sei sehr kleinteilig. Kleine Büros, Verlage oder Agenturen könnten aber weit flexibler und schneller auf Krisen reagieren als große Konzerne. ..."
Ist das jetzt eigentlich ein gutes oder ein schlechtes Zeichen, dass sich die Wirtschaftsredaktion einer Tageszeitung mit der Kunst beschäftigt?
Im Anschluss an den Artikel kann man noch über die Frage "Gibt es zum prekären Lebensstil vieler freischaffender Künstler eine Alternative?" abstimmen. Im Augenblick überwiegen die Schwarzseher ...
26.02.09 | Permalink | Kommentare (1)
Konstantin Schneider | BERLIN weekly
Berlins rasender Kunstreporter bittet zum TRINKFEST

Wahnsinn! BERLINER KUNSTKONTAKTER - mobil, modern, metropolitan ART TV ist jetzt schon drei Jahre alt und feiert im ZAGREUS KOCH/KUNST ein Riesenfest. Unglaublich, wie schnell die letzten drei Jahre vergangen sind, in denen wir kunstinteressierten Menschen aus aller Welt begegneten und in denen wir wohlwollend aber mitunter auch sehr kritisch verfolgten, wie sich die Hierarchien des Kunstbetriebes umformten, ohne dass deswegen von Sieg oder Revolution hätte gesprochen werden müssen. Da Mobilität in dieser Zeit ja ein Hauptmerkmal unserer Tätigkeit war, bekennen wir uns natürlich gerade angesichts der aktuellen Krisenstimmung noch einmal ganz ausdrücklich dazu und haben den 3. KUNSTKONTAKTERGEBURTSTAG konsequent unter das Motto "GENERAL MOBILISATION" gestellt.
Natürlich seid Ihr alle eingeladen. Bringt die Freunde, die ihr auf den vielen Vernissagen am Freitagabend trefft, alle mit zur Party. Wir starten um 22 Uhr. Übrigens, unsere Party ist diesmal unser BERLIN weekly. Wer uns vermisst, sollte gratulieren kommen.
Im ZAGREUS, Brunnenstrasse 9a, im Hinterhof hinter der Baustelle erwarten Euch, Philipp Geist´s Wasser-Video-Installation "TAUCHGÄNGE", die DJ´s Cosmic poetry + Mike Riemel aka Aussenborder sowie the very Best of Shanghai, Miami & Madrid selected by Konstantin Schneider. Ahoi!
26.02.09 | Permalink | Kommentare (0)
Konstantin Schneider | BERLIN weekly
Who is Annie? We love Cindy!

Der Knaller der Woche war für uns nicht etwa Annie Leibovitz´ Show im CO sondern Cindy Sherman bei Sprüth Magers. Zwar liess sich die "Identitätspuzzlerin", der eine unfassbare Lust zur Hässlichkeit nachgesagt wird - obwohl in der Stadt - verständlicherweise nicht auf der Vernissage ihrer Ausstellung blicken. Denn die scheue Kaiserringträgerin wäre angesichts ihrer atemberaubenden Fähigkeiten hinsichtlich der Entlarvung von Perfektionsansprüchen sicher unter der Tonnenlast vergleichender Blicke zusammengebrochen. Doch mit ihrem aktuellen Ansatz, den Alterungsprozess, dem sie mit ihren 55 Lebensjahren genauso ausgesetzt ist, wie wir, durch Maskenspiel künstlerisch zu überhöhen, ging Sherman aufs Ganze, tastete sie sich doch näher als sonst an die bittere Realität heran.
Der zweite Lichtblick war Francoise Cactus, die in der Galerie Crystal Ball ihre wunderschönen "Häkeldiven und andere Starletten" zeigte.
BERLIN weekly No. 08:
Cindy Sherman | Sprüth Magers Berlin
Francoise Cactus | Häkeldiven und andere Starletten | Galerie Crystal Ball
Tim Ayres | to increase on return | Galerie Martin Mertens
MINTON´S PLAYHOUSE | Groupshow | artnews projects
LAb[au] | LAboratory for Architecture and Urbanism | [DAM]
Hier & Jetzt | Groupshow | Wewerka in der Kupferfabrik
Anke Kalk | SUNDAY MORNING DANCING | Galerie Metro
Arno Bojak | Grüsse aus Metamorphosika | KOMET Berlin
26.02.09 | Permalink | Kommentare (0)
Gastbeitrag | Rückschau
Drei Tage, drei Nächte, drei Orte ...
Gastbeitrag von Patrick Alt
Micky Mouse Club mit Thomas Winkler
Papers/Papiere im Studio Reichenbergerstraße
mit André Butzer, Andreas Hofer
und Ullrich Wulff & Kunstklub Berlin

