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Konstantin Schneider | 17.01.11

Die Neuen Leiden des Judy Lybke

Da haben wir Berliner endlich den Salat. Und zwar pünktlich zum Jahresbeginn. Zwanzig Mal in Folge durfte die Galerie Eigen + Art an der ARTBASEL teilnehmen, schaffte es in dieser Zeit den Blick der Kunstgötter u.a. nach Berlin zu lenken, sorgte dafür dass NLS ein fast genauso bekanntes Kürzel wurde, wie NLP und blieb dennoch auch sympathisch bescheiden. Doch nun findet sich Eigen + Art eigenartigerweise völlig unvermittelt dort auf der Reservebank wieder, und soll nur über einen Hoffnungslauf doch noch an der Messe aller Messen teilnehmen dürfen. Was einem Sportler möglicherweise gelegen kommt, der eine Disqualifikation eben auch mal zur Regeneration nach Dauerbelastungen nutzen kann, kann für einen Galeristen in einem derzeit auf Neuausrichtung programmiertem globalen Kunstmarkt zum Problem werden. Aber vielleicht ja auch nicht.

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Konstantin Schneider | 18.08.10

Es mußte einfach so kommen

Ca. 20 Jahre nach Erfindung des Cyberspaces und zweieinhalb Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise ist es nun endlich so weit: Ende Januar 2011 wird mit der VIP Art Fair die erste ausschliesslich online laufende Kunstmesse im Internet stattfinden. Eine innovative Technologie solle es Sammlern ermöglichen, die Kunstwerke so wirklichkeitsnah wie möglich zu sehen. Aber auch der Jetset kann endlich mal zuhause bleiben und "mit nie zuvor dagewesener Leichtigkeit" auf herausragende Galerien zugreifen und etwas über deren Künstler erfahren.

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Konstantin Schneider | 30.06.10

So kurz vor Beginn der Sommerpause

Eine tolle Ausstellung und Stimmung gabs letzte Woche im WEST GERMANY, wohin es uns von der NGBK aus zog, die wiederum in ihrer Ausstellung über die vitale britische Kunstszene der 70er zeigt, welches Potential aus einer Krise erwachsen kann, wenngleich noch lange nicht alle Ziele von damals erreicht werden konnten. Schön fanden wir auch die Idee der Galeristin Gilla Lörcher, den dpa-Fotografen Marcus Brandt, der während der Fussball-WM in Südafrika weilt, einzuladen, tagtäglich ein Bild, dass den südafrikanischen Alltag widerspiegelt nach Deutschland zu faxen, wodurch an den Wänden der Galerie bis zum Finale ein Bildmosaik entstehen wird. Ausserdem werden in der Pohlstrasse 73 in Schöneberg alle WM-Spiele gezeigt, wobei sich Künstler mit Bewohnern aus der Nachbarschaft zusammenfinden.

Nach der folgenschweren Entscheidung vom Kunstblog, den Kalender abzuschalten, habe ich mal spontan eine neue Email-Adresse eingerichtet. Vernissagentermine also einfach an kalender@berlinerkunstkontakter.de senden. Ich werde versuchen, auf so viele wie möglich hinzuweisen.


BERLIN weekly No. 2510:

Chinese Interiors + Love Hotel | PHOTO-EDITION-BERLIN

ART BARTER BERLIN | HBC

Goodbye London Radical Art and Politics in the Seventies | NGBK

THERE´S A TEAR IN MY BEER | Groupshow | West Germany

ART STAGE SINGAPUR EVENT | Basel - Kirschgartenstrasse 5

Sandra Meisel + Henry Kleine | September

Mohamad-Saadi Baalbaki | schultz contemporary

Yulia Kazakova | Frumpy Future | Tief im Blut Kunstkontor

GALLERYTOUR | Neues Problem, Metro, Oberhafen Kantine, 48 Stunden Neukölln


WM-SPEZIAL:

Fussball WM 2010 Screening + Photographien von Marcus Brandt | Galerie Gilla Lörcher

Olaf Heine | Shooting Football | Galerie Hiltawski

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Konstantin Schneider | 22.06.10

Zwischen Hype II und Hass

Wieder recht locker sassen die Millionen bei einigen der mehr als 62.500 Besucher der ARTBASEL. Kein Wunder, beläuft sich das Vermögen der weltweit 10 Millionen Millionäre laut neuesten Schätzungen doch mittlerweile auf 39 Billionen Dollar. Galeristen sprachen von einer Energie wie zu Zeiten des Kunst-Hypes. =>> TagesAnzeiger

Selbstredend gingen viele Kunstwerke an altbekannte Sammler der jeweiligen Galerien. Da verwunderte es natürlich auch nicht, dass Billy Childish seine rotzfrech hingemalten Bilder im Stile eines Van Gogh oder Edward Munch bei Neugerriemschneider im Verlaufe der Messe allesamt loswurde. Der 1959 geborene Brite hat sich gegen alles verschrieben, was noch mit jung und zeitgenössisch etikettiert wird. Sein Auftritt bei Neugerriemschneider dürfte viele Besucher verwirrt haben, die nicht wussten, dass er auch im Kontext des WORLD ART HATE DAY 2010 stand, der listigerweise für Montag, den 21.6.2010, also einen Tag nach Abschluss der ARTBASEL, angesetzt wurde. Das verächtliche Spiel mit Realität und Wirklichkeit, es hält uns weiter in Atem.

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Konstantin Schneider | 19.05.10

Berliner und Wiener Weekly - Teil II

Bevor es überübermorgen für 2 Wochen nach Hong Kong, Macau und Singapur geht, anbei Teil II unserer Berliner und Wiener Beobachtungen. Übrigens könnte es passieren, dass das tolle Berliner Stadtschloss für einige Jährchen nur als Betonklotz zu besichtigen sein wird, meldet der Spiegel, da einfach keine Spendengelder für die Fassade reinkommen. Aber den Hamburgern soll es ja mit ihrer Elbphilharmonie auch nicht viel besser gehen. Das ganze Bürgergeld, dass für die Finanzierungslücken eingeplant war, scheint bei Ackermann und Co. im Orkus gelandet zu sein. Jetzt hofft man, in den USA Spender zu finden, dabei haben die doch nur Dresden in Schutt und Asche gelegt.


BERLIN/WIEN weekly No. 1910:

Asgar/Gabriel | hilger contemporary

PERSONAL STRUCTURES: TIME – SPACE – EXISTENCE | Galerie Georg Kargl

I remain silent | curated by Erik Schmidt | Galerie Krinzinger

curated by_vienna 2O1O | Schleifmühlgasse

curated by_vienna 2O1O | Eschenbachgasse

Unterschiedliche Wirklichkeiten | CoachingCulture Gallery

Mrs. Roberts is gonna be late | curated by VALIE EXPORT | Charim Galerie

Johannes Buss | self-investigation=decriminalization | Fridey Mickel

Thomas Feuerstein | Galerie Strickner @ VIENNAFAIR 2010

Nina Petri & Volker März | Kafka in Israel - Lesung | TAMMEN Galerie

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Konstantin Schneider | 12.05.10

VIENNAFAIR 2010 +++

Nachdem wir unseren Galleryweekend-Job erledigt hatten, gönnten wir uns Dienstagabend noch sechs Stunden Schlaf und brachen dann mittwochfrüh zur VIENNAFAIR auf, auf der sich auch etliche Berliner Galerien präsentierten.

