Markus Wirthmann | Kritik
Gewitter in der Zitronenpresse
Anlässlich der Ausstellung "berufen" im Oktogon, der Galerie der HfBK Dresden, installierte Eberhard Bosslet Stroboskope in der verglasten Kuppel, der sog. "Zitronenpresse" und lässt sie elektronisch gesteuert ein hausinternes Gewitter simulieren.
Nachtigall ick hör Dir trapsen - das soll doch wohl keine Anspielung auf den inneren Zustand der Kunstakademie sein? Wurscht, das ganze ist mit relativer Ökonomie der Mittel sehr spannend geraten.
Wie übrigens die ganze Ausstellung, die durchwegs sehenswert und gut arrangiert daher kommt. Das ist selten bei Veranstaltungen wie dieser, bei der die Teilnahmeberechtigung einzig von Stand und Anstellung der Künstler abhängt.
berufen
Ausstellung von Professorinnen und Professoren des Studiengangs Bildende Kunst der HfBK Dresden.
Oktogon, Dresden
9. Oktober bis 22. November 2009
Mit: Hans-Peter Adamski, Peter Bömmels, Eberhard Bosslet, Monika Brandmeier, Lutz Dammbeck, Ulrike Grossarth, Martin Honert, Elke Hopfe, Detlef Reinemer, Ralf Kerbach, Wilhelm Mundt, Christian Sery, Carl Emanuel Wolff
Markus Wirthmann, 19.10.09 | Mehr von dieser Autorin/diesem Autor
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Kommentare
Fraktogeometrisch. Es regt an und auf. Es gibt etwas von der Stimmung auf unserer Erde wieder. Ich sah wie Menschen regungslos vorbei gingen. Ich blieb stehen. Oft kam ich wieder, um stehen zu bleiben. Gewitter ist Umbruch, ist Konfrontation & ist Präsenz, unbezwingbar. Es betrifft uns, es überkommt uns, man kann es sich nicht wegreden, denn es prasselt nieder und man muss zuschauen. Es aushalten. Mit gehen, um nicht unter zu gehen. Es ist für mich: ein von außen kommendes, in mir wirkendes Spektakel der Reinigung. Und es wird von vielen zur Zeit genutzt, eben um diese Vorgänge, auch Zustände ins Bewusstsein zu holen. Z. B. von "Neues" auch in Performance verwendet.
Zeitgemäß und stark. Es sollte nicht vergessen werden, dass dieses Werk über seine unbändige Kurzweiligkeit hinaus bis in ein unbekanntes Morgen noch eine Weile flackert. Jetzt in mir. In den Köpfen der Menschen. Endlich einmal etwas anrührendes, was nicht nur Kunstinteressenten zu Gesicht bekommen. Auch wenn nicht alle hingesehen haben war es doch für JEDEN sichtbar. (zumindest für die Dresdner)
Rosa Brandt | 18.04.10
Mal abgesehen von der Bundeswehrwerbung im Vorspann »Gewitter in der Zitronenpresse« schlicht der Brüller. Hätt ich zu gern in natura miterlebt - wenn das Video schon so beeindruckend ist .
moderne Kunst fan | 17.04.11