Gastbeitrag | Kritik
Surreale Gegenwart
Gastbeitrag von Hugo Boadas
Werner Spies und Neo Rauch: Ein unscharfes Foto für verschwommene Gedanken
Kürzlich durften wir im überfüllten Foyer der Nationalgalerie einem Podiumsgespräch zum Thema „Surrealismus und Gegenwart“ beiwohnen, einer Begleitveranstaltung zur aktuellen Präsentation der Sammlung Pietzsch. Fragestellungen des Surrealismus und ihr Stellenwert für die aktuelle Kunst sollten erörtert werden. Sogenannte Meinungsführer des Surrealismus, Werner Spies und Neo Rauch, wurden von Herrn Kittelmann präsentiert. In seiner Eloge auf die Gäste ließ er uns sogleich teilhaben an seiner wenig informativen persönlichen Betroffenheit, die darin gipfelte, sein Initiationserlebnis, die Ausstellung Paris-Berlin von Spies, als Gesamtkunstwerk zu bezeichnen. Demnach gelten also fortan die Ausstellungsmacher als die eigentlichen Künstler und diese programmatische Selbstanmaßung lässt nichts Gutes erwarten. Werner Spies gab den „Grandseigneur“, der mit den Größen dieser ach so kleinen Kunstwelt auf „Du und Du“ steht. Da möchte man als Neo Rauch dazugehören. Der bemühte sich, seiner inneren Verworrenheiten sprachlich Herr zu werden, um sich als Nachfahre des Surrealismus zu qualifizieren. Hierzu benötigte er Spies ordnende Strichworte, womit die Rollen des Stücks verteilt waren. So geriet das Thema zum Vorwand die Malerei Rauchs durch eine Fachautorität mit einem kunsthistorischen Rahmen abzusichern. Die Zuhörer dagegen wurden zu Klaqueuren einer Talkrunde degradiert, die dankbar sein durften, ohne Eintrittsgeld (Kittelmann: „Für die Ausstellung aber brauchen wir ihr gutes Eintrittsgeld.“) einem intimen Gedankenaustausch beiwohnen zu dürfen.
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30.07.09 | Permalink | Kommentare (2)
Markus Wirthmann | Krosspost
Galeriensterben in New York
Via Neues vom Tage von André Debus.
"... James Kalm zeigt wie sich die Finanzkrise auf die Galerieszene in New York auswirkt. In dem kurzen Video hält er fünfundzwanzig Galerien fest, die zuletzt schließen mussten. Ob es ganz so schlimm ist, sei dahingestellt, immerhin sind auf artfacts.net noch immer über tausend Galerien für New York gelistet. Für junge Künstler, die den Sprung über den Teich schaffen möchten ist es jedoch schon bedenklich."
28.07.09 | Permalink | Kommentare (0)
Konstantin Schneider | BERLIN weekly
Ohne Kunstloch durch den Berliner Sommer
Da mittlerweile selbst im Sommer keine Kunstlöcher mehr entstehen, lohnte sich natürlich auch in der Kalenderwoche 30 der Blick nach Berlin.
Gefreut haben wir uns besonders darüber, dass Gilles & Pierre nach 15 Jahren erstmals wieder eine grosse Ausstellung mit vielen neuen Arbeiten in Berlin hatten. Das französische Künstlerpaar zeigt uns, wie dicht Kitsch und Underground, Pop Art und Pathos beieinander liegen. Dass ihre Kunst zu sozialer Dekoration taugt, ist unbestritten. Als Fotograf und Werbegrafiker haben die beiden nämlich grossartige Leitbilder kreiert, ohne die moderne Gesellschaften nicht funktionieren würden. Ganz sicher wird ihre spezielle "Ästhetik des Widerstands" gegen Normen und Konventionen immer wieder neue Generationen inspirieren.
Überhaupt lässt sich so langsam wieder eine grosse Entschlossenheit beobachten, auf jeden Fall weiterzumachen. Denn solange die "Berliner Luft" ihren aparten Duft verströmt und sich z.B. die Sister Cities Los Angeles und Berlin gegenseitig befruchten, werden die Feste eben wieder gefeiert, wie sie fallen.
BERLIN weekly No. 30:
Pierre & Gilles | Retrospektive | CO Berlin
KUNSTKONTAKTER SOMMERKUNSTAKTION | RAUM FÜR ZWECKFREIHEIT
SISTER CITIES LOS ANGELES/BERLIN | Groupshow | Merry Karnowsky Gallery
Iva Vacheva & Christopher Eymann | Ich verdopple Schätzchen | JANINEBEANGALLERY
BERLIN artspotters remastered | GERMAN CONSULATE GENERAL NEW YORK
Sommerfest | Literatur | Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf
Sommerfest | Bildende Kunst | Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf
Abner Preis & Nomad | HUNDSTAGE - HAPPY EVER AFTER | brot.undspiele galerie
passing through | KUNSTPUNKT BERLIN
28.07.09 | Permalink | Kommentare (0)
Gastbeitrag | Kritik
remap Berlin
Gastbeitrag von Stephan Lorenz
Marco Cadioli aka Marco Manray
remap Berlin
Seit 2003 ist der italienische Künstler und Lehrbeauftragte an der "Accademia di Belle Arti, Brescia", Marco Cadioli in virtuellen Welten unterwegs, um zu fotografieren. Ok, es sind Screenshots, was er macht, aber er macht sie mit künstlerisch fotografischem Auge und in der Attitüde des "embedded" Reporters. in der Attitüde eines Robert Capa machte er 2005 Bilder von Kriegen, allerdings von denen in Counter Strike, Quake III und Enemy Territory und berichtete später zum Beispiel aus der virtuellen chinesischen Welt von HiPiHi in einem chinesisch inspirierten Stil. Und natürlich ist er auch "Reporter in Second Life", wie sein gleichnamiges Buch (Shake Edition) heisst.

