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Dirk Teschner | 19.07.10

scHAPPY oder ich bin das ewige Winterkind unter Winterkindern

Ich habe gedacht, wenn ich mich schreibend verschenke, entfliehe ich dem Teufelskreis der Erinnerung. Schreibend bin ich tiefer ins Erinnern hineingeraten als mir lieb ist.


Peter Wawerzinek bei der Ausstellungseröffnung "Matthias" BAADER Holst im Stadtmuseum Halle/Saale

Peter Wawerzinek erhielt den Ingeborg-Bachmann-Preis 2010. Happy sind alle Freunde und Bewunderer von ScHappy, wie sich Peter Wawerzinek, geboren 1954 als Peter Runkel, seit den 1980er Jahren nennt. Happy über seine Auszeichnung.

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Markus Wirthmann | 20.05.10

Kunst im Markt - und im Recht

Kunst im Markt - Kunst im Recht

Tagungsband des Dritten Heidelberger Kunstrechtstags am 09. und 10. Oktober 2009

Herausgegeben von Dr. Matthias Weller, Mag. rer. Publ., RA Dr. Nicolai Kemle, Prof. Dr. Thomas Dreier, Prof. Dr. Dr. h.c. Peter Michael Lynen

2010, 234 S., Broschiert,
ISBN 978-3-8329-5471-0

59,- € sind ein stolzer Preis aber der Klappentext verspricht einschlägiges Fachwissen für die Profis unter uns. Und der letzte Satz - von wegen "Streitminderung an Kunstakademien" - ist ein echter Cliffhanger und könnte dazu führen, dass ich mir den Band besorge und von hinten lese.

"Der Tagungsband enthält die Beiträge des Dritten Heidelberger Kunstrechtstags „Kunst im Markt – Kunst im Streit“. Der erste Teil reagiert auf den Befund, dass Objekte der Kunst immer zugleich Objekte der Warenwelt sind. Der Gegensatz von Kunst und Ware ist heute vor allem im Kunsthandel aufgehoben, der in Form der Kunstmessen sowohl museale als auch kommerzielle Zwecke verfolgt."

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Markus Wirthmann | 27.03.10

Harald Fricke: Texte 1990–2007

Harald Fricke
Texte 1990–2007

IMD 342 160 Seiten 14,- Euro ISBN 978-3-88396-280-1

Herausgegeben und mit Nachworten versehen von Bettina Allamoda, Jens Balzer, Detlef Kuhlbrodt und Cord Riechelmann

Der vorliegende Band versammelt ausgewählte Texte von Harald Fricke, der uns als Autor sowie Kulturredakteur der taz (aber auch manchmal: Kurator, DJ und Musiker) über zwei Jahrzehnte mit genauen, unmittelbaren Beobachtungen zu Kunst, Musik, Film, Pop, Architektur, Mode und deren Politiken versorgt hat.

»Jede Geschichte wird organisiert: Anfang, Verlauf und Ende. Ihr Ziel ist es, eine Form des Erzählens zu produzieren, in der möglichst vollständig Informationen geordnet und wiedergegeben werden. Das Prinzip der Ökonomie beherrscht die Darstellung. Ereignisse werden archiviert, selektiert und verwaltet. Doch die Unterscheidung in Fakten, Symbole und Modelle führt zwangsläufig zu einer Staffelung von Zeichenebenen, die sich im Glücksfall durch dringen können. Der Reiz liegt darin, die einzelnen Schichten zu durchwühlen, ständig neue Archive zu bilden und Modelle mit Fakten für eine kurze Zeit der Unordnung zu mischen, gerade um die Ordnung beständig in der Praxis zu prüfen. Auch Könige werden ab und zu umgebettet oder Museen nach aktuellen Gesichtspunkten neu organisiert.« Harald Fricke, Museum für Geschichte / Epilog

Quelle: Merve Verlag Berlin

Harald Fricke: Texte 1990–2007 bei Amazon bestellen

 

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Christoph Bannat | 01.06.09

Kunst und Comic 4

Es gibt kaum Künstler, die das Medium Comic für ihre Arbeit nutzen und nicht nur zitieren. Der Amerikaner Jim Shaw hat mit seinen Dream Drawings eine ihm eigene Kunst-Comicform gefunden. Der in Hamburg als Filmemacher arbeitende Romeo Grünfelder hat jetzt einen Comic herausgebracht.
Timur Seidel/Romeo Grünfelder, Nelson Effect.
Verlag: www.thegreenbox.net, Vertrieb Vice Versa, www.federfilm.de

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Gastbeitrag | 27.05.09

Tust du mich lesen?

