Charlotte Lindenberg | 13.08.10
Never Ever
Über social networks hatte ich nie länger nachgedacht, als man braucht, um „du mich auch“ zu murmeln. Ich glaubte, das sei etwas für Personen, die Zeit verlieren oder KundInnen gewinnen wollten. „Freundschaftsanfragen“ hatte ich mit dem gleichen Interesse behandelt wie Telefonmarketing und ungeachtet des Absenders für das Ergebnis von organisiertem Datenklau gehalten. Insofern ging ich davon aus, dass hinter jeder der Penisverlängerer lauert. Auch meine gelegentlichen Ausflüge ins Getwitter bestätigten meine Theorie, dass hier überwiegend außer Kontrolle geratene Übersetzungsprogramme sich miteinander unterhalten.

Ben Vautier, Ausstellungsansicht Lyon, 2010, Foto Frieze No 131.
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Markus Wirthmann | 30.07.10
Zuallerletzt
FischGrätenMelkStand, die allerletzte Ausstellung der temporären Kunsthalle im Schnelldurchlauf.
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Markus Wirthmann | 02.07.10
Dinge ...
... die ich heute Morgen überhaupt noch nicht - oder wenigstens nicht in dieser Deutlichkeit - wissen wollte:
Post-Punk ist ne Ideologie über die wir uns anlässlich des Konzerts von And Also The Trees informieren dürfen - die gingen nämlich daraus, also aus der Post-Punk-Ideologie, hervor und spielen am Freitag in der Temporären Kunsthalle:
And Also The Trees ging aus der Ideologie des Post-Punk hervor und entwickelte seither einen einzigartigen Musikstil mit insgesamt 11 Studioalben. Die Band hat sich musikalisch kontinuierlich weiterentwickelt und neue Bereiche erforscht. Dabei ist sie ihrer kreativen Philosophie treu geblieben, die unvereinbar ist mit der kommerziellen Musikindustrie. Für ihr Konzert präsentieren die sechs Bandmitglieder akustische Songs aus ihrem Repertoire und dem jüngsten Album "When the rains come" (2009). Dabei werden nicht nur die obligatorischen Gitarren mitgebracht, sondern ebenso Hackbrett, Akkordeon und Kontrabass.
Da fällt mir übrigens ein, wenn jetzt das Stadtschloß ja doch nicht gebaut wird, könnte man die Temporeiche Kunsthalle doch noch ein bisschen länger betreiben. Hat schon mal jemand Tempo wegen Sponsoring angefragt? Du vielleicht, Coco?
Die UdK Berlin bietet einen Vier-Monats-Kurs in der Disziplin Kuratieren an. Beworben wird diese Sportart, die übrigens bald olympisch werden soll, mit folgenden Trainingsleitern: Carina Plath, Kuratorin für Malerei und Skulptur am Sprengel Museum Hannover, Eugen Blume, Leiter des Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin, und Dirk Luckow, Intendant der Deichtorhallen Hamburg. Gäste im Expertenforum und bei den Exkursionen sind u.a. Katja Blomberg, Leiterin Haus am Waldsee Berlin, Elke Buhr, stellvertretende Chefredakteurin des Magazins Monopol, und Felix Hoffmann, Kurator der Foto-Galerie C|O Berlin.
ab September 2010 bietet das Zentralinstitut für Weiterbildung an der Universität der Künste Berlin den Zertifikatskurs „Kuratieren“ an. Die Weiterbildung vermittelt in vier Monaten fundiertes Wissen für die kuratorische Praxis durch Fachdozentinnen und – dozenten, Expertengespräche, Beratung und Besuche von Ausstellungsorten des internationalen Kulturstandortes Berlin.
Werde mich umgehend als Zeug- bzw. Platzwart bewerben und bei allernächster Gelegenheit Wochenendkurse in Sammeln, Galerieren und Künsteln ins Gespräch bringen.
Und jetzt werde ich augenblicklich unsere 613 Follower auf Twitter auch noch mit diesen Weisheiten beglücken.
Guten Morgen!
Markus Wirthmann | 30.06.10
Galerie der Schande ...

... heisst die Wäscheleine auf dem Dach des WM-Public-Guck-Klubs Tante Käthe. Nach jedem Spiel werden die Länderflaggen der unterlegenen Mannschaft - möglichst von einem Vertreter der betroffenen Nation - hier, unter den Klängen von Once Upon A Time in The West, aufgehängt.
In dieser etwas kunstfreien Zeit berichte ich mal über ne etwas andere Galerie, dachte ich ...
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Charlotte Lindenberg | 22.06.10
Liebe Welt,
die du dies liest, vorausschicken möchte ich, dass es mir rattenpeinlich ist, dass mich in diesem Blog derzeit so breit mache.

Aus aktuellem Anlass: Sein volles Potenzial Abrufender als Shaped Canvas
Aber ich gehe davon aus, dass nach Ende der WM auch wieder Andere ihre Stimme erheben. Bis dahin bitte ich dich, liebe Welt, um Beantwortung einer Frage, die mich seit Tagen wurmt. Dazu brauchst du nur eine von drei Optionen in die Kommentarspalte zu setzen, zunächst aber „Weiterlesen“ klicken. Danke.
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Charlotte Lindenberg | 11.06.10
Immer die Falschen die young
Während die Welt sich seit wenigen Stunden ihrer alle vier Jahre über sie hereinbrechenden Identitätsstiftung hingibt, erfahren wir, dass Polke tot ist. Leider bin ich zu schlecht informiert, um faktisch wasserdicht zu trauern, aber ich hoffe auf Nachrufe von eurer Seite, denn er hat's verdient.

(Ich find uralte Fotos auch doof, aber gut isses trotzdem, oder?)
Sigmar Polke vor Kartoffelhaus, 1967
Markus Wirthmann | 01.06.10
Louise Burgeoise ...
... und Hans Bellmer
Double Sexus
noch bis 15. August 2010
Sammlung Scharf-Gerstenberg, Berlin

Louise Burgeoise ist gestern, Montag, im Alter von 98 Jahren in New York gestorben.
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Markus Wirthmann | 28.05.10
Zombies usw.
Vodou. Kunst und Kult aus Haiti
18. Mai - 24. Oktober 2010
Museen Dahlem, Berlin

Zombie war dort nur ein einziger zu sehen, und zwar in Form einer kleineren Steinplastik die einen Houngan zeigt, einen Vodou-Priester, der eine gefesselte Gestalt vor sich hertreibt. Leider ist die Beleuchtung in der Ausstellung derart stimmungsvoll, dass es das blitzlose Fotografieren mit mäßigen Händy-Kameras nahezu unmöglich macht - für´s Gruseln ist das eher zuträglich, aber nun gibt´s kein Foto vom Zombie.
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Gastbeitrag | 16.05.10
SFAI - Vernissage 2010
by Martin Meyer
The San Francisco Art Institute MFA Graduate Thesis Exhibition at the Herbst Pavillion at Fort Mason Center in SF, CA. May 15th - May 22nd.
Gastbeitrag | 03.05.10
Jennyfair
Jennyfair Wien
04.05. - 09.05.2010

Jennyfair ist ein alternatives Ausstellungs- und Messeprojekt, dass 2009 von 7 Medienkünstlern ins Leben gerufen wurde und auch in diesem Jahr wieder während der Vienna-Artfair statt findet. Jennyfair legt Wert auf junge Kunst, die sich nicht in den kommerziellen Messebetrieb eingereiht hat. Die Idee war, spontan eine Art Satellit zur ViennaArtfair zu entwickeln. Ein leerstehende Geschäftslokal in der Ausstellungsstraße 53 wurde zur Galerie umfunktioniert, wo dann Ausstellungsbetrieb, Performances und abendliches Musikprogramm stattfinden. In Ergänzung zum Galerieraum in der Ausstellungstrasse wird heuer zusätzlich das Kaltbecken der Pratersauna bespielt. Im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung suchten die Veranstalter themenkonsistente Werke, aus denen sie auswählten. Das umfangreiche Begleitprogramm mit Konzerten und Performances, ist unter http://jennyfair.at abrufbar.
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Markus Wirthmann | 25.04.10
Alles hat ein Ende ...
... nur die Wurst hat zwei.
squatting. erinnern, vergessen, besetzen
noch bis 24. Mai 2010
Temporäre Kunsthalle Berlin

Die letzte Ausstellung in der Temporären Kunsthalle und es sieht ein bisschen aus wie bei Hempels unterm Sofa. Ziemlich unvermittelt stehen zu groß geratene Exponate in der Gegend herum. Es scheinen auch irgendwie zu viele zu sein. Auf Abstand gehen ist nicht, denn der Weg ist durch einen Gatterzaun abgeschnitten. Der teilt die Halle in Parzellen die man durch drei separate Eingänge betreten soll.
Vorgartenmäßiges Klein-Klein dominiert am Gartenzaun.
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Redaktion | 25.04.10
Kunst-Blog.com/mobil

Den Kunst-Blog-Eröffnungskalender gibt es nun auch als Version für mobile Geräte. Unterwegs mal schnell nachschauen, wo es aktuell was für eine Ausstellungseröffnung in Berlin gibt ... einfach
auf dem Mobiltelefon eingeben und schon erscheint die aktuelle Ausstellungsliste. Details zu den Ausstellungen können ebenfalls aufgerufen werden, samt Link zu Google-Maps.

Bitte informieren Sie sich vorab, welche Kosten Ihnen Ihr Mobilfunkanbieter für Internetverbindungen berechnet.
Charlotte Lindenberg | 23.04.10
Erbarmen!

Verehrte Schreiber- und Leserlinge,
infolge eines optisch durchaus gelungenen Makeovers der äußeren Erscheinung des Kunst-Blogs erhalte (nicht nur) ich neuerdings ständig Schrottmails, die sich als "Kommentare" zu meinen Einträgen in diesem Blog ausgeben und verlangen, sie "freizuschalten". Da ich sie grundsätzlich ungelesen in die Ewigen Spamgründe befördere, wird es künftig auch keine echten Kommentare zu - zumindest meinen - Beiträgen mehr geben.
Würde ich den Müll nämlich höchst darselbst einzeln trennen - was der Betreiber dieses Blogs früher dankenswerterweise getan hat - sähe mein Schreibtisch bald aus wie auf der obigen Abbildung.
Dirk Teschner | 22.04.10
Rettet den Rundpavillon auf dem ega-Gelände in Erfurt!

Der Rundpavillon auf dem ega-Gelände in Erfurt wurde 1974 vom Architekten Klaus Thiele errichtet, als multifunktionaler Veranstaltungspavillon, ursprünglich als Theater-, Kino- und Ausstellungsort genutzt, wurde er später zu einem Café. Jetzt ist das Gebäude, als Teil des Gesamtensembles „iga 61“ seit Mitte der 1990er Jahre unter Denkmalschutz stehend, vom Abriss bedroht.
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Markus Wirthmann | 15.04.10
Christiane Möbus erhält Gabriele Münter Preis
Gabriele Münter Preis 2010
14. April bis 6. Juni 2010
Martin-Gropius-Bau, Berlin

Vorgestern wurde der in Hannover lebenden und in Berlin (auch) arbeitenden Künstlerin Christiane Möbus der mit 20.000 Teuro dotierte Gabriele Münter Preis verliehen. Das Kunst-Blog-Team war leider vollzählig bei der Jubelfeier in der Stadtklause anwesend und deshalb, aus gutem Grund, außerstande einen eigenen Beitrag zusammen zu schmieden. Wir verweisen daher gerne auf den aktuellen Video-Beitrag unserer Freunde von art-in-berlin.de:
Video: Christiane Möbus - Gabriele Münter Preis-Ausstellung
Gastbeitrag | 02.04.10
geritzt, gestochen, ...
... gekratzt, geschnitten, geätzt, im Meer versenkt und wieder geborgen ...
Gastbeitrag von Ulrich Diezmann
Leipzig - Ereignis Druckgrafik 2
Internationale Druckgrafik-Ausstellung anlässlich der Leipziger Buchmesse 2010

"Massaker von Idaho", Linoldruck auf Leinwand, 2005, 270x170 cm, Friederike Hinz
Die Buchmesse ist vorbei, alle Autoren und Leser sind längst wieder abgereist oder zu Hause, die zeitgleich eröffnete Ausstellung "Ereignis Druckgrafik 2" in der Projektgalerie des BBK Leipzig läuft noch bis zum 17. April 2010.
Der Leipziger Künstler Lutz Hirschmann hat dieses Ausstellungsprojekt erstmalig 2009 realisiert. Es ist vorgesehen dies auch in den nächsten Jahren zu einem festen Bestandteil des Leipziger Frühjahres werden zu lassen. Die Teilnahme ist international ausgeschrieben, eine Jury ermittelt die auszustellenden Arbeiten und vergibt einen Preis. Der ging dieses Jahr an den jungen Künstler Kazuki Nakahara, und ist eine Ausstellung in den Galerieräumen, die der Gewinner selbst gestalten kann, d.h. er hat die Option Kollegen aus dem Projekt zur Teilnahme einzuladen. Dieses Jahr sind mehr Künstlerinnen als Künstler vertreten, Lutz Hirschmann, Jurymitglied, vermutete in seiner Eröffnungsrede, daß die überwiegend weiblich besetze Jury dafür verantwortlich sei.
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Gastbeitrag | 31.03.10
Tim Berresheim und Markus Oehlen ...
... in der Kunsthalle Gießen
Gastbeitrag von Rüdiger Oberschür
Tim Berresheim und Markus Oehlen in der Kunsthalle Gießen
Mit „Radieschen und Erdnuss“ scheint Ute Riese vollständig in Gießen angekommen zu sein. Die erste Kuratorin, und das meint nicht den Gender-Aspekt, der neuen Gießener Kunsthalle hat nach Anke Doberauer mit Tim Berresheim und Markus Oehlen nun gleich zwei renommierte Gegenwartskünstler in die Universitätsstadt geholt. Zur Vernissage kam sogar Daniel Hug, Direktor der Art Cologne und manch prominenter Sammler. So wehte schon mit Rieses zweiter Ausstellung der Wind, den man sich von der Kunsthalle so erhofft hat: ein Wind aus überregionaler bis internationaler Richtung

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Gastbeitrag | 31.03.10
"Ich-AG" in Sachen Kunst
Timm Ulrichs zum Siebzigsten
Zum Beginn des neuen Ulrichs-Jahrzehnts* und zur Fortführung der Ich-AG* in Sachen Kunst"

Der Findling. Nordhorn, 1982. Foto: Ferdinand Ullrich (Im Jahr 1981 war Timm Ulrichs von dem 2. auf den 3.Mai während der Performance Der Findling 10 Stunden in dem passgenau auf seine Körperform gearbeiteten Stein eingeschlossen.
in großer Verehrung unsere Glückwünsche!
Gudrun Thiessen-Schneider,
Kunstverein Grafschaft Bentheim
*Karlheinz Schmid in: Kunstzeitung 163, März 2010 und Thomas Kriegisch, GN
Gastbeitrag | 30.03.10
Joburg Art Fair 2010
From the 26th to the 28th of March 2010
Sandton Convention Centre, Johannesburg
von Claudia Shneider

Art work by Ransome Stanley at Galerie Peter Herrmann, Berlin
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Markus Wirthmann | 10.03.10
Was haben Stingel, Kirchner und Chaplin gemeinsam?
Moderne Zeiten.
Die Sammlung. 1900-1945.
Neue Nationalgalerie, Berlin
12. März 2010 - bis auf weiteres

Pressekonferenz zu Moderne Zeiten in der Installation von Rudolf Stingel
Hier erst mal ne Bilderstrecke. Ausstellungsrundgang kurz vor den Vertretern der Presse. Letzte Hand wird unten in der Sammlung angelegt und oben unterm Kronleuchter wird der Presse erklärt was es ...
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Gastbeitrag | 10.03.10
VOLTA NY 2010
Gastbeitrag von Martin Meyer
Markus Wirthmann | 03.03.10
Perlen vor die ...
... Säue
Liebe Münsterländer,
entschuldigt! Ich konnte einfach nicht anders - aber die Tatsache, dass in Schöppingen auf 15.000 Einwohner 75.000 Schweine kommen, von denen fast alle über´s Jahr in Mastanlagen unsichtbar kaserniert sind, hat meine Feder geführt bzw. die Tasten von alleine springen lassen.
Einige Eingeweihte wissen, dass auf das Schweineheer auch, je nach Jahreszeit, 5-15 Bildene Künstler, Komponisten und Schriftsteller kommen, die in den zwei historischen Höfen des Künstlerdorfs für gewisse Zeit - teilweise in ehemaligen Schweineställen (sic!) - logieren und arbeiten.
Von Zeit zu Zeit finden dort auch Tagungen, Symposien und Ausstellungen statt. Derzeit hat Nikola Dicke, Künstlerin, ehemalige Stipendiatin und wohnhaft in Osnabrück, eine wunderbar poetische lo-tech-Lichtinstallation realisiert. Da würde sich auch mal ein Besuch im Schweinestall lohnen.