Oranienburger Straße
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26.07.09 | Permalink | Kommentare (0)
Markus Wirthmann | Kritik
Grillfest mit Rirkrit
Rirkrit Tiravanija
Chew The Fat
neugerriemschneider, Berlin
03.07.09 - 30.08.09

Der Grillwalker der neueren Kunstgeschichte, der, wie ich von Astrid Mania auf Artnet lerne, den Vertretern der relationellen Ästhetik angehört, hat ne Doku-Soap produziert.
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25.07.09 | Permalink | Kommentare (0)
Michael Reuter | Region Stuttgart
Akademie-Rundgang 2009 in Stuttgart
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Ursula Donn (Ausschnitt)
Am Freitag Abend um 19 Uhr startet das schönste Sommerfest im Kessel – der Rundgang durch die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Performances, Malerei, Glaskunst, Architektur oder Kommunikationsdesign – was die 32 Werkstätten der Akademie unter Volllast hervorgebracht haben, verdichtet sich beim Rundgang zu einer unverkrampften Leistungsschau. Dabei geht es auch innerhalb der künstlerischen Klassen sehr abwechslungsreich zur Sache. Der Kampf der Gattungen ist längst einer entspannten Durchmischung gewichen und eigentlich kann ja jeder machen, was er will – wenn er es nur mit Hingabe tut.
Anbei als kleiner Appetizer eine total subjektive Auswahl künstlerischer Positionen. Ich hoffe, die Zuordnung der Namen stimmt. Bei Korrekturbedarf einfach melden.
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23.07.09 | Permalink | Kommentare (3)
Michael Reuter | Region Stuttgart
Performance von Joan Jonas im Staatstheater Stuttgart

