Markus Wirthmann | Netz
Aha!
Kunstkritik unter Artenschutz?
Klaus Honnef im Kunst Magazin Berlin
"... spielt die Kunstkritik Anfang des 21. Jahrhunderts nur eine randständige Rolle. Die Gründe sind mannigfaltig: Die Kunst der Gegenwart benötigt keine Anwälte. Sie ist weitestgehend akzeptiert und hat den Oppositionsgeist aufgegeben. In einer Konsum- und Mediengesellschaft läuten oppositionelle Gesten ohnehin nur die nächste Modewelle ein. Nie waren die ästhetischen Massstäbe individualistischer und die Szene pluralistischer. Das unterhaltsame Kunterbunt der Kunstmärkte prägt das Bild der Kunst, und die Museen werden ihnen zunehmend ähnlicher. Es bedarf keines Cicerones, um den Dschungel scheinbarer Unübersichtlichkeit zu bewältigen. Denn der Dschungel ist die Attraktion. ...
Die Kunst der Vergangenheit und die Museen „alter Schule“ haben ihre frühere Geltung als Positionslichter verloren. Mit einschneidenden Konsequenzen für das Selbstverständnis der Kunst. Es zählt die pure Gegenwart. „Museen der Gegenwartskunst“ oder private Sammlermuseen liefern die Foren. Die Kunstkritik hat ihre sachlich-fachliche Meinungsführerschaft den privaten Sammlern überlassen müssen. In direktem Kontakt mit den Künstlern eignen diese sich die Kompetenz an, um zum ästhetischen (Kauf-)Urteil zu gelangen. Artenschutz geniessen die Kunstkritiker nicht."
Der ganze Beitrag findet sich in der aktuellen Ausgabe des Kunst Magazin Berlin. Danke für den Tipp Thomas!
Markus Wirthmann, 15.09.09 | Mehr von dieser Autorin/diesem Autor
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Kommentare
Klingt irgendwie wie die Entschuldung einer irgendwie hilflos gewordenen Kunstkritik. Denn wozu auch Artenschutz? Die Kunstkritik als Kritik dessen, was sich so Kunst nennt, übt sich doch selbst schon lange in der Kunst der Abwesenheit.
monsees | 21.09.09