22.02.2009. Ich steh auf, was war gewesen? Drei Tage, drei Nächte, drei Orte in Berlin. Ich fang beim 3. Abend an und ende in der 1. Nacht.
Die Entzugserscheinungen sind groß. Die Rote Rose in Kreuzberg war der 3. und letzte Ort von allen Gewesenen morgens um halb 4. Rouven Schmitt zieht die Biertulpe zum Hals. Dennis Loesch weigert sich aus anderen Gläsern als aus Tulpen zu trinken. Ein Blumenbazar aus Glas. Alle ziehen die Tulpen zum Kopf. Wie: "A night of serious drinking". Alle, die noch hier sind, halten die Gläser hoch. Ein Kreuzberger-Kneipen-Urgestein erzählt von Mickey Rourke: Das Geheimnis des Siegens. Ich verstehe nur noch jeden 5. Satz.
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25.02.09 | Permalink | Kommentare (1)
Markus Wirthmann | Kritik
Rotlichtbezirk Wedding*
Erika Mustermann
Neue feministische Positionen
Der Strich, Berlin
13. Februar - 7. März 2009
Piotr Baran, Eva Bertram, Heike Gallmeier, Marc Gröszer,
Joe Neave, Alina Rudnitskaya, Ann-Sofi Sidén, Susa Templin

Erika Mustermann ist nach Hysteria die zweite Ausstellung im Atelierhaus in der Tegeler Straße 6, gleich hinter Schering. Eine Gruppe VerschwörungstheoretikerInnen scheinen sich unter dem höchst programmatischen Titel „Der Strich“ und der Verheißung "neuer feministischer Positionen" zusammengetan zu haben, um ... ja um was denn eigentlich und überhaupt?
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25.02.09 | Permalink | Kommentare (0)
Charlotte Lindenberg | Kritik
Mushrooms of Cologne
Oh no - not again.
This sigh, which acompanies the history of mankind, came to my mind when I first saw the title of an exhibition in Cologne, Germany, announcing “Beat Poets, Hippies, Funk, Minimal Art. San Francisco 1955-1968”.
Maybe you, the gentle reader, are more attentive than I was and already recognized what I ignored, namly the date “1955”. I however just winced at the sight of the calamitous figure “1968”, which has been haunting me since I started to learn about politics, music and literature of an epoch usually summerized by the token “1968”. Since that period I know that focusing on the date 1968 is a common misunderstanding – at best. Actually 1968 is “the year after” – after all. After all which had been true and authentic. Even after the funeral of the hippie movement, which had been burried ritually in the summer of 1967, when the San Francisco community realized that a sell-off of all what was known as counter culture had begun.
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24.02.09 | Permalink | Kommentare (0)
Gastbeitrag | Kritik
That Leibovitz Woman
Gastbeitrag von Jenny Möller
Annie Leibovitz
A Photographer’s Life . 1990 - 2005
Postfuhramt, Berlin
21.02. bis 24.05.09