Zur Verleihung des mit 16.000 Euro dotierten Hans-Molfender-Preises 2008 zeigt die 1963 in New York geborene Performance-Künstlerin Joan Jonas in Stuttgart ihre Arbeit "The Shape, the Scent, the Feel of Things".
Endlich mal was los im Ländle, sollte man meinen, trotzdem war gestern noch jede Menge Platz im Staatstheater. Lag wohl an den brütenden Temperaturen, aber Leute: Wetter gibt es jeden Tag, die olle Jonas nur noch heute Abend!
Grundlage des Ganzen ist die Person des Kulturwissenschaftlers Aby Warburg, der 1923 mit einem Vortrag über das Schlangenritual der Hopi-Indianer in Nordamerika seine geistige Gesundheit belegen wollte. Er saß im schweizerischen Kreuzlingen in der Psychatrie und wollte wieder raus. Da nutze der schöne Name "Sanatorium Bellevue" gar nichts.
Es gibt eine bildgewaltige Produktion, die bisher nur in New York, Sao Paolo und Berlin (Mist!) zu sehen war. Zeichnungen, Fotografie, Videoprojektion, Jazzmusik von Pianisten Jason Moran, ein ausgestopfter Hund, Krankenhausbetten und Geräusche, Noh Theater und Brüder Grimm: Jonas greift tief in die Truhe kultureller Schätze, um ihre eigenen universellen Bilder zu erzeugen. Schon schön. Vielleicht sollte die Kunst wieder mehr Performance wagen.

22.07.09 | Permalink | Kommentare (1)
Gastbeitrag | Kritik
Netzwerke der Überwachung
Gastbeitrag von Constanze Musterer
Die Ausstellung State of Control von Thomas Kilpper im Ministerium für Staatssicherheit
in Berlin

Nichts erinnert mehr an eine Kantine in dem Raum, den Thomas Kilpper im Ministerium für Staatssicherheit (MfS) mit seiner Kunst okkupiert. Ein paar Stützpfeiler durchbrechen die riesige Leere, der man anmerkt, dass sie schon lange existiert. Um die Kunst in diesem merkwürdigen Ambiente der ehemaligen Speisung der Obersten der DDR zu entdecken muss man den Blick auf den Boden richten. Nicht ehrfurchtsvoll vor der Kunst und nicht deprimiert im Angesicht der hier vollzogenen Geschichte, sondern als Spurenleser von in das Linoleum geschnitzten Bildern, die Fakten und Hintergründe staatlicher Überwachung und Repression offen legen wollen.
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22.07.09 | Permalink | Kommentare (0)
Michael Reuter | Region Stuttgart
„Hast du heute schon dein Viagra gefressen?“
Die frühberufene Künstlerin Jana Kuznetsov malt bei ihren provokanten Performances am liebsten mit Schamröte. Zurzeit stellt sie im Bahnwärterhaus in Esslingen bei Stuttgart aus.

Macht über Macht - Performance mit Sammler und Kunstkritiker Harald Falckenberg, November 2007
Kaum 150 cm hoch, haselnussbraune Kulleraugen und ein zartes Mini-Maus-Stimmchen: „Pffft“ denkt sich der Wolf und pustet die Frau ohne Anstrengung von den Klippen. Aber Obacht, verehrte Kunstfreunde, bevor diese Künstlerin sich wegblasen lässt, wird sie wandelbar wie ein Virus, anhänglich wie eine Zecke, bissig wie ein Rehpinscher und dickfellig wie ein Elefant. Ihr Name ist Jana Kuznetsov: Erdlinge, lauft weg oder kniet nieder.
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20.07.09 | Permalink | Kommentare (0)
Michael Reuter | Netz
Joshua Allen Harris - Inflatable Street Art
Bin ja kein Freund von YouTube-Postings, aber das hier ist doch schon cool, oder?
17.07.09 | Permalink | Kommentare (1)
Redaktion | Netz
Wie Phönix aus der Asche ...
... ist der Eröffnungskalender wieder auferstanden. Nachdem er Mitte Mai aus Gründen vom Netz genommen wurde, ist er dank eines Sponsors nun wieder online.

Die Berliner Galerie Metro unterstützt den Eröffnungskalender und verhilft so zu der nötigen Womanpower, um die Daten einarbeiten und redaktionell betreuen zu lassen.
Damit das möglich wird, sind wir allerdings auch auf die Mithilfe unserer Leser/-innen und Kalender-User angewiesen. Bearbeitet werden nur Einladungen und Hinweise auf Events wenn sie an die Adresse gerichtet sind. Das heisst für Kunst-Orte und Veranstalter, die am Eintrag in den Kalender interessiert sind, dass sie uns mit dieser (und möglichst keiner weiteren) Adresse in ihren Verteiler aufnehmen - oder den Adresseintrag gegebenenfalls ändern.
Und an Ausstellungsbegeher, Kunst-Afficionados und Kunst-Blog-User ergeht die Bitte, diese Adresse an den interessanten Orten Berlins zu hinterlassen. Die Erweiterung auf andere Städte braucht noch eine Weile - und weitere Sponsoren.
17.07.09 | Permalink | Kommentare (1)
Michael Reuter | Region Stuttgart
Stadtstaat. Szenario für das Verbinden von Städten
Eine Anti-Utopie im Künstlerhaus Stuttgart

