Peter Lang | Interview

bauhaus revisited

Ein Gespräch zwischen Peter Lang und Thibaut de Ruyter zur Ausstellung "Modell Bauhaus. Die Ausstellung", Berlin, Martin-Gropius-Bau, 22. Juli - 4. Oktober 2009

...Diese Ausstellung hat fast vergessen, was jeden Tag im Bauhaus passiert ist, und hat stattdessen ein Sammelsurium von Objekten, von unglaublich seltenen Exponaten arrangiert. Die drei großen Institutionen haben fast alles in ihrem Lager. Man kriegt dann ungefähr 20 Räume im Martin-Gropius-Bau voll mit Exponaten, Top-Exponaten. Und am Ende – ich bin sicher – ein Jugendlicher, der das nicht weiß, hat nicht verstanden, dass das Bauhaus ursprünglich eine Schule war. Die Frage wäre doch interessant: Was hat man dort gelernt? Wie lief ein normaler Kursus im Bauhaus? Wie viele Jahre hat man dort studiert, was hat man studiert? Was war der Grundkurs? Das gehört wirklich zur Bauhaus-Geschichte. Und das habe ich in dieser Ausstellung nicht gesehen. Es ist ein riesiges Problem, dass man das Bauhaus auf eine Menge von Exponaten reduziert und darüber vergisst, wie das Leben dort wirklich war. ....

Peter Lang: Thibaut, Du hast bei unserem Gespräch in der Bauhausausstellung im Martin-Gropius-Bau als Kommentar einen französisches Begriff erwähnt „Bestattung erster Klasse» [Enterrement de première classe]. Welche Aktualität hat denn, wenn du die Ausstellung siehst, das Bauhaus für dich?

Thibaut de Ruyter: Du meinst das Bauhaus oder die Bauhaus-Ausstellung?




P.L.: Die Bauhaus-Ausstellung versucht ja nach eigenem Selbstverständnis das Bauhaus zu präsentieren. In dem Sinne ist es eine repräsentative Ausstellung zu 90 Jahren Bauhaus. Anhand der Ausstellung könnte man sagen, es vermittelt sich da, dass das jetzt wirklich aktuell ist, oder ist das eine Schimäre? Wenn ich die Ausstellung so sehe, würde ich sagen, es ist nur noch Geschichte, das Bauhaus hat sich erledigt. Wie geht es Dir damit?

T.d.R.: Ja, für mich ist diese Ausstellung eine geschichtliche Ausstellung, aber hier handelt es sich – wenn man das sagen kann, um Geschichte ohne Geschichte. Wir haben hier eine Kunstgeschichte, die vergisst, uns eine Geschichte zu erzählen. Und noch schlimmer: Diese Ausstellung sieht schon vom ersten Eindruck an ziemlich altmodisch aus. Das hat wahrscheinlich mit der Inszenierung zu tun. Aber die Anliegen des Bauhauses sind immer noch aktuell. Sagen wir z.B, wie Industrie uns helfen kann, Objekte für ein besseres Leben zu bauen und nicht nur für den Konsum? Das sind richtige Fragen, besser als die der Documenta 12 wie «ist die Moderne unsere Antike?». Das Bauhaus ist aktuell, es gibt eine Menge von jungen Künstlern, die sich jetzt mit der Moderne beschäftigen aber leider hat das mehr mit Bildern, Klischees und Lifestyle zu tun als mit den ursprünglichen Ideen.



Diese Ausstellung hat fast vergessen, was jeden Tag im Bauhaus passiert ist, und hat stattdessen ein Sammelsurium von Objekten, von unglaublich seltenen Exponaten arrangiert. Die drei großen Institutionen haben fast alles in ihrem Lager. Man kriegt dann ungefähr 20 Räume im Martin-Gropius-Bau voll mit Exponaten, Top-Exponaten. Und am Ende – ich bin sicher – ein Jugendlicher, der das nicht weiß, hat nicht verstanden, dass das Bauhaus ursprünglich eine Schule war. Die Frage wäre doch interessant: Was hat man dort gelernt? Wie lief ein normaler Kursus im Bauhaus? Wie viele Jahre hat man dort studiert, was hat man studiert? Was war der Grundkurs? Das gehört wirklich zur Bauhaus-Geschichte. Und das habe ich in dieser Ausstellung nicht gesehen. Es ist ein riesiges Problem, dass man das Bauhaus auf eine Menge von Exponaten reduziert und darüber vergisst, wie das Leben dort wirklich war.