Freuen konnten wir uns dann am Donnerstagabend mit Claudia Spatt darüber, dass urplötzlich der Kölner Galerist Klaus Benden in ihrer Ausstellung "The Story Of..." auftauchte und ihr zwei Arbeiten für seine Privatsammlung abkaufte.

Kurz davor waren wir in die Kunsthalle Exnergasse geeilt, um uns dort die von Kathrin Becker und Claudia Marion Stemberger kuratierte Ausstellung "No more bad girls" anzuschauen, in der es multiple, prozessuale Identitätskategorien, wie migrantische Lebenssituation, sexuelle Orientierung, religiöse Zugehörigkeit oder ethnische Herkunft zu erforschen galt.

Angetan waren wir tags drauf natürlich auch von der sehr freundlichen Behandlung durch das Jennyfair-Team. Dass die zum zweiten mal durchgeführte Veranstaltung - von Satellitenmesse kann nämlich nicht die Rede sein - trotz der allgegenwärtigen Auflösungserscheinungen Entdeckungen ermöglichte, war natürlich ein schöner Nebeneffekt.


VIENNA weekly +++ :

VIENNAFAIR I | Messe Wien

VIENNAFAIR II | Messe Wien

Christiane Spatt | The Story Of... | Galerie Michaela Stock

No more bad girls | Groupshow | Kunsthalle Exnergasse

DeGeneration | Jennyfair 2010

Wenn die Nacht am tiefsten | Groupshow | BEL ETAGE

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Konstantin Schneider | 04.05.10

Greetings from "The Supernatural Art Place of the World"


Mein Platz an der Sonne in Berlin war auf dem Dach des Weekend Clubs. Der Zebra-Hut stammt übrigens aus Neukölln.

Dass Kunst für Berlin die beste Medizin ist, darauf konnten sich am GALLERYWEEKEND 2010 offensichtlich alle, aber auch absolut alle verständigen. So hielt uns Olafur brilliant den Spiegel der Natur von heute vor, zu der wir bestimmt jederzeit zurückkehren können, erhob Thomas Olbricht einfach ungeniert erstmal seinen Eros über alles und der Milliardär? unter den Künstlern hatte neben einem neuen Schaf ja auch seine Pillen- und Medizinschränkchen mitgebracht. Ob er sich denn auch mal selbst in Formaldehyd einlegen würde, hatte Bernd Kungel vom ZDF Damien Hirst spitzbübisch gefragt, woraufhin dieser sinngemäss antwortete, das hätte er dann wohl schon mit 26 machen sollen. Yeah!

Meine 3 tollen Tage gibt es unter KUNSTKONTAKTER TOTAL zu sehen.

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Konstantin Schneider | 26.04.10

Wolken, VIPs und viele Sammler

Dass die Ruhe vor dem Sturm von möglicherweise 700 Sammlern auf Berlin auch Vorteile haben kann, zu dieser Erkenntnis zwang uns letzte Woche die Aschewolke, wegen der unsere Flugreise nach Köln zur ARTCOLOGNE 2010 nämlich ausfiel. Ihretwegen konnte der britische Fotograf Alastair Thain allerdings auch nicht zu seiner Ausstellungseröffnung in der Galerie Morgen nach Berlin kommen. Auf ein Wiedersehen mit ihm hatten wir uns nämlich ganz besonders gefreut. Denn Thain ist ein unheimlich vielseitiger Fotograf. Man könnte ihn spasseshalber als "Tillmanns von der Themse" bezeichnen. Er hat schon viele Stars - darunter natürlich auch Beuys oder Gilbert & George portraitiert. Zuletzt hat er sich der Natur zugewandt, um Stars und Sternchen auch mal vergessen zu können. Mal sehen, wie viele uns von denen in den kommenden Tagen beim "KUNSTKONTAKTER FINE ARTS WEEKEND" über den Weg laufen. Zwei, drei bestimmt.


BERLIN weekly No. 1610:

Alastair Thain | Monotheism | Galerie Morgen

Studies & Theory | Groupshow curated by Birte Kleemann | KWADRAT

ITAliens | Groupshow | Botschaft von Italien

Iva Vacheva | sectio | Janinebean Gallery

Teatr Laboratorium | Spencer Sweeney | Veneklasen Werner

KUNSTKONTAKTER KOMPAKT | Berg19, Two Window Projects, SUBSTITUT

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Konstantin Schneider | 19.04.10

Say yes and bye bye

Den umfassenden Bericht über die Ausstellung Interieurs c/o Moabit in der ZWEIGSTELLE Berlin, Michael Schirners Bye, Bye bei CRONE, Claudia Angelmaiers "double images" bei Alexandra Saheb, die "SOURCE/RESOURCE" Groupshow mit einer kurzen Führung von Emily Trice durch die Wilde Gallery, Henrik Wolffs "Landschaften und Wolken" bei Markus Winter und Julia Montilla’s tolle BOX-Installation "SAY YES" in der Maribel Lopez Gallery möchten wir diese Woche besonders hervorheben. Mit der spanischen Künstlerin unterhielten wir uns ausserdem sehr gern in ihrer Muttersprache, zumal ihre aus Psychopharmakapackungen gebaute mentale Stadt uns noch einmal deutlich vor Augen führte, mit wieviel authentischer Sorge unsere südeuropäischen EU-CITIZENS sich noch des Themas Verdrängung anzunehmen wissen. Estupendo ! Gerade diese junge Kunst muss altern dürfen ohne deswegen gleich vergessen zu werden. Comprende?

Sehenswert allerdings auch Mira O’Briens Performance bei VIERTER STOCK, in der die 27-Jährige laminiertes Sicherheitsglas zerdepperte um den Anblick einer darunterliegenden Bodenarbeit gleich mitzuzerstören. Vielleicht macht uns die kritische "Generation Obama" ja noch verdammt viel Freude mit ihrer intelligenten Kunst.