Eine Menschentraube drängelt sich am Abend des 20. Februar vor dem Haupteingang des ehemaligen Postfuhramts, erklimmt geduldig Stufe für Stufe. Hunderte Menschen warten zwanzig bis dreißig Minuten in der klirrenden Kälte - um sich Bilder anzuschauen, von denen sie sicher viele schon kennen aus Zeitschriften oder Bildbänden und Werbekampagnen. Es handelt sich schließlich um eine Art Retrospektive der Jahre zwischen 1990 und 2005. Aber genau das ist das Geheimnis: Wir wissen, was uns erwartet. Wissen, wir werden faszinierende Porträtfotografien zu sehen bekommen, zu denen wir leicht Zugang finden. Das ist ja nicht unbedingt üblich in der bildenden Kunst, auch in der Fotografie nicht. Oft erschließen sich die Werke nur mühsam oder sie laufen leicht Gefahr als trivial zu gelten. Auf diese Idee wird man nicht kommen wenn es um die Bilder von Annie Leibovitz geht. Gleich ob Magazin-Cover, Star-Porträts oder Familienfotos – sie strahlen. Sie erzählen Geschichten, an denen wir als Betrachter teilhaben dürfen.
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22.02.09 | Permalink | Kommentare (0)
Gastbeitrag | Kritik
Hobbyraumpornoaltarskulpturen
Gregor Schneider
Doublings
Konrad Fischer Galerie, Berlin
28.11.–10.1.2009
Gastbeitrag von Andreas Koch
Dieser Text erscheint auch in der neuen "von hundert 08"

Nein, ich habe die Ausstellung nicht gesehen. Trotzdem schreibe ich darüber. Vielleicht weil ich letztes Sylvester mit meiner Freundin, meiner Schwiegermutter, deren Schwester und einer Kusine das erste Mal in meinem Leben Rommé gespielt habe und zwar in Mönchengladbach, nicht weit entfernt von Rheydt, einer protestantischen Nachbarstadt, die mit dem katholischen Gladbach eine nicht sonderlich harmonische Stadtehe führt. Obwohl beide Stadtteile recht ähnlich aussehen. Nirgendwo sonst habe ich so unterschiedliche Arten gesehen, Fenster zu verschließen. Zu den üblichen Plastikjalousien gibt es blickdichte Butzenfenster, alle Variationen von Gardinen mit Vorhängen, ein Haus hatte sogar Glasbausteine mit halb herunter gelassenem Rollladen. Ich schwör’s.
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22.02.09 | Permalink | Kommentare (0)
Esther Ernst | wo ich war
ONO YOKO - KAPOOR ANISH - MEDIUM RELIGION - VILLIGER HANNAH - KENTRIDGE WILLIAM - IZIKO SOUTH AFRICAN NATIONAL GALLERY - MICHAELIS GRADUATE SHOW

re.ackt.feminism
Alte Akademie der Künste, Berlin
1965 performte sie als noch recht unbekannte Künstlerin in New York, setzte sich auf den Boden und forderte das Publikum mit der neben ihr liegenden Schere auf, Stoffteile aus ihrer Kleidung herauszuschneiden. Die Reaktionen fielen ziemlich grob, belustigend und herablassend aus. In dieser zum Teil beängstigenden Rohheit liegt unglaublich viel Spannung.
2003 wiederholte sie ihre Performance in Paris auf einer Bühne auf einem Stuhl sitzend, neben ihr die Schere liegend und irgendwo ein Mikrophon platziert. Was in diesen vierzig Jahren mit Yoko Ono und der Welt passiert ist, wird in diesem Video deutlich. Vorsichtig tritt das Publikum an Yoko heran, flüstert ihr zu, bedankt sich bei ihr, schenkt ihr das ausgeschnittene Stück Stoff zurück, behandelt sie wie eine Heilige. Die eigentliche Performance verschwindet, wird komplett nebensächlich. Toll, diese Kontextverschiebung.
21.02.09 | Permalink | Kommentare (0)
Michael Reuter | Region Stuttgart
Vielfalt in der Einheit. Der Kulturverein Provisorium in Nürtingen bei Stuttgart

