Esther Ernst | wo ich war
BOCK JOHN - PLATEL ALAIN - ALLORO - MUSEO D’ARTE LUGANO - BARNEY MATTHEW - BOYCOTLETTES - RIEDER MAJA - ELIASSON OLAFUR - VOSTELL WOLF - WILLEMSEN ROGER - STEP TOWARD HOME

FischGerätenMelkStand
Temporäre Kunsthalle, Berlin
Temporäre Kunsthalle, Berlin
+ toll, toll, toll war das!
Ein überforderndes Zuviel, eine Aufregung, ein Adventkalender, spektakulär und darin gar nicht schön, eine grosse Freude.
Vielen dank auch.
Und wahnsinnig lustig fand ich den Raum: "Mutter Tod mit Peperoni" mit Marin Kippenbergers Arbeit "Schlecht belegte Studentenpizza gepollockt", 1993
Und gut gefallen hat mir auch der zugeschissene Schweizer-Wander-Rucksack im umgekehrten Vogelhäuschen unter der Decke mit Klositzausblick.
Und... ach, vieles war wirklich sehr erfreulich
Ein überforderndes Zuviel, eine Aufregung, ein Adventkalender, spektakulär und darin gar nicht schön, eine grosse Freude.
Vielen dank auch.
Und wahnsinnig lustig fand ich den Raum: "Mutter Tod mit Peperoni" mit Marin Kippenbergers Arbeit "Schlecht belegte Studentenpizza gepollockt", 1993
Und gut gefallen hat mir auch der zugeschissene Schweizer-Wander-Rucksack im umgekehrten Vogelhäuschen unter der Decke mit Klositzausblick.
Und... ach, vieles war wirklich sehr erfreulich

PLATEL ALAIN / VAN LAECKE FRANK
Les Balletscdelab
Hau 1, Berlin
Les Balletscdelab
Hau 1, Berlin
+ was für eine Enttäuschung, kaum zu glauben, weil nämlich Platels Stück b.a.c.h. von vor circa zehn Jahren für mich zum Grössten gehörte, was ich im Theater je gesehen habe. Aus und vorbei, oder altersdebil, auf jeden Fall war diese Arbeit Mist. Eine kleine Gruppe Transvestiten stellten sich vor, ziehten sich aus und um, taperten eher hilflos auf der Bühne auf und ab, versuchten dramatisch oder komisch zu sein. Das scheitert total, weil sich da nix und niemand zeigt und bleibt sehr flach. Auch, weil man eine Travestieshow nicht ohne den ganzen Trash und Glemmer und Ambientekram auf eine riesige Theaterbühne übersetzten kann.
Dazwischen ein Solo eines jungen (schwulen?), unglaublich schönen spanischen Tänzers (die Verbindung zu den Transen ist echt auch bissel schwach...), und eine heterosexuelle Frau (was für eine Bezeichnung), die sich unter die Transen mischt und sich kaum mehr von ihnen abhebt, soll wohl die fliessende Grenze markieren. Blöd, ärgerlich, schade!
Dazwischen ein Solo eines jungen (schwulen?), unglaublich schönen spanischen Tänzers (die Verbindung zu den Transen ist echt auch bissel schwach...), und eine heterosexuelle Frau (was für eine Bezeichnung), die sich unter die Transen mischt und sich kaum mehr von ihnen abhebt, soll wohl die fliessende Grenze markieren. Blöd, ärgerlich, schade!