P.L.: So kommt es mir eben auch vor. Es ist so als ob man Relikte ausstellt, eine Leichenkammeratmosphäre stellt sich da für mich her. Ein Besucher, der das Bauhaus nicht kennt, ich meine, wir sind damit irgendwie befasst und haben das alles gesehen und so, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das bei jemandem eben genau diese Stimulans auslöst, sich mit dem Bauhaus als Modell und Laboratorium zu beschäftigen. Für mich ist diese Ausstellung unspannend. Also, es ist nicht so etwas geworden, wo ich sage, jetzt ist es wirklich noch aktuell.

T.d.R.: Ja, aber was aktuell ist oder was aktuell sein könnte, sind diese Fragen über die Schule. Was für eine Schule hat man dort überhaupt gebaut? Und es gab die Idee, Professoren 500 Meter von ihrer Schule entfernt leben zu lassen! Das ist immer noch eine interessante Frage.




P.L.: Ob da überhaupt so ein Impuls passiert? Ausstellungen müssen ja heute gemacht werden, damit man sagen kann, das war heute so ein Impuls, also eine Anregung.

T.d.R.: Ja, aber hier haben wir keinen Impuls, sondern eine übervolle Kunstgeschichts-Ausstellung. Aber glücklicherweise mit Top-Kunst und Edel-Relikten!

P.L.: Ein kunstgeschichtliches Oberseminar, könnte man sagen?

T.d.R.: Klar. Was mich stört bei dieser Ausstellung. Wir haben, wie schon gesagt, Top-Exponate, aber es gibt ein Problem: es wurde keine Auswahl getroffen und alle Exponate werden auf der gleichen Ebene präsentiert. Die Kuratoren und Szenografen haben so viel gesammelt und gehängt, dass es keine Hierarchie gibt. Es gibt nicht nur Meisterwerke in der Ausstellung, sondern es gibt dort auch eine Menge von Sachen, die Relikte der Geschichte, des Alltagslebens und der Bauhaus-Übungen sind. Dinge, die für ein breites Publikum nicht so wichtig sind. Wie diese Orang-Utan-Zeichnung, die fast besser präsentiert ist als Ittens Farbenkreis im selben Raum. Vielleicht hätte man den Orang-Utan auf die Plakate und die ganze Kommunikation der Ausstellung drucken sollen.



P.L.: Wie geht es Dir mit der Form der Ausstellung? Wie findest Du die Gestaltung? Das Bauhaus ist ja immer auch ein großer Formgedanke gewesen, man denke nur an das Bauhausgebäude in Dessau. Ich kann hier keinen Willen zur Form entdecken.

T.d.R.: Ich meine, der erste Fehler in der Form ist schon, das im Martin-Gropius-Bau zu machen. Das muss ein richtiges Kalender- oder Geldproblem gewesen sein. Oder Familiengeschichten, da Martin Gropius der Großonkel von Walter Gropius war.
Aber wir haben doch in Berlin einer des letztes Gebäude von Mies van der Rohe!

P.L.: Also, eigentlich hätte es in der Neuen Nationalgalerie sein müssen.

T.d.R.: Und vielleicht hätte man einfach das ganze Erdgeschoss der Nationalgalerie benutzen sollen, obwohl das wahrscheinlich nicht für solche Exponate geeignet ist. Aber hier sieht diese Ausstellung wie ein altes Naturkundemuseum aus dem 19. Jahrhundert aus.

P.L.: So ist ja auch der Bau, angelegt als Kunstgewerbemuseum.



