Esther Ernst | wo ich war
CARDIFF JANET & MILLER GEORGE - VON PLATEN EVA - BOROS COLLECTION - REESE KIRSTEN

CARDIFF JANET & MILLER GEORGE
the murder of crows
Hamburger Bahnhof, Berlin
the murder of crows
Hamburger Bahnhof, Berlin
+ ja wenn die Hollywood machen wollen, dann hätten sie besser mit Stephen King zusammen arbeiten sollen und wenn die Kunst machen wollen, ist es schon ein wenig arm, bloss auf die Technik zu setzen, muss halt auch noch ein bisschen Inhalt her.
Was ist denn nur los plötzlich? Das ist doch Scheiss mit Reis.
Was ist denn nur los plötzlich? Das ist doch Scheiss mit Reis.

CARDIFF JANET & MILLER GEORGE
GHOST MACHINE
HAU 1, Berlin
GHOST MACHINE
HAU 1, Berlin
+ mit Kamera und Kopfhörer ausgestattet, begibt man sich auf den Videowalk durch das schmucke Hebbel-Theater. Eine Stimme flüstert ins Ohr, absorbiert einen vom Trubel im Foyer. Der Film im Display beginnt mit einer Realtime-Geschichte. Stimme und Bild geben den Weg vor, oder anders, man bewegt sich mit ihnen gleichzeitig. Ohne grosse Bemühungen positioniert man die Kamera genau so, wie das voraufgezeichnete Bild im Display es vormacht. Und eben diese Gleichzeitigkeit bildet die frappierend schönen Irritationen: sind das nun meine Schritte oder die aus dem Kopfhörer. Bin ich etwa doch im Aufnahme-Modus oder folge ich noch immer dem vorproduzierten Video?
Die Geschichte, die dabei erzählt wird, interessiert mich kaum. Da war was mit Liebe (natürlich!) und Krieg (ja, ja), die Texte sind schwach und Sophie Rois’ Stimme doch sehr abgelutscht.
Die Geschichte, die dabei erzählt wird, interessiert mich kaum. Da war was mit Liebe (natürlich!) und Krieg (ja, ja), die Texte sind schwach und Sophie Rois’ Stimme doch sehr abgelutscht.

VON PLATEN EVA
Zeichnungen Photographien, Collagen
Galerie Barbara Wien, Berlin
Zeichnungen Photographien, Collagen
Galerie Barbara Wien, Berlin
+ ich musste so sehr über die Drohbrief-Collage "Mutter ruf nicht mehr an" lachen.
Toll auch, dass sie verkauft war, inmitten dieses Zeichnungskonvoluts.
Toll auch, dass sie verkauft war, inmitten dieses Zeichnungskonvoluts.

BOROS COLLECTION
Sammlung von Christian Boros
im Bunker in Berlin
Sammlung von Christian Boros
im Bunker in Berlin
+ ich hab mir gleich gedacht, dass ich den Bunker lieber ohne Kunst anschauen möchte. Dass mich die Baugeschichte dieses Kolosses mehr interessiert als die irgendwie stümperhaft auflehnende Kunst darin.
Das gut verkaufbare Motto von Herrn Boros: „ich sammle Kunst, die ich nicht verstehe“ törnt mich schon so dermassen ab, genau so die leicht gestresste und darin ziemlich lustlose Führung (aber alles irrsinnig cool) von Räumchen zu Räumchen. Ich glaub, mir ist das zu fesch, zu hip, zu viel auf-die-Kacke-Gehaue, zu wenig Probleme-mit-der-Welt und aalglatt sowieso.
Eine Einzelausstellung von Gregor Schneider würde ich mir allerdings gerne darin anschauen.
Das gut verkaufbare Motto von Herrn Boros: „ich sammle Kunst, die ich nicht verstehe“ törnt mich schon so dermassen ab, genau so die leicht gestresste und darin ziemlich lustlose Führung (aber alles irrsinnig cool) von Räumchen zu Räumchen. Ich glaub, mir ist das zu fesch, zu hip, zu viel auf-die-Kacke-Gehaue, zu wenig Probleme-mit-der-Welt und aalglatt sowieso.
Eine Einzelausstellung von Gregor Schneider würde ich mir allerdings gerne darin anschauen.

REESE KIRSTEN
Kugelspiele
Ohrenstrand, Berlin
Kugelspiele
Ohrenstrand, Berlin
+ 11 Geschicklichkeitsspiele hat Kirsten Reese auf dem Flohmarkt gefunden und daraus 11 Klangspiele für Akkordeon, Live-Elektronik, Videoprojektion und Geduldsspiele konzipiert. Frau Reese hat geübt und spielt die Spiele live, von einer Videokamera wird der Verlauf übertragen und gross projiziert. Die Geschicklichkeitsspiele sind mit Lichtsensoren ausgestattet, so dass die Bewegungen der Kügelchen in vorbereitete elektronische Sounds umgewandelt werden. Gleichzeitig liest die Akkordeonspielerin den Verlauf des Spieles ähnlich wie eine Partitur und setzt die Spielbewegungen ebenfalls musikalisch um. Das surren der Kügelchen in den Plastikgehäusen ist zusätzlich verstärkt.
Ich hab mich weder gelangweilt noch geärgert, aber ich bin von den konzeptionell durchdachten Klangkunstarbeiten nicht mehr besonders Überzeugt, weil man den Klang doch zu sehr dem Konzept überlässt und dies dann halt monoton wird. Stützen alleine tragen noch nichts. Warum bloss diese Gestaltungs-Hemmungen?
Ich hab mich weder gelangweilt noch geärgert, aber ich bin von den konzeptionell durchdachten Klangkunstarbeiten nicht mehr besonders Überzeugt, weil man den Klang doch zu sehr dem Konzept überlässt und dies dann halt monoton wird. Stützen alleine tragen noch nichts. Warum bloss diese Gestaltungs-Hemmungen?
Esther Ernst, 28.04.09 | Mehr von dieser Autorin/diesem Autor
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