Markus Wirthmann | Kritik

Es gibt immer noch keine Medienkunst

Coincidence Engines One & Two - Hommage à Ligeti
[The User] - Emmanuel Madan und Thomas McIntosh
.CHB, Berlin
noch bis zum 28. Februar

Die Transmediale.10 ist zu Ende gegangen aber einige Satelliten sausen noch durch den luftleeren Berliner Medienkunst-Kosmos. Einer davon ist die Präsentation der Koinzidenz Maschinen des kanadischen Künstlerduos [The User] im Collegium Hungaricum Berlin.

Das tausendmal gehörte Ticken einer Uhr verwandelt sich in den Arbeiten von [The User] in eine reichhaltige Quelle komplexer akustischer Strukturen. Mit einer Unzahl verschiedener Zeitmessgeräte erkunden die beiden Künstler Themen wie Reglementierung, Vielfalt, das Perfekte und Imperfekte sowie die Entropie. - Quelle: Transmediale.10

Grund genug wieder mal die Einlassungen von Stefan Heidenreich zur Transmediale des Jahrs 2008 aus dem Sack zu ziehen und sie sich genüsslich auf der Zunge zergehen zu lassen:

Medienkunst war eine Episode. Da ihre Institutionen nicht vergehen, lebt sie als Dinosaurier der 80er und 90er Jahre weiter. Auf der anderen Seite hat Kunst technologisch längst die meisten Grenzen überwunden. Künstler arbeiten mit beliebigen Medien, von der Zeichnung bis zum Internet. Als Gegenkultur zu den kommerziellen Produkten der Netze und Medien nimmt Kunst nach wie vor eine wichtige Position ein. Aber allein technisch lässt sie sich nicht auf den Begriff bringen. Es gibt genug gute Kunst, die ganz selbstverständlich Medien einsetzt. Aber es gibt keine Medienkunst.

Den ganzen Aufsatz findet man hier.


Die eine der beiden Koinzidenz Maschinen ist in eine Lounge-Situation (kotz würg) eingebettet die wiederum in eine PR-Aktion für einen trendy Schnaps (!) eingebettet wurde. Und außerdem hat sie nicht funktioniert ...

Markus Wirthmann, 19.02.10 | Mehr von dieser Autorin/diesem Autor

 

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