ALLORO
Villa Romana-Preisträger 2009/2010
Haus am Waldsee, Berlin
Villa Romana-Preisträger 2009/2010
Haus am Waldsee, Berlin
+ eigentlich wollten wir ins Ethnologische Museum, haben in Dahlem aber irgendwie die Abzweigung verpasst, und sind so im Garten vom Haus am Waldsee gelandet. Statt Woodoo nun renommierte Kunst und Minigolf am Strand.
Sofort eingenommen haben mich die Arbeiten von Anna Heidenhain und vor allem ihr Buch "Revised and upda-ted" eine "Encyclopédie par l’image". Mir ist nicht ganz klar, woher ihr Material stammt, aber es macht den Anschein, dass Heidenhain vorgefundene Mathematik- oder Astronomiebücher mit ihrem Bildarchiv collagiert, vergrössert und neu printen lässt. Die Seiten sind nicht chronologisch präsentiert und ergeben neu zusammengestellt eine sehr schöne Bildabfolge. Da gibt’s viel zu schauen...
Auch Sebastian Dacey’s Wellpappewandobjekt, das nach edlem Holzboden mit Einlegearbeit ausschaut und lediglich mit Klebebändern und Lack relativ grob bearbeitet wurde, mochte ich sehr.
Schöner Sonntag.
Sofort eingenommen haben mich die Arbeiten von Anna Heidenhain und vor allem ihr Buch "Revised and upda-ted" eine "Encyclopédie par l’image". Mir ist nicht ganz klar, woher ihr Material stammt, aber es macht den Anschein, dass Heidenhain vorgefundene Mathematik- oder Astronomiebücher mit ihrem Bildarchiv collagiert, vergrössert und neu printen lässt. Die Seiten sind nicht chronologisch präsentiert und ergeben neu zusammengestellt eine sehr schöne Bildabfolge. Da gibt’s viel zu schauen...
Auch Sebastian Dacey’s Wellpappewandobjekt, das nach edlem Holzboden mit Einlegearbeit ausschaut und lediglich mit Klebebändern und Lack relativ grob bearbeitet wurde, mochte ich sehr.
Schöner Sonntag.

MUSEO D’ARTE LUGANO
Omaggio a Giuseppe Panza die Biumo
Omaggio a Giuseppe Panza die Biumo
+ Der nette Mann an der Kasse zeigt uns ungefragt ein Prospekt mit Abbildungen der aktuellen Ausstellung und fragt, ob uns das interessiert. Ja, respektive nein, sieht so nach oller Kunst aus, aber das Museum interessiert...
Die Broschüre ist auf italienisch, der Eingangstext auch und so verstehe ich kaum wer Giuseppe Biumo und wie seine Omaggio aufzufassen ist. Im zweiten Stock dann doch noch englisch, und aha, der war Sammler und aha, das sind Werke aus seiner Sammlung und zwar die, die er diesem Museum vermachte.
Minimalistischer Konstruktivismus (gibt es das?), kleinteilige Objekte, Zeichnungen, Malerei, Skulpturen in kleinteiligen Räumen, mit Spots ausgeleuchtet. Nicht so prickelnd. Eine Seemannsinstallation von Thomas Schütte hätt ich kaum als Schütte erkannt. Nachdem ich ein Foto machte, kam der aufgeregte Aufpasser uns sagte ungefähr zehn mal hintereinander: lusio, lusio, lusio, lusio, lusio....
Die Broschüre ist auf italienisch, der Eingangstext auch und so verstehe ich kaum wer Giuseppe Biumo und wie seine Omaggio aufzufassen ist. Im zweiten Stock dann doch noch englisch, und aha, der war Sammler und aha, das sind Werke aus seiner Sammlung und zwar die, die er diesem Museum vermachte.
Minimalistischer Konstruktivismus (gibt es das?), kleinteilige Objekte, Zeichnungen, Malerei, Skulpturen in kleinteiligen Räumen, mit Spots ausgeleuchtet. Nicht so prickelnd. Eine Seemannsinstallation von Thomas Schütte hätt ich kaum als Schütte erkannt. Nachdem ich ein Foto machte, kam der aufgeregte Aufpasser uns sagte ungefähr zehn mal hintereinander: lusio, lusio, lusio, lusio, lusio....