Metahaven: Stadtstaat (Poster), 2009
Als Fallstudie für ihr Ausstellungsprojekt im Künstlerhaus Stuttgart wählte das Design- und Forschungsbüro Metahaven (Amsterdam/Brüssel) einen fiktiven Stadtstaat, der aus den fusionierten Städten Utrecht und Stuttgart besteht. Für dieses grenzüberschreitende Gemeinwesen entwarf das Büro Ausschnitte eines Corporate Designs, dass aktuelle gesellschaftliche Diskurse spiegelt und analysiert.
Metahaven konstruiert eine Dystopie, einen durchgestylten, hoch technisierten, pseudodemokratischen Staat, der soziale Netzwerke, globalisierte Marken und Informationstechnologie nutzt, um die Bevölkerung auf Linie zu halten, ohne dass es ihr bewusst wird.
Zum besseren Verständnis gibt es eine Reihe von fiktiven Briefen, die alle mit "Freund" unterzeichnet sind, aber offensichtlich von verschiedenen Personen geschrieben wurden. Die Texte fangen den typografieverliebten, menschenleeren Spekulationsraum von Metahaven auf, schmälern aber die Wertigkeit der Ausstellungsstücke. Es wird auch nicht klar, wozu das Konstrukt Utrecht/Stuttgart benötigt wird. Die These, dass Stadtarchitektur, politische Ideologien und Konsumentenwelten, zumindestens im europäischen Kontext, kaum noch unterscheidbar sind, ist abgearbeitet. Was die Gesellschaft braucht, ist nicht das wiederholte Beschwören eines technoiden Überwachungsstaates, sondern die Förderung einer partizipativen Geisteshaltung, die Demokratie mitgestalten und mitverantworten will.
15.07.09 | Permalink | Kommentare (4)
Michael Reuter | Region Stuttgart
Die Welt wird Stellwand
Drei Sätze zur Ausstellung »Die Welt wird Stadt« in der ifa-Galerie Stuttgart

Tolles Thema: bildgewaltig, zukunftsträchtig, überlebenswichtig.
Die Umsetzung: Stellwandterror mit langen Texten und einigen verschämten Architekturmodellen.
Abhilfe: Zuhause bleiben, Dossier zum Thema im Netz lesen, den Katalog bestellen oder gleich das 2005 erschienene Buch von Eckhart Ribbeck »Die Welt wird Stadt« kaufen.
12.07.09 | Permalink | Kommentare (0)
Redaktion | Der Film zum Sonntag
DYNAMIC BAKERY
Der Film zum Sonntag #14
"DYNAMIC BAKERY" von Jörg Laue
Vorgestellt von Esther Ernst
DYNAMIC BAKERY zeigt einen Ausschnitt alltäglichen Lebens in der trostlosen und verrohten Innenstadt Johannesburgs. Niemand außer illegal arbeitenden Prostituierten traut sich dort nach Einbruch der Dunkelheit auf die Straße. Das Feuer, an dem sie sich zu wärmen versuchen, und die Autoscheinwerfer ihrer Freier geben das einzige Licht für die nächtlich-winterliche Videosequenz.
Während der artifizielle Charakter des Bildmaterials die Distanznahme inmitten des unvermeidlichen Voyeurismus akzentuiert, unterstreicht die Tonspur aus klangelektronisch bearbeiteten Alltagsgeräuschen die desillusionierende Stimmung des Ortes.
12.07.09 | Permalink | Kommentare (0)
Michael Reuter | Region Stuttgart
Adolf Hölzel im Kunstmuseum Stuttgart