T.d.R.: Der Martin-Gropius-Bau hat oder prägt schon diese Atmosphäre. Und jetzt kriegt man 20 Mini- oder Mikroausstellungen, fast jeder Raum im Martin-Gropius-Bau versucht eine thematische Ausstellung zu sein und es gibt einen Raum mit Hannes Meyer, der ihm einer Sonderrolle zuweist ohne seine Funktion zu untersuchen. Aber was mich stört ist, dass keine dieser thematischen Räume so gut ist wie die üblichen Ausstellungen des Bauhaus-Archivs Berlin. Sie zeigen dort Bauhaus-Fotografie und die ist unglaublich gut. Sie zeigen Bauhaus-Möbel, auch unglaublich präzise. Die haben solche Top-Ausstellungen gemacht, wie die über das Schachspiel von Josef Hartwig. Da war der erste Prototyp und seine Nachfolger zu sehen, also die gesamte Entstehungsgeschichte des Produkts und seine Kommunikation. Es war eine kleine Ausstellung, aber es war wirklich das, worin Kunstwissenschaftler am besten sein können. Das alles fehlt in dieser Ausstellung.

P.L.: Mich hat diese Inszenierung der Ausstellung, das Arrangement der Räume ziemlich bedrückt. Das meiste wirkt gebastelt, klein und piefig. Das ist vielleicht jetzt eine unfreiwillige Komik, denn natürlich ist das Bauhaus, wenn man an seine Architektur denkt, klares industrielles Bauen. Du sagtest, die Ausstellungsstelen, erinnern dich an die Berliner Mauer ohne Rundungen oben. das ist dann so ein unfreiwillig komischer Aspekt. Der zieht sich für mich durch alles: Ausstellungsgestaltung, Farbwahl der Räume, Irisverläufe, schrecklich!, Einladung und Plakat. Das hätte ein Meister den Studenten um die Ohren gehauen. An das grafische Layout der Bauhausbücher, die Messestandgestaltungen usw. wagt man gar nicht zu denken.

T.d.R.: Das hat gar nichts mit Dekor zu tun, aber mit Ornament. Ich meine, Adolf Loos war kein Bauhäusler, aber das Ornament ist ein Feind in dieser Zeit. Und man hat dort diese letzten Räume mit einer Szenographie à la Mies gebaut. Mit DC-Fix, das wie Mahagoni aussehen will. Das ist reines Dekor. Das hat gar nichts mit Licht, Freiheit, großen Räumen, industriellem Bauen zu tun.



P.L.: Es fehlt mir auch vollkommen die Inszenierung. Man muss solche Ausstellungen ja auch inszenieren. Letztlich ist das Bauhaus auch eine große Inszenierung gewesen. Man denke nur an die Bauhaus-Feste und so weiter. Das hatte ja letztlich mit der Praxis des neuen Theaters, mit Adolph Appia, der Volksbühne, Erwin Piscator und so weiter zu tun. Wenn ich mir gerade das hier wieder ansehe, dieses Design (KATALOG), das hat für mich also überhaupt nichts mehr damit zu tun. Das ist misslungen. Wo bleibt denn überhaupt in der Ausstellung der Gedanke des Bauhaus-Manifestes? Form geworden ist der jedenfalls in keiner Weise.

T.d.R.: Ja, nur Klischees. Einfach kleinschreiben mit sans serif Buchstaben. Dann ist man «Bauhaus».

P.L.: Ja, das ist schon eine Scheißschrift hier. Muss ich ehrlich sagen. Wie findest Du das Grafikdesign? Ich frag mal so, denn das Bauhaus ist ja auch ein Fels in der Brandung des Grafikdesigns.