BARNEY MATTHEW
Prayer sheet with the wound and the nail
Schaulager, Basel – Münschenstein
Prayer sheet with the wound and the nail
Schaulager, Basel – Münschenstein
+ und plötzlich finde ich Matthew Barney grossartig, die Ausstellung extrem ergiebig, toll!
Das liegt natürlich auch daran, dass Bettina hervorragend durch die Ausstellung führt, von ihrer Entstehung erzählt und Zugang verschafft. Gezeigt wird die Werkreihe "Drawing Restraint", in der sich Barney in selbstauferlegte, teilweise gefährliche, und stets erschwerte Situationen bringt und dabei versucht, bestimmte Zeichnungen anzufertigen. Bisschen rührend, manchmal auch lustig, dann wieder abstossend. Die Aktionen werden filmisch dokumentiert und sind Teil ei¬ner draus folgenden Installation – "sekundäre Form" – aus Skulptur, Schauvitirinen, Zeichnungen, Fotos, Objekte.
Mich begeistert die Künstlichkeit, mit der Relikte nachgestellt werden, der doppelte Boden, der feine Umgang mit der eigenen Nachahmung im Material. Und die fantastische Gegenüberstellung des Kurators Neville Wakefield mit Barney und christlichen Ikonographien aus dem 15. – 18. Jahrhundert.
Das liegt natürlich auch daran, dass Bettina hervorragend durch die Ausstellung führt, von ihrer Entstehung erzählt und Zugang verschafft. Gezeigt wird die Werkreihe "Drawing Restraint", in der sich Barney in selbstauferlegte, teilweise gefährliche, und stets erschwerte Situationen bringt und dabei versucht, bestimmte Zeichnungen anzufertigen. Bisschen rührend, manchmal auch lustig, dann wieder abstossend. Die Aktionen werden filmisch dokumentiert und sind Teil ei¬ner draus folgenden Installation – "sekundäre Form" – aus Skulptur, Schauvitirinen, Zeichnungen, Fotos, Objekte.
Mich begeistert die Künstlichkeit, mit der Relikte nachgestellt werden, der doppelte Boden, der feine Umgang mit der eigenen Nachahmung im Material. Und die fantastische Gegenüberstellung des Kurators Neville Wakefield mit Barney und christlichen Ikonographien aus dem 15. – 18. Jahrhundert.

BOYCOTLETTES
Kunsthaus Grenchen
Kunsthaus Grenchen
+ Ihre Serie "waste papers" hat mir letztes Jahr im Kunsthaus Baselland schon sehr gefallen. Das Künstlerinnenduo bewegt sich zwischen bildender Kunst und Modedesign und verbindet offenbar mit Leichtigkeit die beiden Bereiche. Da schlackern mir gleich bisschen die Ohren, wie lässig die ne Kunst am Bau Arbeit oder aber ein Objekt oder ein schickes Pullöverchen produzieren können. Und genau so unbekümmert locker (so siehts zumindest aus) entstanden die "waste papers", in dem Melanie Fischer Fadera und Lara Schwander die Siebe nach dem Bedrucken von Stoffen nicht ausgewaschen sondern auf A3-Papieren auslaufen lassen. Übereinander geschichtete wirre Linien, Muster, Figuren, Piktogramme werden zu einem abgeknallten und nie kitschigen Viel-zu-viel.
Die Wandarbeiten hingegen sind mir bisschen zu lieblich, zu nett, zu hübsch.
Die Wandarbeiten hingegen sind mir bisschen zu lieblich, zu nett, zu hübsch.

RIEDER MAJA
Kunsthaus Grenchen
Kunsthaus Grenchen
+ grosszügige Grafikzeichnungen hängen wie Stoffbahnen in dem neuen (für einmal nicht rechtwinklig gebauten) Anbau des Kunsthauses.
Die Zeichnungen bilden meist recht grob gearbeitete Ausschnitte von Architekturfassaden ab. Und trotz der wohltuenden Grobheit sind sie exakt durchgearbeitet. Allen liegt zum Beispiel ein Übertragungsraster zu Grunde. Das Grafit wird in unterschiedlicher Form und in mehreren Grauabstufungen aufgetragen. So erheben sich fein abgeklebte Stellen leicht vom Papier und ergeben ein Fassadenmuster während darüber eine seicht gezeichnete Birke angedeutet wird.
Das sieht alles so nach überhaupt keinen Unsicherheiten aus, so nach null Berührungsängsten mit grösseren Formaten. Ab und zu Schmierspuren, aber kein Krakel-Krakel.
Mich hätte auch eine Gegenüberstellung mit Thomas Hauris Arbeiten interessiert.
Die Zeichnungen bilden meist recht grob gearbeitete Ausschnitte von Architekturfassaden ab. Und trotz der wohltuenden Grobheit sind sie exakt durchgearbeitet. Allen liegt zum Beispiel ein Übertragungsraster zu Grunde. Das Grafit wird in unterschiedlicher Form und in mehreren Grauabstufungen aufgetragen. So erheben sich fein abgeklebte Stellen leicht vom Papier und ergeben ein Fassadenmuster während darüber eine seicht gezeichnete Birke angedeutet wird.
Das sieht alles so nach überhaupt keinen Unsicherheiten aus, so nach null Berührungsängsten mit grösseren Formaten. Ab und zu Schmierspuren, aber kein Krakel-Krakel.
Mich hätte auch eine Gegenüberstellung mit Thomas Hauris Arbeiten interessiert.