Eher von akademischem Interesse ist die neue Ausstellung „Kaleidoskop. Hoelzel in der Avantgarde“ im Kunstmuseum Stuttgart. Als stolze Besitzer von 400 Werken und damit der weltgrößten Sammlung des 1905 als Professor an die Königlich Württembergische Akademie in Stuttgart berufenen Adolf Hölzels sahen sich die scheidende Direktorin Marion Ackermann und ihr Mannen in einer Bringschuld, „einen der Pioniere der Avantgarde von europäischem Rang, den es als Wegbereiter der Moderne neu zu entdecken gilt“ angemessen zu präsentieren.
Der 400seitige Monsterkatalog, eine wunderbare Urlaubslektüre, die auch als Auffahrkeil für Wohnmobile geeignet scheint, bietet dreizehn AutorInnen die Gelegenheit, Hölzel aus dem Nebel des Vergessens hervorzuzerren und ihn als Avantgarde der Avantgarde zu präsentieren. Ein verkannter Revolutionär, der bereits 1905 mit der „Komposition in Rot I“ eines der frühesten Beispiele abstrakter Malerei schuf, ein bedeutender Theoretiker, der bereits 1901 mit seinem Aufsatz „Über Formen und Massenverteilungen im Bilde“ einen der Schlüsseltexte der Moderne schrieb und ein wegweisender Lehrer, der Künstler wie Johannes Itten, Oskar Schlemmer oder Willi Baumeister maßgeblich beeinflusste.
Tja, woran hat es nun gelegen, das Hölzel (noch) nicht zu den wichtigen Großmalern gezählt wird? Zurückhaltend ist er gewesen. Nicht seine eigene Person war ihm wichtig, sondern die Malerei und sein Werk stellt das „progressiv verlaufende Konzept der Moderne in Frage“. Drei Todsünden, die auch heute noch ins kunsthistorische Nirvana führen können.
10.07.09 | Permalink | Kommentare (0)
Michael Reuter | Netz
Kunstgenuss in Unterhose.
Die Kunsthalle Karlsruhe bietet Bildbetrachtungen zum Thema „Zeit und Ewigkeit“ im virtuellen Konferenzraum

Dr. Markus Lörz (l.), Kunsthistoriker an der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe und Stephan Langer, Diplomtheologe und Redakteur beim Konradsblatt, bei der virtuellen Führung im Internet. Foto: Thomas Macherauch (Ausschnitt)
Wer die Kunst liebt, aber seinen Kühlschrank gerne in der Nähe weiß oder die heimischen vier Wände wegen einer drohenden Schweinegrippeinfektion nur ungerne verlässt, dem bietet sich via Internet nun die Möglichkeit, an einer virtuellen Bildbetrachtung teilzunehmen. Veranstaltet von der Kunsthalle Karlsruhe in Kooperation mit dem Roncalli Forum sowie dem Deutschen Uhrenmuseum Furtwangen und technisch betreut vom Weiterbildungsreferat des Kultusministeriums, vermitteln einmal im Monat ein Kunsthistoriker und ein Theologe Informationen zu Werken aus dem Bestand der Kunsthalle, die sich mit dem Thema „Zeit und Ewigkeit“ auseinandersetzen. Mitte Juli steht Hetum Grubers Installation „Etwas machen, dessen Fertigstellung unabsehbar ist, begonnen 1973“ auf dem Programm, gefolgt von Johann Liss’ „Venus und Adonis“ von 1625.
10.07.09 | Permalink | Kommentare (0)
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09.07.09 | Permalink | Kommentare (0)
Michael Reuter | Region Stuttgart
Armes reiches Stuttgart?

Also, richtig schlau bin ich aus dem "Goldtransport" von Justyna Koeke nicht geworden, der heute Vormittag durch die Stadt rollte.
Soll der Abtransport des Nuggets die wegbrechenden Gewerbesteuereinnahmen kommentieren? Oder den Fluch des Goldes? Oder soll er gar als verspäteter Kommentar zur Finanzkrise gelesen werden?
Jedenfalls war die Freude kurz und schon war der Mercedes, gefilmt von einem offenen Porsche (so prekär kann die Situation der deutschen Künstler noch nicht sein) wieder verschwunden. Näheres sicher bald im Netz und bei Youtube und bei Justya und beim Kunstblog.