Neue Buch- und Magazinläden in Berlin

von Barbara Buchmaier

Dieser Artikel erscheint auch in der neuen von hundert 09
(von hundert ist das Review-Heft über Kunst in Berlin, 44 Seiten, 5 Euro, Auflage 100+80, erscheint alle drei Monate im redaktion und alltag Verlag)

Release am Donnerstag, dem 28.05.2009,
ab 21 Uhr im Prassnik, torstraße 65 / Ecke Angermünder Straße

Was erwarten, wünschen, wollen wir als Käufer, als Leser von einem Magazin, von einem Buch? Suchen wir nach Inspiration, nach Inhalten? Oder nutzen wir Printerzeugnisse als Accessoires, als Fetische, durch deren offensiven Besitz wir uns repräsentiert, gar einem angestrebten Image oder Kontext näher gerückt fühlen?

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Christoph Bannat | 26.05.09

Kunst und Comic 3


Art Spiegelman,Breakdowns.

Es gibt Leben die ständig bearbeitet werden müssen.

Art Spiegelman, Breakdowns-Porträt des Künstlers als junger Mann.
S.Fischer-Verlag 29.90 Euro
Ben Katchor, Der Jude von New York. Avant-Verlag,19.95 Euro

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Christoph Bannat | 26.04.09

Kunst und Comic 2


Manu Larcenet, Die wundersamen Abenteuer von van Gogh.

Comics waren immer schon ein Dankbares Medium für Männermythen. Orpheus und Eurydike ist so ein Männer-Mythos.
„Hector Umbra“, von Uli Oesterle (Carlsen-Verlag, 24.90 Euro) und „ An Vorderster Front- Die wundersamen Abenteuer von Van Gogh“ von Manu Larcenet ( Reprodukt-Verlag, 12 Euro) erzählen von solchen Untergrund-Männermythen.

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Christoph Bannat | 21.04.09

Kunst und Comic 1

Kunst ist die Ausschöpfung aller Möglichkeiten. Eine Möglichkeit ist die Kunst“, Joseph Beuys.
In unregelmäßigen Abständen möchte ich hier Comics besprechen die das Feld der bildende Kunst berühren: Künstler und Kunstwerke, sowie Orte an denn Kunst produziert- und ausgestellt wird.

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Dirk Teschner | 04.12.08

Gegenbilder

Über die Super-8-Filmszene im Osten, wahlweise als DDR-Film im Untergrund oder autonomen Künstlerfilm bezeichnet, wurde schon einiges geschrieben. Vor kurzen erschien bei „absolut MEDIEN“ „Gegenbilder – DDR-Film im Untergrund 1983-1989“, eine von Claus Löser herausgegebenen DVD mit Super-8-Filmen von Cornelia Schleime, Helge Leiberg, Gino Hahnemann, Via Lewandowsky und anderen. In einem beiliegendem Booklet beschreibt Claus Löser treffend die Situation in den 70er und 80er Jahren, als diese Filme entstanden und warum es in den Filmen immer um alles ging.


Filmstill aus "action situation" von Helge Leiberg

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Christoph Bannat | 19.11.08

D. Diederichsen, F. Butzmann-Interview


Umschlagzeichnung, Frieder Butzmann

Zwei Bücher, die sich im Dunstkreis von bildender Kunst und Musik bewegen:
Eigenblutdoping von Diedrich Diederichsen und
Musik im Großen und Ganzen von Frieder Butzmann

Beide Bücher lohnt es sich zu lesen. Auch wenn bei letzterem die nonlineare Lesebewegung von eher der eines Flaneurs als der eines fortschreitenden Wanderers entspricht.

