Markus Wirthmann | Rückschau
Neulich in Zürich ...


... fielen mir antennenartige Metallstrukturen auf die sich in den blauen Himmel streckten und am oberen Ende kleine rote Metallfinger in zwei oder drei Richtungen streckten. Wie die Raum-Achsen in 3D-Grafiken. Der Luftraum wird von den befingerten Stangen in Objekte zerschnitten. Große Volumen, Turmhohe Kuben die sich leicht im Wind neigen werden definiert und angezeigt.

Dass es bei den Stellagen und Stangen um das Definieren von Volumen geht war mir sehr schnell klar. Es handelt sich um - im schweizer Sprachgebrauch - sogenannte Bauprofile. Diese werden eingesetzt um Bauwerke zu simulieren, die Kubatur zu überprüfen, eine Gebäudevorschau gewissermaßen.
Die schiere Menge und Größe der simulierten Luftqader, sie türmen sich auf einem ganzen Viertel zwischen Limmatstraße und Güterbahnhof schließen eine friedliche Nutzung vollkommen aus. Es muss sich um Kunst handeln. Eine Vor-Ort-Recherche im Buchladen des Löwenbräuareals an der Limmatstraße, dem Standort von Kunsthalle, Migros-Museum und zahlreichen Galerien, erbrachte erste Hinweise. Es dürfte sich bei der Stadtteilweiten intervention um eine Arbeit von Kilian Rüthemann handeln, einem 1970 geborenen Basler Künstlers der auch schon bei der letzten Berlin-Biennale im Stadtraum aktiv geworden war. Zumindest fand sich in der aktuellen Ausgabe des Kunst-Bulletins entsprechendes.
Oder das ganze ist doch ein kollossales Missverständnis und der Magistrat der Stadt Zürich hat beschlossen die ganze Gegend komplett auf den Kopf zu stellen. Für sachdienliche Hinweise per Kommentar bin ich wie immer dankbar.
Markus Wirthmann, 20.06.09 | Mehr von dieser Autorin/diesem Autor
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