Muss ja ein mächtig großer Kulturverein sein! Mit Zentralsaal! In Nürtingen! „Hotelbar Kassel“, „borderlines“, „Schauraum“, „Café Logos“, „El Kursaal“ und ein „Filmclub“ buhlen auf der Website um die Gunst eines kulturell offensichtlich äußerst regen Publikums. Womöglich mit Strahlkraft weit über die Provinz hinaus? Nie gehört. Verdammt!
Die Recherche vor Ort führt in den Keller der frisch renovierten Stadthalle und zur buddhistischen Erkenntnis: Alles ist Eins.
21.02.09 | Permalink | Kommentare (0)
Charlotte Lindenberg | Kritik
The Medium is not the only Message
Until April 19th the Center for Art and Media (www.zkm.de) in Karlsruhe, Germany, will be hosting “Medium Religion” - an exhibition on religion´s appearance in the media.
Contagious
Did you notice the epidemic spreading of the exclamation “Oh my God!”, which is yelled through TV broadcasts and playgrounds worldwide? Previously decent citizens were to confine themselves to “oh my gosh” or “Jee”, if you like. But days are gone when restraint was exercised as far as religion was concerned. Nowadays religious issues are omnipresent. So what has happened to mankind? Where do they all come from, those ardent fighters for truths and values? And this doesn´t mean the ones with firearms but as well those with fiery voices, quivering with emotion. Once again: Has their number increased? The Karlsruhe answer is: not really. The devout representants of (almost) all creeds result from the same source as the mad and maddening outcry “oh my God” does: from the media. As well as language disorders infect one TV series after another before echoing from every Central European corner, so called religious issues trickle from each and every satellite. Briefly speaking: not the amount of believers has increased but their visibility.
Curated by philosopher and media theorist Boris Groys and ZKM´s director Peter Weibel a great number of video screens and installations show religion´s past and present forms of dissemination.
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21.02.09 | Permalink | Kommentare (0)
Gastbeitrag | Essay
Lehmänner Berlins
Gastbeitrag von Raymond Unger
„Das kennt man ja“, sagte der Arzt in der Notaufnahme des Urbankrankenhauses in Berlin Kreuzberg. „Erst verbringen sie Jahre damit sich als erfolgloser Künstler zu rechtfertigen, dann ertragen sie ihren plötzlichen Erfolg nicht mehr.