08.07.09 | Permalink | Kommentare (3)
Gastbeitrag | Rückschau
The Russian Club Gallery
von Martina Schmuecker
Eine Gallerie kuratiert von Künstlern
interessant oder zuviel Selbstreflexion?
Fassade
„The Russian Club Gallery“ befindet sich in der Kingsland Road in Dalston, in einem großen Backsteinhaus aus der viktorianischen Zeit, in dem sie sich über das Untergeschoss und die dahinter liegenden flachen Anbauten erstreckt. Es ist ein Ort der etwas zwischen den Welten liegt. Man hat die City und das trendy Shoreditch schon hinter sich, ist auf der großen geraden Ausfallstrasse nach Norden, aber noch nicht im nächsten Stadtteilzentrum, dem an Erwartungen an die Olympiade vollgepackten Dalston, angekommen. Also ein Ort an dem man eher vorbeifährt auf dem Weg zu oder von irgendetwas interessanterem.

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08.07.09 | Permalink | Kommentare (0)
Konstantin Schneider | BERLIN weekly
ROHKUNSTBAU XVI, URBAN AFFAIRS & MORE
Diese Woche kommen wir recht kompakt daher und meinten es auch recht gut mit den Künstlern, die wir beehrten. Da wir nämlich angesichts der Temperaturen von vornherein nicht unbedingt alles sehen wollten, was es zu sehen gab - ein schweissnasser, rasender Kunstreporter mit Kühlerschaden, der hätte uns ja gerade noch gefehlt - hielten wir uns ganz einfach mal überall etwas länger auf. Vielleicht sollten wir das ja öfter tun. Denn manche Ausstellungen beanspruchen wegen verwinkelter Räumlichkeiten sowieso enorm viel Aufmerksamkeit. Z.B. die Urban Affairs im Stattbad Wedding. Und es lohnte sich auch, die Zeit zu investieren. Schliesslich hält Streetart viele Leute fit und bei Laune und sorgt dabei sogar immer noch auch für wichtige Denkanstösse.
BERLIN weekly No. 27:
Urban Affairs | Stadtbad Wedding
Istanbul Off Spaces | Kunstraum Kreuzberg/Bethanien
ROHKUNSTBAU XVI | Schloss Marquardt
Fashionweek 2009 | Pepe Jeans zu Gast bei Michael Janssen
TOPTWENTY 2009 | KUNSTKONTAKTER-BESUCHER RANKING | 1. Halbjahr
07.07.09 | Permalink | Kommentare (0)
Markus Wirthmann | Interview
Fort Knox an der Limmatstraße
Franziska Koch
Reserven
Kunsthof Zürich
10. Mai – 21. Juni 2009