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Michael Reuter | 17.10.08

Katalog zur Ausstellung "Broken Whole" von Yee Sookyung in der Galerie Michael Schultz Berlin


Translated Vase 7, 2008 Keramikbruch, Epoxid, 24 K Blattgold, 65×56×66cm, courtesy Galerie Michael Schultz

Katalog zur Ausstellung in der Galerie Michael Schultz Berlin vom 06.09. – 19.10. 2008. Hg. von der Galerie. Mit einem Text von In Hwang. Eigenverlag, Berlin, 2008, ISBN 3-939983-23-1, 66 Seiten, 24 Abb., Broschur, Format 21 x 24,5 cm, € 15.--

Wo kriegt Galerist Michael Schultz nur immer die Künstler her? Seine neueste Entdeckung ist die 1963 in Seoul/Korea geborene Yee Sookyung, die mit Skulpturen aus Keramikbruch und riesigen Zeichnungen in Zinnoberrot an den Start geht. Die „Translated Vases“ erinnern mit ihren vergoldeten Klebeverbindungen an geäderte Körperorgane oder Wucherungen. Dazu gibt es einen unverständlichen Text über die Welt des Selbst und die Welt des „Anderen“, der darauf hinausläuft, dass die Künstlerin den Beginn einer neuen Möglichkeit aufzeige, „den Konflikt zwischen Religion und Kunst beizulegen“. Vielleicht liegen die Dinge in Korea anders, hier im Abendland ist der Konflikt bereits entschieden: Die Kunst ist die Religion des gehobenen Bildungsbürgertums und kämpft, wie die anderen Konfessionen auch, mit galoppierendem Mitgliederschwund.


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Markus Wirthmann | 08.10.08

Moleskine stinkt!

Hier noch ne andere Art von redundanter Information, mit der eine Marketingfirma meinen elektronischen Briefkasten zumüllt - eine PR-Aktion für das doofe Moleskine-Notizbüchlein, die als Kunstausstellung daherkommt:

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich freue mich Ihnen die Ausstellung Detour im Museum der Dinge in Berlin ankündigen zu dürfen, mit der Bitte die Mitteilung zu veröffentlichen.
Hans-Ulrich Obrist, Spike Jonze, Sigur Rós sowie 35 weitere internationale namhafte Künstler kommen zur Detour Ausstellung nach Berlin.

Die Ausstellungsdaten kann man sich bestimmt auf der Moleskine-Homepage runterladen. Die spar ich mir hier mal.

Werkbundarchiv - Museum der Dinge
Oranienstrasse 25
10999 Berlin – Kreuzberg
Detour präsentiert eine außergewöhnliche Notizbuchsammlung international anerkannter Künstler zum Art Forum.

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Michael Reuter | 06.07.08

Tomma Abts

Abstrakte Kunst ist bald wieder angesagt und die 1967 in Kiel geborene Tomma Abts ist mit dem 2006 gewonnenen Turner-Preis und der gerade beendeten Einzelausstellung im New Museum in New York gut aufgestellt. Der FAZ-Rezensent Niklas Maak schimpfte herzhaft über die weichgespülte „Feel-good-Moderne“ der Turner-Juroren und titelte: „Die Seligsprechung der Tapete zur Kunst“. Die im stets gleichen Format von 48 x 38 cm gemalten Bilder seien nur Design, „sie entstehen in einem formal aufwändigen Prozeß, an dessen Ende elegante Formen und geschmackvolle Farben stehen, die gut zu einem Art-déco-Teppich und einem alten Freischwinger passen, mehr aber auch nicht.“

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Christoph Bannat | 18.03.08

Karikatur, Gulbransson, Wolverton


Basil Wolverton-Collection Glenn Bray.

Vielleicht wird man unsere Zeit einmal den 4D-Manierismus nennen - rechnet man als vierte Dimension noch die Zeit in Form des Films hinzu. Jene Zeitgenossen, denen der herrschende Stilpluralismus Sorgen bereitet, können bei Werner Hofmann Trost finden: »Die Karikatur - Von Leonardo bis Picasso« erschienen bei Philo Fine Arts. »Seit ich mich mit Kunstwerken beschäftige, leitet mich das ästhetisch-intellektuelle Bedürfnis, aus den Fakten die Spannung herauszuholen, die sie als produktive Widersprüche in sich tragen«, lautet seine tröstliche Kühlung.

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Christoph Bannat | 24.02.08

Geschichten aus der Familie


Paul Hornschemeier, Komm zurück, Mutter. Carlson.

