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Gastbeitrag | Kritik

Mit Jáchym Fleig endet im Neuen Kunstverein Gießen die Reihe „Stadt – Raum“

Gastbeitrag von Von Rüdiger Oberschür – Region Mittelhessen

Wer genau nach oben schaut, entdeckt kleine Flugzeuge: Fleigs „Deckenrelief“ spielt auf ein ehemaliges Geschwader-Denkmal gegenüber des Kunstvereins an.

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27.01.10 | Permalink | Kommentare (0)

 

Gastbeitrag | Kritik

Oberhessisches Museum zeigt Fotografie im Dialog

Susanne Esche und Robert Blaszczyk eröffnen Einblicke in die Möglichkeiten eines Mediums unter generellem Realismusverdacht

Gastbeitrag von Rüdiger Oberschür - Region Mittelhessen

Unschärfe als Brücke, als Verbindung – das fällt einem bei Susanne Esches und Robert Blaszczyks Arbeiten im Oberhessischen Museum Gießen unmittelbar ein. „Fotografie im Dialog“ ist die Ausstellung untertitelt. Und gerne sieht man den beiden (ehemaligen) Essener Folkwangschülern bei ihren Gesprächen zu. Die 61-jährige Esche und der junge Eleve Blaszczyk – zwei Generationen, zwei Ästhetiken, zwei Geschlechter – gehen in ihren fotografischen Erlebnisräumen über die Fragen von Ist-Zustand und objektivem Ideal weit hinaus. Oder besser: dran vorbei. Was heißt Zeit und was bedeutet Raum?

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25.01.10 | Permalink | Kommentare (0)

 

Gastbeitrag | Kritik

Nationale Identität statt Hakennasen

Gastbeitrag von Daniela Höhn

Die Ausstellung „Fremde? Bilder von den Anderen in Deutschland und Frankreich seit 1871“ zeigt, dass Klischees langlebig sind – auch wenn sie manchmal ihre Erscheinungsform ändern.

Wer ist ein Deutscher? Wer ein Franzose? In Frankreich wird gerade über nationale Identität debattiert. Dabei geht es viel um den Islam. Kopftücher und Minarette – so hört man immer öfter – passen nicht zu „europäischen Werten“. Anders ist, was anders aussieht – oder etwa nicht? Doch sagt ein Kopftuch wirklich etwas aus über die Frau, die es trägt? Und ist es fair, von Minaretten auf Terrorismus zu schließen? Die Ausstellung „Fremde? Bilder von den Anderen in Deutschland und Frankreich seit 1871“ im Deutschen Historischen Museum in Berlin zeigt, dass sich, was den Umgang mit Andersartigkeit betrifft, im Laufe der Geschichte gewisse Kontinuitäten erhalten haben.

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22.01.10 | Permalink | Kommentare (0)

 

Markus Wirthmann | Interview

Das Kunstkontakter Interview zum Jahresauftakt

Konstantin Schneider befragt von Starreporter XY Unverzagt

XY: Herr Schneider, wie fällt denn Ihre Prognose für das Kunstbetriebsjahr 2010 aus?

Schneider: Alles wird besser, aber einige werden dennoch nichts zu lachen haben, ausser satanisch vielleicht.

XY: An wen denken Sie da?

Schneider: An Damien Hirst zum Beispiel.

XY: Wieso gerade an den, der hat doch seine Schäfchen längst im Trockenen.

Schneider: Stimmt, das wars dann aber wohl auch. Dieser Mea Culpa Quatsch, den Hirst da gerade fabriziert, damit kann er nicht durchkommen.

XY: Können Sie das für unsere Leser bitte konkretisieren?

Schneider: Hirst ist ja nun einmal als Profiteur der Saatchi-Schule seit Jahren gut im Geschäft und hat sich getreu der ungeschriebenen Gesetze der Kunsteventsociety eine Frechheit nach der anderen erlauben können. Mit seiner Aktion am Tage, als die Lehmann-Brothers pleite gingen, hat er tatsächlich so eine Art Meisterstück abgeliefert, das ihm wohl für immer einen Platz in der Kunstgeschichte sichern wird. Aber danach brachen die Preise für Hirst ein, und zwar um sage und schreibe 50%, was bei ihm ja nun kein Pappenstiel ist.