“ Karl der Bildhauer ist wahnsinnig geworden. Eben hat er sein ganzes Werk zerstört, nun hat ihn sein bester Freund, Herr Lehmann, ins Krankenhaus gebracht, wo er mit Psychopharmaka ruhig gestellt wird. Die berühmte Schlussszene aus Sven Regeners Roman „Herr Lehmann“ beschreibt in sehr treffender Weise das Drama des über Jahre erfolglosen Künstlers in Berlin. Berlin hat die belebteste Kunstszene ganz Europas, dementsprechend wirkt diese Stadt wie ein Magnet auf junge Künstler aus aller Welt. Denn Kunst ist angesagt wie nie. Das mediale Zerrbild vom Kunsthype mit Vertretern wie Jonathan Meese, der scheinbar mit Leichtigkeit und Spaß Millionen verdient, beschert den Hochschulen eine nie da gewesene Bewerberflut. So sammeln sich seit Mauerfall tausende Künstler in Berlin - und alle kommen mit Zuversicht, Mut und Elan in diese aufregende Stadt.
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20.02.09 | Permalink | Kommentare (2)
Konstantin Schneider | BERLIN weekly
Prickelpit aus Berlin und aus Madrid
In der KW 07 brachten wir insbesondere aus Madrid viele neue Bilder mit. Das Wegbleiben der internationalen Kunstelite, die derzeit offensichtlich nachrechnet, ob´s für den Easyjet überhaupt noch reicht oder aber vielleicht auch an ihren Anklageschriften gegen solche Schwerstbetrüger wie Madoff feilte, war nach Durchsicht spanischsprachiger Medien überhaupt kein Beinbruch, denn die ARCO soll für viele Kunstmittler angeblich sogar bessere Ergebnisse gebracht haben als die ARTBASELMIAMI.
Spannend aber war es hauptsächlich in den Galerieräumen mancher Aussteller, z.B. bei Helga de Alvear, wo wir uns Santiago Sierras aktuellste Arbeit "Los Penetrados" ansahen und bei Juana de Aizpuru, bei der es das Video "Pegasus Dance" von Fernando Sánchez Castillo zu sehen gab, in dem zwei holländische Wasserwerfer in einem sagenhaften Divertimento die Veränderung unserer Wahrnehmung von Staatsgewalt auf die Probe stellen.
Auf der ARCO taten es uns in erster Linie Marina Abramovic´s in Laos entstandene Arbeiten an. Für eine intensive künstlerische Auseinandersetzung mit der Finanzkrise war es aber offenbar immer noch zu früh. Sollten die Dompteure des Finanzzirkus etwa zu abgebrüht sein?
Weekly No. 07 BERLIN-MADRID:
Santiago Sierra | Los Penetrados | Galeria Helga de Alvear Madrid
Fernando Sanchez Castillo | Divertimento | Juana de Aizpuru
Norbert Bisky | Espacio Minimo Madrid
INDIA at ARCOMADRID 2009
ART MADRID 2009 II
Kathrin Becker | Excuse me, are you famous? | galerie invaliden 1
Simon Starling | Underlime | Temporäre Kunsthalle Berlin
Collected Voices | Heiser, Rudolph, Brock, Kittelmann, Wowereit, Pigozzi, Tinterow, Lepore, Obama...
19.02.09 | Permalink | Kommentare (0)
Michael Reuter | Region Stuttgart
Always Look on the Bright Side of Life. Die Ausstellung "Medium Religion" im ZKM Karlsruhe