Freiheit ist wichtiger als Wahrheit. Drei Comic-Novellen zeigen: die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar. In diesem Fall der Familie. Doch zuvor mussten die Autoren sich die Freiheit nehmen, sich die Wahrheit zu vergegenwärtigen.

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Gastbeitrag | 26.11.07

Montage Bubbles

Susanne Weirich über

NORMALNULL
viewing room · SICHTUNGSRAUM
Ein Künstlerbuch in Erweiterung des Recherche- und Veranstaltungsraumes zur gleichnamigen Ausstellung
Organisiert, kuratiert, herausgegeben von Sibylle Hofter und Sven Eggers,
gefördert vom Hauptstadtkulturfonds, dtsch./engl.
Edition Schwimmer, Berlin 2007
ISBN 978-3-00-022828-5

Auf dem Cover hängt ein schmutziger Robert Gober-Fuß von der Brückenwölbung herab, darunter Spreekanalwasser. Auf Seite 31 ein Foto eines ebenfalls barfüssigen Mannes – Brian Catling, der eine mit Wasser gefüllte Glasschüssel auf dem Schoß hält und damit meditierend in der Ringbahn fährt. Orbitalperformance nennt sich das. Er dreht sich, während ein anderer mit einer identischen Schüssel im Drehrestaurant des Fernsehturms am Alexanderplatz sitzt. Normallnull dreht sich aber mitnichten um sich selbst. Es ist ein Künstlerbuch in Erweiterung der Ausstellung in und auf den Gewässern Berlins, die 2006 von Sibylle Hofter und Sven Eggers kuratiert wurde.

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Christoph Bannat | 25.11.07

Blalla W. Hallmann - Interview mit Matthias Reichelt

Die Sprache verschlagen. Die Bildgewalt des Blalla W. Hallmann
Herausgeber: Matthias Reichelt
Hardcover- Verlag für Moderne Kunst Nürnberg
ISBN: 978-3-939711-91-2
EUR 35,00


Blalla W.Hallmann, Ausschnitt, Titel: Der Bad Ausschwitzer Kinderchor singt wieder zur deutschen Weihnacht am Denkmal zur teu(t)schen Eintracht in Originalkostümen. 1993, Acryl auf Leinwand 80 x 100 cm

Dieser unheilige und antireligiöse Zorn ist selten geworden. Auch deshalb ist die Monografie über den Künstler Blalla W. Hallmann mehr als nur eine Dokumentation. In Zeiten, in denen Religion wieder verstärkt politisch instrumentalisiert wird, bekommt auch dieser, der Aufklärung verpflichtete Zorn eine neue Bedeutung. Dabei bedient sich Blalla W. Hallmann (1941–1997) in seinen Bildern durchaus einer mittelalterlich-christlich anmutenden Ikonografie.

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Christoph Bannat | 23.11.07

Wöchentlich aus Tokyo

Moresukine von Dirk Schwieger
160 Seiten, schwarzweiß, 21 x 13 cm, Softcover
ISBN 978-3-938511-43-5


Hara Museum- Tokyo, aus Moresukine von Dirk Schwieger

Es gibt sie an jeder Kunsthochschule - Comiczeichner. Sie sind nie bei den Meinungsführern zu finden und lassen das Hochschulgeschehen meist an sich vorüberziehen. Später findet man dann in ihren Erzählungen oft wie aufmerksam sie diese Zeit wahrgenommen haben. Dirk Schwieger war auch so einer. Er studierte an der UdK Berlin, stellte regelmäßig seine Arbeiten in den unterschiedlichsten Zusammenhängen aus und verlegte parallel seine Hefte im Eigenverlag. Mit Moreskuine ist ihm jetzt ein Hit gelungen.

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Michael Reuter | 11.10.07

Weiblicher Blick auf die Kunst

Ute Scheitler und Judith Welsch-Körntgen
Frau sieht das, was Mann nicht sieht
Der weibliche Blick auf die Kunst

Belser Verlag, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-7630-2479-7, 128 Seiten mit 100 Farbabbildungen, gebunden, Format 29 x 25,5 cm, 19,95 EUR

Der Bildband versammelt fünfzig kurze, flott geschriebene Bildkommentare zu »Meisterwerken der Malerei« aus weiblicher Sicht. Die Auswahl ist züchtig und ohne Überraschungen: Picasso, Rembrandt, Cranach, Monet aber auch vieles aus der zweiten Reihe. Mit Warhol und Lichtenstein hört die weibliche Kunstgeschichte im Jahr 1965 plötzlich auf. Die meisten aufgeführten Werke hängen in der Stuttgarter Staatsgalerie, in der die beiden Autorinnen auch freiberuflich arbeiten. Sie moderieren hier die »erfolgreichen Frauen-Kunst-Gespräche«.