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Markus Wirthmann | 27.02.10
Von Null auf Hundert - Mit Hypnose in die Kunstumlaufbahn
Hamburg. Alles habe unter Hypnose stattgefunden, versichert Kunststudent Burk Koller: die Begutachtung seiner Abschlussarbeit, ihre Prüfung und Wertung. Danach aber sei das Jury-Gedächtnis frei von jeder Erinnerung. Hatte die Prüfungskommission also wirklich soeben die Abschlussarbeit des Studenten gesehen? Und was war davon übrig geblieben außer ein paar leeren Stühlen im Raum?
Ganzer Artikel: Hamburger Abendblatt
Habe gestern schon von dem Coup erzählt bekommen und heute pfeifen´s die Spatzen von den Dächern. Das schöne Stück Gedankenverwinklung erinnert mich sehr an die Akrobatik eines Herrn Slominski.
Bin mal gespannt ...
Markus Wirthmann | 27.02.10
Call your Kunstwerk: 0170 / 3890721
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Gastbeitrag | 15.02.10
Banksy im Nacktscanner
in Tegel am Sonntag. Fotografiert von Marie Brunn

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Gastbeitrag | 18.01.10
Business Class in Paris
die US-Künstlerin Nicole Cohen zeigt neue Arbeiten
Gastbeitrag von Katia Hermann

Nach der Ausstellung „Rap Rococo“ in 2007, präsentiert nun die amerikanische in Berlin lebende Künstlerin Nicole Cohen „Business Class“ in der Galerie La B.A.N.K in Paris bis 13. Februar 2010.
Für diese zweite Ausstellung in ihrer Pariser Galerie erforscht Nicole Cohen den Begriff der funktionellen Psychologie und die Bestimmung einer Ästhetik des Selbst durch die Konzeptualisierung und die Formalisierung des Erscheinens.
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Markus Wirthmann | 18.01.10
Crisis? What crisis?
Jablonka Galerie in Köln.
E-Mail vom 18. Januar, 13:01 Uhr. Ist das jetzt die Vorhut der Nachhut?
Markus Wirthmann | 19.12.09
Die Sendung mit dem Flatz
Die Bildende Kunst ist im kulturellen Mainstream, d.h. im Fernsehen, angekommen. Fernsehformate die sich mit Kunst, Künstlern und dem Markt auseinander setzen häufen sich. "Super Art Market" von Zoran Solomun, "Die Millionenblase" von Ben Lewis, das Casting-Format "School of Saatchi" in Großbritannien und das deutlich gestiegene Interesse der Kulturmagazin-Macher auf allen Kanälen belegen dies augenscheinlich.
Unter dem Titel "Nie wieder keine Ahnung! Malerei" hat der SWR eine vierteilige Serie zur Volksbildung produziert. Die halbstündigen Sendungen laufen ab dem 28. Dezember im SWR-Fernsehen. Enie van de Meiklokjkes fragt sich durch die Kunstgeschichte, Wolfgang Flatz, ja... ganau DER Flatz, antwortet zusammen mit Raimund Wünsche, Archäologe und Leiter der Glyptothek in München.
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Gastbeitrag | 19.12.09
Die Kunsthalle ist tot. Es lebe die Kunst!
Gastbeitrag von Ingo Arend, der Freitag
Das Berliner Parlament hat die kulturellen Blütenträume von Klaus Wowereit empfindlich gestutzt. Großer Schaden entsteht dadurch nicht.
"Ich habe mich der Kunst immer so wie der Liebe hingegeben. Ich habe beides als das Gleiche angesehen. Es geht um Ausschließlichkeit. In der Liebe wie der Kunst weiß ich, was ich nicht will“. Ein bisschen hört sich Cornelia Schleime wie Ingeborg Bachmann an, wenn die Berliner Malerin ihre Arbeit erklärt.
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Charlotte Lindenberg | 04.12.09
Unlike much comedies these days, this is one to watch.
Das aktuelle Saatchi-Watschen.
Es folgte eine lange Antwort auf Markus Wirthmanns Frage aus seinem Beitrag über "Saatchi sucht den Superkünstler" weiter unten. Der Autor fragte: "Wen würdest du in die Jury befördern wollen wenn dieser mediale Blödsinn auch über uns kommt?"
Wen wohl? Meine Feinde natürlich. Deshalb hatte ich mich gewundert, was dir Falckenberg und Graw und Reyle getan haben, dass du sie so strafen willst. Allerdings habe ich tatsächlich ein paar Minuten lang über verschiedene Modelle einer Kunst-Rating-Agentur nachgedacht.

Eleanor Antin Judgement of Paris (after Rubens) - Dark Helen, 2007. © Eleanor Antin, courtesy Ronald Feldman Fine Arts, New York.
(Schon in der Antike wurden schwierige Vergleiche gern von einflussreichen Herren per Hitliste geklärt.)
Markus Wirthmann | 25.11.09
Tracy Emin gibt den Dieter Bohlen!
Im Ernst, ich habe schon geraume Zeit auf diese Nachricht gewartet:
Galerist Saatchi sucht den Superkünstler
Liebe Kollegen und sonstige Interessierte, endlich sind wir auf dem Gipfel der völligen Verblödung angekommen! Der Sammler Charles Saatchi veranstaltet eine Casting-Show für Künstler und Tracy Emin gibt den Dieter Bohlen. Die ganze Sache heißt "School of Saatchi" und wird von der BBC ausgestrahlt. Leider ist der Online-Zugang zum Sendungsarchiv auf Einwohner Großbritanniens, bzw. auf den einen Server-Standort ebendort, begrenzt.
Es gilt der erste Hauptsatz der Thermodynamik. Und wenn der stimmt, kann ich folgende Prophezeihung machen:
Innerhalb von 24 Monaten wird es eine deutsche Ausgabe davon geben! Und sie wird noch furchtbarer sein als alle anderen Casting-Shows! Und ich sage Euch, Harald Falckenberg, Isabelle Graw und Aselm Reyle werden die Jury dieser Sendung aller Schrecken bilden!
Gastbeitrag | 11.11.09
Cracking Walls
9. November 2009. Mauerfall. Zum zwanzigsten Jahrestag des Falls der Berliner Mauer wurde in Johannesburg die Mauer um das dortige Goethe-Institut eingerissen. Zeugin und Dokumentatorin dieses denkwürdigen Ereignisses war Else Gabriel.

Goethe-Crew (noch eingemauert)
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Gastbeitrag | 08.11.09
BS Visite
Art in East Lower Saxony
Gastbeitrag von Ulrich Diezmann, teilnehmender Künstler.

Pausierende Cheerleader nach einer Performance am Eröffnungsabend vor der Haiskulptur von Michael Nitsche
Braunschweig ist der Ort des Geschehens. Am Abend des 31.10.2009, Halloween und der Reformationstag fanden auch an diesem Samstag statt, eröffnete die Ausstellung "BS-Visite" in den Hallen einer ehemaligen Brauerei- und Schutzhelmfabrikation zum zweiten Mal ihre Toren. Im Jahr davor, 2008 gab es die Pilotveranstaltung an gleicher Stelle.
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Anzeige | 23.09.09
Phänomen Piratenpartei: Ein Spot zur Bundestagswahl 2009
Markus Wirthmann | 23.09.09
Die Kunst ist ...
... in der Mitte der Frequenzen angekommen.
Es ist Mittwoch, der 23. September 2009, 12:23 Uhr und ein denkwürdiger Tag. Zum ersten Mal - zumindest soweit ich weiss - gibt ein "Kunstsachverständiger und Galerist", in diesem Fall Aeneas Bastian von der Galerie upstairs, auf Radio Eins Tipps zum Sammeln von Kunst.
Also, heute Nachmittag nicht mit dem Auto zur Messe fahren. Die Parkplätze werden für die Radio Eins-Jungsammler aus dem Raum Berlin und Brandenburg gebraucht!
Gastbeitrag | 16.09.09
NUR DREI

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Charlotte Lindenberg | 19.08.09
Ente an Kontext
Irgendwann im Verlaufe einer Ausstellungseröffnung finde ich mich backstage wieder, inmitten der Kleinode, wie sie sich im Laufe der Jahre im Bürobereich jeder Galerie sammeln. Als Relikte diverser künstlerischer Ansätze sind die zwei- und dreidimensionalen Vergissmeinnichts so mannigfaltig wie ihre Herkunft und erschließen sich nicht immer spontan. Bei voreiligen Kategorisierungen ist daher Vorsicht geboten. Dass ein technisch sorgfältig – bis zwanghaft - gearbeiteter Gipstorso mit Metall und Stein kombiniert ist, überrascht mich weniger als das Geschenkband, das an dem klassisch weißen Leib – jawohl: Leib – baumelt. Ob das ernst gemeint sei, frage ich, in der Annahme, bei dem geradezu schmerzhaften Stilbruch handele es ich um den Rest einer Weihnachtsfeier. Mein vermeintlich nur gedachtes „nee, oder?“ muss irgendwie unüberhörbar gewesen sein, denn nur mühsam zügelt die Inhaberin ihr Verlangen, mich kurzerhand raus zu werfen. Und anstatt „Wache!“ zurufen, begnügt sich mit dem Hinweis, das Lametta sei integraler Teil der Arbeit. Bitte vielmals um Verzeihung.
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Anzeige | 17.08.09
NAHRUNG - kaleidoskopische Untersuchung eines Treibstoffs
Mit Franz Burkhardt, Esther Ernst, Adib Fricke, (e.) Twin Gabriel, Marianne Halter, Thaddäus Hüppi, Christian Jankowski, Franziska Koch, Karsten Korn, Via Lewandowsky, Bernhard Martin, Tatjana Marusic, Christiane Möbus, Rapedius/Rindfleisch, Gunter Reski, Ralf Ritter, Ana Roldán, Karin Sander, Martin Städeli, Caspar Stracke, Stefan Sulzer, Anita Tarnutzer, Jorinde Voigt, Markus Wirthmann und David Zink Yi
5. September – 27. September 2009
Eröffnung: Freitag, 4. September 2009 // 19h
Rote Fabrik - Shedhalle, Zürich
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Markus Wirthmann | 07.07.09
Neeiiin, dass hat doch überhaupt nix ...
... mit der Krise zu tun - achwo!
Haunch of Venison to close Zürich gallery
Und auch, dass eine Berliner Galerie aus der Rudi-Dutschke-, ehemals Kochstraße und Top-Kunsthandels-Lage, ausgezogen ist um in den vierten Stock eines Gebäudes ohne Fahrstuhl einzuziehen, hat überhauptnix mit Krise zu tun: „The hidden space, 4th floor, 86 steps, without elevator (coming soon). Do your exercises every day and cutting-edge art will welcome you“. Hm. Jetzt bedeutet 4th floor im Englischen allerdings 3. Stock im Deutschen, weil die Angelsachsen ja den ersten, also das Erdgeschoß, mit zählen. Ist es denn dann im Falle dieser Höhen-Galerie eigentlich der 5. deutsche Stock? Also das wäre dann ohne Fahrstuhl wirklich zu viel - mit oder ohne Exercises. Es hilft nix, man muss das persönlich überprüfen.
Gastbeitrag | 01.07.09
Der Tag, die Straße, die Bilder, die Träume
Eine Handyfotoreportage von Stephanie Kloss
Nach dem Tunnelausgang wird der Verkehr plötzlich umgeleitet.
Am Kulturforum geht gar nichts mehr.

Von hinten kommend - nichts zu sehen. Doch dann: Massen von bunt kostümierten Männern auf den Stufen der Nationalgalerie. Ohrenbetäubende Musik hämmert von der anderen Strassenseite herüber. Wagen ziehen vorbei, auf denen muskulöse Matrosen eng an eng im Beat der Musik wippen. Auf den Plakaten an den Umzugswagen steht: „Ständer, die Arroganz des guten Geschmacks“, ein neues Getränk. Eine Berliner Krankenhauskette wirbt mit einem Kondom überm Funkturm: „Gesundheit, dafür stehen wir!“ Genauso phantasievoll die Verkleidungen der Teilnehmer: Ärztekittel, Kardinalsroben, Schweinsmasken, Durchsichtiges, Federn, Lack, Leder und Paillettenburkas.
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Markus Wirthmann | 28.06.09
Ganz goßes Lego!

O. H. Hajek, Walter Schrempf, die Uni-Mensa in Saarbrücken - ein bedeutendes Werk des Brutalismus.
Das sind Überschriften! Brutalismus. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Brutalismus - herrlich! Dabei kommt das in diesem Fall nicht von brutal, wie man eventuell angesichts der klobigen Formensprache denken könnte, sondern von brut, in diesem Fall béton brut, also französisch für Sichtbeton. Weitere Auskünfte zum Thema Brutalismus in der Architektur finden sich, wo sonst, bei Wikipedia.
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Markus Wirthmann | 22.06.09
Warum war ich eigentlich ...
... noch nie in der Temporären Kunsthalle?
Darum:
"... der neue Geschäftsführer heiße Benjamin Anders und sei ein unbeschriebenes Blatt in der Kunstwelt. Gegenüber dem artnet Magazin bestätigte Anders, fast fünf Jahre lang Marketingleiter einer Baumarktkette, der auch Erfahrungen im Medienbereich gesammelt hat, seine Berufung in eine rein administrative Funktion. Sein Auftrag sei es, die „finanzielle Handlungsfähigkeit“ der Halle zu sichern. Seit einiger Zeit wollen die Gerüchte nicht mehr weichen, die gemeinnützige GmbH arbeite unter Druck daran, die Insolvenzgefahr abzuwenden. Inhaltlich bespielt werden soll das Haus hingegen nach Ellers Abgang von einem bunt gemischten Kollektiv, an dessen Spitze Bärbel Hartje den Stifter selbst und die künstlerische Beraterin Angela Rosenberg sieht."
Nachzulesen im Text von Gerrit Gohlke bei Artnet
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Markus Wirthmann | 22.06.09
IMI
| Imi Knoebel Zu Hilfe, zu Hilfe... Neue Nationalgalerie, Berlin 23. Mai - 9. August 2009 | Ich Nicht Deutsche Guggenheim, Berlin 23. Mai - 6. Juni 2009 |

Markus Wirthmann | 18.06.09
Journalist läuft Amok
Diese absonderliche Nachricht fand ich soeben in meinem elektrischen Briefkasten:
Journalist als Vandale entlarvt
Galeristen aufgepasst! Ingo Becker läuft Amok. Dank Kamera und TVBerlin-Logo gelangt er in Museen und Galerien. In den Räumen der Alten Nationalgalerie gelang es ihm dabei, ein impressionistisches Gemälde aus dem 18. Jahrhundert zu schänden, woraufhin ihm Hausverbot erteilt wurde. Anlässlich eines Interviews mit Bongout hat er wieder zugeschlagen - buchstäblich. Becker hat die Installation der französischen Künstlerin Myriam Mechita zerstört. Agressionstrieb gegen eine "Skandalausstellung"? Der vermeintliche Journalist müsste wissen, dass Worte seine besten Waffen sind. Man kann sich angesichts dieser Tat nur wundern, was der wahre Grund von Beckers Agression ist.
Nun habe ich leider die Ausstellung bei Bongout nicht gesehen und weiss nichts über die Schändungswürdigkeit der skandalösen Werke - das impressionistische Gemälde hätte ich allerdings auch und auf der Stelle geschändet! Was bildet sich das blöde Ding eigentlich ein, verlegt den Impressionismus glatt in das 18. Jahrhundert wo er am Ende noch mit dem Barock kollidiert. So geht´s ja nun mal nicht. Danke Herr Becker!
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Markus Wirthmann | 09.06.09
Flaschenpost aus Kuba
La Exposición VERTIGO AL CUADRADO de Agustín Bejarano y Rafael Pérez Alonso, quedó inaugurada el 4 de Mayo en el Centro de Arte de la Plaza Calixto García de la ciudad de Holguín, durante las ROMERIAS DE MAYO 2009.
Vor zwei, drei Jahren bekam ich eine E-Mail aus Kuba. Es handelte sich dabei augenscheinlich um eine Einladung zu einer kulturellen Veranstaltung in Havanna.
Die Veranstalter, offenbar in der Nutzung des Internets noch nicht wirklich firm, hatten ihren kompletten E-Mail-Verteiler als Anhang mitgeschickt. (Das kann der besten Hausfrau passieren - und den gewieften Berliner Galeristen auch, gell? - Die Betroffenen dürfen jetzt rot werden.)

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Gastbeitrag | 16.05.09
Kleine temporäre kunsthalle II. Teil
von Ulrich Diezmann
Während die temporäre Kunsthalle in letzter Zeit mehr durch Personalwechsel und Indoor-Events von sich reden macht, konzentriert sich das Kuratorium der "kleinen temporären kunsthalle", gleich gegenüber mit großen und gewagten Schritten auf Open Air Projekte.

"Landart" ist im Kommen und Gerry Schum hätte seine wahre Freude daran.
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Michael Reuter | 15.05.09
Liebe Leserinnen und Leser,
verehrte Innovatoren, frühe Anwender, frühe Mehrheit, späte Mehrheit und Trödler
Mit neuen Hypes und Trends im Betriebssystem Kunst ist es so eine Sache. Wer sich zu früh aus der Deckung traut, riskiert, dass sein musengeküsster Jungkünstler von der Konkurrenz verlacht oder, schlimmer noch, aufgekauft, oder, worst case, im linksliberalen Feuilleton besprochen wird. Verwandelt sich doch auf wundersame Weise jeder noch so frische Hype in eine peruanische Hock-Mumie, wenn die kalte Hand des Zustellers die Zeitung frühmorgens in den Briefkasten zwängt. So wenig der weltgewandte Individualtourist in der versteckten florentinischen Trattoria auf seine deutschen Kollegen treffen möchte – den Insider-Tipps im Marco-Polo-Reiseführer sei Dank –, so wenig möchte der Sammler oder Galerist seine Geheimfavoriten in der Zeitung sehen, bevor nicht ein ansehnliches Konvolut der noch preiswerten Arbeiten im Kohlenkeller lagert oder zum Abverkauf an den Galeriewänden hängt.
Erst jetzt schlendern die Saatchies, Gagosians oder Wirths dieser Welt durch die Szene und lassen hie und da wie beiläufig die Namen der künftigen Malerstars fallen. Alternativ lassen sich so auch kommende Kunsthochburgen wie Brüssel oder Istanbul, der Siegeszug von Abstraktion und Skulptur oder das „Wagnis Wirklichkeit“ vermarkten, das die Wuppertaler Galerie Epikur zur Art Karlsruhe als Synonym für biedere Malerei entdeckte. Kleiner Tipp: Kunst aus Kuba!
Andererseits ist zu fragen, ob sich nach der Hirst-Auktion "Beautiful Inside My Head Forever", dem Ground Zero des Kunsthandels, nicht alle Marktbedingungen drastisch verschoben haben. Dass heuer die „Qualität“ wieder zähle, kann der interessierte Leser allerorten erfahren, wobei zu fragen wäre, ob vor Jahresfrist nur mit Katzengold gehandelt wurde. Kunstwissenschaftler Wolfgang Ullrich konstatiert weiterhin den erfolgreichen Schulterschluss zwischen Kunst und Kapital und erteilt romantischen Vorstellungen über Kunst als Gesellschaftskritik eine klare Absage. Dagegen sieht Petra von Olschowski, Geschäftsführerin der Kunststiftung Baden-Württemberg, die ersten zarten Knospen eines neu aufkommenden Interesses für politische Fragen beim künstlerischen Nachwuchs. Hans D. Christ vom Württembergischen Kunstverein hält allerdings die Suche nach neuen Trends für ein „regressiv konservatives“ und mithin langweiliges Unterfangen, da Trends an schon bekannte Standards geknüpft sind und so keine Überraschungen zu bieten haben.
Immerhin beobachtet die Berliner Galeristin Birgit Ostermeier einen neuen Trend zur Präsentation schwierig zu verkaufender Arbeiten und auch in Stuttgart werden trotz Krise erstaunlich viele Galerien und Off-Spaces eröffnet. Vielleicht findet sich hier der beste aller Trends: der neue Mut zum Erforschen künstlerischer Möglichkeiten.
Die angesprochenen Statements werden in den nächsten Tagen im Kunstblog veröffentlicht. Diskussionsbeiträge und Meinungen sind ausdrücklich erwünscht.
Der Beitrag erschien zuerst in der Stuttgarter Kunstzeitschrift Sonnendeck, Ausgabe 69, April 2009
Markus Wirthmann | 27.04.09
Die können auch anders!
Artists on Horses live in der Galerie Jarmuschek+Partner
Am Samstag richtig schöner Gitarrenkrach von den vier Künstlern auf ihren Pferden. Klasse Konzert! War gleichzeitig die Ausstellungseröffnug von Oliver Gröne. Aber dazu war ich ja gar nicht eingeladen und hab´s erst hinterher erfahren. Deshalb Schwamm drüber und gut Holz für die Ausstellung. Der Krach war eine Reise wert und deshalb hier und an dieser Stelle mal keine Ausstellungsbesprechung o.ä. sondern meine Händy-Bootlegs vom geilen Konzert.
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Gastbeitrag | 21.04.09
Rätsel gelöst
Hallo Kunst-Blog,
Endlich - ein weiteres Rätsel der Berliner Kunstszene ist gelöst - die große schwarze Wandmalerei in der Zimmerstraße macht endlich Sinn.

