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Michael Reuter | Region Stuttgart

Viktorianischer Liebesreigen.
Der Maler Edward Burne-Jones und seine Freunde im Taumel der Leidenschaften


Die Familien von William Morris and Edward Burne-Jones, Foto von Frederick Hollyer, aufgenommen im Garten von The Grange, Burne-Jones´s Haus in Fulham. Von links nach rechts: Edward Jones (Burne-Jones´s Vater), Margaret Burne-Jones, Edward Burne-Jones, Philip Burne-Jones, Georgiana Burne-Jones, May Morris, William Morris, Jane Morris und Jenny Morris. Platinotypie, 14 x 13.1 cm.

Die lange Regentschaft der englischen Königin Viktorias von 1837 bis 1901 gilt gemeinhin und sprichwörtlich als verklemmte Epoche. Da nützt auch die erfolgreiche Industrialisierung oder die florierende Wirtschaft des Landes gar nichts – Prüderie und Frauenfeindlichkeit prägen unser Bild der viktorianischen Zeit. Und wo zu Zeiten Königin Elisabeth I in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts noch von „England’s Golden Age“ geschwärmt wurde, dominierten nun Fabrikschlote und die ungesunden Lebensbedingungen des Industrieproletariats. Kein Wunder, dass die Malerfreunde der „Präraffaelitischen Bruderschaft“ ab 1848 zur Wiederentdeckung der Natur aufriefen. Eingebettet in mythische Traumwelten wurden Heldensagen erzählt, die Kraft der klassischen Mythologie beschworen und ein idealisiertes Frauenbild besungen.

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31.12.09 | Permalink | Kommentare (0)

 

Gastbeitrag | Kritik

Nicht einfach, die Welt in 90 Tagen zu retten

Über die junge türkische Kunstszene

Gastbeitrag von Ann-Katrin Frank

TANAS, Berlin
14.Dezember – 13. März 2010


Sener Özmen & Erkan Özgen, "Road to Tate Modern", 2003, Video, 07:13 min

Bei diesem Titel muss man an den Klimagipfel in Kopenhagen denken. Aber hier geht es nicht um schmelzendes Eis, Dürre und Treibhausgase. TANAS zeigt Arbeiten junger türkischer Künstler, die kritisch die Hegemonie des Westens im Urteil über Recht und Unrecht, die westliche Definitionshoheit über die Kunstbewertung und die häufige Ausgrenzung nicht-westlicher Kunst betrachten. Auch geht es um eine Auseinandersetzung mit den Strukturen der eigenen Gesellschaft und Lebenssituation, häufig mit einem Augenzwinkern.

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29.12.09 | Permalink | Kommentare (0)

 

Markus Wirthmann | Alles

Die Sendung mit dem Flatz

Die Bildende Kunst ist im kulturellen Mainstream, d.h. im Fernsehen, angekommen. Fernsehformate die sich mit Kunst, Künstlern und dem Markt auseinander setzen häufen sich. "Super Art Market" von Zoran Solomun, "Die Millionenblase" von Ben Lewis, das Casting-Format "School of Saatchi" in Großbritannien und das deutlich gestiegene Interesse der Kulturmagazin-Macher auf allen Kanälen belegen dies augenscheinlich.

Unter dem Titel "Nie wieder keine Ahnung! Malerei" hat der SWR eine vierteilige Serie zur Volksbildung produziert. Die halbstündigen Sendungen laufen ab dem 28. Dezember im SWR-Fernsehen. Enie van de Meiklokjkes fragt sich durch die Kunstgeschichte, Wolfgang Flatz, ja... ganau DER Flatz, antwortet zusammen mit Raimund Wünsche, Archäologe und Leiter der Glyptothek in München.

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19.12.09 | Permalink | Kommentare (0)

 

Gastbeitrag | Alles

Die Kunsthalle ist tot. Es lebe die Kunst!

Gastbeitrag von Ingo Arend, der Freitag

Das Berliner Parlament hat die kulturellen Blütenträume von Klaus Wowereit empfindlich gestutzt. Großer Schaden entsteht dadurch nicht.