Alexander Kosolapov: This is my blood, 2002, Leuchtkasten, 105 x 150 cm, Courtesy Guelman Gallery
Okay, okay, die Theorie! Mag sein, dass die von Peter Waibel und Boris Groys kuratierte Ausstellung „Medium Religion“ im ZKM arg gedankenschwer daherkommt und dass die große Themenvielfalt einige Besucher intellektuell keult, aber was soll´s?
Leben, Tod und Unsterblichkeit, religiöser Fanatismus, Genderthematik, quasi-religiöse Verehrung von Künstlern und Politikern, dazu Dokumente zum Streit um das Kaaba-Projekt von Gregor Schneider oder zur Debatte um die Kölner Zentralmoschee: In der Materialmenge überwältigend und zeitraubend, aber trotz der teils bedrückenden Thematik spannend, blasphemisch und unkonventionell.
17.02.09 | Permalink | Kommentare (0)
Markus Wirthmann | Kritik
Celeste-Echo aus NY
Jon Meyer, Künstler aus New York, hat sich schon vor einem Monat Gedanken über die Schwachsinnigkeit Eigentümlichkeit des Celeste.Prize09 gemacht und diese in seinem Blog veröffentlicht:
...
But there is a kicker. €50 per artist! That´s how much you pay if you want to submit work. That´s more than twice what competitions like the John Moores prize charge, and goes beyond any definition of an "administration charge."
Poof. Any lofty claims the jurors make about being "an accessible entry without barriers" go up in smoke. The jurors say "Celeste has de-formalised things and extinguished many of the stultifying aspects of traditional art prize administration." If they really believe €50 is not stultifying, they have lost touch with artists. The jurors should not be so self-congratulatory about using this form of income redistribution amongst artists already strapped for cash.
Beitrag »Celeste Prize 09« auf Jon Meyers Blog ganz lesen ...
14.02.09 | Permalink | Kommentare (0)
Gastbeitrag | Alles
Wir sind so frei!
Gastbeitrag von Hawe Mueller
Probanden/Künstler mit Hartz4 gesucht!
Seit einigen Jahren arbeite ich in der freien Kunst- und Filmszene. Dabei beobachte ich eine schleichend perfide Diskussion über Hartz4-Empfänger/Innen.
Ich kann mich des unangenehmen Eindrucks nicht erwehren, dass der Staat so tut, als müsse er großzügig als Almosengeber seinen Untertanen gegenüber auftreten und diesen permanent "nichtstuendes Schnorrertum" unterstellen. Ich aber bin zu tiefst davon überzeugt, dass der Mensch als humanes Wesen in seiner Grundstimmung kreativ veranlagt ist.
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12.02.09 | Permalink | Kommentare (1)
Markus Wirthmann | Kritik
Per un pugno di dollari*
Celeste Prize 2009
Gerade rechtzeitig zur 59. Berlinale kehrt der Italo-Western in Gestalt des Celeste Kunstpreises nach Berlin zurück. Allerdings hat hier ganz offenbar Dieter "Such-Den-Superstar" Bohlen Regie geführt. Hat er natürlich nicht, aber das Drehbuch, vulgo: die Ausschreibung, ist wieder dermaßen bekloppt, dass man hier Scherz, Satire, Ironie ohne tiefere Bedeutung, aber mit böswilliger Absicht vermuten könnte.
Die Bedingungen sind wieder ungefähr die gleichen wie im letzten Jahr. Alle Künstler zahlen – und zwar ALLES. Einer pro Kategorie gewinnt – und zwar ein BISSCHEN. Und damit die ganze Sache nicht so saudumm aussieht hat man auch dieses Jahr wieder einige mehr oder weniger prominente Artworker und -innen finden können, die für den Quatsch ihre Rübe hinhalten.
Für die marktgängigen Formate sind das Mark Gisbourne, Adrienne Goehler, beide Berlin, und Victoria Lu, Shanghai (Nachtigall ick hör dir trapsen! Celeste will doch nicht etwa nach Asien expandieren?)
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11.02.09 | Permalink | Kommentare (0)
Gastbeitrag | Alles
Der Hang zum Gesamtkunstwerk: Sonic Youth
von Jürgen Schneider
Die Kunsthalle sowie Kunst im Tunnel, beide Düsseldorf, zeigen derzeit die von Roland Groenenboom kuratierte, in alle möglichen Richtungen ausufernde Ausstellung »Sonic Youth etc.: Sensational Fix« mit mehr als 300 Exponaten, die sich den multidisziplinären Aktivitäten der 1981 gegründeten US-Gitarrenband Sonic Youth (Kim Gordon, Thurston Moore, Lee Ranaldo, Steve Shelley) widmet.