Die deutsche Milchwirtschaft steckt dahinter.
siehe Bild - kein Montage ! Der Mann im Vordergrund ist wahrscheinlich ein Landwirt der den Boden prüft.
Ulrich Diezmann
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Gastbeitrag | 09.04.09
Noch ne temporäre Kunsthalle

Zur Information, falls Ihr es noch nicht wisst, es gibt eine zweite temporäre Kunsthalle in Berlin, etwas kleiner, aber genau gegenüber, vor dem Dom. Auf den Fotos sieht man´s.
Grüße
Ulrich Diezmann
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Gastbeitrag | 07.04.09
Kunstmarkt am Boden
von Raymond Unger

Der Gedanke war ernst gemeint, eine Kunstmesse im Miniformat! Alle Kojen sind im Maßstab 1:10 verkleinert. So braucht man für eine ganze Messe keine Fabrikhalle - sie passt leicht in einen Souterrainkeller. Eine Kojenwand von 7 Metern hat in der Verkleinerung demnach 70 cm. Und eine Wandhöhe von 3 Meter entspricht 30 cm im Modell. Und wer die Ausschreibung eines realen Messezitates ernst nahm - und dies waren durchaus viele Aussteller - musste ein Bild von 1,60 Meter Breite auf 16 cm verkleinern - dies entspricht einem normalen Fotoabzug. Hieraus ergibt sich allerdings eine simple physikalische Realität: Ein Senkrecht auf dem Boden aufgestelltes kleines Foto ist aus der Perspektive eines normal großen Erwachsenen in stehender Position nicht zu erkennen, denn: Alle Boxen, Kojen oder Logen waren direkt auf dem Boden montiert - und nicht in Augenhöhe. Ergo: Für alle aufgehängten Bilder im Hasenstall musste man sich schon flach auf den Bauch legen - mindestens aber so tief wie möglich hinhocken und den Kopf zur Seite neigen, kein leichtes Unterfangen, zumindest am Vernissageabend.
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Anzeige | 25.03.09
STILL / MOVING / STILL
STILL / MOVING / STILL
29/3 - 7/6/2009

Cerith Wyn Evans
STILL / MOVING / STILL is the main exhibition of the International Photo Festival Knokke-Heist. This exhibition aims to initiate a debate on the history and contemporary status of slide projection. Continue reading >>
Michael Reuter | 18.03.09
Ode an die Natur #2

Hallo. Mein Name ist Alba. Ich bin ein Albinokaninchen. Ich mag Gras, Gemüse und Salat. Wenn ich mit Schwarzlicht angeleuchtet werde, leuchte ich hellgrün zurück. Krass, nicht? Es ist keine Krankheit und es liegt auch nicht am vielen Grünzeug: Ich bin das GFP Bunny! Ich bin das erste transgene Kunstwerk der Welt.
Sie wundern sich? Nun, die Schöpfung ist eine drollige Mischung aus Fehlerhaftem und Unvollkommenem. Es ist nur verständlich, dass der Mensch zu seinen Gunsten an der einen oder anderen Stellschraube im Getriebe der Natur dreht. Und auch für ein Kaninchen muss es doch mehr geben, als abends auf der Wiese … Sie wissen schon.
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Markus Wirthmann | 15.03.09
Worpswede geht den Bach runter ...
... und niemanden scheint´s zu interessieren.
Anscheindend sind die Würfel schon lange gefallen. Worpswede, die Mutter aller Wald-und-Wiesen-Stipendien, wird zum Jahresende abgewickelt. Die Fördergelder und Stipendienplätze werden nach Lüneburg an die Leuphana-Universität verlagert. Merkwürdig nur, dass ich das alles so nebenbei und lapidar auf ´ner Ausstellungseröffnung in der Niedersächsichen Landesvertretung bei üppigem Buffet und freier Getränkezufuhr erfahre. Merkwürdig auch, dass mich niemand zu Protest oder Spenden oder sonstwas aufgerufen hat, um irgendein Ruder doch noch rumzuwerfen. Die Kunst-Gemeinde ist doch normalerweise ziemlich wertkonservativ und reagiert auf jede Verwerfung der Strukturen mit vorauseilender Empörung.
Die Künstlerstätte Schloss Bleckede erwischt´s übrigens noch ein paar Monate früher. Da wird der Geldhahn schon im Herbst abgedreht.
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Markus Wirthmann | 15.03.09
(Die deutsche Version ...
... der Einladung finden sie im unteren Teil der Mail)
Wenn ich sowas in meinem Briefkasten finde, habe ich normalerweise schon gar keine Lust mehr weiterzulesen. Wo sind wir denn hier? In Internationalistan? Multikultingen? Can irgendwer eigentlich noch sprecken deutsch? Da regt sich sofort mein innerer Hausmeister und schwingt seine Gehhilfe. Ist mir dann auch sofort reflexhaft peinlich, und ich schäme mich ein bisschen. Aber nerven tut er trotzdem, dieser aufdringliche Internationalismus.

Genauso wie KuratorInnen (wobei mich hier das große I ja schon erregt), die bei pompös kathedraligen Ausstellungseröffnungen im Museum für Gegenwart englisch radebrechen und dafür anschließend auswärtige ArtworkerInnen in Deutsch daherholpern. Da kommt dann noch das Fremdschämen dazu, und ich kann mich nur noch mittels Getränkegutscheinen während der anschließenden Party beruhigen. Den Hausmeister sollte man halt nicht zu Ausstellungseröffnungen mitnehmen.
Der Hausmeister hat im Übrigen aus oben genanntem Grund die Einladung in die gelbe Tonne geworfen.
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Michael Reuter | 11.03.09
Ode an die Natur #1

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Naturfreunde und Wandervögel,
einfach mal in der Natur die Seele baumeln zu lassen, ist ein Wunsch, den sich der gestresste Großstädter gerne im verdienten Jahresurlaub erfüllt. Gemeint ist damit der romantische Blick vom Whirlpool auf majestätische Bergketten oder die fototaugliche Stampede einer Gnu-Herde, beobachtet aus dem gut gefederten Safari-Bus. Keinesfalls ist damit das leibliche Baumeln an einem Ast im Urwald gemeint, mit den Tatzen eines Leoparden im menschlichen Gekröse.
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Konstantin Schneider | 10.03.09
In Karlsruhe steckt viel Kraft
Während der internationale Kunstbetrieb in die Ferne schweifte, setzte die freundlichste Kunstmesse Deutschlands neue Bestmarken. Kein Wunder also, dass die art KARLSRUHE von Staatsminister Bernd Neumann künftig auf die Reiseroute der Bundes-Ankaufskommission gesetzt wird, eine Nachricht, die am Eröffnungstag der Messe natürlich die Sensation war. Basel, Berlin, Karlsruhe, Köln und London klingt ja auch nicht schlecht.
Die zielstrebige Hauptstadtanbindung der Karlsruher Macher ermöglichte es 15 der insgesamt 34 Berliner Galerien unter dem Label "ART FROM BERLIN" verschiedene Künstler, die in der Hauptstadt tätig sind, in Einzelpräsentationen vorzustellen. ZKM Leiter Peter Weibel mahnte allerdings, die Künstler in Berlin müssten aufpassen, dass sie nicht nur Feigenblatt blieben und dementsprechend auch Macht beanspruchen.
Unser weekly No. 10:
KUNSTKONTAKTER KONKRET | Konstantin Schneider im Gespräch mit Peter Weibel
art KARLSRUHE I | Kulturstaatsminister Bernd Neumann + erster Rundgang
art KARLSRUHE II | Zweiter Rundgang
Gregor Schneider im Gespräch mit Karlheinz Schmid | MP3
Peter Weibel im Gespräch mit Karlheinz Schmid | MP3
401 CONTEMPORARY | Katrin Weigel und Ralf Haensel im Gespräch mit Konstantin Schneider
Gastbeitrag | 06.03.09
Spätpubertäre Krawallkartonagen ...
Kestnergesellschaft Hannover

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Michael Reuter | 27.02.09
Was ist die Matrix? Erfolg im Betriebssystem Kunst hat wenig mit Genie und viel mit Kommunikation zu tun
Das klingt doch gut! „Das wichtigste im Kunstbetrieb sind die Künstler“, salbaderte der Leipziger Galerist Harry Lybke letzten Dezember auf einer Veranstaltung der Aka Stuttgart. Unter den eurogepolsterten Fittichen des Kunsthändlers darf und soll der kreative Mensch ganz und ausschließlich seinem Werk verpflichtet sein. Der Galerist kümmert sich um die Niederungen des Lebens und schirmt den Künstler ab. Kein Telefonat ohne sein Ohr, kein Sammlerbesuch ohne sein Placet, keine Ausstellung ohne sein Konzeption. Läuft alles perfekt, werden Künstler und Position als alleingültig im Markt verortet und der überreichliche Auswurf der Akademien wird mit siedendem Pech übergossen, sobald er sich anschickt, den Hügel der Kunstgeschichte ebenfalls erklimmen zu wollen. Krieg ist Krieg. Zu den Waffen! Für einen guten, für den einzigen, für den eigenen Zweck.
Markus Wirthmann | 26.02.09
Aha!
Meine liebe Freundin Corinna hat sich im Tagesspiegel mal mit den Problemen des Künstlerdaseins auseinandergesetzt. Reichlich spät - das habe ich ihr doch schon vor Jahren auseinandergesetzt.
"Zu viele Künstler, zu wenig Geld"
"Noch sei die Wirtschaftskrise bei den Künstlern und Kreativen nicht angekommen, sagt Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats. Doch er sieht große Probleme auf Künstler zukommen. In vielen Bereichen sei die öffentliche Hand Auftraggeber. Wenn das Wahljahr vorbei sei und die Milliarden aus den Konjunkturpaketen ausgegeben, "dann wird gerade der Kulturbereich sparen müssen. Das werden die Kreativen deutlich spüren." Marco Mundelius vom DIW sieht die Berliner Kreativszene jedoch für die Krise gut gerüstet. Denn sie sei sehr kleinteilig. Kleine Büros, Verlage oder Agenturen könnten aber weit flexibler und schneller auf Krisen reagieren als große Konzerne. ..."
Ist das jetzt eigentlich ein gutes oder ein schlechtes Zeichen, dass sich die Wirtschaftsredaktion einer Tageszeitung mit der Kunst beschäftigt?
Im Anschluss an den Artikel kann man noch über die Frage "Gibt es zum prekären Lebensstil vieler freischaffender Künstler eine Alternative?" abstimmen. Im Augenblick überwiegen die Schwarzseher ...
Gastbeitrag | 12.02.09
Wir sind so frei!
Gastbeitrag von Hawe Mueller
Probanden/Künstler mit Hartz4 gesucht!
Seit einigen Jahren arbeite ich in der freien Kunst- und Filmszene. Dabei beobachte ich eine schleichend perfide Diskussion über Hartz4-Empfänger/Innen.
Ich kann mich des unangenehmen Eindrucks nicht erwehren, dass der Staat so tut, als müsse er großzügig als Almosengeber seinen Untertanen gegenüber auftreten und diesen permanent "nichtstuendes Schnorrertum" unterstellen. Ich aber bin zu tiefst davon überzeugt, dass der Mensch als humanes Wesen in seiner Grundstimmung kreativ veranlagt ist.
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Gastbeitrag | 11.02.09
Der Hang zum Gesamtkunstwerk: Sonic Youth
von Jürgen Schneider
Die Kunsthalle sowie Kunst im Tunnel, beide Düsseldorf, zeigen derzeit die von Roland Groenenboom kuratierte, in alle möglichen Richtungen ausufernde Ausstellung »Sonic Youth etc.: Sensational Fix« mit mehr als 300 Exponaten, die sich den multidisziplinären Aktivitäten der 1981 gegründeten US-Gitarrenband Sonic Youth (Kim Gordon, Thurston Moore, Lee Ranaldo, Steve Shelley) widmet.

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Michael Reuter | 20.01.09
Los Paul! Du musst ihm voll in die Eier haun!

Hammer © FLATZ
„Als alle Menschen frei und gleich waren, war niemand vor dem anderen sicher. Das Leben war kurz, die Angst grenzenlos.“ (Wolfgang Sofsky)
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Dirk Teschner | 11.12.08
Prada goes Nord
Kunstaktion des Klub 500 in der Erfurter Magdeburger Allee. Dort eröffneten am letzten Wochenende mehrere fiktive Luxusgeschäfte. Die angesagten bekannten und teuren Marken siedeln sich bewusst im Erfurter Norden an. Der Norden als künftiges Trend-Quartier? Die Händler der City werden nervös…

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Gastbeitrag | 09.12.08
Jetzt ist er weg ...

... der Palast der Republik. Tilman Schwarz war einer der letzten, der die Möglichkeit hatte, aus den Fenstern des Palasts zu schauen - bzw. zu fotografieren.
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Michael Reuter | 27.11.08
In the World Race, we are the outsiders

Haus der Künstler © Art / Brut Center Gugging, www.gugging.org
Randständige, Irre, Spiritisten, Unangepasste, Knackies: Die rohe, unverfälschte Kunst von gesellschaftlichen Außenseitern findet in der offiziellen Geschichtsschreibung selten Anerkennung, übt jedoch einen erheblichen Einfluss auf die etablierte Kunst aus.
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Markus Wirthmann | 20.11.08
Asiatische Kräckermischung Teil II
M50 – Moganshan Lu, Shanghai
Bin mal wieder zu spät gekommen. Nur um ein paar Jahre. Der gewiefte Weltreisende in Sachen Kunst und der Biennalen-Globetrotter bescheidet der Moganshan Lu 50 schon die totale Kommerzialisierung und den alsbaldigen Abgesang. Und ich? Guck´s mir trotzdem an.

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Markus Wirthmann | 07.11.08
Messe der Meister von Morgen
Hangzhou, Chinese Academy of Art (CAA)

Heute Nachmittag bot sich mir ein etwas seltsames Bild als ich aus den Flurfenstern des 4. Stockwerks der CAA, wo die CDK (Chinesisch-Deutsche Kunstakademie) untergebracht ist und ich gerade einer Lehrtätigkeit nachgehe, guckte. Unten, im überdachten Innenhof, waren Holzstellagen und Tische aufgebaut an denen in wilder Mischung allerlei Bildwerke und Töpferwaren drapiert waren.
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Markus Wirthmann | 04.11.08
Trash Nite in China

Die Trash Nite zu Gast in Hangzhou. Kyros Kikos, derzeit einer der Programmplaner der Roten Fabrik in Zürich und ehemals Mitarbeiter der KurzFilmAgentur Hamburg, bereiste auf meine Einladung (und seine Kosten) das Reich der Mitte. Nachdem er, sozusagen als Pflichtprogramm, die Studenten der Chinesisch-Deutschen Kunstakademie in die wunderbare Welt von Experimental- und Kurzfilm eingeweiht hatte, kam die Kür am Abend.
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Markus Wirthmann | 11.10.08
Eliasson entkernt die UdK Berlin
Die WELT vermeldet heute, dass "... Olafur Eliasson ... mit einer fachübergreifenden künstlerischen Ausbildung an der Universität der Künste Berlin (UdK) neue Akzente setzen ..." will.
"Er sei überzeugt, dass sich die Kunst noch vielfältiger und produktiver in die Gesellschaft einbringen und auseinandersetzen müsse, sagte Eliasson gestern zur Vorstellung seines neuen Studios. Der 41-Jährige ... werde am 1. April 2009 seine Professur in Berlin antreten, sagte Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner (SPD). Berlin unterstütze das Projekt von 2009 bis 2011 mit einer Millionen Euro aus dem Masterplan "Wissen schafft Berlins Zukunft."
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Markus Wirthmann | 09.10.08
Save-The-Date-Redundanz
Vom 16. bis 19 Oktober steigt die Frieze Art Fair in London. In schierer Vorfreude darauf hauen mir wichtigtuerische Galerien die Malboxen zu.

