Dirk Teschner | Kritik
Die Selbstausbeuter
In der Berliner Zeitung erschien ein guter Text von Berthold Seliger über das Kultur-Prekariat, vom Praktikanten bis zum Unternehmer.
Nur etwa 50 Prozent der Beschäftigten in der deutschen Kulturbranche haben überhaupt noch einen festen Arbeitsplatz - und der liegt anders als bei den Spitzenverdienern in den Opernorchestern oft genug knapp über Hartz-IV-Niveau. Von den anderen 50 Prozent, den Freiberuflern, leben zwei Drittel in prekären Verhältnissen, wie gerade eine Studie über die Lage darstellender Künstler zutage förderte.
Das Einkommen freier Künstler beträgt laut Künstlersozialkasse 2010 genau 13.288 Euro pro Jahr, Bildende Künstler kommen auf 12.767, Musiker die jünger als 30 Jahre alt sind haben ein Jahreseinkommen von nur 8.909 Euro. Zum Vergleich: Dem Vorstandschef der Urheberrechtsgesellschaft Gema, Harald Heker, werden 380.000 Euro im Jahr gezahlt.
Dirk Teschner, 01.02.11 | Mehr von dieser Autorin/diesem Autor
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Kommentare
dies ist ein sentimentalischer Beitrag zum Thema:
"Die Selbstausbeuter"
Im Grunde bewegt man sich als Künstler im Sumpf nazistischer Sklaventreiber und profitgeilen, an der Legalität schrammenden Geschäftemachern, die permanent in ihrem eigenen Saft kochen und dabei den Kunstbetrieb an die Wand fahren.
Die Betreiber dieses Sumpfes präsentieren sich oft im Deckmäntelchen des Mäzenatentums um sich weiterhin an den masochistischen Neigungen einer Großzahl von Künstlern laben zu können.
Interessanter Weise titulieren sie sich selbst als Opfer der Künstler. Wenn sie könnten, würden sie "die Stiftung Lidl" erfinden! - unter der Kunstrichtung: Readymade (mit Betonung auf "Made im Speck")
Wer in diesem Sumpf nicht umkommen will, sollte sich eine Strategie der radikalen Selektion angewöhnen und auf einen Pseudo-Kunstrummel verzichten.
Ein guter Künstler setzt sich durch - er kann abseits der Pseudo-Kunstszene als Phönix aus dem Sumpf steigen und in den Himmel fliegen!
Wow! - Ist das nicht sentimental realistisch?
Grüße Anna Staffel
Anna Staffel | 03.02.11
sentimentaler beitrag! = realität.
wie der autor des artikels richtig anmerkt, wird darüber nirgendwo viele Worte verloren. die meisten künstler als auch kunstinstitutionen arbeiten selbstausbeuterisch vor sich hin und werden gleichzeitig für eine interessante kulturlandschaft gerne instrumentalisiert. davon profitieren dann sicherlich andere, die von dir genannten geschäftemacher.
aber wie sich ein "guter" künstler "durchsetzen" kann ohne die "betreiber dieses sumpfes" ist mir schleierhaft. in den himmel fliegen kann er/sie sicherlich. wenn was zu holen ist, werden ja manche künstler auch gerne mal aus dem himmel wieder herabzitiert und vermarktet.
heidi sill | 03.02.11
Wo is hier der "Like"-Knopf?
ChaLi | 07.02.11
Liebe Künstlerkollegen und -kolleginnen, es ist nicht gut, wenn Ihr Euch einbildet, Ihr würdet ausgebeutet bzw. wäret gezwungen, Euch selber auszubeuten. - Ich habe den Künstlerberuf nicht gewählt, weil ich reich und berühmt werden wollte, sondern weil die Kunst genau die Arbeit ist, die ich tun möchte. Daran wird in unserem Land niemand gehindert, es sei denn, man behindert sich selbst, indem man sich ständig mit anderen vergleicht, die evtl. einen Knochen mehr zum abnagen haben.
Birgitta-Renate Hemmer | 22.05.11
Ja davon kann ich ein Lied singen
Balkanbeats | 11.06.11
ich liebe es & i'm lovin' it
Peter Vahlefeld | 04.08.11
Tja, gleichzeitig Kunst zu machen, wirklich darin aufzugehen und sich auch noch geschickt zu vermarkten...war schon immer und ist schwierig. Kunst versus Kunstmarkt- eigentlich ein Gegensatz wie Schwarz und Weiß
Magdalena Hohlweg | 14.08.11
Ich finde es einfach toll.
Petra | 19.12.11