Markus Wirthmann | Kritik

Rocknroll

Gregor Hildebrandt
Der Himmel im Raum
Berlinische Galerie
7. Juni - 31. August 2009

Anlass für die Ausstellung Gregor Hildebrandts in der Berlinischen ist die Verleihung des Vattenfall-Kunstpreises an den Künstler.

Klasse Ausstellung die die Berlinische Galerie da mit der Hilfe von Vattenfall bekommen hat. Für die Berlinische ein absoluter Lottogewinn. Wie übrigens schon die Ausstellung von Ronald de Bloeme, dem Vorgänger im Preise.

Weniger nach Lottogewinn mutet der Preis selbst an. Obwohl das Maß des Preises, in der Laudatio von Galerieleiter Jörn Merkert, als realistsisch, angemessen und anspornend beschrieben, ist er eher ein Armutszeugnis für den Sponsor.

Preisgeld gibt es eigentlich gar keins. Eine Ankaufsgarantie von 8.000 Euro ist für einen Künstler der Steuern zahlt und, wie Gregor Hildebrandt, ein Atelier mit einigen Assistenten unterhält, die auch gerecht entlohnt werden müssen, eher ein Trinkgeld. Abgesehen davon, dass der Verkauf eventuell auch gar nicht aus dem Atelier sondern aus der Galerie erfolgt. Und Galeristen arbeiten auch hart, jedenfalls meistens, am Wohlergehen ihrer Künstler. Deshalb steht ihnen auch ein guter Teil dieser Einnahmen zu.

Gut, ein Katalog und natürlich die Ausstellung, wird auch noch finanziert. Dafür dürfen die Künstler dankbar sein. Aber bitte nicht zu viel, dient diese Förderung doch zu allererst der Imagebildung des Konzerns.

Wenn man Vattenfall googelt kann man sich schnell über dessen Rang und Kapitalkraft in Kenntnis setzen. Energiekonzerne sind ziemlich krisenfest und deshalb ist es schon ein wenig beschämend wenn sich Vattenfall mit solch einem knausrigen Preis kulturell adeln will.

Nichts desto trotz: Gregor Hildebrandts Inszenierung ist Rocknroll! Und das kann er auch ohne Preis.

Markus Wirthmann, 10.06.09 | Mehr von dieser Autorin/diesem Autor

 

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