Leute, dass die Messe im Anmarsch ist - und ungefähr siebzehn andere noch dazu - habe ich selbst schon mitgekriegt, und wenn ich wissen will, wer da ausstellt, kann ich mir das einfach auf der Website Frieze Art Fair angucken. Ich muss nicht von jedem einzelnen Teilnehmer nochmal ´ne Extraeinladung kriegen.
Überhaupt nimmt der Versand redundanter Information über Galerien und Kunst-Events tierisch zu, seit eine ganze Menge Galerien dazu übergegangen sind, ihre Außendarstellung in professionelle Hände zu legen. Die Menge der charmant mit Orthografiefehlern beladenen oder in Pidgin-Deutsch verfassten E-Mails hat dadurch natürlich drastisch abgenommen. Auch jene in größenwahnsinnigem Potentaten-Sprech verfassten Lobeshymnen auf die eigene extrem erfolgreiche Tätigkeit gehören leider der Vergangenheit an. Gar nicht zu reden von der buhlenden Galeristenlyrik, die gerne Malereiausstellungen hymnisch begleitete.
Dafür hauen einem jetzt die Kunstmarketingagenturen die Bude voll mit professionell wohlformulierten zielgruppengerechten Save-The-Date-Nachrichten und subliminalen Botschaften für den Sammler.
Michael Reuter | 06.10.08
Immer wieder malen gehen. Die Bilder von Felix Wunderlich

Prozession, 130 x 110 cm, 2002
Ich glaube an das Gute und das Böse in der Malerei. Sie friert beide Zustände ein, macht sie bestimmbar. Im wirklichen Leben fließt das Gute übergangslos in das Böse, egal wie viel Rosenkränze auch gebetet werden. Ich kann Gott malen, in Wirklichkeit ist er nicht zu sehen.
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Michael Reuter | 25.09.08
Es gibt sie doch noch...
...die kritische Kunstkritik. Der verehrungswürdige Niklas Maak schreibt hier über seine Eindrücke von der neuen Ausstellung „Spuren des Geistigen“ im Haus der Kunst in München. Lasset uns alle daran ein Beispiel nehmen. Wir sollten viel öfter mal kräftig vom Leder ziehen. Bei 600 Galerien in Berlin dürfte doch genug Kunstmüll anfallen.
Klar, es darf auch jubiliert werden, aber wie heißt es so schön bei Friedrich von Logau: In Gefahr und größter Not bringt der Mittelweg den Tod.
Adib Fricke | 09.09.08
Bundesländer wollen Künstlersozialversicherung abschaffen
Deutscher Kulturrat fordert Ministerpräsidenten auf, ihrer Verantwortung für die Künstler gerecht zu werden
Eilmeldung
Berlin, den 09.09.2008
Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, ist bestürzt über die Initiative der Länder Baden-Württemberg, Brandenburg, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein, die Künstlersozialversicherung abschaffen zu wollen.
Klammheimlich, versteckt in einer Empfehlung (Bundesratsdrucksache 558/1/08 vom 08.09.2008) zum „Entwurf des Dritten Gesetzes zum Abbau bürokratischer Hemmnisse insbesondere der mittelständischen Wirtschaft (Drittes Mittelstandsentlastungsgesetz)“ (Bundesratsdrucksache 558/08) haben der federführende Wirtschaftsausschuss, der Ausschuss für Frauen und Jugend, der Ausschuss für Innere Angelegenheiten sowie der Finanzausschuss des Bundesrates mit den Stimmen der genannten Länder beschlossen:
„Der Bundesrat fordert, dass die Künstlersozialversicherung abgeschafft oder zumindest unternehmerfreundlich reformiert wird.“
Beitrag »Bundesländer wollen Künstlersozialversicherung abschaffen« weiterlesen ...
Redaktion | 05.09.08
Frau kann sich bewerben - eine neue Runde Goldrausch
Goldrausch Künstlerinnenprojekt art IT
Ausschreibung für den Kurs 2009 bis 15. September 2008
Das Goldrausch Künstlerinnenprojekt lädt interessierte Bildende Künstlerinnen aller Sparten ein, sich um die Teilnahme am Kurs des Jahres 2009 zu bewerben. Das 1989 gegründete Projekt bietet ein Professionalisierungsprogramm an, bei dem berufsrelevante Kenntnisse im Mittelpunkt stehen. Es wendet sich an Berliner und internationale Künstlerinnen, die nach ersten Ausstellungen oder in einer neuen Arbeitsphase individuelle Lösungen auf folgende Fragen suchen: Wie bringe ich meine Arbeit in die Öffentlichkeit? Wie organisiere ich meine selbständige Künstlerinnentätigkeit?
Angeboten werden neben Workshops und Gastgesprächen die Erstellung einer individuellen Website, eines Katalogs, und eine gemeinsame Ausstellung. Geleitet wird das Projekt von den Kunstwissenschaftlerinnen Birgit Effinger und Hannah Kruse; finanziert wird es durch die Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen und den esf. Teilnahmevoraussetzung ist eine abgeschlossene künstlerische Hochschul-/Akademieausbildung oder vergleichbare Kenntnisse, sowie erste Berufserfahrungen. Eine Altersbegrenzung besteht nicht; die Teilnahme ist kostenfrei.
Bewerbungsschluss: Montag, der 15. September 2008.
Informationen zu Projekt, Bewerbungsunterlagen und Kursdaten gibt es bei
goldrausch künstlerinnenprojekt art IT
Händelallee 1
10557 Berlin
Telefon *49 (0)30 3906 3863
Adib Fricke | 13.08.08
Lichtensteins lausige Typografie

Nett, die Comic-Szene befasst sich mit der Qualität der Schrift, die Roy Lichtenstein in seine Comic-Gemälde gesetzt hat. Die Kritik bei Blog Flume ist sofort einleuchtend ...
Markus Wirthmann | 12.08.08
Relaunch der U-Kunst
Nachdem das Ausstellungsprojekt U2 Alexanderplatz, das 1958* mit der Ausstellung Frieden der Welt eröffnet wurde, 2008 endgültig zu Grabe getragen worden ist, schreibt die NGBK Berlin nun den Wettbewerb
Glück gehabt! - Zum künstlerischen Neuanfang im Untergrund aus.
Die Ausschreibung dieses offenen Wettbewerbs hat die künstlerische Bespielung von U-Bahnstationen in Berlin zum Ziel. (Abgabe bis zum 23. September 2008)
Es wird bewusst an die Anfänge und die Tradition des künstlerischen Projektes für den U-Bahnhof der Linie U2 Alexanderplatz angeknüpft, der als Plakatwettbewerb in den 1950er Jahren begann. Mit dieser Ausschreibung stehen nun andere Standorte zur Bespielung mit künstlerischen Ideen im Zentrum, die sich für die Betrachterinnen und Betrachter – den U-Bahnfahrgästen - in Galerieräume verwandeln werden.
*Naja, nach einer zweiten Ausstellung Anno 59 war bis in die 80er Jahre dann auch nicht mehr so viel los ...
Markus Wirthmann | 12.08.08
Als relevant erkannt!
--11.08.2008--23:30--Folgenden Text hat der von der Kunst-Blog-Redaktion vorletzten Freitag implementierte vollautomatische Kunstrelevanzdetektor anhand von relevanten Schlüsselbegriffen als kunstrelevant detektiert und zur Veröffentlichung freigegeben:
Hallo Kunst-Blog!
ich bin Chris von der Workstation Ideenwerkstatt Berlin e.V., die zusammen mit der NGBK (Neue Gesellschaft für Bildende Kunst) ab der kommenden Woche eine kunst-politische Veranstaltungsreihe in Berlin initiieren wird.
Hier eine Beschreibung zur "/unvermittelt"-Kampagne:
Kampagne und öffentliche Interventionen für einen Arbeitsbegriff jeseits von Überarbeitung und Mangel: Praxen, Techniken, Spielräume
• Vortrags-/ Workshopreihe: Januar 2008 – Februar 2009
• Kampagne: 15. August - 17.September 2008
• Ausstellung: 13. Dezember 2008 - 1. Februar 2009
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Christina Zück | 12.07.08
In meinem Herz ist noch mehr Discoschmerz
Die Anthropologin Elke Mader auf der Jagd nach Shah Rukh Khan
Autor: Gandhi, der Wiener Bollywooddealer von Elke Mader
Wir befinden uns am Flughafen Wien Schwechat. Shah Rukh Khan, der Avatar der Supermodernität, steht total auf Michael Ballack und ist mal kurz nach Wien gejettet, um sich das EM-Endspiel anzusehen. Shah Rukh liebt Sport, erst vor kurzem hat er sich eine Hockeymannschaft gekauft, was ihm erlaubt, nach dem Spiel unverdächtig in der Umkleidekabine der Jungs abzuhängen. Jetzt steht er, etwas enttäuscht über die Niederlage seines Idols, am Eincheckschalter, wie immer umringt von Fans, und versteckt sich hinter einer dunklen Sonnenbrille und einer Jogi-Löw-Frisur. Er hält eine Arbeit von mir in der Hand und versucht, mit einem Gelschreiber "Love Shah" darauf zu kritzeln. Es klappt nicht, er muss das Bild nochmal wenden.
Elke Mader ist quer durch Europa gereist, an jeden Ort, an dem Shah Rukhs Erscheinen vermutet wurde, und hat einige Versuche unternommen, ein Autogramm zu bekommen. Sie hat Tage an Bauzäunen, hinter Absperrgittern, in Tiefgaragen und sogar im Zoo wartend verbracht. Der schwindelerregende Parallelzustand eines euphorischen Fans ergriff sie gelegentlich. Elke Mader betreibt Feldforschung. Sie ist Professorin für Kultur- und Sozialanthropologie and der Universität Wien, ihr Forschungsgegenstand ist der interkulturelle "Mohabbat Man" Shah Rukh Khan und die Extase, die er beim Publikum auslöst, man könnte das Phänomen auch als postglobalisierte Minne bezeichnen. Als sie im Februar bei der Recherche auf meinen Artikel im Kunst-Blog stieß, erkannte sie nicht sich selbst, sondern ihr Foto auf einem meiner Fotos wieder: ein Fall von synchromystischer Mise en abyme.
Beitrag »In meinem Herz ist noch mehr Discoschmerz« weiterlesen ...
Markus Wirthmann | 04.07.08
Don´t mess ...
... with Texas
Statt Armadillos jagen: Streifzug durch die Kunst in San Antonio, Texas
bei 39° C im Schatten.
Adib Fricke | 04.07.08
54 Wörter auswählen

Zur Abwechslung mal ein persönlicher Wunsch (der nichts mit Kunst-Blog zu tun hat). Anlässlich eines neuen Projekts experimentiere ich mit englischen Substantiven. Grundlage für das Projekt sind 54 Wörter. Zur Zeit gibt es eine Wortliste mit 220 Wörtern, daraus sollen 54 ausgewählt werden. Alle Kunst-Blog-Fans sind herzlich eingeladen, sich daran zu beteiligen. Auf einer dafür eingerichteten Webseite können die Wörter durch Anklicken von Markierungsboxen einfach ausgewählt werden. Je mehr Leserinnen und Leser mitmachen, umso besser wird schließlich die Auswahl. Alle Einreichungen werden Teil einer Gesamtauswertung.
54words.com/select/
(Die Wörter können bis zum 1.8.08 ausgewählt werden.)
Adib Fricke | 03.07.08
Lasst euch nicht erwischen!
Manche Kunst-Blog-Besucher wunderten sich schon. Seit einiger Zeit taucht in vielen älteren Beiträgen eine kleine Grafik auf, die mitteilt, dass die Abbildungen, die dort mal zu sehen waren, nicht mehr angezeigt werden dürfen.

Erklärt ist die Sache relativ schnell: Urheberrechtliche Regelungen sehen vor, dass Abbildungen von urheberrechtlich relevanten Arbeiten online nur eine bestimmte Zeit kostenlos als Ergänzung zu aktuellen Texten/Beiträgen genutzt werden dürfen. »Aber in Zeitungen ...« mag schnell als cleverer Einwand kommen. Doch der gilt nicht, denn da ist die Natur des Mediums einfach eine andere, gedruckt bleibt gedruckt. Bei Online-Nutzung kann auch später eine Veränderung herbei geführt werden, die dann auch nach vorherrschender Rechtsauffassung erfolgen muss.
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Markus Wirthmann | 02.07.08
Können Kuratoren ...
... Kunst machen?

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Markus Wirthmann | 02.07.08
Verpasst
Was ich wieder alles verpasst habe nur weil ich eine Weile wilde Armadillos in Texas zugeritten habe!
Da veröffentlicht der Neue Berliner Kunstverein in seiner Pressemitteilung beispielsweise PinUp-Fotos seiner KünsterInnen die Thomas Wulffen zusammen mit einigen aufschlussreichen Bemerkungen in seinem Blog veröffentlicht.

Hänge ich mir hiermit in den Spind!
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Gastbeitrag | 28.06.08
Wer kennt Beispiele für Ausstellungsausbeutung?
Liebe Künstlerinnen und Künstler, liebe Kunstinteressierte, Kulturaktive und Netzwerkerinnen,
wir sind eine Initiative von bildenden Künstlerinnen und Künstlern, die sich zum Ziel gesetzt hat, Ausstellungshonorare in der bildenden Kunst (endlich) durchzusetzen.
Seit Anfang 2008 sind wir aktiv. Um unserer Forderung (auch auf politischer Ebene) Nachdruck zu verleihen, sammeln wir aktuell positive und negative Erfahrungsberichte zur Ausstellungsvergütung von Künstlerinnen und Künstlern.
Es sind Erfahrungen gefragt aus Einzelausstellungen oder Beteiligungen in Kunstvereinen, Kunsthallen oder Museen, in öffentlichen Institutionen, Vereinen oder Unternehmen - nicht jedoch in Galerien und anderen Verkaufsausstellungen, oder in freien, nicht-kommerziellen Projekträumen.
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Markus Wirthmann | 25.06.08
Bildhaueraufstand

Ich halte mich gerade in San Antonio, Texas auf, weil ich eingeladen wurde, im Rahmen eines Bildhauersymposiums etwas über die „Bildhauerszene in Berlin“ zu sagen – und natürlich auch zu zeigen. Ich bin also gerade dabei, wie sich´s gehört auf den letzten Drücker, eine Diaschau zum Thema vorzubereiten. Ich sitze mit meinem MacBook auf dem Balkon im dritten Stock und gucke auf den Fluss, der hier allerdings eher ein Kanal im Betonkorsett ist. Hier ist´s tierisch heiß und feucht, und irgendwas macht immer Krach. Wenn nicht gerade die Güterzüge, die ganz in der Nähe mitten auf der Straße fahren, markerschütternd posaunen, als ob der nächste Bahnhof Jericho hieße, startet wenigstens vom Dach gegenüber ein Hubschrauber oder man reißt kurzerhand mal die Straße auf. Dazwischen Tschakken, Kekkern und Krähen wie im Tropenhaus.
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Markus Wirthmann | 03.06.08
Invasion!
"Abbauen? - Abbauen! - Jaaa, das ist ganz wichtig damit hier wieder Ruhe einkehrt!"
So der abschließende Kommentar des Pförtners des Blumengroßmarktes Berlin wo am vergangenen Wochenende die Kunstinvasion stattfand.
Um eine Ausstellung handelte es sich hierbei ganz offenbar nur nebenbei. Eher sowas wie ne Kunst-Loveparade breitete sich in der riesigen Industriehalle aus dem Jahr ´69 aus. Ziel der Demo im Auftrag der Berliner Kunsthalleninitiative ist es, nach der temporären Kunsthalle, die demnächst zwischen Zeughaus und Alex entsteht, nun auch in die Diskussion um die dauerhafte und ständige Kunsthalle einzugreifen.
Es gilt den Fokus von Lokalpolitik und Wirtschaft auf Kreuzberg und weg von Haupt- und Hamburger Bahnhof zu lenken. Statt Millionenneubau zwischen Lehrter- und Heidestraße wo gerade der Kunst-Campus-Berlin entsteht oder dem Humboldthafen auf der anderen Seite des HBFs wird die Schnäppchenlösung im Blumengroßmarkt propagiert - schließlich gehört das Ding schon dem Berliner Senat und außerdem wird es übernächstes Jahr sowieso dicht gemacht.
Das es sich dabei um eine politische und weniger um eine künstlerische Streitfrage handelt steht außer Frage. Nicht umsonst blieb der Platz der Regierungskoalition während der Podiumsdiskussion zum Thema unbesetzt. Hier will sich anscheinend niemand das Maul verbrennen und sich mit den Investoren auf der anderen Seite der Stadt anlegen. Immerhin planen oder ermöglichen Vivico, die Immobiliensparte Hartmut Mehdorns (ja, der mit dem schlechten Geschmack!), und Nicolas Berggruen (ja, der mit dem Vater!), Millioneninvestitionen die Berlin gut gebrauchen kann um von seinem Arm-Aber-Sexy-Image wegzukommen.
Nun, mich fragt ja keiner - aber wenn, würde ich zum wiederholten Male sagen: Berlin braucht keine Kunsthalle!
Markus Wirthmann | 03.06.08
Nägel nageln!
„„Ein Kurator ist nicht nur jemand, der schöne Ideen im Schloss Oberammergau entwickelt", sagt Babias. Er muss sich auch die Hände schmutzig machen und Nägel in die Wand bohren, Kalkulationen berechnen, Kunst vermitteln und mit Künstlern kommunizieren können."
Das Zitat stammt aus dem Tagesspiegel vom 1. Juni 2008 zum Thema "Doch Kunst muss nicht immer brotlos sein." Wie beruhigend. Wäre auch schlimm, wenn man für´s Nagellochbohren kein Geld kriegen würde.
Ich empfehle in einem solchen Fall allerdings immer den handelsüblichen Zimmermannshammer.
Da das Zitat von Marius Babias eigentlich schon vorm Nägelbohren endet, nehme ich an, dass die Autorin des Artikels Marion Hartig nicht des Hämmerns mächtig ist und nicht etwa der Interviewte.
Also dann Herr Babias, Hände schmutzig machen beim Berechnen, Kalkulieren und Vermitteln. Wir sind gespannt! - Hämmern und Bohren den Angestellten überlassen!
Gastbeitrag | 02.06.08
Kunstraub in der der Brunnenstrasse
von Elena Nehrmann

Laut Interpol rangiert Kunstraub nach Drogenhandel, Geldwäsche und Waffenhandel an vierter Stelle der kriminellen Aktivitäten. Davon kann seit Freitag dem 30.05.2008 auch die ATM Gallery in der Brunnenstrasse/Berlin ein Lied singen.
Während der Vernissage zur Ausstellung des Londoner Street Art Künstlers PURE EVIL wurde eines seiner Werke mit ungeheurer Chuzpe vor den Augen der Anwesenden aus der Gallerie gestohlen.
"So far I have had a painting of Black Sabbath stolen from my first solo show, and I caught somebody walking off with a piece from another show and almost brained them. This time though , its pretty understandable (but cheeky) considering the message on the piece," kommentiert der Künstler den Diebstahl der einer gewissen Komik zugegebenermaßen nicht entbehrt, denn das Bild trägt den Schriftzug: "YOU CAN´T BUY HAPPINESS - STEAL IT".
Die Ausstellung wird durch die von der Polizei eingeleiteten Ermittlungen nicht beeinträchtigt und ist noch bis zum 30. Juni 2008 zu sehen.
Pure Evil
ATM Berlin, Brunnenstr.24
10119 Berlin Mitte
info@atmberlin.de
www.atmberlin.de
Gastbeitrag | 20.05.08
VIDEOEX
oder die kulturpolitische Notwendigkeit eines Schweizer Filmfestivals für experimentelles Kino.
von Kyros Kikos

Das internationale Experimentalfilm & Video Festival VIDEOEX in Zürich feiert Jubiläum. Vom 23. Mai bis 1. Juni findet die zehnte Ausgabe statt. Was im Dezember 1998 als kleine Werkschau experimenteller Filme im Xenix begann, hat sich mittlerweile zu einem der renommiertesten europäischen Filmfestivals für experimentelles Kino entwickelt. Trotzdem ist die Situation für VIDEOEX wie auch allgemein für das Genre „Experimentalfilm“ in der Schweiz alles andere als rosig.
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Gastbeitrag | 19.05.08
Hilfe! Kunst am Hügel
von Dirk Teschner

Am 16.April hat die Leitung der Universität Erfurt beschlossen, dass das Fachgebiet Kunst sukzessive aus seinem Gebäude „Am Hügel 1“ ausgelagert werden soll und die Räume dem Max Weber Kolleg (Gast seit 1998 und Forschungsinstitution der Universität) als Büroräume zur Verfügung gestellt werden sollen.
Gegen diesen Beschluss setzen sich Studenten, Mitarbeiter und Dozenten des Fachgebiets Kunst zur wehr.
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Markus Wirthmann | 17.05.08
Was hat Berlin mit ...
... Bietigheim-Bissingen, Heidelberg, Weinheim, Bieberach gemeinsam?