Hintergrund der Arbeit von Franziska Koch im Kunsthof in Zürich ist eine Recherche zu den Goldreserven der Schweizer Eidgenossenschaft. Wo und wie werden sie gelagert? Wieviel ist es denn überhaupt und über welches Volumen (in Kilo oder Kubikmeter) reden wir dabei denn?
Zu meiner Überraschung konnte mir Franziska erzählen, dass ein Teil in Tresoren anderer Staatsbanken, beispielsweise, wie auch Teile des bundesrepublikanischen Goldes, im legendären Fort Knox in den USA gelagert werden.
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07.07.09 | Permalink | Kommentare (1)
Markus Wirthmann | Alles
Neeiiin, dass hat doch überhaupt nix ...
... mit der Krise zu tun - achwo!
Haunch of Venison to close Zürich gallery
Und auch, dass eine Berliner Galerie aus der Rudi-Dutschke-, ehemals Kochstraße und Top-Kunsthandels-Lage, ausgezogen ist um in den vierten Stock eines Gebäudes ohne Fahrstuhl einzuziehen, hat überhauptnix mit Krise zu tun: „The hidden space, 4th floor, 86 steps, without elevator (coming soon). Do your exercises every day and cutting-edge art will welcome you“. Hm. Jetzt bedeutet 4th floor im Englischen allerdings 3. Stock im Deutschen, weil die Angelsachsen ja den ersten, also das Erdgeschoß, mit zählen. Ist es denn dann im Falle dieser Höhen-Galerie eigentlich der 5. deutsche Stock? Also das wäre dann ohne Fahrstuhl wirklich zu viel - mit oder ohne Exercises. Es hilft nix, man muss das persönlich überprüfen.
07.07.09 | Permalink | Kommentare (0)
Markus Wirthmann | Netz
Intelligenz im Quadrat
The art market is less ethical than the stock market
Debatte mit Chuck Close, Jerry Saltz und anderen in 13 Folgen auf Youtube.
intelligence2 Rockefeller University, New York City
3. Februar 2009
Das Internet ist ja immer gut dafür, Dinge zu finden die man überhaupt nicht gesucht hat. Hier mal wieder ein Beispiel für diesen Sachverhalt: intelligence2, gesprochen: intellitschens squärd. Debatten als Sportveranstaltungen von zwei Teams mit meist drei Spielern und einem Schiedsrichter bzw. Moderator. Die Amis nennen das Oxford-Style Debate.
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07.07.09 | Permalink | Kommentare (0)
Markus Wirthmann | Vorschau
Mal wieder ins Kino gehen
Im Tagesspiegel-Online bin ich gerade über eine Besprechung des Films Super Art Market von Zoran Solomun gestolpert und habe mich sehr darüber gewundert, dass ich davon noch garnix gehört hatte. Vielleicht sagt mir demnächst mal jemand gefälligst Bescheid!

"super art market"
2009, 35mm, beta sp, 88 min
Mehr Infos bei ohne gepäck filmproduktion
Es muss am Regisseur liegen. Zoran Solomun hat Filme über die Insassen einer Psychiatrie und Schmuggler aus Osteuropa gedreht. So einer bändigt auch die Protagonisten des Kunstbetriebs und stellt ihnen Fragen, die nicht unbedingt nett gemeint sind. Doch die Galeristen parieren.Quelle: Tagesspiegel
Die wirklichen Protagonisten dieser Entwicklung sind nicht Investoren oder Künstler, sondern die Galeristen, die Art-Dealer. sie „erschaffen" die Künstler und entscheiden an wen sie deren werke verkaufen wollen. „Super Art Market" stellt fünf erfolgreiche und aufstrebende Galeristen in sein Zentrum: Leo König aus USA, Judy Lybke aus Deutschland, Lorenz Helbling aus China, Mihai Pop aus Rumänien und Laura Bartlett aus England.Quelle: Ohne Gepäck Filmproduktion
Der Film läuft aktuell in Berlin im Acud in der Veteranenstraße und im Fsk am Oranienplatz. Da er vom ZDF mitfinanziert wurde ist zu erwarten, dass er auch in nächster Zeit auf Arte oder 3Sat läuft.
05.07.09 | Permalink | Kommentare (0)
Gastbeitrag | Alles
Der Tag, die Straße, die Bilder, die Träume
Eine Handyfotoreportage von Stephanie Kloss
Nach dem Tunnelausgang wird der Verkehr plötzlich umgeleitet.
Am Kulturforum geht gar nichts mehr.

Von hinten kommend - nichts zu sehen. Doch dann: Massen von bunt kostümierten Männern auf den Stufen der Nationalgalerie. Ohrenbetäubende Musik hämmert von der anderen Strassenseite herüber. Wagen ziehen vorbei, auf denen muskulöse Matrosen eng an eng im Beat der Musik wippen. Auf den Plakaten an den Umzugswagen steht: „Ständer, die Arroganz des guten Geschmacks“, ein neues Getränk. Eine Berliner Krankenhauskette wirbt mit einem Kondom überm Funkturm: „Gesundheit, dafür stehen wir!“ Genauso phantasievoll die Verkleidungen der Teilnehmer: Ärztekittel, Kardinalsroben, Schweinsmasken, Durchsichtiges, Federn, Lack, Leder und Paillettenburkas.
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01.07.09 | Permalink | Kommentare (6)
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