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Christoph Bannat | 26.09.07

Soviel Zeit muss sein.


David B. in Plaque o2.

Demgegenüber (gemeint sind die legitimen , die von der Schule zugewiesenen Künste.) reizen >>mittlere Künste<< wie Film und Jazz oder stärker noch wie Comic, Sience- fiction und Kriminalromane vorrangig jene zum Investieren, denen die Umwandlung ihres kulturellen Kapitals in schulisches nicht gänzlich gelungen ist, daneben solche, die die legitime Kultur nicht auf legitime Weise erworben haben, d.h. nicht von frühauf mit ihr vertraut wurden, und nun zu ihr eine objektiv und/ oder subjektiv unglückliche Beziehung haben. Pierre Bourdieu, „Die feinen Unterschiede“ 1979.

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Michael Reuter | 18.09.07

Francis Bacon und die quantenphysikalische Ursachenlosigkeit

Francis Bacon
Die Gewalt des Faktischen

Katalog zu der gleichnamigen Ausstellung, die vom 16.09. bis 07.01.2007 in der K 20 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf stattfand. Hrsg. von Armin Zweite in Zusammenarbeit mit Maria Müller mit Texten von Peter Bürger, Martin Harrison, Armin Zweite und Daria Kolacka. Hirmer Verlag, München, 2006, ISBN-13: 978-3-7774-3235-9, 224 Seiten mit 110 farb. Abb., gebunden, Format 23x30 cm, 34,50 EUR

Was für ein Katalog! 360 Fußnoten, davon allein über Hundert in den sieben Anmerkungen von Armin Zweite über Bacons ästhetische Vorstellungen. Wir lesen: »Hier sind, über das Ästhetische hinausgehend, schöpferisch-evolutionsbiologische, quantenphysikalische Ursachenlosigkeit und Instabilität dynamischer Systeme von Gewicht ...«. Grundgütiger! 160 Seiten Text stehen 90 Seiten mit Gemälden gegenüber, wobei im Bildteil noch ausführliche Kommentare Platz finden, die ihrerseits über 100 Fußnoten nach sich ziehen. Hier wird wirklich alles unter dem kalten Licht der Kunstgeschichte seziert, gewichtet und ausgeweidet. Kein Krümel des Atelierbodens, der nicht einer ausführlichen Untersuchung unterzogen wurde, keine farbbefleckte Fotoecke, die nicht halbseitige Erläuterungen nach sich zieht. Ein kunst-, kultur- und philosopiegeschichtlicher Bombenteppich, der seinen Titel zu recht trägt: Die Gewalt des Faktischen.

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Michael Reuter | 15.09.07

Pop-Lesebuch

ELEND
hrsg. von Frauke Boggasch und Dominik Sittig

Zur Frage der Relevanz von Pop in Kunst, Leben und öffentlichen Badeanstalten,
Verlag für moderne Kunst Nürnberg, Nürnberg 2006, ISBN 978-3-936711-97-4, 361 Seiten mit zahlreichen Abb., kartoniert, Format 22 x 15 cm, 28,- EUR

Was ist Pop? Keine Frage, mit dem stylisch aufgemachten Buch soll der Leser ein Stück Zeitgeist in den Händen halten. Nebst diversen Newcomern steuerten auch angesagte Künstler wie Jonathan Meese oder Daniel Richter exklusive Beiträge in Form von farbigen Insertseiten bei; Musiker, Schriftsteller, Journalisten und Theoretiker versuchen, dem Begriff Pop im neuen Jahrtausend näher zu kommen.

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Michael Reuter | 01.09.07

Leben? Oder Theater?

Charlotte Salomon
Leben? Oder Theater?

Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Städel, Städelsches Kunstinstitut und Städtische Galerie, Frankfurt/Main, 18.06–22.08.2004 und zur aktuellen Ausstellung im Jüdischen Museum Berlin

Hg. von Edward van Voolen. Mit Beiträgen von u.a. Sabine Schulz und Ad Petersen. Prestel Verlag, München, 2004, ISBN 3791339125, 432 Seiten, 835 farbige Abbildungen, 25 s/w-Abbildungen, 22,8 x 18 x 3 cm, Broschur 24,95 EUR (gebundene Ausgabe 59,- EUR, ISBN 3791331663)

Die Sammlung von 1.325 Gouachen und Transparentblättern mit Text der 1917 in Berlin geborenen Charlotte Salomon, ist »eines der wichtigsten und künstlerisch bedeutendsten Zeugnisse jüdischen Lebens angesichts des Holocaust«. Die Werke entstanden in einer kreativen Explosion und unter starkem psychischen Druck zwischen 1940 und 1942 im Exil in Südfrankreich. Charlotte lebte dort bei ihren Großeltern, wurde aber, vermutlich aufgrund einer Denunziation, im Herbst 1942 verhaftet. Im Oktober 1943 wurde sie, 26 Jahre alt, in Auschwitz ermordet.

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Christoph Bannat | 24.07.07

Künstlerbücher


Johannes Jansen

Diese abgewrackten Tabus,
Sie schlagen eine Seite in einem beliebigen Buch auf und der Text trifft sie ins Herz. Aphorismen, Sprüche und Fragmente. Der Text erfasst mit wenigen Sätzen ihre Situation und dann ist er nie wieder der gleiche.

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Christoph Bannat | 04.06.07

Bassenge-Photography/Auction 89

Inge Morath (1923-2002) Girl Taking Intelligence Test, USA, 1961. Kat. 4311 - Bassenge.

Für manche ist es nur ein weiterer Katalog, für andere die wahrscheinlich größte intellektuelle Herausforderung des Jahres.

Jetzt ist er wieder da, der halbjährig erscheinende Photography Auctions-Katalog der Galerie Bassenge, eines der ältesten spezialisierten Auktionshäuser in Berlin. Vom 04.06. bis 19.06., 10.00-18.00 und am 20.06. 10.00–16.00 Uhr (außer Sonntags) werden in der Galerie Bassenge, Rankestraße 24, 10789 Berlin die zu versteigernden Fotografien ausgestellt. Auktionsdatum Fr. 22. Juni 15:00 Uhr.

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Christoph Bannat | 02.04.07

Architektur wie sie im Buche steht

Fiktive Bauten und Städte in der Literatur
Gebundene Ausgabe: 568 Seiten
Verlag: Pustet, Salzburg; Auflage: 1 (Dez. 2006)
ISBN: 3702505504
Preis: 49,90


Nach Thomas Bernhard, Roithammers Kegel

Sexy group jam vs. google home jam

Es ist etymologisch nicht gesichert wo das schöne, auf sympathische
Weise ordinäre Wort Schmöker, bzw. schmökern, herkommt. Aber es strömt etwas Gemütliches, etwas dem man sich gerne hingibt aus, im alten Haus der Worte. Der Sound dieses Wortes entspricht ganz dem Wesen des 567 Seiten starken Ausstellungskatalogs Architektur wie sie im Buche steht - Fiktive Bauten und Städte in der Literatur.

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Gastbeitrag | 22.03.07

Buchprojekt Bastard

Ein Ritt um den Globus mündet in einen schwergewichtigen Bildband

Von Richard Rabensaat

Bastard: Choose my Identity heißt das Buch. Tja, das ist wohl auch notwendig - eine Identität wählen: Denn wie ein rechter Bastard, eine Chimäre - zusammengesetzt aus verschiedenen Identitäten - kommt der Band daher. Orangerot leuchtet der Einband.

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Christoph Bannat | 06.02.07

David Hockney - zur Documenta!

David Hockney
Geheimes Wissen
Broschiert, 328 Seiten
Knesebeck Verlag
ISBN: 3896604058

Dies Buch ist ein großartiger Kunstkrimi. Mit detektivischer Akribie und handwerklichem Geschick recherchiert David Hockney Verdachtsmomente für eine lang zurückliegende Wirklichkeit. Das ausgerechnet der genial duftige Maler David Hockney, den in den letzten Jahren zuviel amerikanische Sonne in die Nähe Weltentrückter Harmlosigkeit gebracht zu haben schien, so ein scharfsinniges Buch macht ist um so erstaunlicher. David Hockney zeigt sich hier als Kritiker, Aufklärer und bekennender Rechercheur und es ist eine Freude ihn so zu erleben.