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Markus Wirthmann | 22.04.08
Nachtrag: Kunst-Blog-Party

Der Austragungsort: Babette in der Karl-Marx-Allee 36 wo übrigens an diesem Wochenende die Benfiz-Versteigerung zu Gunsten des Kunstraums Glue stattfindet. Denen stand das Wasser bis zum Hals. Und zwar buchstäblich: Ein Wasserrohrbruch stellt die weitere Arbeit der beiden Glue-Betreiber DAG und Asim Chugthai auf die Probe. Also jetzt alle Kunst-Blog-Leser: Kunst kaufen im Babette. Nächsten Samstag! Dies ist ein Befehl höherer Mächte!
Und jetzt weiter im Text:
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Markus Wirthmann | 11.04.08
Der Lauf der Dinge

Irgendwie schon komisch. Vor Jahren hat man sich noch fast ein Bein ausgerissen, um an so eine exlusive Einladung zu kommen. Und heutzutage? Bringt sie der Briefträger, und man kann sie gar nicht mehr gebrauchen ...
Statt nach Köln zu fahren, wartet man getrost bis die Messe - oder wahlweise irgendeine Biennale oder Manifesta oder oder - an den eigenen Gestaden anlegt.
Falls Interesse besteht und man heute in Berlin, am Dienstag jedoch in Köln ist; ich bring sie mal heute Abend zur Party mit ...

Christina Zück | 28.02.08
In meinem Herz ist Discoschmerz
Shah Rukh Khan bei der Premiere von "Om Shanti Om" am 8. Februar auf der Berlinale
Ein Kinofilm wucherte hinaus ins richtige Leben, als sich der indische Superstar durch das Getümmel der kreischenden Fans hindurch zur Premiere seines Films im Kino International begab. Dort stellte er, nun im Raum der Leinwand, einen erfolglosen Statisten dar, der sich in die schöne Diva verliebt, stirbt, und als zynischer Filmstar wiedergeboren wird. Durch das Wiedererlangen seines naiven Begehrens aus seinem ersten Leben verwandelt er sich am Ende in ein echtes, menschliches Wesen. Nach der Vorstellung nahm Shah Rukh Khan nochmal ein Bad in der Menge, um einigen jungen Frauen durch die Berührung mit seinem warmen, weichen, nach Azzaro duftenden Körper zu Transformationserlebnissen zu verhelfen. Vor ein paar Tagen ging es auf der Karl-Marx-Allee zu wie im Labyrinth des indischen Gottes der Spiegelungen, dessen Name mir gerade entfallen ist. Die hocherregten Fans konnten jede Hindi-Vokabel des Titelsongs auswendig: laut grölten sie "den transzendenten Urklang, aus dessen Vibrationen nach hinduistischem Verständnis das gesamte Universum entstand", die Silbe Om, die im Filmtitel "Om Shanti Om" das indische Wort für Frieden umschließt. Das Reich der sichtbaren Erscheinungen und das Reich des Transzendenten fielen für einen kurzen Moment ineinander.
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Gastbeitrag | 15.02.08
Die Rote Punkt Bewegung aufbauen!
von Klaus Jörres
Es hat keinen Zweck, den falschen Leuten das Richtige erklären zu wollen. Das haben wir lange genug gemacht. Die Kunst-Aktion haben wir nicht den intellektuellen Schwätzern, den Hosenscheißern, den Allesbesser-Wissern zu erklären, sondern den potentiell künstlerisch revolutionären Teilen des Kunstvolkes.
Das heißt denen, die die künstlerische Tat sofort begreifen können, weil sie selbst Gefangene sind. Die auf das Geschwätz der »Linken« nichts geben können, weil es ohne Folgen und Taten geblieben ist. Die es satt haben! Den Jugendlichen im Märkischen Viertel habt ihr die Kunst-Aktion zu erklären, den Mädchen im Eichenhof, in der Ollenhauer, in Heiligensee, den Jungs im Jugendhof, in der Jugendhilfsstelle, im Grünen Haus, im Kieferngrund. Den kinderreichen Familien, den Jungarbeitern und Lehrlingen, den Hauptschülern, den Familien in den Sanierungsgebieten, den Arbeiterinnen von Siemens und AEG-Telefunken, von SEL und Osram, den verheirateten Arbeiterinnen, die zu Haushalt und Kindern auch noch den Akkord schaffen müssen - verdammt!
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thw | 26.01.08
Manufacturing art

Das hört sich so ähnlich an wie »manufacturing consent« und da habe ich meine Ohren schön gespitzt anlässlich der Pressekonferenz des Museum of Modern Art in New York in KW Berlin. Schließlich ist ‚Manufacturing consent’ der Titel eines Buches von Noam Chomsky und Edward Herman:
"Diese Einseitigkeit hat für amerikanische (und britische) Politiker gewisse politische Vorteile. Indem das Augenmerk auf die Opfer des feindlichen Staats gelenkt wird, zeigt man, diese Staaten sind böse und verdienen jene Feindschaft, die ihnen die USA entgegenbringen. Die Verleugnung der Opfer der USA und der US-Klientenstaaten auf der anderen Seite ermöglicht der aktuellen US-Politik ein ungestörteres Vorgehen. Man muss sich keine Gedanken machen, die Opfer könnten einem politisch in die Quere kommen" (»New introduction to Manufacturing Consent - The Political Economy of the Mass Media«, Pantheon, 1988, Herman gegenüber »Media Lens« am 27. August 2002).
Gefunden hier.
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Gastbeitrag | 20.12.07
Ein Weihnachtsmärchen
von Klaus Jörres

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Markus Wirthmann | 30.10.07
Kunsthalle kommt!
Wir brauchen sie zwar nicht wie ich hier schon mal ausgeführt habe, kriegen sie aber jetzt trotzdem. Und zwar dort wo sie hingehört: auf den Schlossplatz. In Second Life gibts sie auch schon mal. Dort kann man sich warmgucken bis beim temporären Kunsthallenzelt von White Cube Berlin alle Heringe eingeschlagen sind.

Herzlichen Glückwunsch an Coco Kühn, Constanze Kleiner und natürlich den ausführenden Architekten Adolf Krischanitz (hier nicht im Bild). White Cube Berlin hat das Rennen gemacht und Graftlab muss jetzt weiter Wolkenkuckucksheime für Brad Pitt bauen.
Ein paar Jahre haben wir bestimmt auch noch bis zu diesem Szenario Zeit: Kunsthalle bleibt! Und deshalb nehme ich schon mal unter folgender Adresse Wetten entgegen, um wieviele Jahre sich der Bau des Humboldtforums bzw. der Abbau der Kunsthalle verzögern wird: Kunsthallentipp (bitte nur ganzzahlige Tipps abgeben). Zu gewinnen gibt´s zehn signierte Heringe.
Christoph Bannat | 26.10.07
Sex in the City

Mars,Venus Amor(?) Kunstkammer Würth, Bodemuseum
Berlin wird oft als arm aber sexy bezeichnet. Auf arm - das Wort gehört verboten - soll nicht weiter eingegangen werden, sexy Kunst aber findet man momentan an vielen Orten.
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Christina Zück | 22.09.07
Ciao Documenta

Kassel, damals
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Gastbeitrag | 18.09.07
TESLA in Not
Für alle, die Tesla noch nicht richtig kennen: »tesla ist berlins labor für mediale künste, für die erkundung der beziehung zwischen kunst und wissenschaft, alten und neuen, analogen und digitalen medien, für offene und prozess-orientierte künstlerische und technologische forschung, für den dialog mit aktuellen formen künstlerischer praxis, für die entwicklung von kooperationen und netzwerken«
Weil die Kulturprojekte Berlin GmbH den Vertrag mit dem medien > kunst < labor tesla nicht verlängert, verliert TESLA zum Ende 2007 seine jetzigen Räumlichkeiten und die regelmäßigen Fördermittel. Tesla Berlin ruft dazu auf, der drohenden Schließung zu widersprechen. Kunst-Blog dokumentiert den Aufruf, dem sich hiermit gerne jede/jeder persönlich anschließen kann, und die vorangegangenen Pressemitteilungen des Landes Berlin und des »Rat für die Künste Berlin«.
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Markus Wirthmann | 14.09.07
Rückzugsgefecht
Es ist zwar schon einige Tage her, dass das Interview mit Roger M. in der Hannoverschen Allgemeinen erschien aber verdammt lustig ist es immer noch. Da gibt es so wunderbare Stellen wie: "Es gibt bei jeder documenta diese Empörung. ... Was da aus unterschiedlichen Lagern kommt, ist wie bei einem Rülpswettbewerb." oder "Ich sehe das fast medizinisch: Die Ressentiments, die die Leute haben, müssen heraus. Danach haben sie wieder einen klareren Blick. In diesem Sinne ist documenta auch ein großer Hygieneakt." und "Ich ziehe im Moment noch so eine Kommentarebene ein, schreibe Texte, in denen ich etwas über Zusammenhänge erzähle, und pinne sie an Wände." Aha, die gute alte Wandzeitung. Leider dauert die Dokumenta nur noch ein paar Tage und allzuviele Besucher werden wohl nicht mehr in den Genuss der Bürgelschen Pinnwände kommen. Aber egal, der Besucherrekord ist gebrochen und die nächste documenta ist sowieso immer die beste.
Ach, da hab´ ich noch einen bevor weitergelesen wird: "Dilettantismus, gewollter Dilettantismus aber ist natürlich die Avantgardestrategie schlechthin. Das müsste eigentlich bekannt sein. Mit unserer Inszenierung setzen wir uns dezidiert von der korporatistischen Geschlecktheit im zeitgenössischen Ausstellungswesen ab." Der iss gut, oder?
Markus Wirthmann | 10.09.07
Für viele ist es die östlichste ...
Kunstmesse der Welt. Für die meisten ist sie mitten drin.
sh contemporary
vom 6. bis zum 9. September 2007
Shanghai Exhibition Center, Volksrepublik China
Ein Rundgang durch´s Gebäude

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Gastbeitrag | 25.08.07
Universelle Obsession und “totale Wahrhaftigkeit”
Andreas Höll
Gespräch mit Jan Hoet über die Arbeiten von Karl Hans (Joachim) Janke
(aus Anlass der Ausstellung Y.E.L.L.O.W. – Tentoonstelling over Actuele Kunst en Psychiatrie, Geel 2001)
Andreas Höll: Gestern wurde die Ausstellung »Yellow« eröffnet. Warum haben Sie sich entschieden, Arbeiten von Karl Hans (Joachim) Janke in Ihrer Ausstellung zu zeigen?
Jan Hoet: Das war total zufällig. Eines Tages kam der ostdeutsche Kurator Peter Lang zu mir. Er bat mich um eine Arbeit von Panamarenko, die er den Werken eines psychisch kranken Künstlers gegenüberstellen wollte. Ich erzählte ihm, dass ich mich auch mit diesem Thema beschäftige. Ich wollte eine Ausstellung mit Arbeiten von Patienten und Werken von Panamarenko zusammenstellen. Die Ausstellung sollte in Geel sein, wo ich mit psychiatrischen Patienten aufgewachsen bin. Ich wollte einen Dialog zwischen psychiatrischer Patienten-Kunst und autonomer Kunst machen.
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Markus Wirthmann | 17.08.07
Heavy Name Dropping
"Die Rock-Ikone Marilyn Manson zeigt eine seiner großformatigen Aquarellarbeiten „Hitler Takes a Nap“, 2000, 76 x 56 cm bei AA Galleries/Berlin. Im Metal-Style des Gesamtkunstwerks „Marilyn Manson“ verkörpert sich das gleichzeitige Vorhandensein von Gut und Böse. Die lebendige „Metapher“ passt zu den ARTISTS ANONYMOUS. Sie haben das Glück zu den ersten in Deutschland zu gehören, bei denen Marilyn Manson seine Aquarellmalerei zeigt. Ob der Musiker und Maler zur Eröffnung anwesend sein wird? Angefragt wurde er."
Weitere künstlernde Musik-Ikonen: Amanda Lear, Wolfgang Niedecken, Udo Lindenberg.
Und Neill Young besitzt eine Modelleisenbahnfabrik.
Die Eröffnung der Ausstellung mit Marilyn Manson ist übrigens am 29. September. Ob Kunst-Blog.com die in den Eröffnungskalender aufnimmt? Angefragt wurden wir.
Markus Wirthmann | 29.07.07
Geisterschiffe und Kunstpreise
Die Mary Celeste war eine Brigantine (zweimastiges Segelschiff), das 1872 auf halbem Wege zwischen den Azoren und Portugal verlassen im Atlantik treibend aufgefunden wurde. Wie es dazu kam, ist bis heute ungeklärt. Die Mary Celeste ist eines der berühmtesten Geisterschiffe. (Quelle: Wikipedia)
Es ist nicht anzunehmen, dass der Celeste Kunstpreis nach eben jenem Geisterschiff benannt worden ist. Eher ist davon auszugehen, dass der Name ein Derivat der italienischen Vokabel für himmelblau oder himmlisch ist. Ins Leben gerufen wurde der Preis nämlich 2004 von dem in Rom lebenden Briten Steven Music. Im Frühjahr wurde ein Ableger in Großbritannien gegründet, und vor kurzem ging die Ausschreibung an zahlreiche Galerien und Künstler in Deutschland.
Die mit der Ausschreibung verbundenen Bedingungen erscheinen mir allerdings schleier- wenn nicht sogar geisterhaft. Beim weiteren Studium derselben kommen mir immer mehr seemännische Fachausdrücke in den Sinn: Seelenverkäufer, Schanghaien, Seemannsgarn, Kalfatern, Pilotenspiel - ach nee, das ist jetzt was anderes ...
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Markus Wirthmann | 14.06.07
Hurra, wir werden abgemahnt!