XY: In der Tat!

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21.01.10 | Permalink | Kommentare (1)

 

Charlotte Lindenberg | Kritik

Schöner Wohnen

Unbrauchbar aber gepflegt: "raumpflege" macht sich´s gemütlich

Speisezimmer: Göbel (Wandobjekt), Richter-Kundel (Esstisch & Stühle) und Fass (Kartoffelteppich), Foto CL


Das mit der "raumpflege" ist ein spaßiger Titel, der keine wirklich zutreffende Arbeitsplatzbeschreibung liefert. Wahr ist, dass sich die Arbeiten der vier Künstlerinnen mit Innenarchitektur in Verbindung bringen lassen. Dieses "in Verbindung bringen" geht so:

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19.01.10 | Permalink | Kommentare (2)

 

Gastbeitrag | Alles

Business Class in Paris

die US-Künstlerin Nicole Cohen zeigt neue Arbeiten

Gastbeitrag von Katia Hermann

Nach der Ausstellung „Rap Rococo“ in 2007, präsentiert nun die amerikanische in Berlin lebende Künstlerin Nicole Cohen „Business Class“ in der Galerie La B.A.N.K in Paris bis 13. Februar 2010.
Für diese zweite Ausstellung in ihrer Pariser Galerie erforscht Nicole Cohen den Begriff der funktionellen Psychologie und die Bestimmung einer Ästhetik des Selbst durch die Konzeptualisierung und die Formalisierung des Erscheinens.

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18.01.10 | Permalink | Kommentare (0)

 

Gastbeitrag | Kritik

Marburger Kunstverein blickt mit zehn Künstlern zurück auf eine Dekade

Gastbeitrag von Rüdiger Oberschür - Region Mittelhessen

Über 65 Ausstellungen hat der Marburger Kunstverein seit dem Einzug im Oktober 2000 am Gerhard-Jahn-Platz, unterhalb der Marburger Oberstadt zwischen Großkino und Bankhaus bereits realisiert. Was 1953 im Gewölbekeller der ehemaligen Stadtsäle als Künstlerkreis begann, hat sich zum markanten Aushängeschild der Stadt gemausert. Allein zur Fotoausstellung von Martin Liebscher im vergangenen Herbst kamen insgesamt über 3000 Besucher. Nun blickt der Verein mit zehn ausgewählten Künstlern, die hier alle schon ausgestellt haben, auf eine Dekade zurück. Die Malerei steht im Vordergrund, doch auch Zeichnung, Skulptur, Fotografie und Videokunst sind vertreten.

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18.01.10 | Permalink | Kommentare (1)

 

Markus Wirthmann | Alles

Crisis? What crisis?

Die Jablonka Galerie Berlin ist seit Januar 2010 geschlossen. Für alle künftigen Anfragen und Informationen wenden Sie sich bitte an die
Jablonka Galerie in Köln.


Jablonka Galerie is closed from January 2010. For all future inquiries and further information please contact the gallery in Cologne.


Lindenstraße 19
50674 Köln
Tel. +49-221-240 3426
Fax: +49-221-240 8132
info@jablonkagalerie.com


E-Mail vom 18. Januar, 13:01 Uhr. Ist das jetzt die Vorhut der Nachhut?

18.01.10 | Permalink | Kommentare (0)

 

Michael Reuter | Region Stuttgart

Debütausstellung I: Friedemann Flöther “Rich Punks” in der Kunstaka Stuttgart


Friedemann Flöther: Der Kuss, 2008, patinierte Bronze, 75 x 35 x 35 cm

Wo Damien Hirst mit seinem Diamantenschädel "For the Love of God" schon das eigene Ableben beklagt, geht es bei Friedemann Flöther noch ums Arbeiten. „Carve!“ klopfte er zur Freude der Hausmeister in eine Wand der Ausstellungshalle und legte sein Werkzeug gleich dazu, gebettet auf schwarzem Samt und mit Strasssteinen überzogen, zum Arbeiten nun gänzlich ungeeignet. Flöther stellt in der Kunstakademie Stuttgart noch bis zum 24. Januar unsere Vorstellungswelt infrage. Harte Superhelden dürfen sich auch mal küssen, Raketen tauschen ihre ölverschmierten Metallhüllen gegen ornamentale Tapetenmuster und ein friedfertiges Einhorn bohrt Selbiges wütend in eine Wand.