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Konstantin Schneider | 30.03.10

Zu Ostern noch 10 Eier

Die Berliner Kunst-Szene, die sich zwar nicht immer dankbar zeigt, vernachlässigten wir auch letzte Woche trotz grosser Reisepläne natürlich nicht. So könnt Ihr im KUNSTKONTAKTER KOMPAKT die Honigrutsche der Gebrüder Chapuisat sehen oder verfolgen, wie sich in der Forgotten Bar Künstler, Sammler, Kuratoren und Galeristen am Schachbrett duellierten, denn wie meinte Organisator Sexauer: Jeder Schachspieler ist ein Künstler aber nicht jeder Künstler ein Schachspieler, was manchen Leinwänden oder Fotografien ja leider häufiger überdeutlich anzusehen ist. Den Gedanken, dass Takeshi Makishima, zu sehen bei Luis Campana, mit Peter Doigs Malerei sympathisieren könnte, fanden wir dagegen zumindest für Augenblicke reizvoll. Und froh stimmte uns, dass wir es nach mehrmaligen vergeblichen Anläufen endlich mal zu einer Eröffnung von The East West Project schafften. Die Performance, bei der in Pete Townsend Manier 9 Gitarren zertrümmert worden waren, hatten wir zwar verpasst, doch klärte uns David Carson aka the Ghostfucker bei der Führung durch die Kellerräume der Galerie zumindest über die Zusammenhänge auf.

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Konstantin Schneider | 22.03.10

Spring Feelings with "Westwind"

Auch wenn Daniel Buren seine Installation bei Buchmann Westwind nannte, ist die Frage woher der Wind der Zukunft weht, noch lange nicht geklärt. Rein zufällig aber ist der 72 Jahre alte Buren einer der einflussreichsten lebenden Künstler Frankreichs und gilt zugleich als einer der schärfsten Kritiker zeitgenössischer Kunst. Ob es ihm deshalb recht wäre, wenn der Kunstbetrieb mit wehenden Fahnen untergehen würde, lässt sich aus seiner Arbeit allerdings nicht herausinterpretieren. Läge die Galerie woanders, hätte das Ganze sicher auch Nordwind oder Ostwind heissen können.

Hier nun also nach langer Zeit mal wieder ein BERLIN weekly, der auch monthly heissen könnte, denn irgendwie sind wir seit Jahresbeginn ja kaum noch zum Luftholen gekommen und haben uns hier deshalb rar gemacht.

Ganz fern von Berlin hielt sich auch die 90-Jährige Tätowierlegende Herbert Hoffman, der als weltweit ältester Künstler seiner Zunft gilt und rund 40000 Menschen tätowiert hat. Bei den Gebrüder Lehmann sind aktuell 50 "Kunden" sowie "Models" ausgestellt. Ein wunderbares Zeugnis der Zeitgeschichte. Weniger schön allerdings ist, dass Hoffman angeblich über den Tisch gezogen wurde, keinen Zugang zu seinen Bildern hatte und eben deshalb nicht nach Berlin kommen wollte. Das erfuhren wir in einem Beitrag von FAZ KULTUR. In unserem eigenen Beitrag hatten wir den Galeristen Frank Lehmann noch mit der Annahme konfrontiert, Hoffmann sei wegen seines Alters die Reise nach Berlin wohl zu beschwerlich gewesen. Was nun wahr ist werden wir die nächsten Tage ja vielleicht noch herausbekommen. Derweil viel Spass beim Schauen.


BERLIN weekly Mix:

Code Manipultor | brot.undspiele galerie

Daniel Buren | WESTWIND, ARBEITEN SITUES | Buchmann Galerie

Constantin Luser // Johannes Vogl | Galerie Jette Rudolph

Jakob Schaible | SAKAMOTO Contemporary

Herbert Hoffmann | ST. PAULI SOUVENIRS | Galerie Gebr. Lehmann

KUNSTKONTAKTER KOMPAKT | Janinebean Gallery, TWO WINDOWS PROJECT, CUC, September

Valentin Hertweck | verbindlich | Galerie Gitte Weise

Minimalism Germany 1960s | Daimler Contemporary

KARLSRUHE KOMPLETT

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Konstantin Schneider | 01.02.10

Ambitions, Companions, Cubans, Owls und noch viel mehr

Dass das Thema Wildheit immer noch viel Phantasie freisetzt, Robert Wilsons Video Portraits in Entzücken versetzen können, Kuba ein Land ist, in das man sich einfach verlieben muss, die MAITRES FOUS niemals Ruh´ geben werden, klare Ambitionen einen weiterbringen uvam könnt Ihr diese Woche wieder im BERLIN weekly überprüfen.

Übrigens werden wir in unserer nächsten Ausstellung ABSOLUT KEIN AKT am 11.2.2010 bei brot.undspiele in der Gartenstraße 2 mal ein bißchen Prähistorisierung wagen. Nach vier Jahren BERLINER KUNSTKONTAKTER darf man das. Und Selbstmusealisierung haben wir schliesslich bei Bazon Brock gelernt.

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Konstantin Schneider | 29.11.09

Kunstsystem und Zivilisation

Nachdem wir letztens bei Neugerriemschneider Isa Genzkens Hommagen an den im Frühsommer verstorbenen King of Pop gesehen hatten, stellten wir uns mal wieder die Frage, ob es dem Kunstsystem wohl doch noch gelingt, mit dem System der größten Vermögen zu fusionieren.

Denn anlässlich des Symposiums "Musealisierung als Zivilisationsstrategie" hatten wir nochmal bei Meister Sloterdijk nachgeschlagen und lasen dort:

"Nach der Emergenz der artistischen Herstellungsmacht in der Renaissance, die den Künstler als den Meister der Landschaft, des Portraits und der Apokalypse groß machte; nach der Emergenz der Ausstellungsmacht in der frühen Moderne, die mit der Exhibition eines Pissoirs begann und zuletzt im sich selber exhibierenden Museum mündete, erleben wir aktuell die Emergenz der Kunstmarktmacht, die alle Macht den Sammlern in die Hände legt. Der Weg der Kunst folgt dem Gesetz der Veräusserlichung, das die Macht der Nachahmung gerade dort beweist, wo die Nachahmung am heftigsten geleugnet wird: Es führt von den Künstlern, die Künstler nachahmen, über die Aussteller, die Aussteller nachahmen, zu den Käufern die Käufer nachahmen." (Peter Sloterdijk, "Übungen und Fehlübungen", in "Du musst dein Leben ändern", S.689, Frankfurt am Main 2009)

Amen, amen, amen möchte man fast noch sagen.

Die nahe Zukunft wird es wohl zeigen, ob sich das Kunstsystem auf die Notwendigkeit besinnt, die schöpferische Imitation in die Werkstätten zurückzuholen, oder ob es die Kunst definitiv als Tummelplatz des Letzten Menschen blossstellt.


P.S.:Karin Sander Fans und die von ihr eingeladenen Künstler mögen uns verzeihen, doch hatten wir mit Blick auf das Jahresende bereits im Januar 2009 entscheiden müssen, ob Anfang Dezember Miami Beach oder das Marmarameer Ziel unserer Kunstausflüge über die Berliner Stadtgrenzen hinaus sein solle. Wir entschieden uns für Istanbul, werden am 4.12. also nicht in der Temporären Kunsthalle auftauchen, wo doch so viele Künstler vertreten sein werden, die regelmässig diesen Blog lesen.