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11.02.09 | Permalink | Kommentare (0)
Markus Wirthmann | Kritik
Der Erbsenzähler
Ignacio Uriarte
9 to 5
noch bis zum 22. Februar
Feinkost, Berlin

Ignacio Uriarte kommt aus der Betriebswirtschaft. Nicht aus der Malerei oder der Bildhauerei, woher der deutsche Künstler gerne kommt: „Ich komme eigentlich aus der Malerei ... und habe gleich einen Termin mit meinem Fallmanager“.
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10.02.09 | Permalink | Kommentare (1)
Gastbeitrag | Kritik
A lasting value: Vandel #2
von Marc LeBlanc
Vandel #2
Patrick Alt, Max Brand, André Butzer, Matthias Eckardt, Daniel Herleth, Marik Lechner, Jannis Marwitz, Christian Rothmaler, Philipp Schwalb, Henning Straßburger, Ulrich Wulff, Christoph Wüstenhagen
December 2008
TÄT, Berlin

André Butzer
Usually I go to openings just to the see the work. I don´t care necessarily who will be there, and frankly, I don´t want to stay that long; I may enjoy the paintings, but feeling awkward and generally unwanted in every other regard is no way to spend an evening. It´s one of contemporary art´s most common problems; how does a gallerist, a curator, an exhibitor of whatever kind, negotiate the whole of an exhibition - art and audience?
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07.02.09 | Permalink | Kommentare (0)
Konstantin Schneider | BERLIN weekly
Mit Dr. K gings doch rasant durch den Januar, oder?
Während der Kunstkontakter aka Dr. K im Januar nun wirklich völlig unentschleunigt sein Handwerk verrichtete, lassen sich die Vertreter des Geldgewerbes ab sofort offenbar doch wieder gern mehr Zeit, als eigentlich gut wäre, um Probleme zu lösen, die uns sonst übermorgen vielleicht über den Kopf wachsen. Auf einem "Gipfel der Hilflosigkeit" in Davos fragten sich jedenfalls alle, was machen wir jetzt bloss? Zudem täuschen die Memmen, die uns die Miesen eingebrockt haben, immer öfter einfach einen Selbstmord vor, um so elegant der Strafverfolgung zu entgehen ( siehe =>> ). Da bleibt einem echt die Spucke weg.
Wenn alles doch halb so tragisch sein sollte, wie es in den letzten Monaten vermittelt wurde, dann soll es uns nicht jucken. Ansonsten könnte es durchaus auch anders weitergehen. Vielleicht so nämlich: Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, dann steht der Lynchmob vor der Tür!
Aber keine Sorge, Dr. K ist auch in diesem Fall zur Stelle. Geniessen Sie also lieber den Berlin weekly No. 05:
VERUSCHKA Vera Lehndorff & Holger Trülzsch | SIGNS | LUMAS Showroom
Harald Hermann | In naher Ferne | Galerie Crone
Sebastian Schrader | Neuland | berlin art projects
Jim Avignon & Yukihiro Taguchi at SAKAMOTOcontemporary
John Cake + Darren Neave | KIPPENSCHLUMPF BÜRO | Markus Winter
Filiz Azak | Gute Böse Töchter Söhne | Lacke + Farben/a>
Bernd Damke | Cala de las Mariposas | Kunststiftung Poll
JESCHONNEK, ZIPSER, ZWINGER | TAMMEN GALERIE
Sven Marquardt | Merry Karnowski Gallery
Bernar Venet | SCULPTURE FOR BERLIN | Schinkel Pavillon
Kate Theodore | Brennstoff! artistic refuse-derived fuel | TRASHMUSEUM Pankow
Christoph Korn | Non-Machine-Series | [DAM]
Maike Sander | festhalten | Priess Dörrie
Linda Francke | After Eight | Galerie Eva Bracke
06.02.09 | Permalink | Kommentare (0)
Gastbeitrag | Kritik
"The Red Flag Flies" alters "film" beyond recognition
Guest contribution: Cui Zien about a film by Zhou Hongxiang.
Please read on for an english language version.


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02.02.09 | Permalink | Kommentare (0)
Gastbeitrag | Essay
The Quixotism of Christophe Demaitre
Guest Contribution by R A Suri

In question of the artistic direction assumed by Christophe Demaitre, one faces a dilemma. The paradox of photographic imagery derived from a near nomadic lifestyle and whose content appears near centrically oriented to the urban experience and consequent alienation of humanity, and that of a process orientation wherein the artist shatters formalistic boundaries and discards pre-deliberation amidst the chaos of creation. His attention to material and adaptation imbue the oeuvre with a Neo-Dadaist spirit & serve to engage the viewer as he confronts facile dichotomies and roles attributed to documentary and lyrical, poetical photography. The artist enacts a random survey of scenes captured by the lens while wandering the streets of whatever city or anonymous street, individuals are obscured by an abstraction engendered in the process of emulsifying canvas and the subsequent, spontaneous layers of paint which arise in his final touches of creation.
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02.02.09 | Permalink | Kommentare (0)
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