Latte vorm Kopp
Man liest so viel über die Abmahnerei im Internet, dass man sich wundert, warum man das noch nie am eigenen Leib bzw. der eigenen Website erleben durfte. Für Kunst-Blog.com ist es jetzt endlich soweit. Zwar haben wir keine von den ganz fiesen erhalten, bei denen auch Abmahnung drauf steht und die normalerweise gleich mit ´ner Zahlungsaufforderung daherkommen. - Unsere ist eher sanft, zurückhaltend fast, aber mit eindeutiger Aufforderung.
Die Zurückhaltung hängt vielleicht damit zusammen, dass fast alle Kunst-Blogger - Autoren und Gastautoren - ebenfalls Mitglieder der fordernden Körperschaft sind.
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Christoph Bannat | 10.06.07
Neuer Zeitungscomic

Mit der Umstellung der "Frankfurter Rundschau" auf ein kleineres Format bekommen auch deutsche Zeitungsstrips weiteren Aufwind: Ab den 30. Mai erscheint in der "Frankfurter Rundschau" unter dem Titel "Im Museum" ein täglicher Strip von Sascha Hommer und Jan-Frederik Bandel. In dem Strip geht es um zwei Kinder, die in einem Museum eingeschlossen wurden. Der Nachwächter will sie nicht raus lassen, weil das angeblich gegen die Dienstvorschrift verstößt. Mit der Zeit merken die Kinder, dass sich in dem riesigen Museum die unglaublichsten Ausstellungen befinden.
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Markus Wirthmann | 18.05.07
Automatische Presseschau
Der folgende Text entstand mit Hilfe der Funktion "AutoZusammenfassen" des Textverarbeitungs-Programms Microsoft Word ™. Bei den heutigen Zeitungsartikeln zum Thema Kunst fällt mir wirklich nichts anderes ein als den Beitrag zu automatisieren ...
Und es drängt sich der Verdacht auf, dass Sammler nicht mehr investieren, sondern vor allem Geld los werden wollen. Bilder hingegen konzentrieren zig Millionen auf ein paar Quadratzentimeter - da geht richtig Geld raus, wenn eine Villa oder ein Loft in Manhattan dekoriert wird. Neue Chancen versprechen allenfalls neue Künstler. Katalognummer 31: "White Center", ein Ölbild des abstrakten Expressionisten Mark Rothko. Startgebot: 33 Millionen Dollar. 40 Millionen. Bei 46 Millionen steigt ein dritter ein. 50! 60! 63 Millionen? "Ich verkaufe für...", droht Meyer. 65 Millionen. 65 Millionen Dollar plus Kommission. Macht 72,84 Millionen Dollar. Gestern Abend, New York. Am Ende fährt Meyer - Schweiß auf der Stirn, doch die Tolle unverrückt - knapp 255 Millionen Dollar ein. Geld verjährt nicht. Wenn der Aktienmarkt steigt, geht es Investoren gut - wenn die Preise am Kunst-Markt steigen, scheint es den Investoren zu gut zu gehen. Die Superreichen schmücken sich mit moderner Kunst. 72 Millionen Dollar für Mark Rothko und für Andy Warhol, 53 Millionen für Francis Bacon, 26 Millionen für Cézanne und 23 Mio. für Kandinsky. Der teuerste Autounfall der Kunstgeschichte. Auch Mark Rothko darf 70 Millionen kosten. Die zehn teuersten Gemälde der Welt. Das Geld liegt auf der Straße. Schließlich ist die moderne, zeitgenössische, "aktuelle" Kunst gefragt und begehrt.
Markus Wirthmann | 10.05.07
Jetzt haben wir sie dort ...
... wo wir sie haben wollen: im zweiten Leben!
Temporäre Kunsthalle Berlin
Virtuelle Begehung
Pixel Art (179, 157, 23)
Second Life

Im ersten Leben wird wohl noch darum gerangelt, welche Kunsthalle denn jetzt überhaupt und wohin gebaut werden soll. Im zweiten Leben haben Coco Kühn und Constanze Kleiner von der White Cube Berlin GmbH jedenfalls die Nase vorn und Graftlab mit ihrem wolkigen Entwurf abgehängt.
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Markus Wirthmann | 05.05.07
„Mein Freund Jason und ich.”*
there is never a stop and never a finish
Isa Genzken, Andreas Hofer, Martin Kippenberger, Paul McCarthy, Otto Muehl, Albert Oehlen, Raymond Pettibon, Francis Picabia, Jason Rhoades, Dieter Roth, Cindy Sherman, Daniel Spoerri
Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin
05.05.2007 bis 19.08.2007

Echte Männerkunst im Hamburger Bahnhof. Ein Nachruf auf Jason Rhoades als Fotonovela - Text kommt noch. Da kommen dann viele Schwänze drin vor, genau wie in der Ausstellung. Und stinken tut´s auch nicht obwohl´s so aussieht; auch genau wie in der Ausstellung. Kunst von starken Männern für starke Männer kurz nach dem Klimakterium.
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Adib Fricke | 29.04.07
Ein schönes Leben noch ...

Unter dem Titel Kunst ist das, was das Leben schön macht hat die Süddeutsche Zeitung eine Reihe von Interviews mit Kunstsammlerinnen und -sammlern veröffentlicht – und zitiert damit zugleich die Leiterin der Sammlung der Schweizer Bank UBS als Beispiel für die Unbeholfenheit von Unternehmen, ihre Sammeltätigkeit zu begründen (oder vielleicht auch einzuschätzen). Nicht im Feuilleton, im Wirtschaftsteil stehen die Gespräche mit den Kunstliebhabern. Die Reihe erscheint anlässlich der 2. Ausschreibung des Deutschen Kulturförderpreises, der im Herbst diesen Jahres durch den »Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.« vergeben wird. Unternehmer dürfen über ihre Leidenschaft und ihre Liebe zur Kunst erzählen – die SZ befragt »Wirtschaftsvertreter zu ihrer privaten Sammlung und ihrem Verhältnis zur Kunst«.
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Redaktion | 27.04.07
Heute abend ...
Seit ca. einem halb Jahr ist der Kunst-Blog-Eröffnungskalender online und erfreut sich großer Beliebtheit. Regelmäßig stellt die Kunst-Blog-Redaktion eine Auswahl an Ausstellungseröffnungen für Berlin und Umgebung zusammen. Mit dem Gallery Weekend Berlin, das 2007 zum dritten Mal stattfindet und heute abend beginnt, haben wir eine druckbare Version des Eröffnungskalenders eingerichtet. Auf der Kalender-Seite den seitlichen Link »Eröffnungen von heute ausdrucken« anklicken, und schon wird - wenn ein Drucker am Rechner angeschlossen ist - eine Übersicht für den aktuellen Tag ausgedruckt.
Verena Lehmbrock | 24.04.07
"... dem gleich von einer Reichen Pfründe träumt ..."*
Der Tagesspiegel setzt auf Berliner Kunstszene

Der Stadt, der es an Industrie mangelt, mangelt es bekanntlich nicht an Kunst. Im vierten Teil seiner Serie „Chancen für Berlin“ widmet sich der Tagesspiegel nun nach Ausflügen in den Berliner Technologiepark Adlershof und in die Musikbranche der Berliner Kunstszene. Glaubt man dem Blatt, so besticht in Berlin nicht nur die Mannigfaltigkeit der Szene, sondern auch der durch den Kunstmarkt verkörperte wirtschaftliche Aspekt ...
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Markus Wirthmann | 09.04.07
Urbi et Orbi mit Jonathan Meese
Während der Papst in Rom seinen Segen sprach und die Autoren von Kunst-Blog.com Ostereier suchten - oder noch schnell bemalten - war der Berliner Kunstkontakter umtriebig und besuchte DE BABY – Jonathan Meeses Osterfestival in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz.
Angekündigt war für den frühen Sonntag Abend, nach Ostereiersuchen, Osterlamm braten und Märchen vorlesen mit Jonathan: „Das Theater ist ein Tank, der von innen gereinigt werden muss“. Jonathan Meese im Gespräch mit Peter Laudenbach. Es lesen Kathrin Angerer und Bernhard Schütz. Aber anscheinend hat Meese in einem hübschen revolutionär-messianischen Ausbruch den Laden alleine geschmissen.
Wie schon gesagt, hat der Kunstkontakter das Naturschauspiel verfolgt und dokumentiert. Deshalb hier ein freundlicher Link auf das historische Ereignis:
... außerdem war Van Gogh ein mikriges Stück Scheisse ... Flash-Version
... abknallen die Typen, ja. Die ham keinen Respekt vor der Kunst ... WMV
... Meese - wie man ihn liebt!
Redaktion | 28.03.07
Ein Protestbrief an den kroatischen Kultusminister
Der in Zagreb und Berlin lebende Künstler David Maljkovic war eingeladen, auf der diesjährigen Biennale di Venezia die Republik Kroatien zu vertreten. Über die Qualität der Arbeiten des Künstlers kann man ja durchaus geteilter Meinung sein, manche Leute finden sie eher belanglos. Aber: Im Februar wurden zur Entscheidung, Arbeiten von Maljkovic für Venedig auszuwählen, noch ganz stolz klingende Mitteilungen verbreitet: »The Republic of Croatia is proud to present David Maljkovic’s Lost Memories from These Days at this year’s Biennale di Venezia, selected by Zeljko Kipke, organised by the Museum of Modern and Contemporary Art in Rijeka and curated by Branko Franceschi.« Nun wurde der Künstler ausgeladen. Warum? Eine richtig klare Antwort darauf gibt es wohl nicht ... Kunst-Blog dokumentiert einen Protestbrief an den kroatischen Kultusminister Božo Biškupić.
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Markus Wirthmann | 20.03.07
Diese Stadt braucht ...
... keine Kunsthalle!
Die Basics zur Kunsthallenfrage in der aktuellen Zitty
"Berlin braucht wieder eine Kunsthalle." hebt Johannes Wendland in seinem Beitrag an. Das finde ich zwar ganz und gar nicht, aber der Autor liefert einen vernünftig kurzen Überblick über die aktuelle Diskussion.

Hier mal ein paar vernünftige Entwürfe für eine bis vier neue Kunsthallen
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Adib Fricke | 16.03.07
Kippi, Kippi
Das Kunstmagazin Monopol widmet Martin Kippenberger das Schwerpunktthema seines aktuellen Heftes: Kippenberger Total. Wie »total« das Heft bezogen auf den Künstler dann auch sein mag - vor zehn Jahren verstarb Kippenberger und heute boomt der Markt mit seinen Arbeiten. Glücklich, wer (noch) Arbeiten von ihm hat und sie nach allerlei aufwertenden Ausstellungen und Publikationen dem gierig nach Kippenberger gewordenem Markt anbieten kann. Auch glücklich, wer als Weggefährte des brillanten Rhetorikers gilt. Künstlerkollegen und Freunde erinnern sich im Heft in einer »Gesprächscollage« von Max Dax: Er hat sich zum Mittelpunkt der Welt gemacht.
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Markus Wirthmann | 15.03.07
Noteröffnung
Marc Brandenburg
UNDERGROUND
Bahnhof Alexanderplatz U2
15. März – 30. Juni 2007

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Markus Wirthmann | 04.03.07
Kunsthalle bleibt!
Temporäre Kunsthalle Berlin
Pressegespräch zur Präsentation des Entwurfes von Prof. Adolf Krischanitz
1. März 2007
Konzept: White Cube Berlin GmbH, Coco Kühn, Constanze Kleiner
Ort: Architektur Galerie Berlin - Ulrich Müller
Mit: Mark Gisbourne, Dr. Volker Hassemer, Prof. Adolf Krischanitz, Prof. Dr. Peter Raue, Coco Kühn, Constanze Kleiner

01.04.2012, 14:00 (MEZ): Ausschreitungen bei Demonstration gegen den Abriss der Kunsthalle
Prophetische Montage: Kunst-Blog.com
Kunsthalle bleibt! Dieser aktionistische Schlachtruf klingt den Gegnern der temporären Kunsthalle schon grausig vorm inneren Ohr. Besonders wenn man an den, von verschiedenen Initiativen und Interessengruppen angestrebten, idealen Standplatz des Temporariums denkt: den Berliner Schlossplatz. Bald ehemaliger Standort des Palastes der Republik und zukünftiger Bauplatz des Humboldt-Forums in Stadtschlosshülle. Anderswo hätte ein Provisorium ja auch überhaupt keinen Sinn, denn überall sonst kann man ja auch richtig bauen.
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Redaktion | 28.02.07
Eigenlob stinkt ...
... aber da Geruch im Internet noch nicht übertragen wird, schreckt die Redaktion vor der Veröffentlichung folgender E-Mail nicht zurück:
Dear Kunst-Blog-Team,
Prix Ars Electronica would like to invite you to participate with your project "Kunst-Blog.com" in its category Digital Communities. This category which met with great interest and participation during the last three editions, will be awarded again by Prix Ars Electronica in 2007.
Your project "Kunst-Blog.com" has been nominated by one member of our International Advisory Board and we would like to encourage you and your team to participate with your project in this year’s Prix Ars Electronica.
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Markus Wirthmann | 15.02.07
Emmet Williams
4. April 1925, Greenville, South Carolina bis 14. Februar 2007, Berlin

Emmet Williams, hier im November letzten Jahres bei der Verleihung des "Hannah Höch Preises" an seinen Freund Ira Schneider. Er selbst wurde mit dem Preis genau zehn Jahre zuvor geehrt.
Williams war Künstler, Dichter und, zusammen mit Joseph Beuys, George Maciunas, Nam June Paik, John Cage und anderen, Gründungsmitglied der Fluxus-Bewegung. In den letzten Jahren war er in Berlin mit einer ganzen Reihe von Ausstellungsbeteiligungen präsent, unter anderem im Rahmenprogramm der 4. Berlin Biennale. Williams wurde in Greenville, South Carolina geboren, verbrachte aber den größten Teil seines Lebens in Europa und lebte in den letzen Jahren in Berlin wo er in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag starb.
Beitrag »Emmet Williams« weiterlesen ...
Gastbeitrag | 30.01.07
XY - ungelöst
Der Polizeipräsident in Berlin
Sichergestellte Kunstgegenstände

Sehr geehrte Damen und Herren,
auf der hiesigen Dienststelle befindet sich ein Vorgang wegen Diebstahls aus Galerien und Künstlerateliers in Bearbeitung. In diesem Zusammenhang sind eine größere Anzahl von Kunstgegenständen sichergestellt worden, bei denen der Verdacht besteht, sie könnten widerrechtlich erlangt worden sein.
Beitrag »XY - ungelöst« weiterlesen ...
Peter Lang | 05.12.06
Es ist, es war wieder soweit, der Turnerpreis ist verliehen.
Von Yoko Ono - wem sonst - wurde gestern abend der Turner-Preis an die deutsche Malerin, die natürlich keine deutsche Malerin sein will, Tomma Abts übergeben.
Für Bilder empfehle ich Google, Bilder und dann einfach Tomma Abts eingeben, da findet sich ein schöner Potpourri.
Beitrag »Es ist, es war wieder soweit, der Turnerpreis ist verliehen.« weiterlesen ...
Redaktion | 20.11.06
Wohin heute abend?

Ergänzend zum bisherigen Angebot hat Kunst-Blog jetzt einen Online-Kalender für Ausstellungseröffnungen eingerichtet. Aus dem breiten Angebot der Berliner Galerien und Institutionen wählt das Kunst-Blog-Team die wichtigsten und interessantesten Eröffnungen aus und veröffentlicht sie im Kunst-Blog-Eröffnungskalender. Zunächst bleibt das Angebot auf Berlin und Umgebung begrenzt.
Unsere Ausstellungsübersicht ist eine Auswahl, subjektiv und mit Anspruch auf Unvollständigkeit. Anregungen und Kommentare sind willkommen.
Markus Wirthmann | 12.11.06
Zeltplatz Mitte
SKULPTURENPARK BERLIN_ZENTRUM
ab 12. November 2006
KUNSTrePUBLIK e.V., Berlin

Am gleichen Ort an dem vor einiger Zeit, als das Wetter noch zum Zelten und Grillen und Gassigehen einlud, lustig summende Immen Bienenstöcke in Plattenbauweise bewohnten, macht sich jetzt im trübsinnigen November eine Campingkolonie breit. Verschieden große, nach dem Vorbild von amerikanischen Hochhausboliden geformte Hauszelte sind, schön ordentlich und (hoffentlich) sturmsicher im Acker festgepflockt.
Beitrag »Zeltplatz Mitte« weiterlesen ...
Gastbeitrag | 10.11.06
Polemik gegen den Verhandlungsstillstand
---------- Forwarded message ----------
From: presse[at]bethanien[dot]de
Date: 10.11.2006 15:40
Subject:
To: redaktion[at]kunst-blog[dot]com
Sehr geehrte Damen und Herren,
Die politisch Verantwortlichen im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg scheuen die weitere Auseinandersetzung zu den Fragen des Kulturbegriffs.
Hiermit polemisieren wir gegen den Verhandlungsstillstand:
Besitzer
Wer noch Zweifel daran hatte, dass linke Politik mit reaktionären Kulturressentiments einhergehen kann, findet im Bethanien-Gebäude am Mariannenplatz seit vielen Monaten eine unfreiwillige Großausstellung. Denn im Südflügel des Gebäudes residieren ohne erkennbaren Erfolg, ohne auch nur entfernt ahnbares künstlerisches Konzept und ohne politischen Nutzen eine Handvoll Besetzer, die sich ohne direkte demokratische Legitimation als Anwälte der Lokal- und Kiezkultur aufspielen.
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Peter Lang | 08.11.06
photoshop x.y
HARDCORE
Foto Shop, Berlin
8. November bis ?
HYPE Gallery Berlin
Café Moskau, Berlin
28. Oktober bis 18. November 2006
Der kleinste Fotoladen der Kunstzelle und das Cafe Moskau als Galerie für alle, sind derzeit die weit auseinander liegenden Pole des Synonyms Photoshop in dieser Stadt.