BERLIN weekly No. 48:

Isa Genzken | Galerie Neugerriemschneider

DANIEL SINSEL | Galerie Mickey Schubert

jeder + the modern kilimshow | screwed papers + www.catonbed.de | Schwedenstrasse 16

Kim Nekarda | Marlene et Helena | KWADRAT

apl315 | innen-aussen / inside-outside | Matthew Bown Galerie

Die tote Stadt | Skulptur und Malerei von Sonja Blattner | Kronenboden

Henry Woller | Terra Vulgaris | Ballhaus-Ost

Grosse Gemeinschaftsausstellung | Tammen Galerie

Peter Sloterdijk | Symposium Musealisierung als Zivilisationstrategie

Harald Falckenberg | Symposium Musealisierung als Zivilisationstrategie

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Konstantin Schneider | 26.11.09

Retrospectives & Shitrospectives

Wieviel es an aktueller Kunst in Berlin so zu sehen gibt, wenn man/frau nur schnell genug unterwegs ist, das wollten wir auch in der Kalenderwoche 47 wieder zeigen. So schauten wir am Donnerstag zunächst kurzentschlossen bei CFA vorbei, wo Jake + Dinos Chapman ihre SHITROSPECTIVE präsentierten. Jake hatte allerdings wegen einer Nierenkomplikation ins Krankenhaus müssen. Danach huschten wir durch The WUNDERkammer bei Alexander Ochs, um uns dafür jedoch umso mehr Zeit für den grossen Fotografen F.C. Gundlach im Martin-Gropiusbau nehmen zu können. Und in der pool gallery gabs danach sogar auch noch was zu sehen.

Freitags machten es uns die Galerien in der Lindenstrasse und rund um den Checkpoint Charlie dann sehr viel leichter, viele Eindrücke zu sammeln, was sich einerseits im LINDENSTRASSENCHECK niederschlug und in den Einzelbeiträgen über Szymon Kobylarz bei ZAK BRANICKA, Simon English bei Volker Diehl, Jan de Cock bei Luis Campana sowie Wolfgang Schlegel bei Elly Brose-Eiermann. Endstation in doppelter Hinsicht war schliesslich bei KOMET, denn die Zeit der jungen Produzentengalerie läuft zum Jahresende ab, weshalb Denise Jähnig zusätzlich zu den Künstlern der Galerie noch ein paar Freunde einlud. Unheimlich gut gefiel uns dort der Panzerporsche von Molina Ghosh. Aber auch Hansa Wißkirchens Installation zum Chance 2000 Projekt von C. Schlingensief.

Für Susanne Pfeffer begaben wir uns am Samstag nach langer Zeit auch mal wieder in die Kunstwerke und hatten gleich Glück, dass gerade genau der Film aus OWEN LAND’s Dialogues Serie mit der Musik von Patti Smith’ Song "Because The Night" lief, in dem von einer jungen Frau in Dessous peu à peu immer lustvoller eine dieser als Sport Utility Vehicle bezeichneten Spritschleudern blankpoliert wird. McLuhan, der das Auto einst als die mechanische Braut des Mannes bezeichnet hatte, hätte sicher seine Freude gehabt.


BERLIN weekly No. 47:

F.C. Gundlach | DAS FOTOGRAFISCHE WERK | Martin-Gropius-Bau

LINDENSTRASSENCHECK | including Gebr. Lehmann, Konrad Fischer, Opdahl, Antje Wachs, September, Buchmann

Jan de Cock | Repromotion - new work | Luis Campana

Stephanie Dost | Ausnahmslos Subjektiv | Christian Ehrentraut

Give Up The Goods | Groupshow | pool gallery

Wolfgang Schlegel | mis sing | Galerie Elly Brose-Eiermann

Jake + Dinos Chapman | SHITROSPECTIVE | Contemporary Fine Arts

Simon English | Below the Belt | Galerie Volker Diehl

EIN BILD IST EIN BILD // The WUNDERkammer | Groupshow | Alexander Ochs Galleries

OWEN LAND // FOR THE USE OF THOSE WHO SEE | KUNSTWERKE

FAMILY & FRIENDS | Groupshow | KOMET BERLIN

Szymon Kobylarz | CIVIL DEFENSE | ZAK BRANICKA

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Konstantin Schneider | 02.09.09

Between Wedding and New Delhi


Das ist übrigens nicht der Arc de Triomphe sondern das India Gate

Was tun in den Ferien fragten wir uns vor einigen Wochen, als die Sommerpause anstand. Endlich mal ganz und gar abhängen oder vielleicht doch lieber ein Kunstabenteuer starten? Wir entschieden uns für die zweite Lösung und deshalb gibt es diese Woche eine mit vielen Eindrücken vom INDIA ART SUMMIT 2009 aufgemischte Wochenschau. Impfungen ersparten wir uns allerdings für diesen Kurztrip. Nachdem die Premiere noch als Kindergartenveranstaltung bezeichnet worden war, sind die Organisatoren mit ihrem Versuch, in Neu-Delhi eine global bedeutende Kunstmesse zu etablieren, diesmal aber schon ein gutes Stück voran gekommen, was durch unsere Pionierarbeit hoffentlich auch ganz, ganz deutlich rüberkommt.


Global weekly speziale:

INDIA ART SUMMIT | Privat Pioneer Selection I | Pragati Maidan New Delhi

INDIA ART SUMMIT | Privat Pioneer Selection II | Pragati Maidan New Delhi

INDIA ART SUMMIT | Privat Pioneer Selection III | Pragati Maidan New Delhi

INDIA ART SUMMIT | Statements

Prahibta Singh | My secret home on earth | Religare Artspace New Delhi

Talk about Thin & Thick Globalisation ? | Shaheen Merali at INDIA ART SUMMIT

Kinga Dunikowska | First of all Pleasures | Brot und Spiele Galerie

Australian Art For Berlin | Groupshow | Gitte Weise Gallery

Clement Page | Kuckei+Kuckei

Chasing Stillness | boredomresearch | [DAM]

Jennifer Oellerich | Regaining Dimensions | KWADRAT

Kulturpalast Wedding | Koltermann, Sennf

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Konstantin Schneider | 28.07.09

Ohne Kunstloch durch den Berliner Sommer

Da mittlerweile selbst im Sommer keine Kunstlöcher mehr entstehen, lohnte sich natürlich auch in der Kalenderwoche 30 der Blick nach Berlin.

Gefreut haben wir uns besonders darüber, dass Gilles & Pierre nach 15 Jahren erstmals wieder eine grosse Ausstellung mit vielen neuen Arbeiten in Berlin hatten. Das französische Künstlerpaar zeigt uns, wie dicht Kitsch und Underground, Pop Art und Pathos beieinander liegen. Dass ihre Kunst zu sozialer Dekoration taugt, ist unbestritten. Als Fotograf und Werbegrafiker haben die beiden nämlich grossartige Leitbilder kreiert, ohne die moderne Gesellschaften nicht funktionieren würden. Ganz sicher wird ihre spezielle "Ästhetik des Widerstands" gegen Normen und Konventionen immer wieder neue Generationen inspirieren.

