Michael Reuter | Region Stuttgart
Performance von Joan Jonas im Staatstheater Stuttgart

Zur Verleihung des mit 16.000 Euro dotierten Hans-Molfender-Preises 2008 zeigt die 1963 in New York geborene Performance-Künstlerin Joan Jonas in Stuttgart ihre Arbeit "The Shape, the Scent, the Feel of Things".
Endlich mal was los im Ländle, sollte man meinen, trotzdem war gestern noch jede Menge Platz im Staatstheater. Lag wohl an den brütenden Temperaturen, aber Leute: Wetter gibt es jeden Tag, die olle Jonas nur noch heute Abend!
Grundlage des Ganzen ist die Person des Kulturwissenschaftlers Aby Warburg, der 1923 mit einem Vortrag über das Schlangenritual der Hopi-Indianer in Nordamerika seine geistige Gesundheit belegen wollte. Er saß im schweizerischen Kreuzlingen in der Psychatrie und wollte wieder raus. Da nutze der schöne Name "Sanatorium Bellevue" gar nichts.
Es gibt eine bildgewaltige Produktion, die bisher nur in New York, Sao Paolo und Berlin (Mist!) zu sehen war. Zeichnungen, Fotografie, Videoprojektion, Jazzmusik von Pianisten Jason Moran, ein ausgestopfter Hund, Krankenhausbetten und Geräusche, Noh Theater und Brüder Grimm: Jonas greift tief in die Truhe kultureller Schätze, um ihre eigenen universellen Bilder zu erzeugen. Schon schön. Vielleicht sollte die Kunst wieder mehr Performance wagen.

Michael Reuter, 22.07.09 | Mehr von dieser Autorin/diesem Autor
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Kommentare
Die "olle Jonas" ist noch viel oller, nämlich 1936 statt 1963 geboren. Und das ist gut so, andernfalls hätte sie nämlich nicht die Zeit gehabt, all das zu tun, was sie getan hat. Kurz: Je oller je doller.
CharLi | 25.07.09