T.d.R.: Also, ich will etwas, das 20-mal klarer und einfacher und lesbarer ist. Ich meine, die versuchen jetzt etwas im Stil von zu machen. Sie machen auch diesen Versuch, das in die heutige Zeit zu transportieren. Und dann verfällt man sofort in Klischees. So wie Christine Hill und auch diese IKEA-Inszenierung. Ich meine, was ist das Bauhaus heute, das wäre wirklich die Frage. Das Bauhaus wird heute woanders fortgesetzt, sagen wir, wahrscheinlich in den großen Werken in China. Da werden wir vielleicht mehr Bauhaus finden als auf so einer Gedächtnisveranstaltung.



P.L.: Ich habe einen Text von Albert Speer gelesen, dem Sohn von Albert Speer, über das Bauhaus. Und da schreibt er, dass sie als Büro in China gefragt worden für ein Stadtkonzept und das sollte so aussehen wie so eine deutsche Romantikstadt am Rhein. Und dann haben die denen diese Bauhausmodelle gezeigt und vermittelt, das dass auch deutsche Baukultur ist. Und nun baut man in diese Richtung, das ist schon erstaunlich.

T.d.R.: Ja, aber was die Chinesen überzeugt, ist der industrielle und einfache Bau. Industriebauten, die richtig schnell, sauber gebaut werden können und die dort so auftauchen.

P.L.: Ich hätte mir auch vorgestellt, dass man, wenn man jetzt Bauhaus eben zeigen möchte nach 90 Jahren, diesen Farbkreis von Itten, eine ganz zentrale Sache, sowas auch vergrößert, damit sichtbarer macht. Das ist ja heute möglich. Das Bauhaus hat mit allen modernen Mitteln damals gearbeitet und das ist jetzt eine Ausstellung, die sozusagen wirklich 19. Jahrhundert ist.

T.d.R.: Ein Historiker wird sich wahrscheinlich nie trauen, zu sagen, okay, Itten haben wir nicht oder wollen wir besser zeigen, machen wir dann einen riesigen Druck, so ein Poster à la …

P.L.: Wenn man den Itten auf 5 x 8 m gedruckt hätte, das wäre doch toll. Dann hätten die Leute begriffen was das ist, welche Wirkung das gehabt hat.

T.d.R.: Das wäre leider eine ganz andere Ausstellung.

P.L.: Letztlich ist man erstickt an der Menge der Exponate und der kunstwissenschaftlichen Idee.

T.d.R.: Ja, und das siehst du auch am Katalog. Der Katalog macht diese Auswahl, die die Ausstellung nicht gemacht hat.

P.L.: Das Prinzip pars pro toto, eine Auswahl zu treffen. Das ist wahrscheinlich, wie du schon sagst, die Unfähigkeit zur Auswahl und Inszenierung. Dass die Kunstwissenschaftler aus den eigenen Häusern, die das ja gemacht haben, also eine ganze Gruppe, dass die wirklich an ihrem eigenen Archivmaterial erstickt sind. Das nimmt dann in der Menge der Ausstellung ihre Wirkung.



T.d.R.: Diese Ausstellung wird noch schlimme Auswirkungen haben. Ich war 14 Jahre alt als ich meine erste Bauhaus-Ausstellung in Frankreich gesehen habe. Und da war für mich klar, okay, ich muss Architektur studieren. Es war eine Wanderausstellung, eine kleine Bauhaus-Ausstellung aus den 80ern, die man überall hin in die Welt geschickt hat. Es gibt keinen 15-Jährigen, der jetzt im Martin-Gropius-Bau war und dort seinen Traumberuf entdeckt. Es gibt ein wunderschönes Kleid, wunderschön, aber welche junge Frau wird diesen Kleid sehen und sofort denken, hey, das will ich jetzt auch machen? Das kann nicht funktionieren.

P.L.: Dann hätte man das Kleid auch anders ausstellen müssen, nämlich als Skulptur.

T.d.R.: Na klar.

P.L.: Was wird es denn zum hundertsten Geburtstag geben?

T.d.R.: Ja, das ist auch klar. 90 Jahre. So in 10 Jahren ist dann das Bauhaus wirklich gestorben. Und dazu wird es wahrscheinlich nächstes Mal weniger Geld geben.