Überhaupt lässt sich so langsam wieder eine grosse Entschlossenheit beobachten, auf jeden Fall weiterzumachen. Denn solange die "Berliner Luft" ihren aparten Duft verströmt und sich z.B. die Sister Cities Los Angeles und Berlin gegenseitig befruchten, werden die Feste eben wieder gefeiert, wie sie fallen.


BERLIN weekly No. 30:

Pierre & Gilles | Retrospektive | CO Berlin

KUNSTKONTAKTER SOMMERKUNSTAKTION | RAUM FÜR ZWECKFREIHEIT

SISTER CITIES LOS ANGELES/BERLIN | Groupshow | Merry Karnowsky Gallery

Iva Vacheva & Christopher Eymann | Ich verdopple Schätzchen | JANINEBEANGALLERY

BERLIN artspotters remastered | GERMAN CONSULATE GENERAL NEW YORK

Sommerfest | Literatur | Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf

Sommerfest | Bildende Kunst | Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf

Abner Preis & Nomad | HUNDSTAGE - HAPPY EVER AFTER | brot.undspiele galerie

passing through | KUNSTPUNKT BERLIN

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Konstantin Schneider | 07.07.09

ROHKUNSTBAU XVI, URBAN AFFAIRS & MORE

Diese Woche kommen wir recht kompakt daher und meinten es auch recht gut mit den Künstlern, die wir beehrten. Da wir nämlich angesichts der Temperaturen von vornherein nicht unbedingt alles sehen wollten, was es zu sehen gab - ein schweissnasser, rasender Kunstreporter mit Kühlerschaden, der hätte uns ja gerade noch gefehlt - hielten wir uns ganz einfach mal überall etwas länger auf. Vielleicht sollten wir das ja öfter tun. Denn manche Ausstellungen beanspruchen wegen verwinkelter Räumlichkeiten sowieso enorm viel Aufmerksamkeit. Z.B. die Urban Affairs im Stattbad Wedding. Und es lohnte sich auch, die Zeit zu investieren. Schliesslich hält Streetart viele Leute fit und bei Laune und sorgt dabei sogar immer noch auch für wichtige Denkanstösse.


BERLIN weekly No. 27:

Urban Affairs | Stadtbad Wedding

Istanbul Off Spaces | Kunstraum Kreuzberg/Bethanien

ROHKUNSTBAU XVI | Schloss Marquardt

Fashionweek 2009 | Pepe Jeans zu Gast bei Michael Janssen

TOPTWENTY 2009 | KUNSTKONTAKTER-BESUCHER RANKING | 1. Halbjahr

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Konstantin Schneider | 30.06.09

BASEL Extra - ART, SCOPE, VOLTA & more


Berlin Lounge - ob LEGO oder De Style liegt hier wohl ganz allein im Auge des Betrachters

Während auf dem Messeplatz zu Basel präventiv ein grosses schwarzes Kreuz aufgestellt wurde, um dem Kunstmarkt auf der ART im Ernstfall wenigstens ein anständiges Begräbnis bereitet zu haben, ging es auf der SCOPE sehr bunt zu. Immerhin ca. 15% aller Berliner Galerien waren auf den unterschiedlichen Messen in Basel vertreten. Und ich habe erstmals in Europa ausstellen dürfen. Natürlich fühlte sich der erlauchte Kreis der Sammler noch etwas überrumpelt. Naja, gut Ding will Weile haben. Und auf den anderen Messen gab es ja auch noch viel zu sehen.

BASEL Extra

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Konstantin Schneider | 01.06.09

Brooklyn, Berlin, Basel

Nach einer durch diverse Gründe bedingten Pause, gibt es hier also auch mal wieder den BERLIN weekly, den wir diesmal eigentlich Metropolitan weekly nennen müssten, da wir immerhin fünf der Beiträge aus New York mitgebracht haben.

Kurz vor unserem "Einsatz in Manhattan" als BERLIN artspotters erreichte uns übrigen die Einladung, auf der SCOPE Basel ordentlich mitzumischen, m.a.W. in der Berlin Lounge des LVBG Flagge zu zeigen. So werden wohl wieder einige Wochen bis zum nächsten Kunstkontakter-Lebenszeichen an dieser Stelle vergehen.

Aber so ist das, wenn's alle in die Fremde zieht, dann bleiben einige Hausaufgaben unerledigt. Das Haus, das der amerikanische Künstler Mike Bouchet im Dock der Arsenale schwimmen lassen wollte, welches zwischenzeitlich überraschend gesunken war und schon Assoziationen zur Immobilienkrise in Amerika weckte, konnte aber bereits geborgen werden.

Vielleicht ein gutes Omen für all die, die noch hoffen, dass sich doch nicht ganz soviel ändert wie befürchtet. Dabei ist doch die einzige Tatsache von universaler ethischer Bedeutung in der aktuellen Welt die allgegenwärtig wachsende Einsicht, daß es so nicht weitergehen kann.

Metropolitan weekly Berlin-New York:

BERLIN artspotters | German Consulate General

Barbara Eitel | Irgendwie dazwischen | KUNSTPUNKT BERLIN

Patricia Waller | Bad Luck | Galerie Deschler

Jonathan Monk | The Inflated Deflated | Casey Kaplan - New York City

Jonathan Borofsky | Five Large Paintings | Deitch Projects

Nigel Cooke | Andrea Rosen Gallery

Chelsea Gallery Tour I

Klaus Staeck | Schöne Aussichten - Retrospektive | Berlinische Galerie

Gazira Babeli | HAMMERING THE VOID | [DAM] Berlin

Ringen | Groupshow | CREAM contemporary

Franziska Holstein | Brote / Spiel | Galerie Christian Ehrentraut

Ewelina Chrzanowska | I Prefer To Draw Today | Galerie Volker Diehl

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Konstantin Schneider | 03.05.09

60 Jahre 60 Werke im Martin-Gropius-Bau



Laut Ex-Regierungssprecher Bela Anda das beste Kunstwerk der Ausstellung


Heute mal was "Wichtiges" vorweg. Denn BILD feierte sich in Berlin und die "Kandesbunzlerin" gleich mit. Deshalb schon heute alles rund um die Ausstellung "60 Jahre 60 Werke".

Dass man unser Deutschland immer noch wenigstens als "künstlerische Weltmacht" (FOCUS) präsentieren kann, hat den Machern der Ausstellung 60 Jahre 60 Werke Flügel verliehen. Und in der Tat war es ein Kunststück, dass der im Prinzip unverleihbare Flügel von Joseph Beuys aus den 60ern, doch noch die Reise vom Centre Pompidou an die Spree antreten konnte. Ursprünglich hatten sich die Organisatoren nämlich bereits einen Korb eingefangen. Doch da unsere "Madame-Non" bei Nicolas Sarkozy offensichtlich noch etwas Gut hatte, sprach sie ihn am Rande des NATO-Gipfels in Strassburg einfach auf den Flügel von Beuys an und erreichte damit letztendlich die Freigabe.