"Ich habe mich der Kunst immer so wie der Liebe hingegeben. Ich habe beides als das Gleiche angesehen. Es geht um Ausschließlichkeit. In der Liebe wie der Kunst weiß ich, was ich nicht will“. Ein bisschen hört sich Cornelia Schleime wie Ingeborg Bachmann an, wenn die Berliner Malerin ihre Arbeit erklärt.

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19.12.09 | Permalink | Kommentare (0)

 

Michael Reuter | Region Stuttgart

Licht! Mehr Licht!
Die Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen wagt sich mit einer kleinen Kerze in das Mysterium der Nacht


Ralf Peters: Porträt rot, 1998

An den Anfang hätten sie gehört, die beiden Werke von Philipp Haager, in denen Isabell Schenk-Weininger von der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen die kosmische Ursuppe schwappen sieht, die Gähnung grundlos und das archaische Nichts.
Aber auch der Beginn göttlichen Gestaltungswillens lässt sich in Haagers Tuschmalerei beobachten, denn nach einigem Hinsehen schälen sich rötliche Farbwolken aus dem schwärzlichen Wabern. Es ist, als ob sich die Schöpfung vollzieht, je länger man die Bilder betrachtet.

Doch statt dem Stuttgarter Jungmaler darf Altstar Thomas Ruff mit zwei seiner langweiligen Fotos des Sternenhimmels und einem etwas unmotiviert gehängten Bild der „Nächte“-Serie das Entree der Galerie bespielen. 1992 fotografierte Ruff als Reaktion auf die Medienbilder des Golfkriegs mit einem Restlichtverstärker im Düsseldorfer Hafen und schuf mit „Nächte“eine unwirklich-unheimliche Serie, deren Wirkung in Bietigheim verpufft, weil der Kontext „Nacht“ das Bild nicht gut trägt.

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16.12.09 | Permalink | Kommentare (1)

 

Charlotte Lindenberg | Kritik

Der Müll, die Stadt und das Land
Rachel Harrison im Portikus


Rachel Harrison, HAYCATION, Installationsansicht, Portikus 09, Foto Katrin Schilling
Die Teilnehmerin der letzten Bienale von Venedig verarbeitet nur Künstliches. Und wenn es sich noch so natürlich gibt.

Universal Lobster
Und da isser wieder. Ein silbriger Hummer ruht an der Schulter einer der für Harrison charakteristischen Figurinen, deren Bestandteile eine sorgfältige Auswahl aus dem darstellen, was Sperrmüll so zu bieten hat. "Consider the Lobster" war schon der Titel von ihrer vorhergehenden Ausstellung, die bis zum 20. Dezember im Center for Curatorial Studies am Bard College zu sehen war (und in der Londoner Whitechapel Gallery im kommenden Frühjahr zu sehen sein wird). Dass der Hummer in Frankfurt wiederkehrt, ist folgerichtig, weil das Tier zwei Schwerpunkte beider Ausstellung vereint: Eigenartige Arten der Freizeitgestaltung sowie den geradezu alchemistischen Vorgang des Umwandelns von Wertlosem in Wert.

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13.12.09 | Permalink | Kommentare (0)

 

Michael Reuter | Region Stuttgart

Pussyclub im Pleistozän


Frauenstatuette aus Mammutelfenbein, bisher älteste bekannte Menschendarstellung der Welt, Hohle Fels, 40.000 bis 35.000 Jahre vor heute.(© Universität Tübingen, Foto: Hilde Jensen)

In der Schatzkammer der Großen Landesausstellung Eiszeit – Kunst und Kultur gibt es pralle Weiblichkeit zu bestaunen. Die „Venusfiguren“ zeigen das Wesentliche – Titten und Ärsche in dionysischer Fülle. Unsere Abbildung zeigt die älteste bislang bekannte Menschenfigur der Welt, die Venus vom Hohle Fels, wobei der kleine Wurmfortsatz über den Zehn-Punkte-Brüsten kein Kopf ist, also nicht auf eine cerebrale Unterbelichtung der Frau und damit auf einen eiszeitlichen Chauvinismus verweist, sondern eine Öse, um die kleine Statuette,zumindest zeitweise, bei sich zu tragen. Männliche Statuetten wurden dagegen kaum gefunden, hier und dort mal ein Phallus aus Stein, aber welcher Eiszeitler hängt sich schon einen Schwanz um den Hals, wenn sowieso ständig einer an ihm herunter baumelt.