Die Verdrehung von Idealwelt und Realität kommt vielleicht etwas zu plakativ daher, ist dafür aber handwerklich perfekt und mit einem augenzwinkernden Blick auf das eigene Werk umgesetzt.


Friedemann Flöther: Hammer und Meißel, 2009, Strasssteine, Hammer, Meißel, 34 x 18 x 4 cm

12.01.10 | Permalink | Kommentare (3)

 

Michael Reuter | Region Stuttgart

Debütausstellung II: Xianwei Zhu “Searching for No Heaven”


Xianwei Zhu: Searching for No Heaven, Öl auf Leinwand, 200x180cm (Ausschnitt)

Ganz an den Rand des Bildes „Searching for No Heaven“ setzte der 1971 in Qingdao/China geborene Xianwei Zhu einen kleinen Affen, der sich melancholisch das Remmidemmi in der Bildmitte betrachtet. Liest der Betrachter den Affen als klassische Reflexionsfigur für den die Natur „nachäffenden“ Künstler, so scheint sich auch Xianwei nicht ganz wohl zu fühlen in der lärmigen Gegenwart. Schon sein früheres malerisches Alter Ego, ein kugelköpfiger Knirps, stand immer etwas verloren im leeren Bildraum. Die Welt, das waren stets die Anderen, die jenseits des Keilrahmens bleiben sollten. Immerhin greift der Künstler nun in die Vollen, um sich den menschlichen Affenfelsen in seiner schönsten Verwirrtheit auszumalen, inklusive dem zähnefletschenden Alphatier als Sinnbild gesellschaftlicher Dominanz. Trotzdem findet sich in den Bildern Xianwei Zhus stets ein ruhiger, abgelegener Felsen: Man muss ja nicht gleich alles mitmachen.

Debütausstellung Xianwei Zhu in der Alten Aula der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Noch bis 24.01.2010.


Xianwei Zhu: Searching for No Heaven, Öl auf Leinwand, 200x180cm


Xianwei Zhu: Mein Berg, Öl auf Leinwand, 40x40cm, 2009

12.01.10 | Permalink | Kommentare (0)

 

Gastbeitrag | Kritik

Was macht die Medienkunst?

20 Jahre ZKM

Gastbeitrag von Stefanie Bücker

Das ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe feierte in den letzten Wochen sein 20-jähriges Jubiläum. Mit der Ausstellung „IMAGINING MEDIA@ZKM“ präsentiert das Haus noch bis Ende 2010 die besten Medienkunstwerke, die von deutschen und internationalen KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen seit 1989 am ZKM produziert wurden. So findet man zum Beispiel gleich im Erdgeschoss den „Tree of Knowledge“ von Bill Viola aus dem Jahr 1997. Der Besucher betritt einen langen, schmalen Korridor, ihm gegenüber erscheint ein Baum als Setzling. Je näher er auf den Baum zugeht, desto weiter entwickelt sich dieser. Der Betrachter kann auch an jeder Stelle innehalten und die Entwicklung des Baumes stoppen oder umkehren.

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07.01.10 | Permalink | Kommentare (0)

 

Dirk Teschner | Kritik

Die Addition der Differenzen


Bert Papenfuß, aus Einem verreckten Kater die Scheiße aus den Därmen dreschen

Ich hatte mir schon seit Wochen vorgenommen einen Beitrag zu der Ausstellung „Poesie des Untergrunds“ zu schreiben, nun nach dem Beitrag „Utopie und Untergrund“ von Daniela Höhn wurde es doch notwendig. Es ist interessant zu erfahren, dass Leute aus dem Westen und Jüngere wohlwollender diese Ausstellung empfanden als Dabei gewesene. Mit einer gewissen Unbefangenheit wirkt sie spannender als wenn man anfängt zu grübeln.