Wir konnten fast mithalten, erschienen wir doch ausnahmsweise mal in den Bundesfarben, allerdings in der Abfolge GELB, ROT, SCHWARZ. Schliesslich waren wir ja erst vor Kurzem in Belgien gewesen.

Beiträge zur Ausstelllung im Martin-Gropius-Bau:

60 Jahre 60 Werke | Martin-Gropius-Bau Berlin

60 Jahre 60 Werke | Stimmen von Staeck, Anda, Diekmann, Falckenberg, Goodrow, Lüpertz, Merkel

60 Jahre 60 Werke | Rede Kai Diekmann | MP3

60 Jahre 60 Werke | Rede Angela Merkel| MP3


Den BERLIN weekly No. 18 gibts dann heute Nacht

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Konstantin Schneider | 29.04.09

Brüssel, Kreuzberg, Mommsenstrasse

Unheimlich fix waren wir letztens mal wieder unterwegs gewesen, hatten Berlin sogar für ca. 26 Stunden den Rücken gekehrt, jedoch nur um uns ganz in der Nähe des Atomiums in Brüssel davon zu überzeugen, dass die Kernschmelze am Kunstmarkt bei einigermassen pfleglichem Umgang mit den Zeitgenossen nicht unbedingt in einen GAU ausarten muss.

Eine grossartig besuchte Vernissage, auf der sich viele treue Sammler versammelten, vermittelte ein schönes Gefühl davon, dass die Menschen im sicher ebenso geplagten Belgien, über ausreichend Selbstvertrauen verfügen müssen, welches sie davor bewahrt, in der Krise grobe Fehler zu machen.

Doch auch in Berlin war tags drauf zu spüren, das sich die Kunstwelt was einfallen lässt, völlig neue Raumressourcen auftut und sogar massenhaft hinfindet. Es mögen wohl mindestens 2000 Besucher gewesen sein, die sich am Moritzplatz einfanden um dort die Ausstellung "Das Unheimliche" anzuschauen und danach auf der KUNSTMAGAZINPARTY noch bis in den frühen Morgen hinein zu feiern und sich auszutauschen.

BERLIN weekly No. 17:

ARTBRUSSELS contemporary art fair 27 I | BRUSSELS EXPO

ARTBRUSSELS contemporary art fair 27 II | BRUSSELS EXPO

ARTBRUSSELS contemporary art fair 27 | Berlin Galleries | BRUSSELS EXPO

Das Unheimliche | Groupshow curated by Florian Müller-Klug | Modulorhaus

Natalija Ribovic | Verschwindlichkeit | Zweigstelle Berlin

Vanessa von Heydebreck | Papercuts Can Hurt, Too | Janinebeangallery

LUXUS, RUHE, WOLLUST | Groupshow | schultzcontemporary

Kristina Girke | Das siebente Ornament | Galerie Michael Schultz

Tierperspektiven | Die Kunstkammer im Georg-Kolbe-Museum, No. 2: Sabine Gross | Georg-Kolbe Museum

ARTISTS ON HORSES live | Konzert mit Kunst | Jarmuschek & Partner

Verantwortung und Risiko | Das Philosophische Quartett | ZDF

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Konstantin Schneider | 21.04.09

Die "unheimlich" hohe Kunst der Selbsthilfe

Dass öffentliche Aufgaben in Sachen Kultur mit Leichtigkeit zu privatisieren seien, dieser Traum scheint fürs Erste einmal geplatzt zu sein, meinte Peter Dittmar neulich in der WELT. Sponsoren wechselten vermehrt von der globalen Unterstützung des Ausstellungsprogramms zur gezielten Projektförderung.

So musste das Düsseldorfer Museum Kunst Palast mitteilen, es habe keine Sponsoren für die Ausstellung "Dressed! Art en vogue" gefunden, die am 4. April beginnen sollte, wird die Albertina in Wien auf die geplante Immendorff-Ausstellung verzichten oder lässt die Stiftung Villa Hügel in Essen uns wissen, die für nächstes Jahr geplante Ausstellung "Menschenbilder in der deutschen Kunst 1450-1550" werde nicht stattfinden.

Wir dürfen also gespannt sein auf die nächsten zwei Wochen, wie es in Brüssel, Köln und Berlin weitergeht und ob sich der Wind vielleicht noch mehr dreht. Hier gibt es allerdings erstmal 14 Features, die wir in den letzten 14 Tagen zusammengetragen haben, zu sehen, denn in den Berliner Kunstszenen, ist nach wie vor die Hölle los. In der "unheimlich" hohen Kunst der Selbsthilfe sind wir eben unschlagbar.

BERLIN weekly No. 15 + 16:

Katharina Grosse | Shadowbox | Temporäre Kunsthalle

Heiko Blankenstein | metaflora & kryptofauna | Galerie Alexandra Saheb

Seb Koberstädt | Nein | Campana Berlin

Paul Rascheja | HOMECOMING | FRIDEYMICKEL

Euan Macdonald | The Field | Galerie Zink Berlin

Don't follow me, I'm lost too | Groupshow | SUBSTITUT

Wolfgang Lugmair | ZWEI GRAD ÜBER NULL | KWADRAT

Das Weiche | Groupshow | FotoShop Berlin

Anna Ferrer Carne, David Sanches-Burr | fragile | Loris

Barry McGee, Ed Templeton, Raymond Pettibon | CIRCLECULTURE GALLERY

Sven Kalden | RESCUE US | Abel Neue Kunst

Martina Goldbeck | DESIRE Enjoy | Scotty Enterprises

Judith Stern | Döner Dimensions | nogallery

Revolution 7 | Groupshow | SevenStarGallery

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Konstantin Schneider | 06.04.09

Heulst Du noch oder schrumpfst Du schon ?

Trotz der Beteiligung von BERLINER KUNSTKONTAKTER am Kunstszene-Event Nummer 1, dem von Edmund Piper organisierten "Zirkus Minimus" bei Walden Kunstausstellungen, begaben wir uns auch diese Woche wieder mitten hinein ins Kunstgeschehen von Berlin. So sprinteten wir am Freitagabend noch schnell durch die Brunnenstrasse, entdeckten dabei den uns bis dahin gänzlich unbekannten AusstellungsOrt BURJUAR, dessen Name eine typisch berlinische Verhohnepipelung von Bourgeois sein soll, machten Halt bei KLEMM's, Birgit Ostermeier, Martin Mertens, invaliden 1, schauten kurz bei Rosalux und KOMET rein und begaben uns dann mit der Strassenbahn wieder zurück in die Kastanienallee 86.