P.L.: Jedenfalls trägt diese Ausstellung für mich nicht dazu bei, den Gedanken des Bauhauses transparent und aktuell zu halten.



T.d.R.: Ich denke, die Gedanken des Bauhaus so wie sie in der Hochschule für Gestaltung Ulm fortgesetzt wurden, sind wirklich aktuelle Gedanken, die aber nicht in dieser Ausstellung zu sehen sind, weil diese Ausstellung sich nur mit Exponaten und Klischees befasst (zumindest das Ausstellungsdesign und der Ausstellungskatalog) statt mit den ursprünglichen Ideen. Und das im dunklen Martin-Gropius-Bau.

P.L.: Wie sagte Goethe auf dem Sterbebett? Mehr Licht!

Peter Lang, 08.08.09 | Mehr von dieser Autorin/diesem Autor

 

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Kommentare

Oder mal anders ausgedrückt

Diese gigantische Bauhaus-Ausstellung im Martin-Gropius-Bau versucht sich stümperhaft als heroische Marke des "gesunden" deutschen Geistes des 20. Jahrhunderts zu etablieren. Man wird das Gefühl nicht los, dass wieder Deutschland Weltgeltung verschafft werden soll, die so genante gesunde deutsche Vergangenheit als kultureller Donnerhall der Moderne.

Die Intention der Ausstellung scheint ebenfalls dem vorherrschenden neokonservativen Geist der späten CDU-SPD-Merckel-Dynastie zu folgen und präsentiert völlig unkommentiert hunderte wertvollster Objekte als seelenlose Kunstraritäten, nur als museal erhabenes Produkt. Dies ist höchst fatal, weil alle diese tollen Objekte zur Zeit ihrer Entstehung das Ergebnis heftigster weltanschaulicher, politischer und künstlerischer Auseinandersetzungen am Bauhaus waren.

Dazu kommt noch, dass diese Objekte das Ergebnis komplexer persönlicher Reifeprozesse sind, wobei sich das Persönlichkeits-Subjekt der jeweiligen Künstler einem extremen Rationalisierungswillen unterwerfen musste, um zur Abstraktion und letztlich geistigen Freiheit im Ausdruck zu gelangen. Verantwortlich für solche Ergebnisse sind die verschiedensten und gleichzeitig parallel ablaufenden Modelle der danach weltweit kopierten Grundkurs-Lehre, etwa von Itten, Klee, Kandinsky, Albers, Moholy-Nagy. Wie sah so ein Grundkurs aber wirklich im Ablauf aus, und wie würde er sich noch heute auf die menschliche Psyche auswirken?

Stattdessen wird am Rande ein Hauch von historischem New Age vermittelt („Turm des Feuers“ von Johannes Itten), aber ohne die damaligen reformerischen Bewegungen wirklich zu durchleuchten. Welche geistigen Strömungen herrschten am Bauhaus vor? Es gab ja damals bekanntermaßen viele reformerische Lebensmodelle bis hin zu krassen religiösen Welterlösungsmodellen rechter und linker Couleur, auch Nietzsche war omnipräsent. Das Bauhaus war voll von ihren Anhängern. Nichts wird richtig beantwortet, und wenn nur mit Zitaten auf Texttafeln

Eine solche Ausstellung kann nur funktionieren, wenn sie auch das Politische nicht ausklammert. Hierbei wurde aber peinlichst vermieden, den aufklärerischen Geist der Bauhauskünstler mit ihrem erklärtermaßen linkssozialistischen politischen Willen in Einklang zu bringen. Man erfährt nicht, dass dieser politische Wille wesentliches Antriebselement des Bauhauses war, auch bei Gropius, der stattdessen seltsam unpolitisch dargestellt wird. Aber die Utopie war damals schon überall in Gange, auch unabgängig von Gropius. Es gab auch den Vorgänger des Bauhauses und es gab den Schattenkaiser hinter Gropius, es war Henry van de Velde.

Oder anders ausgedrückt | 03.09.09

 

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