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Peter Lang | 07.12.06

New German Painting remix

Ein strategischer Einblick und ein erklärender Blick von außen.

"Bereits seit der Wende war nicht zu übersehen, daß die „Berliner Republik“ überreif war für den Pinsel.“ Und der kam dann besonders schön und clever geschwungen aus Leipzig.
Es wurde Zeit. Nach verschiedensten Ausstellungen zur neuen Malerei in Deutschland und einem boomhaften Interesse an deutscher Malerei, sowohl auf den internationalen Märkten als auch in den Museen, stellen sich immer mehr Beteiligte des Betriebssystems die Frage warum?

(New German Painting, Hrsg. Christoph Tannert, Prestel München 2006)

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Christoph Bannat | 29.11.06

komisch – lyrisch – dramatisch

Drehbuch
Sekundenfilme
Der Film in Worten
Minutentexte

Der Film schlägt ein wie ein Blitz und elektrisiert seinen Betrachter, bis heute. Ein Blitzschlag ins Familiengestrüpp, das den Film über nicht aufhört zu brennen. Ein Märchenfilm, Gut gegen Böse, das Verlogene gegen das Unschuldige: The Night of the Hunter (»Die Nacht des Jägers«)

Jetzt ist der Film als Buch erschienen. Und es ist ein großartiges Buch, dem eine bestechende Idee zugrunde liegt: Die 93 Filmminuten wurden per Losverfahren minutenweise Künstlern, Schauspielern, Regiesseuren oder Theoretikern mit der Bitte zugewiesen, er oder sie möge ohne weitere Vorgaben über die zugefallene Filmminute schreiben. Minutentexte – The Night of the Hunter ist im Oktober bei Brinkmann + Bose erschienen und kostet 30 Euro.

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Christoph Bannat | 16.11.06

Manga

Wer sich heute als Zeichner für die zeitgenössische Darstellung von Menschen interessiert muss im Comic suchen. Das Zwitterwesen Comic bietet weder gute Literatur noch gute Zeichnungen im akademischen Sinne. Für akademisch ausgebildete Künstler stellt sich also die Frage, was ist eine gute Zeichnung, jenseits vom Comic und seinem, diesem Medium eigenen, Typisierungen. Das Paradox, je mehr der Comic seiner ihm eigenen Charakteristika folgt, desto "mehr" Kunst ist er.

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Max Glauner | 07.11.06

Palimpsest 0604 – 01 Montag

von Max Glauner

Laura Horelli
Interviews, Reports and Diaries
Kopenhagen 2006

Buchvorstellung in der Galerie Barbara Weiss, Berlin

Dass man sich montags weder zum Friseur noch ins Bodemuseum begeben und sich schon gar nicht über den Kunstbetrieb im Allgemeinen ereifern muss, bewies am gestrigen Montag eine schöne, kleine Veranstaltung in der Galerie Barbara Weiss in der Berliner Zimmerstraße.

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Max Glauner | 07.11.06

Palimpsest 0604 – 01 Montag

von Max Glauner

Laura Horelli
Interviews, Reports and Diaries
Kopenhagen 2006

Buchvorstellung in der Galerie Barbara Weiss, Berlin

Dass man sich montags weder zum Friseur noch ins Bodemuseum begeben und sich schon gar nicht über den Kunstbetrieb im Allgemeinen ereifern muss, bewies am gestrigen Montag eine schöne, kleine Veranstaltung in der Galerie Barbara Weiss in der Berliner Zimmerstraße.

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Markus Wirthmann | 28.08.06

A ghostly profession ...

... catering for ghosts, but in grand style

What Happened to Art Criticism?
James Elkins
100 Seiten, Paperback
Prickly Paradigm Press, Chicago 2003
ISBN: 0-9728196-3-0

Neulich, Anfang des Sommers, fiel mir ein kleines, schmales und etwas unschön gelblich gebundenes Büchlein in die Hand: "What Happened to Art Criticism?" des amerikanischen Kunstwissenschaftlers James Elkins. Auf 87 groß bedruckten Seiten, also vom Umfang her eher ein gewichtiger Leitartikel, geht er hier eben jener Frage nach: Was zum Teufel ist eigentlich mit der Kunstkritik passiert? Und warum?