So um die 1000 Neugierige schlenderten höchst achtsam zuerst durch die schmalen Gänge der dort im Massstab 1:10 aufgebauten Kunstmesse und delektierten sich danach im Hof an Sushi, Suppe und anderen Leckereien sowie der von Aussenborder ausgesuchten Mucke. Leider aber hatten einige empfindliche Anlieger wohl mal wieder zuviel "Krawall-TV" aus London gesehen, verwechselten deshalb fröhliches Miteinander mit Radau und verständigten so gegen Mitternacht noch den starken Staat, unseren Freund und Helfer. Völlig unnötig eigentlich, aber Beschäftigung ist nun mal Trumpf.

Londons Bürgermeister Boris Johnson bezichtigte die Protestler an der Themse übrigens des "Selbstekels", denn "die Menschen finden alle, dass sie zu viel ausgegeben haben. Sie haben ein schlechtes Gewissen, weil sie über ihre Verhältnisse gelebt haben. Das führt sie jetzt zu einem großen Zornesausbruch gegen eine winzige Minderheit. In der Wut auf die Banker äußert sich Selbstekel." siehe =>>FAZ

Was dazu wohl Nicolas Cage zu sagen hätte? Der Schauspielstar verkaufte sein Schloss Neidstein bei Etzelwang nämlich angeblich aus Geldnot. Aber wer weiss das schon genau...


BERLIN weekly No. 14:

Zirkus Minimus | Walden Kunstausstellungen

Maix Mayer | autofiktion | Galerie Eigen + Art

Sergei Sviatchenko | Mirror by Mirror | photo edition berlin

Karen Oostenbrink | Die Heiligen, die Möwen und das Meer | Komet Berlin

Mike Auerbach | terzio tiempo - die dritte Halbzeit | AusstellungsOrt BURJUAR

Jang Young | TAGESSCHU | Rosalux

Carly Fischer Finissage | KWADRAT

Form versus Inhalt | Karl-Hofer-Stipendiaten | Haus am Kleistpark

PERPETUUM | KEINE TRICKS | SAKAMOTO contemporary

KLEMM'S | Birgit Ostermeier | Martin Mertens | invaliden 1

temporary II | second home projects | Kulturstandort Wedding

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Konstantin Schneider | 01.04.09

Partisanen, Anlagen und Artworkaholics

Nicht nur die Prekarier sind angesichts der Finanzkrise ohnmächtig, sondern auch das Bürgertum, weshalb Diedrich Diedrichsens Befund von vor knapp einem Jahr, dass auch das Bürgertum nur aus Subkulturen bestehe, topaktuell bleibt. Andererseits scheint das subkulturelle Vokabular immer noch geeignet, Tendenzen und Zustände zu beschreiben, mit denen wir es bald überall auf der Welt zu tun bekommen könnten. So meinte z.B. Michael Schindhelm neulich im Spiegel angesichts des Endes der Grandiosität am Persischen Golf, "im Übrigen müssen wir jetzt improvisieren, von Master-Planern sozusagen zu Partisanen werden: Auch in Soho, in Berlin-Mitte, im Ruhrgebiet sind aus Brachen Kulturstätten entstanden. Vielleicht geht dieser Prozess in Dubai sogar schneller als anderswo."

Wie rasend schnell sich die Geschichte im "Übermorgenland", als welches die Golfstaaten schon bezeichnet wurden, doch dreht.

Und bei uns? Der Historiker Timothy Garton Ash gibt auf die Frage, ob 2009 zu einem Revolutionsjahr werde, zu bedenken, dass die Millionen junger Menschen, die eine Hochschulbildung haben und trotzdem keine Jobs finden, wie Sprengstoff seien und skizziert lässig den Phänotyp der "roten Erika".

Hier eine kleine Steuererhöhung und da ein kleines nationales Arbeitsbeschaffungsprogramm, das würde die "rote Erika" nicht befriedigen. Es sei für sie keine Lösung innerhalb des Systems vorstellbar.

Hoffentlich nicht!

Der BERLIN weekly No. 13:

Kenno Apatrida | Wilde Gallery

Artur Zmijewski | Democracies | DAAD

Künstler der Galerie | Galerie Deschler Berlin

Kerstin Schaefer | Blitzgeist | Elly Broese-Eiermann

Päivi Takala | Window Seat | Bourouina Gallery

Anlage | Groupshow | Galerie Mario Mazzoli

Alvar Beyer | Hohes Land | Realace

Martin Noll | silva | Galerie Jarmuschek und Partner

DISCOVER US | Groupshow | Uferhallen

Folter in der Kultur - Kultur der Folter | Artneuland

Folter in der Kultur - Kultur der Folter | Artneuland | Brockrede

Paco Knöller/Tan Ping | Two Energies | Alexander Ochs

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Konstantin Schneider | 27.03.09

Bunte Kreise, Kebab Monumente, Todsünden & more

In der KW 12 fragten wir bei einigen Künstlern und Galeristen nach. Bei Olaf Metzel z.B., wann er denn wohl seinen ersten Musenkuss am Bosporus erhalten habe? Oder Florian Pelka, warum es uns ähnlich sieht, dass wir insgeheim doch immer wieder nach Luxus streben? Den Galeristen Felix Brusberg, ob sich die Söhne ihre Väter aussuchen konnten? Und bei Niels Borch Jensen fragten wir uns selbst, ob bunte Kreise wirklich das höchste der Gefühle sind. Schliesslich hatte Olafur Eliasson letztes Jahr dem Stern noch zu Protokoll gegeben "Kunst soll schön sein und Spass machen!"

Da versteht wohl wieder mal jeder etwas anderes drunter. Wir finden z.B. gerade Unterwasservulkane in der Südsee so richtig schön. Ein Naturschauspiel der Extraklasse ist das. Aber dummerweise ganz schön weit weg.


BERLIN weekly No. 12:

Olafur Eliasson | The colour circle series | Niels Borch Jensen

Olaf Metzel | Kebap Monument | Schinkelpavillon

Florian Pelka | Die 7 Todsünden | TAMMEN Galerie

Ariane Boss | Gaulin&Partner

TRIP LIGHT | CAMILLE NORMENT | September

Wilhelm Mundt | Trashstones | Buchmann Galerie

Frank Neye | Come and see the Glam | Galerie Frenhofer Berlin

Väter & Söhne | Groupshow | Brusberg Berlin

Franziska Hufnagel | Shooting Stars II | Galerie Eva Bracke

Hard Left 2 | Groupshow | Merry Karnowski Gallery

Tim Stapel | Taken for Strangers 3 | Appartments

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Konstantin Schneider | 16.03.09

Berliner Ballon- und Mauergarten-Blues

Wie schnell die Krise einen doch dazu verleitet, manchmal zuerst das Negative zu sehen und dann vielleicht das Morgenrot. Als wir am Samstagabend bei Johann König einfielen und die umgekippte Gondel des Heissluftballons T.Y.F.F.S.H. von Kris Martin sahen, konnte der natürlich nur abgestürzt sein und jetzt füllte er also die Galerieräume. Glücklicherweise sassen wir dieser "Fehlkonditionierung" aber nur ca. 5 Nanosekunden lang auf, begaben uns dann in den "Backstage-Bereich" wo uns ein Matterhorn empfing, die Bergspitze also, die ja schon vielen Lust gemacht hat, sie zu bezwingen. Und wer nicht gut klettern kann, der schaut sie sich zumindest ergriffen an, und darum geht es ja.