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Martin Conrath | 07.11.06
Montag
Montags ist die angewandte Ästhetik in Deutschland betriebsbedingt verhindert: Museen, Galerien und Friseursalons erholen sich von den Anstürmen und Ausdünstungen befriedeter Bilderstürmer, die, statt mit Qualitäten, heute nun quantitativ qua Masse dem Überangebot an Stil zu Leibe rücken. Frisiert sein bedeutet zwar immer noch nicht alles, signalisiert aber schon viel. Daneben wagen es nur Discounter zu wildern. Der übrige Kessel köchelt aus Langeweile brav vor sich hin, und virulent ist nichts. Wer Archive hat, hatte sie für jede Montagsausgabe schon immer geschlossen. Luftfeuchtigkeit heißt der Feind - an Stelle von Messern, Prügeln und Feuer. Und wenigstens einen Tag brauchen die Intensivstationen der apparativen Restauration, die museale Keimfreiheit ephemer wieder herzustellen. Plötzlich tut hier Erholung Not.
Montags wird also gelüftet und werden dem Blick entzogen: Gebrauchte Bilder, frisiertes Gebastel und eitel zu Markt getragene Wochenend-Avancen.
Hat das Bode-Museum montags eigentlich geöffnet?
Peter Lang | 06.11.06
Die Feuerwerksmusik im Neubaugebiet
Man denkt die Melange liegt um die Ecke, Eisenhüttenstadt, Halle Neustadt, Rostock Lichtenhagen, alles voller WBS 70 Bauten. Aber nein es ist ein Neubaugebiet aus den 70er Jahren in Glasgow, Schottland. Dann knallt es. Ein Feuerwerk der Leuchtfarben bricht aus den Fenstern und rast das Hochhaus hinan, in die Anbauküche hinein und über den Spielplatz hinweg. (www.bravia-advert.com)

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Markus Wirthmann | 03.11.06
M * A * C * H * T
Das britische Kunstmagazin Art Review hat Maß genommen und die Liste der hundert mächtigsten Personen im weltweiten Kunstzirkus ermittelt. Peter Dittmer zieht im Kunstmarkt-Teil der Welt seine Schlüsse daraus:
"Der Kunstmarkt ist ein unübersichtliches, arg zerklüftetes Terrain. Denn neben den wenigen Gipfeln, auf denen zwei, drei Dutzend Malerfürsten thronen, tun sich Furcht erregende Abgründe auf." – Man ahnte es schon!
Und angesichts der Tatsache, dass die obere Hälfte der Messlatte den, wir haben’s auch geahnt, Sammlern, Galeristen, Museumsdirektoren und Kuratoren vorbehalten ist "... scheinen sich alle Verschwörungstheorien zu bestätigen, die den Handel mit den jüngsten Kunstproduktionen als ein mafiöses Unterfangen sehen, in dem nicht das Können und andere hehre Prinzipien zählen, sondern Absprachen und gezielte Kampagnen über Ruhm und vor allem über Geld." Zum Glück zieht er hier die Reißleine und lässt uns nicht in einen Dan Brown’schen Intrigenabgrund stürzen: "Das ist natürlich übertrieben. Eher ähnelt das Kunst-Gewerbe der Modebranche, die davon lebt, dass sich ständig etwas ändert, dass neue Trends zu benennen sind – und dass sich aus der Fülle individueller Ideen und Vorlieben schließlich ein paar Personen und Modelle herausheben, die sich als medientauglich und verkaufsträchtig erweisen."
Aha. Auch das haben wir geahnt: die, die dort oben sind, gehören auch da hin!
Das alles ist nachzulesen in der Onlineausgabe der Welt vom 3. November 2006. Wer's noch genauer wissen will, kann sich auf der Website von Art Review (unter Angabe einiger persönlicher Daten) registrieren lassen, um dann sechs Ausgaben der Onlineversion des Magazins, hoffentlich inklusive Ranking, geschickt zu bekommen.
Gastbeitrag | 16.10.06
Àlabonnecave
ein Beitrag von Robert Krokowski
Àlabonnecave
Eine Installation von Pierre Granoux
23.09. bis 18.11.2006
Zagreus Projekt Koch/kunst/galerie,
Brunnenstraße 9a,
10119 Berlin
Mittwoch bis Samstag französische Bistroküche à la carte,
Reservierung unter Tel. 030 280 956 40

Auf dem Bazar de l’Art Moderne diesmal: Die Fundstücke der Koch/kunst/galerie Zagreus in Berlin-Mitte. Der Ort: Ein ehemaliges Bad, in dem der Galerist und Koch Ulrich Kraus zu von Künstlern entwickelten Projekten Gäste zur Kunst bewirtet – Schmausen à la carte in zweifacher Hinsicht also.
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Adib Fricke | 02.10.06
Rote Punkte zählen
Rote Punkte-Auswahl am Sonntag abend zur Halbzeit auf dem Art Forum Berlin. Tendenz: Eher wenig Punkte, die bisher auf Titelschildchen geklebt waren. Aber die Stimmung scheint gut - »Nur einer hat mich bisher gefragt, ob ich das hier alles selbst gemacht hätte. Das passiert jedes Jahr mindestens einmal. Sonst ist die Stimmung sehr gut.« sagt Barbara Thumm. Und es gibt Hoffnug, dass das Geschäft noch erfolgreicher werden wird - »Ganz schön zäh hier. In Basel sind die Leute viel interessierter. Aber es kann ja noch besser werden.« schätzt Jan Winkelmann die Messe-Lage ein.

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Adib Fricke | 30.09.06
Autosalon ohne Autos
Sie galt als Party des Abends und in Zukunft soll es immer die Party des Abends am Eröffnungstag des Artforums in Berlin sein (so lange es dieses noch gibt): Ein Empfang im Showroom von BWM am Kurfürstendamm, zu dem die Freunde der Nationalgalerie eingeladen hatten, um die vier für den Preis der Nationalgalerie für Junge Kunst vorausgewählten Künstler bekannt zu geben. Neidisch würde beäugt, wer eine Karte für den Einlass bekommen hatte. Zunächst experimentierte man ein wenig mit dem spätestens seit den Berlin Biennalen bekannten Disco-Prinzip, draussen erst Mal Schlange stehen lassen, während drinnen genug Platz ist.

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Gastbeitrag | 10.09.06
Plattenfund
von Tilman Schwarz

In Berlin-Mitte wurde, bisher unbemerkt von Kunst-Blog.com eine ...
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Redaktion | 03.09.06
Geht nicht gibt’s nicht ...
Die folgende E-Mail erreichte die Kunst-Blog-Redaktion um 15:31 Uhr:
Der Kunstsalon wird wie geplant in der arena stattfinden.
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Ausstellerinnen und Aussteller!
Etwas später als ursprünglich anvisiert, doch besser spät als gar nicht, kann ich Euch endlich davon in Kenntnis setzen, dass der III BERLINER KUNSTSALON wie geplant im MAGAZIN der arena-Berlin stattfinden wird.
Nachdem die arena, wie berichtet, versucht hatte, den Kunstsalon aufgrund hausgemachter Probleme kurzerhand abzusagen, zeigt sie sich nun hoch motiviert, den Pfad der Gerechten zu beschreiten.
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Gastbeitrag | 23.08.06
Verraten und verkauft
von Konstantin Schneider
Nachdem sich die Ratten Berlins offenbar samt und sonders darauf verständigt hatten, sich angesichts der bis zur letzten Sekunde möglichen Pleite bei der Eröffnung des Admiralspalastes in der Friedrichstrasse am Freitag, dem 11.8.2006, auf das Badeschiff des auch hier verantwortlich zeichnenden "Kulturunternehmers" Falk Walter zu retten, scheint nun auch die ARENA in eine tiefe Krise zu geraten.
Erster Leidtragender ist der 03 BERLINER KUNSTSALON, dem das Ausmass der baulichen Mängel, die nun von Seiten der Behörden zu einem Veranstaltungsverbot für das Magazin führte, bis zuletzt verschwiegen worden war. Die Kulturveranstaltungs GmbH sehe sich wegen der ausbleibenden Kreditzusage der Investionsbank nun leider ausserstande, den 03 BERLINER KUNSTSALON wie vereinbart vom 28.9 - 2.10.2006 im Magazin in Treptow zu beherbergen, liess dazu der Veranstaltungsmanager der ARENA, Kai Heimberg am 11.8.2006 - nur wenige Stunden vor der Gala im Admiralspalast - per Email an Edmund Piper verlauten.
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Markus Wirthmann | 28.07.06
Außer Haus
Ausstellungsprojekt der UdK-Dissidenten in Bildern
28. - 30. Juli 2006
Uferstraße 6, Berlin-Wedding

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Redaktion | 23.07.06
UdK-Studenten finden´s zum Kotzen
Die Proteste gegen die von den Studenten der Fakultät Bildende Kunst der UdK Berlin als unhaltbar empfundenen Zustände verschärfen sich. Die Störung einer von der Bundesregierung und dem BDI initiierten Preisverleihung gipfelte, wie indymedia.org heute Abend berichtete, in der folgenden Performance von UdK-Studenten:

"Kurz nach Beginn der Veranstaltung verdeckte eine Gruppe von Menschen die Bühne mit einem großen, schwarzen Transparent, hinter dem der Präsident der Universität und die Werbeleute des Landes der Ideen verschwanden. Im Publikum bewegten sich Menschen mit Megaphonen, die unter anderem absurde Wortfetzen aus der Kampagne brüllten, die ZuschauerInnen aufforderten, sich endlich zu freuen oder deutschlandkritische Aussagen zum Besten gaben. Dazu verteilten AktivistInnen Flyer ... . Zeitgleich fanden drei Menschen in der Eingangshalle der UdK Deutschland dermaßen zum Kotzen, dass sie sich in den Farben Schwarz-Rot-Gold erbrachen. Auf mysteriöse Weise verschwand in dem Durcheinander auch noch der Ideen-Pokal, der eigentlich in einem feierlichen Zeremoniell überreicht werden sollte." Mike de Vries auf indymedia.org
Gastbeitrag | 23.07.06
Weiße Wände
von Sophie Trenka-Dalton
Rundgang - Tage der offenen Tür
Fakultät Bildende Kunst
Universität der Künste Berlin
21. - 23. Juli 2006

Blick in das Atelier der Klasse Möbus und ...
Begeht man dieses Wochenende den alljährlichen sommerlichen Rundgang durch die Ateliers der UdK, steht man größtenteils in leeren Räumen oder vor geschlossenen Türen.
Die Studierenden der Fakultät Bildende Kunst haben sich entschieden, den Rundgang 2006 zu nutzen, um die Öffentlichkeit über ihre miserable Studiensituation zu informieren.
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Markus Wirthmann | 09.07.06
Das Ding aus einer anderen Welt

Dies ist kein Detail aus dem Filmset für eine Neuverfilmung des Howard Hawks Horror-Sci-Fi-Streifens von 1951 sondern ...
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Gastbeitrag | 05.07.06
GALERİST
von Asli Sungu

Galerist, İstanbul´da bulunan Murat Pilevneli´nin sahibi olduğu "Galerist" adlı galerinin çıkardığı üç aylık ücretsiz kültür gazetesi.
Dergide ağırlıklı olarak galerinin kendi sanatçılarına yer verilmiş. Bu sanatçılar yurtdışında da tanınıyorlar. Galerist, Basel ve Frieze Sanat Fuarı´larına katıldığı için dergide bu fuarlarla ilgili genel bilgilerde yer almakta. Röportaj bölümlerinde galerinin sanatçısı olan Hüseyin Çağlayan ve yurtiçinden ve dışından koleksyonerler, sponsorlara yer verilmiş. Hüseyin Çağlayan söyleşisinde işlerinde önemli rol oynayan zamanın sorgulanması, zamansızlık ve mekansızlik, günümüzde değişen göçmen kavramı, bedensizlik, gerçekle fantezi arasındaki boşluk gibi kavramlar üzerine konuşuyor.
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Sue Hubbard | 25.06.06
Kandinsky
The Path to Abstraction
Tate Modern, London
22nd June – 1st October 2006
There’s a tendency to think of Modernism as principally reflecting the rapid technological changes that occurred at the beginning of the 20th century exemplified by Futurist images of fast cars or the model for Tatlin’s famous unbuilt tower. But there was another strand. One that responded to the breakdown of conventional religion and the social and political upheavals that were taking place across the western world (including Russia) and looked to art (and some might say to psychoanalysis and quasi-religious cults such as Theosophy and spiritualism) to give meaning to contemporary existence in a way that Christianity had once done.

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Markus Wirthmann | 14.06.06
Ballaballa
BALLKÜNSTLER
Offizieller Beitrag des Kunst- und Kulturprogramms der Bundesregierung
Museum der bildenden Künste Leipzig
11. Juni bis 13. August 2006
Greg Colson . Wim Delvoye . Mark Fromm . Kendell Geers . Wiebke Grösch . Bernhard Heisig . Sebastian Hempel . Stephan Huber . Fabrice Hyber . Herman van Ingelgem . Samson Kambalu . Ci Kim . Russel Maltz . Olaf Metzel . Sammlung Perlwein . Pode-Bal . Julius Popp . Gerd Rohling . Christoph Ruckhäberle . Tilo Schulz . Norbert Trummer . Albrecht Tübke . Marijke van Warmerdam

Eigentlich wurde ja alles, was zur Kunst mit und über Fußball gesagt werden konnte, bereits von Kai Hoelzner in seinem wunderbaren Artikel zu den Rundlederwelten gesagt. Darum mache ich jetzt auch mal echt wenig Worte und zeige im folgenden eine zweiteilige Videozusammenfassung der oben genannten Ausstellung ...
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Adib Fricke | 09.06.06
Kalifornischer Materialismus
Los Angeles 1955-1985
Naissance d’une capitale artistique
(Die Geburt einer Kunst-Metropole)
Centre Pompidou
Paris
8. März - 17. Juli 2006

Paul McCarthy, Ketchup Sandwich, third version, 1970-2006
Die Geschichte, wie Los Angeles zu einer Kunstmetropole wurde, erzählt derzeit das Centre Pompidou in Paris. Aus einem Zeitraum von 30 Jahren wurden Werke und andere Dokumente amerikanischer Künstlerinnen und Künstler zusammengetragen, die in LA leben und arbeiten oder zumindest zu früherer Zeit mit der Stadt verbunden waren. Los Angeles 1955-1985 belegt rückblickend die Entwicklung der Stadt als einen Ort für zeitgenössische Kunst. Die Ausstellung scheint ziemlich gut recherchiert zu sein, ein breites Spektrum mit 84 künstlerischen Positionen vermittelt einen guten Gesamteindruck. Das, was zu sehen ist, hat (in historischer Rückschau) etwas subversives.
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Adib Fricke | 08.06.06
Biene malt Bienen
Berlin-Tokio/Tokio-Berlin. Die Kunst zweier Städte.
Neue Nationalgalerie Berlin
Potsdamer Straße 50, 10785 Berlin
7. Juni - 3. Oktober 2006

Als Biene verkleidet in den Waben der Ausstellungsarchitektur sitzend vorgedruckte Bienen ausmalen ... eine Performance für drei Tage
Spätestens seit Ende des 18. Jahrhunderts ist das Interesse Japans an Europa und andersherum das Europas an Japan groß, nachdem sich das Land mit Beginn der Meji-Zeit 1868 wieder öffnete und ein wirtschaftlicher und auch kultureller Austausch möglich wurde. Davor war Japan fast 200 Jahre lang abgeschottet, nur einmal im Jahr durfte ein holländisches Handelsschiff an einer künstlich errichteten Insel anlegen. So wundert es auch nicht, dass die Ausstellung Berlin-Tokio/Tokio-Berlin, die die Kunst der beiden Städte zeigen will, erst um 1900 beginnt.
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Markus Wirthmann | 17.05.06
Art is in the hood!
Kunst für die nächste Generation
ZEIT online
Seit November 2005

"Nix los hier inner Kunst-Posse*," denkt der junge Bürger mit der Basecap aus dem vorhergehenden Beitrag sicherlich und greift sich seine Wochenzeitung: "guck isch lieber mal inne ZEIT." Sprach es und vertiefte sich in die kunstpädagogische Kolummne der erwähnten Publikation.
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Max Glauner | 25.04.06
Palimpsest 0602 - 01 Palimpsest

Palimpsest0602/ 01 Palimpsest, von gr. palimsestos, abgeschabt. Daher stammt die Bezeichnung Palimpsest, die für einen Text steht, der in der Nachantike bis ins 17. Jahrhundert von dem kostbaren Trägermaterial, Papyrus oder Pergament, zur Wiederbeschriftung abgeschabt wurde. Wie gelöschte Dateien auf einer Festplatte rekonstruiert werden können, sind die abgeschabten Texte wenn auch nicht gänzlich, so doch in Teilen durch bestimmte Verfahren lesbar zu machen.
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Markus Wirthmann | 22.12.05
Bilder einer fast geheimen Ausstellung
36 x 27 x 10
White Cube Berlin
im Palast der Republik, Berlin
23.12. bis 31.12.2005
Die Bilder stammen von der inoffiziellen Vor-Eröffnung der Ausstellung am 20.12.2005. Richtig los geht´s dann am 23. ab 18:00 Uhr. Die Ausstellung geht dann bis Sylvester. So wie´s aussieht hoffen die Organisatoren von White Cube Berlin auf die Möglichkeit auch nächstes Jahr noch weitere Ausstellungen und Events zu veranstalten - hoffentlich weiss die Abrissbirne das auch!

Kurzkritik: Sehenswert. Eine fast komplette Übersicht über die Berliner Szene wie sie sich zwischen Miami, Basel und Saõ Paulo tummelt + ein paar die da noch hin wollen + der dollste Ausstellungsraum seit der Erfindung des White Cube!
Eine ausführliche Besprechung der Ausstellung bzw. ihrer Hintergründe gibt´s hier.
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Markus Wirthmann | 19.12.05
Fernsehen war gestern – bei zuviel.tv wird nah gesehen!
Stefan Panhans
Sieben bis zehn Millionen
15. Dezember 2005
zuviel.tv, Berlin
zuviel.tv ist ein Video-Programm das von Andreas Eberlein und Kai Hoelzner zusammengestellt und meist einmal im Monat Donnerstags in der Küche von Andreas gezeigt wird. Zum Glück hat die Küche eher Loungecharakter und die Nachbarn sind der Geräuschentwicklung gegenüber nachsichtig. Die Bandbreite des Dargebotenen reicht von Experimentalklassikern aus den Sechzigern und Siebzigern mit Willoughby Sharp, Ira Schneider und Wilhelm Hein über Chaos-Kunst-Fernsehen aus Lettland (oder war das Litauen?) mit CAC-TV bis zu aktuellen Produktionen von Videokünstlern wie Knut Klaßen, Marc Aschenbrenner oder Stefan Panhans.

Mit letztgenanntem verabredete ich anlässlich des Screenings seines Videos Sieben bis zehn Millionen ein E-Mail-Interview das sich im folgenden hier entwickelt:
Wie ist es dazu gekommen, dass der Hauptdarsteller des Videos "Sieben bis zehn Millionen" eine Hauptdarstellerin ist? Wie hieß sie gleich noch?
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Adib Fricke | 03.11.05
Temporäre Kunst
Als eines der kleinsten Museen der Welt muss wohl The Museum of Temporary Art gezählt werden, das laut Eigendarstellung eine Größe von 40x50 Zentimetern hat.