Wer Naturkundliches öde findet, (und die jetzige Show macht in Sachen progressivem Ausstellungsdesign keine großen Sprünge) sollte die Stellwände, Völkerkundemuseumsfellhütten, Dekoskelette ( nein, keine Dinosaurier) und das penetrante Flötengedudel schnell hinter sich lassen, um zu den wirklich beeindruckenden Exponaten vorzudringen: Der großen Sammlung eiszeitlicher und damit der ältesten Kunstwerke der Welt. Was jetzt im Kunstgebäude an kleine Figuren aus Mammutelfenbein zu sehen ist, wird so schnell nicht mehr zusammenfinden. Venusfiguren, Pferde, Mammuts, Vögel und Knochenflöten aus der Zeit vor etwa 40.000 – 12.000 Jahren aus den Höhlen der Schwäbischen Alb mit Vergleichsfunden aus vielen anderen Ländern.

Wie gediegen langweilig die Zeit bis zum nächsten spektakulären Funde werden kann, illustrieren einige ausgestellte Grabungs-Dokumentation. Bei Jamie Clark lesen wir: “Today I will remove the rest of 3bWF and then hopefully begin with 3bIIb. Along the northern edge of VQuD, there is a hole approx. 4 cm in diameter.” Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt.

09.12.09 | Permalink | Kommentare (0)

 

Gastbeitrag | Kritik

Fühlt sich kalt an

Dramatische Folgen neo-individualliberaler Kunst: Die Berliner Ausstellung »Zeigen«

von Wolfgang Müller

Vor gar nicht so langer Zeit erreichte mich eine Anfrage zur Teilnahme an einer Ausstellung. Der Absender war Karin Sander. Die Künstlerin sei von den Kuratoren der Temporären Kunsthalle Berlin eingeladen worden, ihre Arbeit »Zeigen« zu realisieren: »Die daran teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler geben in ihrem Beitrag akustische Informationen zu ihrem Werk oder ihrer Arbeitsweise, indem Sie ihre künstlerische Arbeit hörbar und damit für den Hörenden ›sichtbar‹ machen. In dem Ausstellungsraum der Kunsthalle werden die Namen der Künstler und Künstlerinnen sowie jeweils eine Zahl auf der weißen Wand zu lesen sein.«

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04.12.09 | Permalink | Kommentare (8)

 

Charlotte Lindenberg | Alles

Unlike much comedies these days, this is one to watch.
Das aktuelle Saatchi-Watschen.

Es folgte eine lange Antwort auf Markus Wirthmanns Frage aus seinem Beitrag über "Saatchi sucht den Superkünstler" weiter unten. Der Autor fragte: "Wen würdest du in die Jury befördern wollen wenn dieser mediale Blödsinn auch über uns kommt?"
Wen wohl? Meine Feinde natürlich. Deshalb hatte ich mich gewundert, was dir Falckenberg und Graw und Reyle getan haben, dass du sie so strafen willst. Allerdings habe ich tatsächlich ein paar Minuten lang über verschiedene Modelle einer Kunst-Rating-Agentur nachgedacht.

Eleanor Antin Judgement of Paris (after Rubens) - Dark Helen, 2007. © Eleanor Antin, courtesy Ronald Feldman Fine Arts, New York.
(Schon in der Antike wurden schwierige Vergleiche gern von einflussreichen Herren per Hitliste geklärt.)

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Das aktuelle Saatchi-Watschen.« weiterlesen ...

 

04.12.09 | Permalink | Kommentare (2)

 

Dirk Teschner | Kritik

Kunst kostet Geld – mehr Kunst kostet mehr Geld


Jim Avignon, 2009

Kunst in der Krise? Das Geld ist weg. Wo ist es geblieben? Der Bund, die Städte und Kommunen haben immer weniger Geld für Kultur. Darunter leiden die Kultureinrichtungen und damit auch die Künstler.

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03.12.09 | Permalink | Kommentare (0)

 

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