ELIASSON OLAFUR
Innen Stadt Aussen
Martin-Gropius-Bau, Berlin
Innen Stadt Aussen
Martin-Gropius-Bau, Berlin
+ Bettina war erst in der Ausstellung, dann eine Woche auf Island wandern, dann noch mal in der Ausstellung – und dann enttäuscht.
Beim Frühstück führen wir ein weiteres Mal die Eliasson-Spektakel-Disskusion; Luise sagt, man könnte statt einem Olafur-Werk auch eine Frau mit drei Brüsten bestaunen, Bettina findet den Nebel auf Island viel eindrücklicher und ich komme mir als Betrachter (und als ausgewiesener Effektehasser) immer bissel wie auf dem Rummel vor. Aber dann gehe ich doch lieber in den Zirkus und schau den Eisbären auf der Wippe zu, und bin fürchterlich traurig, weil das ein ernst gemeintes, abgrundtiefes und deshalb so berührendes Spektakel ist und grundsätzlich von Effekten lebt. Bei Eliason finde ich neben dem unerträglichen Mitmachzwang (bin ja ebenfalls Theater-Mitmachhasser) die Ausstellung übertrieben didaktisch.
Und ab jetzt siedle ich den guten Herrn Eliasson endgültig im Spektakel-Design an und geh nicht mehr hin.
Beim Frühstück führen wir ein weiteres Mal die Eliasson-Spektakel-Disskusion; Luise sagt, man könnte statt einem Olafur-Werk auch eine Frau mit drei Brüsten bestaunen, Bettina findet den Nebel auf Island viel eindrücklicher und ich komme mir als Betrachter (und als ausgewiesener Effektehasser) immer bissel wie auf dem Rummel vor. Aber dann gehe ich doch lieber in den Zirkus und schau den Eisbären auf der Wippe zu, und bin fürchterlich traurig, weil das ein ernst gemeintes, abgrundtiefes und deshalb so berührendes Spektakel ist und grundsätzlich von Effekten lebt. Bei Eliason finde ich neben dem unerträglichen Mitmachzwang (bin ja ebenfalls Theater-Mitmachhasser) die Ausstellung übertrieben didaktisch.
Und ab jetzt siedle ich den guten Herrn Eliasson endgültig im Spektakel-Design an und geh nicht mehr hin.

VOSTELL WOLF
Das Theater ist auf der Strasse – Die Happenings
Museum Morsbroich, Leverkusen
Das Theater ist auf der Strasse – Die Happenings
Museum Morsbroich, Leverkusen
+"nein, nein, nein, nein, nein - Sie überfordern Ihrer Hörer" steht auf einem Leserbrief ans Radio, welches in den 60-igern ein Happening von Vostell sendete, bei dem ein Konzert mehrmals mit lustigen Aufforderungen (zum Beispiel die Radioknöpfe zu lutschen oder den nackten Bauch an die TV-Mattscheibe zu drücken oder den Teppich mit Zucker zu übergiessen) unterbrochen wurde. Ha, was haben wir gelacht in der Ausstellung (gut, es waren auch etwa 40 Grad), das allein war sie schon wert. Und plötzlich dann auch wieder todernst, der Vietnamkrieg (da fällt mir auf, dass ich gar nicht so viele Künstler kenne, die sich dazu verhielten, was war zum Beispiel mit Beuys?), ein echtes Anliegen, mit der Kunst die Welt zu verändern. Einbetonierte Körperteile in einem Schlafwagen, Salatköpfe, die ein Jahr Zug fahren.
Neben mir eine pink gekleidete Presswurstfamilie, die ein ungeschütztes Objektbild auseinander nimmt. Das hätte dem Wolf gefallen. Mir auch.
Neben mir eine pink gekleidete Presswurstfamilie, die ein ungeschütztes Objektbild auseinander nimmt. Das hätte dem Wolf gefallen. Mir auch.