Ein kleines Handwerker-Regal mit 33 Schubladen aus durchsichtigem Kunststoff steht in einer Wohnung, derzeit in Cambridge/England. Die Größe der Schubladen beträgt (bis auf drei größere) etwa 4x4x8 cm. Diese werden dynamisch gefüllt, was heisst, dass neue Einreichungen für das Mini-Museum die vorhandenen »Schaustücke« aus dem Museumsregal ersetzen. Die Museums-Webseite dokumentiert die aktuellen Ausstellungsstücke und ruft zur Teilnahme am fortlaufenden Ausstellungsprojekt auf. »Replace the exhibits and keep the exhibition alive!« ist das Motto.
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Kai Hoelzner | 19.10.05
VernissageTV

Wieder vor dem Fernseher rumgehangen und die Eröffnungen des letzten Wochenendes verpasst? Keinen Babysitter gefunden? Bis spät in die Nacht gearbeitet? Nervige Schwiegermütter zum Essen ausgeführt anstatt mit Freunden und Kollegen lässig auf der Weidingerstraße zu stehen und im heimelig grellen Schein der Nagelschen Neonröhren ein frisches Beck’s zu zischen? Macht nichts! Seit August gibt’s VernissageTV. Das Video-Blog für den Kunstfreund. MPEG-Files zwischen zehn und zwanzig MB ersetzen den beschwerlichen Gang in die Galerie und dokumentieren in drei Minuten das, was in den meisten übrigen Publikationen häufig zu kurz kommt: Das ganze schöne Sozialdings in der Kunst. Das Rumtata und Drumherum der Eröffnungsabende. Keine langweiligen Bilder oder Objekte, sondern Menschen beim Betrachten und demonstrativen Ignorieren der so genannten Arbeiten. Ausserdem im Programm: Interviews mit Künstlern und Galeristen.
Kunst-Blog.com sprach mit VernissageTV-Gründer Heinrich Schmidt.
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Kai Hoelzner | 18.10.05
Nobelpreis der Künste

Der "Nobelpreis der Künste" wurde heute an den Maler Robert Ryman und an den Modeschöpfer Miyake Issey (Skulptur) vergeben. Ebenfalls geehrt: Der amerikanische Tänzer Merce Cunningham (Film/Theater), Taniguchi Yoshio, der zuletzt durch Umbau und Erweiterung des Museum of Modern Art auf sich Aufmerksam machte (Architektur) und die argentinische Pianistin Martha Argerich (Musik). Die offizielle Ehrung durch Prinz Hitachi, den Bruder des japanischen Kaiser, fand fand heute in Tokio statt.

Blick in den von wogenden Titan-Blechen dominierten Miyake-Showroom in New York.
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Kai Hoelzner | 05.10.05
So viele internationale Sammler habe ich auf keiner Messe in Deutschland je gesehen. Und ich spreche jetzt nicht vom Collector’s Program, sondern insgesamt. (Gerd Harry Lybke)
Endlich vorbei das Art Forum nebst Salon, Preview usw. Der Vollständigkeit halber hier die aktuellen Besucher- und Verkaufzahlen aus der Messepressemitteilung von heute morgen (5. Oktober 9.10 Uhr). Alle Angaben natürlich ohne Gewähr.

Wenig subtiler Blickfang: Beim Betreten der Halle 18 blickte man auf...
Kai Hoelzner | 24.09.05
Am Imbiss-Eck

Das Wochenende vor der Art Forum Eröffnung. Yorckstraße kurz hinterm Mehringdamm. Lässige Standortwahl zwischen Burger King und Döner. Die Eröffnung einer Berlin-Dependance der Hamburger Galerie Dörrie*Priess mit Nina Kluths Bunches and circles. Der Titel der Ausstellung konterkariert - bewusst oder zufällig - die stadträumliche Situation. Im Umkreis der Yorkstraße 89 findet keine Galeriebündelung wie an der Zimmerstraße statt, es herrscht keine Fußläufigkeit bei Rundgängen. Fast schon draussen auf dem Land für hiesige Verhältnisse. Zur Eröffnung mit Landschaftsmalerei an den Wänden.
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Adib Fricke | 02.09.05
Wer bekommt die 50.000 Euro?
Zum dritten Mal soll der Preis der Nationalgalerie für junge Kunst vergeben werden. Nominiert sind heuer die in Berlin lebenden Künstler John Bock, Monica Bonvicini, Angela Bulloch und Anri Sala. Alle vier mussten für die Wettbewerbsausstellung eine neue Arbeit fertigen. Gestern abend war die Eröffnung der Ausstellung im Hamburger Bahnhof. Bereits am Nachmittag performte John Bock, der seine Auftritte gerne Aktionen nennt.
Weitere Informationen gibt es unter preis2005.de. (Und damit kein anderer beim nächsten Mal in zwei Jahren die Domain wegschnappen kann, sind schon jetzt die Domains nach diesem Muster bis zum Jahr 2013 angemeldet.)
Kunst-Blog hat eine Umfrageseite eingerichtet: Wer, glauben Sie, wird den Preis gewinnen? Dan Cameron (New Museum of Modern Art, New York), Erika Hoffmann-Koenige (Sammlung Hoffmann, Berlin) und Dr. Angela Schneider (Nationalgalerie, Berlin) bilden die (zweite) Jury, die den Preisträger bzw. die Preisträgerin bestimmt. Das Ergebnis wird am 27. September 2005 verkündet, der Preis »um 20 Uhr mit einem Fest im Hamburger Bahnhof verliehen«. Wird Ihre Wahl der Wahl der Jury entsprechen?
Gastbeitrag | 30.08.05
Die deutsche Ausgabe
oder: Wie wir den Westen wieder nicht erobert haben

Bei dem folgenden Text handelt es sich um kurze Auszüge aus dem Roman „Das Feuertal der Kultur in den Strahlen der Morgensonne“, sie beziehen sich auf das Vorhaben des Divus-Verlags, eine deutsche Ausgabe der Zeitschrift „Umelec“ zu veröffentlichen, sowie ihrer Umsetzung. Das Buch wurde im März 2005 auf der Buchmesse in Luxemburg als dümmstes Projekt in der Verlagsgeschichte bewertet. Nur deswegen haben wir es für unsere Leser übersetzt.
Politisch korrekte Einleitung darüber, wie alles begann
Unsere deutsche Erzählung gleicht einer meiner Liebesbeziehungen. Als die Vorbereitungen für die deutsche Ausgabe von „Umelec“ beendet waren, endete auch diese Beziehung.
Meine Freundin und ich hatten uns kurz vorher bei der Eröffnung des deutschen Pavillons während der Biennale in Venedig kennengelernt, als ich mit Hilfe des Direktors des Prager Goethe-Instituts versuchte, auf unser Magazin aufmerksam zu machen. Das mit der Aufmerksamkeit hat geklappt. Nach einem halben Jahr intensiver Bemühungen, eine deutsche Version zu veröffentlichen, gewährte mir die Deutsche Botschaft in Prag eine Finanzspritze. Und damit begann die Ära des „Germanoptimismus“. Und trotzdem kam ich mir noch immer vor, wie der Mann im alt-römischen Senat, der jeden seiner Auftritte mit den Worten beendete: „Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss.“
Ich sehe ein, dass es niemand lange mit mir aushalten konnte.
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Markus Wirthmann | 29.08.05
Konkret an der Nordsee
Studio A Otterndorf
Museum gegenstandsfreier Kunst
Landkreis Cuxhaven

Otterndorf liegt rund 18 km südöstlich von Cuxhaven, ca. 1,5 km vom Elbufer entfernt auf einer Wurt an der Medem, bei knapp 9° östlicher Länge und 54° nördlicher Breite. Der alte Stadtkern Otterndorfs liegt bis zu 6,4 m über NN, neuere Stadtteile hingegen nur etwa 0,9 m über NN.
Website des Nordseebades Otterndorf
Laut ADAC beträgt die Entfernung von Hamburg 109,82 km bei einer Fahrtzeit von 2:05 Stunden und Minuten. Von Bremen aus sind es 109,19 km bei einer Dauer von einer Stunde und 10 Minuten. Den Zeitvorteil hat die Verbindung über Bremen der hervorragenden Autobahnverbindung via Bremerhaven, etwa auf der Hälfte der Strecke, zu verdanken. Dort befindet sich neben dem Deutschen Schiffartsmuseum seit allerneuestem auch das Deutsche Auswanderer Haus. Beides Adressen die man sehr gut mit einem Ausflug von oder nach Otterndorf verbinden kann.
Warum ich Sie mit dieser peniblen Aufstellung von Daten konfrontiere? Nun, weil man es im Kern dessen worum es im Studio A geht mit eben dieser fizeligen, manchmal haarspalterisch erscheinenden Genauigkeit zu tun bekommt - und ich mir vorstellen will, dass der wirklich Interessierte, der ganz im Inneren von der Präzision der Gappmayerschen Schreibmaschinenanschläge faszinierte, oder der Strenge Walter Dexels Zugeneigte diesen konkreten Ort sonst ganz bestimmt nicht finden könnte.
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Markus Wirthmann | 29.08.05
Kunst kommt von Pils
Pilsner Urquell Kunstperformance
Ausführender Künstler: Nicolai Heymann
Berlin, Hamburg, Köln, Dresden, Leipzig.

"Einmalzwei" in Berlin auf 4343,5 qm, 2555 Handtücher. (Quelle: obs/Pilsner Urquell)
Das sieht man diesen beiden Gesellen ja schon an, das mit dem Bier! Wie sie da so leicht verkatert um die Ecke geschlichen kommen.
Nach Beck´s und Absolut Wodka ist nun auch Pilsner Urquell auf die Kunst gekommen. Passt doch eigentlich gar nicht zum Image, dachte ich heute früh, als mir die etwas ungelenk und deutlich szenefremd formulierte Pressemitteilung auf den Computer-Schreibtisch flatterte.
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Markus Wirthmann | 10.07.05
Du auch, und ich?
Die Ausstellungseröffnung U2 & i, am 6. Juli 2005 als Foto-Novela
Kamera: Foto-Handy Siemens S 65
Anton Corbijn
7. bis 17.7.05
C/O Berlin

Perfektes Timing zwischen Live8 Konzerten und dem U2-Gig im Olympiastadion: Die Ausstellungseröffnung von Anton Corbijn.
Kurz nach 8 musste der Zugang zu Innenhof und Galerie gesperrt werden da sich schon etwa 1000 Besucher drängten um einen Blick auf die Promis zu werfen.
Beitrag »Du auch, und ich?« weiterlesen ...
Gastbeitrag | 07.07.05
Streit um Istanbul
Urbane Realitäten: Fokus Istanbul
9. Juli – 3. Oktober 2005
Martin-Gropius-Bau, Berlin
Schon im Vorfeld wurde die von Christoph Tannert kuratierte Ausstellung in der Presse scharf attakiert. So wurde etwa in der TAZ vom 4.7.2005 Vasif Kortun mit den Worten zitiert: "Dieses traurige Desaster ist das Ergebnis eines katastrophalen Missmanagements von Christoph Tannert". Weiterhin ist von "konzeptionellen Mängeln, der mangelnden Transparenz bei der Auswahl der Künstler und der undurchsichtigen und ungerechten Mittelvergabe" die Rede.
Kunst-Blog.com bot Christoph Tannert die Möglichkeit einer Stellungnahme.
Die folgenden drei Texte, das Vorwort zum Ausstellungskatalog, der offene Brief einer Gruppe von Künstlern aus Istanbul und die Antwort Christoph Tannerts sollen die verschiedenen Standpunkte darstellen und zur Klärung der Situation beitragen - oder zur weiteren Diskussion anregen.
Alle drei Texte sind Bestandteile des Katalogs zur Ausstellung.
Vorwort zum Katalog der Ausstellung
Offener Brief an alle betreffenden Künstler
Antwort auf einen Offenen Brief
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Gastbeitrag | 01.07.05
Tagung "Urheberrecht und Kunst"
Urheberrecht & Kunst: Ästhetische, rechtliche, ontologische und politische Aspekte
Eine Tagung am Zif (Zentrum für interdisziplinäre Forschung), Bielefeld
17. bis 20. Mai 2005
Leitung: Eberhard Ortland (Berlin) und Reinold Schmücker (Greifswald)
Im Mai diesen Jahres gab es in Bielefeld eine Fachtagung mit Juristen, Philosophen, Ökonomen und Künstlern, die sich mit dem Verhältnis zeitgenössischer Kunst und geltendem Urheberrecht befassten. Da es immer mehr Formen von Kunst gibt, bei denen sich die Kunstwerke für ihr eigenes künstlerisches Dasein anderer Werke bedienen oder aber Kunstwerke entstehen, die im Sinne des Rechts keinen Urheberschutz geniessen, wird die Frage relevant, wie weit das geltende Recht für die aktuelle Kunstproduktion ausreichend ist oder was gegebenenfalls für Änderungen notwendig sein könnten. Die beiden Philosophen Eberhard Ortland und Reinold Schmücker organisierten die Tagung »Urheberrecht & Kunst«. Von Eberhard Ortland stammt die folgende Zusammenfassung.
Beitrag »Tagung "Urheberrecht und Kunst"« weiterlesen ...
Dellbrügge & de Moll | 28.06.05
Von Affen lernen

Typisches Fächermuster Congos, Tempera auf Papier
»Manager können von Affen viel lernen« titelte die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung am letzten Wochenende und auch auf dem Kunstmarkt hatten unsere nächsten biologischen Verwandten einen spektakulären Auftritt. Die Nachricht, dass das Londoner Auktionshaus Bonhams 3 Gemälde des Schimpansen Congo für insgesamt 21.515 Euro an einen amerikanischen Sammler versteigerte, während Werke von Warhol und Renoir liegen blieben, befand Spiegel Online für einen Artikel wert.
Das Phänomen der wunderbaren Wertsteigerung von Kunst, gepaart mit der Sehnsucht nach natürlichen Ordnungen und authentischen Vorbildern, die unser Handeln legitimieren, machen das Wiederauftauchen von Congos Blättern auf dem Markt signifikant.
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Gastbeitrag | 24.06.05
Der Kaiserring
Klaus Jörres
Video, 9:05 min,
anlässlich der Ausstellung DER HARZ im Kunst- und Kulturverein Aschersleben
17. Juni bis 11. September 2005
Seit nunmehr 29 Jahren verleiht die Stadt Goslar jährlich den “Kaiserring”, eine immaterielle Auszeichnung für bildende Künstler der Gegenwart, deren Werk der Kunst unserer Zeit wesentliche Impulse zu verdanken hat. So steht es im Text der Verleihungsurkunde.

Über 5000 Kulturpreise – von regionaler bis zu hochangesehener internationaler Bedeutung – werden jährlich allein in der Bundesrepublik vergeben. In einer Bilanz ist deshalb die Frage zu stellen, welcher Kategorie der Goslarer Kunstpreis zuzurechen und vor welchem Hintergrund er zu sehen ist. 29 Jahre sind, gemessen an der langen Geschichte Goslars, nur eine kurze Zeitspanne und doch umfasst sie schon eine Tradition.
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Markus Wirthmann | 13.06.05
Jet-Set vs. Lokalpatriotismus – eine Biennale-Presseschau
Seit Ende letzter Woche überschlägt sich die Kunstszene (oder besser gesagt die Kunstszenen, fein säuberlich getrennt durch Einkommen und sozialen Status) in Venedig. Aus der heimischen Sesselpuper-Perspektive kann man sich davon auch ein Bild machen ohne sich mit hibbeligen KuratorInnen und missgünstigen KünstlerkollegInnen in Billigfliegern drängeln zu müssen. Für alle daheim Gebliebenen hier also mal eine kleine Presseschau.
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Markus Wirthmann | 08.04.05
Kunst-Blog
Wie begegnet man Mangelerscheinungen?
Mit Selbsttherapie nach der Do-it-yourself-Methode!
Nachdem im April 2003 die von Christoph Blase initiierte Blitzreview nach acht Jahren ihren Betrieb einstellte und nur noch mal im August 2004 zuckte, um den Adrenalinspiegel in der Fangemeinde kurz schwappen zu lassen, war tatsächlich und in unglaublicher Weise ein Hohlraum im Netz entstanden – eine kleine aber deutlich fühlbare Laufmasche in der weltweiten Feinstrumpfhose der Kunstwelt.
Lustigerweise wurde etwa zur gleichen Zeit in den Printmedien, allen voran Die Zeit, konstatiert, dass es mit der Kunstkritik, wenn es sie denn überhaupt noch gäbe, arg im Argen liege. Die Tatsache, dass man in der gedruckten Welt so lange für diese Einsicht gebraucht hat, kann immerhin verwundern – oder sollte das auch ein Nachbeben des oben schon erwähnten Untergangs gewesen sein? Vielleicht ließ ja das plötzliche Fehlen von A die Nichtexistenz von B schmerzhaft bewusst werden – oder will wirklich jemand behaupten, die wohlmeinenden Be- und Zuschreibungen in der Presse hätten irgendwas mit Kritik zu tun?
Zweitausendfünf wurde zum Jahr des Blogs (Wikipedia) ausgerufen. Google zählt »ungefähr 231.000« Einträge für die entsprechenden Stichworte. Wieder vorne weg: Die Zeit mit eigenem Blog, gefolgt von der taz, die zwar noch keines hat, aber im Blog das probate Vehikel für die Rückkehr der Demokratie ins Internet sieht. Im englischsprachigen Raum apportiert Google 16 Millionen Einträge für ähnliche Suchbegriffe und 2004 als das entscheidende Jahr.
Der Erfolg der Blogs hat sicherlich mit der Cleverness verschiedener Anbieter zu tun, die ziemlich schnell auf das neue Suchtmittel reagierend gut funktionierende und einigermaßen leicht zu bedienende Software im Netz installierten. Vom pickeligen Teenager bis zum Uniprofessor – jeder bloggt. Jeder? Fast jeder. Im Bereich der Kunst konnte die Infektion mit dem ansteckenden Erreger bisher im Zaum gehalten werden. Doch den Rest der Welt ficht das nicht an, man vernetzt sich weiter, tauscht Wissen und Nonsens aus, debattiert mittels eingebauter Kommentarfunktion über Quantenphysik oder Verschwörungstheorien.
Eigentlich wäre zu vermuten, dass schon jemand aus den bisher genannten Punkten seine Schlüsse gezogen und sich so einen Internet-Leatherman namens Weblog geschnappt hat, um daraus eine voll dynamische und feedback-fähige Kunst-Kritik-Plattform zu schaffen. Ein bisschen wie früher bei Blitzreview. Vielfältiger, schärfer und vor allem schneller als jedes Magazin. Dabei unabhängig und streitbar zu sein sowie durch Kommentarfunktion und Gastzugang Diskussionen zu ermöglichen, alles in allem also ein demokratieförderndes Medium – das gibt es nicht. Doch, jetzt: Kunst-Blog.com
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