Dirk Teschner | Kritik
Leipzig lädt Hausbesetzer-Künstler aus Hamburg ein
Die Stadt Leipzig hat den Besetzern der Hamburger Gängeviertel-Häuser Asyl angeboten. Nach Angaben der Gängeviertel-Initiative seien die rund 200 Künstler vom Leipziger Bürgermeister und Beigeordneten für Stadtentwicklung, Martin zur Nedden, in die Musik-Stadt eingeladen worden. Auch die städtische Wohnungsbaugesellschaft habe bereits Hilfe signalisiert.
Am 22. August hatten die Künstler die seit Jahren leer stehenden Gebäude in der Innenstadt besetzt und dort Ateliers und Galerien eingerichtet. Zahlreiche Künstler halten mehrere Häuser im geschichtsträchtigen Gängeviertel der Hansestadt besetzt, um einen drohenden Abriss zu verhindern und stattdessen Räume für Künstler einzurichten. In den leerstehenden Gebäuden zeigen sie Ausstellungen und organisieren ein umfangreiches Kulturprogramm, an dem sich nach eigenen Angaben über 200 Künstler aus aller Welt beteiligen. Sie wollten damit sowohl auf die Raumnot Hamburger Künstler aufmerksam machen als auch die Gebäude vor dem Verfall bewahren. Unterstützt werden sie vom Maler Daniel Richter. Der ehemalige Hausbesetzer der Hafenstraße gilt als kreativer Superstar der modernen Kunst und Botschafter Hamburgs.
Die Gängeviertel-Initiatoren erklärten: “Mit Freude folgen wir einer Einladung aus Leipzig und hoffen auf interessante Anregungen.”
Dirk Teschner, 16.09.09 | Mehr von dieser Autorin/diesem Autor
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Kommentare
Ja erst aus HH verjagen, und dann aus Leipzig, wenn ein solventer Investor ans Rathaus klopft...
Dann noch dieses; kompensierende Problemgruppe...
Klingt in meinem Kunstkopf potenziell faschistoid...
Wofür überhaupt Kunst und Künstler???
Kann der Algorithmus aus dem Computer viel besser und der läuft sogar mit Atomstrom...
Nee, nee, nee; so moal nich leude!
>Kunstkopf< | 21.09.09
Mein lieber Kunstkopf,
statt hier den Pöbler zu spielen (im Forenjargon Troll genannt) solltest Du besser den Rand halten oder dich Inhaltlich sinnvoll äußern. Für faschistoid halte ich Deine verkürzten Einwürfe und Motzereien. So nen Scheiß müssen wir hier nicht veröffentlichen - und werden es auch nicht mehr tun.
M
Markus | 23.09.09
Schöne Geste, Hamburger KünstlerInnen in Leipzig "Asyl" gewähren zu wollen...
Noch schöner wäre allerdings, wenn die Stadt Leipzig sich ebenso engagiert und großzügig für Asylsuchende und Geduldete einsetzen würde, die gerade aus rassistischen und Kostengründen aus ihren bisherigen Unterkünften in ein neu zu bauendes Containerlager ("Wohnungen in Systembauweise") am Stadtrand Leipzigs ausgelagert werden sollen.
Jenseits der Kritik an der grundsätzlichen Diskriminierung und Abschottung von MigrantInnen, wie sie in Bundesgesetzen und EU-Richtlinien festgeschrieben ist, bietet die im Stadtrat zu Leipzig eilig über die Bühne gebrachte Umstrukturierung der Unterbringung von AsylbewerberInnen Anlass für Kritik und Protest - für das verbindliche Recht auf individuelles Wohnen und gegen strukturelle Benachteiligung und Diskriminierung von MigrantInnen.
Ich hoffe auf interessante, die Flüchtlingspolitik Leipzigs thematisierende, Anregungen der Hamburger KünstlerInnen!
Eine Erwähnung dessen hätte übrigens auch einem Blog namens Kunst + Kritik (!) gut gestanden.
Einige Infos (inkl. eines Kunstprojekts) dazu finden sich bspw. hier:
http://initiativkreisintegration.blogsport.de
http://www.fpn09.de
Heiner | 16.10.09