WILLEMSEN ROGER
Der kleine Horizont. Zur Poetik des Fortfahrens
Antrittsvorlesung als Honorarprofessor der HU, Berlin
Der kleine Horizont. Zur Poetik des Fortfahrens
Antrittsvorlesung als Honorarprofessor der HU, Berlin
+ da wollte Luise ganz unbedingt hin, obwohl ich befürchtete, dass trotz abgeknallter Hitze kein einziges Stühlchen mehr frei sein würde im Hörsaal. Aber falsch, da war viel Platz und Roger war sehr chic und schwitze, während er über die Fremde vortrug und auf die Begriffe "Erfahrung" oder "in etwas bewandert sein" hinwies, die etymologisch auf den Zusammenhang von Wissen und Reisen zurückzuführen sind, und dies deshalb nahe liegt, weil sich an fremde Orte begeben und Erkenntnisse gewinnen, grundsätzlich zusammen treffen. Ha, das schreib ich mir glatt auf und verbrate es bei meiner nächsten Bewerbung nach ich-weiss-nicht-wohin. Eckenförde, oder wie das heisst.
Dann und wann der Gedanke an die lustigen youtube-Videos " Wahrheit oder Pflicht" und wie toll der über die peinlichsten und intimsten Momente erzählen kann.
Dann und wann der Gedanke an die lustigen youtube-Videos " Wahrheit oder Pflicht" und wie toll der über die peinlichsten und intimsten Momente erzählen kann.

STEP TOWARD HOME
Gruppenausstellung (kuratiert von Rebecca Layton)
Projektraum Dam, Stuhlträger Berlin
Gruppenausstellung (kuratiert von Rebecca Layton)
Projektraum Dam, Stuhlträger Berlin
+ neulich las ich, dass der Mensch vor zweihundert Jahren im Durchschnitt 200 Dinge besass. Und heute sind es bereits 20000. Verrückte Welt.
Youngjoo Cho hat im Keller der Galerie einen Raum aus gestapelten Umzugskisten installiert. Aus Lautsprechern liesst eine erstaunlich angenehme Computerstimme eine Auflistung von Youngjoo’s sämtlichem Besitz vor; einzelne Kleidungsstücke (pinke Strümpfe aus Paris), Büroartikel (Klarsichtshüllen mit Ausweisen und Dokumenten, massenweise Lineale – und die Verwunderung darüber – Küchengeräte usw. Wichtige sowie beiläufige Dinge werden sporadisch und spontane um eine Notiz erweitert, ansonsten bleibt die Aufzählung sehr nüchtern. Und dennoch kriegt man auf anrührende Weise langsam ein Bild von Younjoo’s Leben.
Auch Anke Beckers Installation aus Sperrhölzern, die mit ausgeschnittenen Blumen übersät sind und an die Sticker meiner Oma auf Briefumschlägen erinnern, mochte ich.
Youngjoo Cho hat im Keller der Galerie einen Raum aus gestapelten Umzugskisten installiert. Aus Lautsprechern liesst eine erstaunlich angenehme Computerstimme eine Auflistung von Youngjoo’s sämtlichem Besitz vor; einzelne Kleidungsstücke (pinke Strümpfe aus Paris), Büroartikel (Klarsichtshüllen mit Ausweisen und Dokumenten, massenweise Lineale – und die Verwunderung darüber – Küchengeräte usw. Wichtige sowie beiläufige Dinge werden sporadisch und spontane um eine Notiz erweitert, ansonsten bleibt die Aufzählung sehr nüchtern. Und dennoch kriegt man auf anrührende Weise langsam ein Bild von Younjoo’s Leben.
Auch Anke Beckers Installation aus Sperrhölzern, die mit ausgeschnittenen Blumen übersät sind und an die Sticker meiner Oma auf Briefumschlägen erinnern, mochte ich.
Esther Ernst, 04.09.10 | Mehr von dieser Autorin/diesem Autor
Kunst-Blog.com, Copyright 2005-2012. Alle Rechte vorbehalten.
Soweit nicht anders angegeben liegen die Rechte bei den jeweiligen Autoren und Künstlern, die die Urheber der Beiträge sind, und bei Kunst-Blog.com. Für Webseiten, auf die von dieser Site aus verlinkt wird, sind ausschließlich die Betreiber der jeweiligen Angebote verantwortlich.