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Gastbeitrag | 25.07.06

Formvollendet Formlos

von Peter Funken

Kritisches Wörterbuch
Beiträge von Georges Bataille, Carl Einstein, Marcel Griaule, Michel Leiris u.a.
Herausgegeben und übersetzt von Rainer Maria Kiesow und Henning Schmidgen mit einem Nachwort der Herausgeber
Merve Verlag, Berlin 2005, 146 S., ca. 50 Abbildungen, EUR 14,80
ISBN 3-88396-207-4

»Das Gewimmel der Reptilien im Untergrund der Sümpfe und Kerker, ihre merkwürdigen Verschlingungen, ihre Kämpfe, in denen sie beißen, würgen und Gift verspritzen, werden immer das genaue Abbild der menschlichen Existenz sein, die von oben nach unten mit Tod und Liebe durchzogen ist« – so endet der Eintrag von Michel Leiris zum Thema »Reptilien« im Kritischen Wörterbuch, einem festen Bestandteil der interdisziplinären und intermedialen Zeitschrift »Documents«, die 1929 bis 1931 in Paris erschien. Das Kritische Wörterbuch wurde fortlaufend auf den hinteren Seiten dieses »Magazine illustré« mit dem Untertitel »Doctrines, Archéologie, Beaux-Arts, Ethnographie« veröffentlicht. Im zweiten und letzten Jahrgang ersetzten die Herausgeber von »Documents« den Begriff »Doctrines« durch »Variétés« und tatsächlich sind die Einträge im Kritischen Wörterbuch extrem verschiedenartig, denn es gab in ihm mehr als 40 Einträge zu so unterschiedlichen Themen wie etwa Engel, Spucke, Unglück, Schlachthof, Nachtigal, Buster Keaton Strafarbeit oder Sonne.

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Dellbrügge & de Moll | 25.09.05

Those were the days my friend...
Thomas Wulffen pflegt den Rollenwechsel

Der Raum enthält zwei Tische, fünf Stühle, zwei davon im DDR Stapeldesign „kackender Waldarbeiter“, ein altmodisches Telefon und einen Anrufbeantworter, der auf der weißen Auslegeware steht. Die Wände sind frisch gestrichen, die Leisten grau abgesetzt. Zwei beschichtete Spanplatten verbergen, auf die frontale Wand geschraubt, eine Plakatarbeit von Katharina Sieverding. Zettel mit Headlines, Notizen, Kontaktnummern und Fotos pinnen daran. Rechts gehen zwei Fenster auf den heruntergekommenen Innenhof einer ehemaligen Margarinefabrik. Die hohe Flügeltür steht weit offen. Eine Acrylglasscheibe ist in den Türrahmen montiert. Sie verwandelt das grellweiß erleuchtete Büro in eine Bühne und trennt es von dem davorliegenden Aufenthaltsraum, der als Kantine genutzt wird. Eine Geruchskomposition aus Braunkohle, Linoleum, ABM-Schweiss, kaltem Zigarettenrauch und abgestandenem Eintopf hängt in der Luft. Durch die Scheibe ist ein Schriftzug lesbar, der über den 15“ Bildschirm läuft: „below papers, Vol. 1, No. 1 Fiktion, 1993“.

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Sue Hubbard | 09.08.05

The Art of Tracey Emin

Edited by Mandy Merck and Chris Townsend
Thames and Hudson
ISBN 0-500-28385-0

She’s come a long way, has "Mad Tracey from Margate”, the girl with ‘big tits’, who bunked off school, shagged older men behind the beach huts, had an abortion or two and famously walked out of a TV interview drunk. Not only does she make mucky beds for the Tate, turn up at all the best private views dressed to kill in Vivienne Westwood, have a posh house round the corner from Gilbert and George, appear on the cover of every glossy magazine but she has even been guest editor of the Guardian weekend colour section. Now a clutch of critics and academics has written a book of essays about her, The Art of Tracey Emin. Soon there will be a course in some university department in “Tracy Studies” and her transformation into cultural ‘icon’ will be complete. Madonna watch out!

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