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05.01.10 | Permalink | Kommentare (2)

 

Gastbeitrag | Kritik

Utopie und Untergrund

Gastbeitrag von Daniela Höhn

Poesie des Untergrunds
Prenzlauer Berg Museum, Berlin
noch bis 7. Februar 2010

Die Ausstellung „Poesie des Untergrunds“ im Prenzlauer Berg Museum zeigt, was Gegenkultur in der DDR ausmachte und relativiert damit auch einige Mythen der Nachwendezeit

Das Jubiläumsjahr 2009 – 20 Jahre Fall der Berliner Mauer – ist zu Ende gegangen. Zeit, Bilanz zu ziehen: Heute gilt Berlin als kreativ und weltoffen. Paradoxerweise rührt dieser Ruf daher, dass es einmal Frontstadt im Kalten Krieg war. Aus dem grauen Ostberlin – so der Mythos - wurde nach der Wende ein buntes, avantgardistisch anmutendes Künstlerparadies. Die pluralistische Kultur des Westens scheint sich selbst übertroffen zu haben. Aber war die „Hauptstadt der DDR“ nicht auch ein Hort der Opposition und der staatlich überwachten, nur widerwillig hingenommenen Gegenkultur?

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05.01.10 | Permalink | Kommentare (0)

 

Gastbeitrag | Kritik

Weißer Terror – Portraits nordamerikanischer Erstbewohner

von Wolfgang Müller

Vielstimmige Begeisterung herrscht in der Kunstkritik vom Tagesspiegel bis hin zur Berliner Zeitung über den „White Cube“ von Karin Sander in der Temporären Kunsthalle. Tom Mustroph stimmt in der tageszeitung eine Eloge auf den weißen Kubus an: „Keine Objekte verstellen den Blick.“ Doch woher bezieht der weiße Würfel als sakraler Erhebungsraum in Zeiten des neo-individualliberalen Konsenses seine unhinterfragte Re-Artikulation?

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03.01.10 | Permalink | Kommentare (3)

 

Adib Fricke | Der Film zum Sonntag

Alice Forever

Der Film zum Sonntag #16
Alice in Wonderland, England 1903, 8:20 min

Alice in Wonderland, England 1903, 8:20 min

Kurz vor Jahresende machte die Kunst-Blog-Redaktion noch einen gemeinsamen Ausflug ins Kino: »Avatar – Aufbruch nach Pandora« von James Cameron war der Film der Qual. Wenn schon, denn schon – also bitte in der 3D-Version. Die Filmtechnik war schockierend gut. Die extra zu erwerbende 3D-Brille brachte die Augen nicht zum Tränen sondern gab dem Blick eine ungewöhnliche Tiefe. Und die Animation war klug gemacht: Kleine Insekten im Vordergrund anstelle aufdringlicher Monsterköpfe mit weit aufgerissenen Mäulern, die Zuschauer in der 1. Reihe zu fressen scheinen, machten die virtuelle Räumlichkeit zu einem spannenderen Blickfeld. Die Leinwand wirkte wie ein Diorama in einem besseren Naturkundemuseum, was ganz amüsant war. Dass das immer wieder kehrende Thema der Kulturbegegnung zwischen zwei Gesellschaftsformen – hier in der Variante von erobernden weißen Männern und lieben Indianern erzählt – eposartig auf 161 Minuten ausgebreitet werden musste, war allerdings nicht zu verstehen. In der offiziellen Pinkelpause verließen wir das Kino. Die Diskussion beim filmanalytischen Abschlussdrink ging mehr um die Technik und um den in der Vorschau angekündigten neuen »Alice in Wonderland«-Film von Tim Burton (der von Disney ebenfalls in einer 3D-Variante produziert wurde).

Das traf sich gut, weil ich sowieso schon seit zwei, drei Wochen eine kurze Alice-Verfilmung in dieser Kunst-Blog-Rubrik vorstellen wollte: Die vermutlich älteste Filmadaption des 1865 von Lewis Caroll veröffentlichten Kinderbuchs. Diese enstand 1903 in England, Regie führte Cecil M. Hepworth, der Film ist nur noch unvollständig erhalten. Kaum eine Geschichte eignet sich wohl so gut, das Absurde und Fantastische episodenhaft mit visuellen Mitteln auszuloten und der realen Welt mit ihren physikalischen Gegebenheiten auf die eine oder andere Weise ein Schnäppchen zu schlagen.

P.S. Weitere Alice-Adaptionen werden bei YouTube in einer 8 Min. Zusammestellung des Nutzers movietvlover vorgestellt.

03.01.10 | Permalink | Kommentare (1)

 

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