Gastbeitrag | Netz
Damit die Bürgerrechte nicht vom Netz gehen!
Veranstaltung zu Daten- und Urheberrechtsschutz im digitalen Zeitalter im NRW-Landtag
Gastbeitrag von Florian Kuhlmann

So langsam ist das Netz wohl gänzlich raus aus Subkultur und Nischendasein und wird immer mehr Teil der Alltagskultur. Nur sehr wenige werden noch an dem Glauben festhalten diese Technik würde, wie so manch andere Modetrend, wieder aus unserem Leben verschwinden.
Ganz im Gegenteil, die weitere Durchdringung unserer Gesellschaft durch digitale Technik ist absehbar und schreitet voran.
Und so kommen wir eben nicht umhin uns mit den damit verbundenen Problemen und Fragestellung auch auf einer politischen Ebene zu beschäftigen.
Je mehr sich das Netz zum Massenmedium wandelt, desto wichtiger wird die Frage, wie gehen wir mit den Rechten und Verwertungsansprüchen von Künstlern und Autoren um, wenn deren Arbeiten problemlos kopiert und reproduziert werden können.

Die Vorschläge dafür sind vielfältig.
Die einen wollen alle digitale Information restlos freigeben, wie etwa die Anhänger der Piratenpartei. Die Musik- und Filmindustrie, so scheint es manchmal, würde das Netz am liebsten ganz verbieten. Der Googlekonzern wiederum kopiert und digitalisiert, was der Firma in der Finger kommt, während alteingesessene Verlage um ihre Existenzgrundlage bangen.
Und andere Kräfte sehen die Lösung der Probleme in einer Art Pauschalabgabe für alle Internetznutzer, diese Position vertreten derzeit die Grünen mit ihrem Konzept der Kulturflatrate.
Nur von Seiten der Künstler und Autoren, den wirklich Betroffenen ist derzeit noch relativ wenig zu hören, sehen wir mal ab von PR-Stunts einiger Verlagshäuser wie etwa dem Heidelberger Appell ab.
Das relative Schweigen wundert umso mehr,da es ja gerade hier Expertise zu den Fragen rund um Autorschaft, Original, Kopie und Fälschung gibt. Sampling als Kulturtechnik blickt auf eine lange kunsthistorische Tradition zurück und bekommt im Zeitlater der nun wirklich verlustfreien technischen Reproduzierbarkeit eine so noch nicht dagewesene Brisanz.
Die Grünen haben sich am letzten Freitag dem 26.02. in Düsseldorf der Frage gewidmet, wie und ob sich Schutz und Durchsetzung von Urheberrechten mit den Ideen eines freien und unkontrollierten Internets in Einklang bringen lassen.
Ein Bericht über die Veranstaltung bei gulli: "An der Auswahl der geladenen Gästen hat es sicher nicht gelegen. Der grüne Netzpolitik-Experte Malte Spitz wurde unter anderem von Rechtsanwalt Philipp Franke und MdB Volker Beck unterstützt. Leider fielen die Vorträge bis zur Pause ausführlich und meist sehr langatmig aus. Auch der Düsseldorfer Netzaktivist und Künstler Florian Kuhlmann war nebst Indie-Labelchef Stefan Herwig anwesend. Florian versuchte sich im Spagat zwischen Datenschützer, Netzaktivist und Urheber, was ihm gut gelang. Tausendsassa und Marktanalyst Herwig war als Vertreter der Musikwirtschaft anwesend, um ein paar Punkte seines Konzepts im Kampf gegen die Raubkopierer vorzustellen. Er kam wie schon auf der Diskussion auf der all2gethernow mit seiner Straßenverkehrsordnungs- und Jugendschutzkeule, um seine Regulatorien besser vertreten zu können. Viele Freunde hat er sich damit in Düsseldorf nicht gemacht."
Zum kompletten Bericht.
Gastbeitrag, 28.02.10 | Mehr von dieser Autorin/diesem Autor
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