Charlotte Lindenberg | Alles
Liebe Welt,
die du dies liest, vorausschicken möchte ich, dass es mir rattenpeinlich ist, dass mich in diesem Blog derzeit so breit mache.

Aus aktuellem Anlass: Sein volles Potenzial Abrufender als Shaped Canvas
Aber ich gehe davon aus, dass nach Ende der WM auch wieder Andere ihre Stimme erheben. Bis dahin bitte ich dich, liebe Welt, um Beantwortung einer Frage, die mich seit Tagen wurmt. Dazu brauchst du nur eine von drei Optionen in die Kommentarspalte zu setzen, zunächst aber „Weiterlesen“ klicken. Danke.
Neulich erhielt ich eine Mail, die ich weiter unten zitiere. Sie stammt von einem Menschen, den ich im Folgenden „er“, nämlich der Verfasser nenne.
Anfangs war ich erstaunt, genauer gesagt: geschockt. Aber während ich über eine Antwort nachdachte, verwandelte sich meine Überraschung in die Vermutung, dass die Person mit ihrem Lebensgefühl womöglich nicht allein sei. Und deswegen bitte ich um eure Reaktion, indem ihr in die Kommentarspalte eine von drei Optionen eintragt. Diese nenne ich nach dem Zitat.
Der Absender bewegt sich seit Jahren innerhalb der zeitgenössischen Kunstlandschaft. Seine Aktivitäten, die ich aus Datenschutzgründen nicht beschreibe, veranlassten mich, ihm meine vorzügliche Hochachtung auszudrücken. Seither unterhalten wir und per Mail über alle möglichen Phänomene der Kunstszene. Ich habe ihn stets als kompetenten Beobachter erlebt und war daher sprachlos über besagte Zeilen:
„Mein Problem ist, dass ich nie richtig mit der bildenden Kunst warm geworden bin. Weder mit den Produzenten, noch mit den meisten Produkten, noch mit den anderen Marktteilnehmern und deren Usancen. Ich stehe immer nur daneben. Ich habe nie das Gefühl, Kunst zu begreifen oder wenigstens ansatzweise zu durchdringen. Vernissagen und Presserundgänge sind mir ein Gräuel und mit den Leuten im Business kann ich nichts anfangen. Ich dachte, es würde mit der Zeit besser werden ... ist es aber nicht.“
Nach mehrmaligem „Nee, oder?“-Denken beschlich mich der Verdacht, der Verfasser spreche eventuell für mehr KünstlerInnen und RezipientInnen, als es zugeben. Und um diese These zu veri- oder falsifizieren, bitte ich jene, nämlich EUCH, ins Kommentarfeld mindestens eine der drei folgenden Nummern einzutragen:
1. (= Unfassbar. Tickt der/die noch richtig?)
2. (= Hm. Nja. Ging mir auch so. Waren alle mal jung.)
3. (= Hau. Ich habe gesprochen.)
Das Ergebnis würde mich brennend interessieren. Also auf, liebe Welt: Ran an die Mäuse. Ihr braucht ja keine realen Namen anzugeben.
Charlotte Lindenberg, 22.06.10 | Mehr von dieser Autorin/diesem Autor
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Kommentare
Als Maler, Künstler eine
3
weil man trotzdem damit leben muss.
Lg
Michael Waitz
Michael Waitz | 23.06.10
3, ganz klar. Wer das Spiel mitspielt gehört dazu. Aber wer daneben steht muss mit dauerhaftem Ressentiment leben. Und Kohle gibts dann auch keine.
Der Trick ist doch in Wirklichkeit: Tue so als ob dass, was du produzierst, eine Bedeutung hätte. Verbünde dich mit Kritikern und Journalisten. Lass Sie einfach schreiben. Die schaukeln sich gegenseitig hoch. Dann bekommt alles eine Glorie, einen geistigen Überbau, die Banalität wird mit Worten verschleiert so dass kein Außenstehender sie mehr geistig durchdringen kann.
Sosehr ich Duchamp mag. Sein Pissbecken ist ein hervorragendes Beispiel dafür. Ich glaube gelesen zu haben dass knapp 100 Bücher dazu erschienen sind. Dabei war es doch nichts anderes als ein geistreicher Abischerz.
André Debus | 23.06.10
2. (= Hm. Nja. Kenn ich von früher.)
Hab ich jetzt rausgepickt, obwohl ich lieber noch die Variante
4. (= Ich weiß genau, welche Szenarien der meint. Kenne aber auch andere. Und da ist alles nett und man denkt ständig: was für eine geile Sache!)
Kulturtussi | 23.06.10
3. (= Seh ich auch so.)
Mr. X | 23.06.10
es ist erschreckend - aber ja - 3!
Allerdings gibt es immer wieder Einzelpersonen oder Werke, bei denen ich glücklicherweise ein "Kunsterlebnis" habe. Das hält mich dabei.
isch | 28.06.10
Ich nehme, mit Ausnahme der meisten Kunstwerke, die 3
Uwe | 18.07.10
1. = vielleicht sollte er einfach sein Betätigungsfeld wechseln. Wer Kirschen essen will, muß mit den Kernen leben.
burkhard | 23.07.10
1., 2. und drei. Fluktuierend und je nach Verfassung. Kirschen mag ich nicht.
Markus | 23.07.10