Die spacigen Effekte in der Ballonhülle waren allerdings auch nicht schlecht. Als wir später auf dem Weg von König zu Hetzler dann auch noch am Berliner Ballon- und Mauergarten vorbeikamen, wo die Werbewelt der "WELT" ja schon vor Jahren ein Denkmal in Form eines mit Helium gefüllten Riesenballons hingesetzt hat, konnten wir nicht umhin, das auch schnell festzuhalten, um es dem Beitrag voranzustellen. Denn eine Welt, in der die Lust am Fliegen kein Ende nimmt, die wünschten wir uns in diesem Moment. Also schnell über den Berg und dann ab durch die Mitte, schoss es uns fix durch den Kopf.

Aber natürlich fanden wir auch das Spiel mit dem Feuer von Rob Scholte bei SCALA grossartig. "Lucifer in Paradise", eine gigantische Fleissarbeit, in der auf unzähligen quadratischen Tafeln die gesamte Streichholzschachtelwerbung seit der Erfindung dieser nützlichen Haushaltshilfe archiviert zu sein schien. Die Streichhölzer dagegen, als Bodenarbeit zu Vulkanbergen aufgehäuft, liessen erahnen, dass der einfache Feuerzauber vielleicht doch für alle Zeiten vorbei sein könnte. Aber das ging schnell vorüber. Schliesslich gibt es ja so viele Möglichkeiten, zu neuen Einsichten zu gelangen.

FEEDBACKSTAGE | Groupshow Curated by Fiona Liewehr | Galerie Thomas Schulte

Rob Scholte | Lucifer In Paradise | Galerie SCALA

Christian Holstad, David Robilliard | Aurel Scheibler Mitte

Kris Martin | T.Y.F.F.S.H. | Galerie Johann König

Darren Almond | Galerie Max Hetzler

Ursula Arnold | Ursula Arnold zum 80. Geburtstag | Kunststiftung Poll

Steve Schepens | Horror 32 | brot.undspiele galerie

Schickeria | Groupshow | Strassburger 6-9

Erik Andersen | 22 Wochen | janinebeangallery

Anna Genger | Trick or Treat | upstairs berlin

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Konstantin Schneider | 02.03.09

Wenn Journalismus Kunst wird

Wir haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass für uns auch Werbung oft Kunst ist. Dass es also für einen gelernten Kommunikationswissenschaftler nach all den Erfahrungen der letzten drei Jahre eine grosse Auszeichnung ist, wenn seine Arbeit als Kunst angesehen wird, wie die WELT zum dritten Geburtstag von BERLINER KUNSTKONTAKTER schrieb, hat uns daher ausserordentlich gefreut. Natürlich beherrschen wir das Handwerk der Aufmerksamkeitssteigerung. Und wir sind fleissig.

Deshalb konnten wir es trotz Riesenparty natürlich auch in der KW 09 nicht ganz lassen, uns in ein paar Galerien umzusehen, zumal das ZAGREUS in der Brunnenstrasse Süd ja perfekt in die Galerienzeile eingebettet ist. Also schauten wir dort ganz schnell bei Klemm´s, Pitrowski und Gillian Morris rein und wechselten bei Birgit Ostermeier mit Andre Tempel kurz ein paar Worte über seine Rauminstallation Visitors. Tags drauf stimmten wir bei Michael Schulz mit Helge Leiberg darin überein, dass kalt Baden derzeit nicht unbedingt schaden muss. Die Widerstandskräfte jedenfalls stärkt es. Gelohnt hat sich auch der Weg in den neuen Galerienkiez Schererstrasse im Wedding, der als Secondhome firmiert. Und natürlich dürfen Sie Philipp Geist´s Multi-Media-Installation "Tauchgänge" bei uns auch pur geniessen.


BERLIN weekly No. 09:

Drei Jahre BERLINER KUNSTKONTAKTER | Party @ ZAGREUS

KUNSTKONTAKTER on TOUR | Global Destination Mix I

Krise einer märchenhaften Schatzsuche | Peter Sloterdijk im Schweizer Fernsehen

KUNSTKONTAKTER on TOUR | Global Destination Mix II

Andre Tempel | Visitors | Galerie Birgit Ostermeier

Philipp Geist | Tauchgänge | ZAGREUS - Kochen/Kunst

Helge Leiberg | Time Break | Galerie Michael Schultz

BRUNNENSTRASSE SÜD | KLEMM´s, Pitrowski, Gillian Morris

Secondhome | temporary I | feat. Die Veränderer | Schererstrasse 9-11

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Konstantin Schneider | 26.02.09

Berlins rasender Kunstreporter bittet zum TRINKFEST



Wahnsinn! BERLINER KUNSTKONTAKTER - mobil, modern, metropolitan ART TV ist jetzt schon drei Jahre alt und feiert im ZAGREUS KOCH/KUNST ein Riesenfest. Unglaublich, wie schnell die letzten drei Jahre vergangen sind, in denen wir kunstinteressierten Menschen aus aller Welt begegneten und in denen wir wohlwollend aber mitunter auch sehr kritisch verfolgten, wie sich die Hierarchien des Kunstbetriebes umformten, ohne dass deswegen von Sieg oder Revolution hätte gesprochen werden müssen. Da Mobilität in dieser Zeit ja ein Hauptmerkmal unserer Tätigkeit war, bekennen wir uns natürlich gerade angesichts der aktuellen Krisenstimmung noch einmal ganz ausdrücklich dazu und haben den 3. KUNSTKONTAKTERGEBURTSTAG konsequent unter das Motto "GENERAL MOBILISATION" gestellt.

Natürlich seid Ihr alle eingeladen. Bringt die Freunde, die ihr auf den vielen Vernissagen am Freitagabend trefft, alle mit zur Party. Wir starten um 22 Uhr. Übrigens, unsere Party ist diesmal unser BERLIN weekly. Wer uns vermisst, sollte gratulieren kommen.

Im ZAGREUS, Brunnenstrasse 9a, im Hinterhof hinter der Baustelle erwarten Euch, Philipp Geist´s Wasser-Video-Installation "TAUCHGÄNGE", die DJ´s Cosmic poetry + Mike Riemel aka Aussenborder sowie the very Best of Shanghai, Miami & Madrid selected by Konstantin Schneider. Ahoi!

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Konstantin Schneider | 26.02.09

Who is Annie? We love Cindy!



Der Knaller der Woche war für uns nicht etwa Annie Leibovitz´ Show im CO sondern Cindy Sherman bei Sprüth Magers. Zwar liess sich die "Identitätspuzzlerin", der eine unfassbare Lust zur Hässlichkeit nachgesagt wird - obwohl in der Stadt - verständlicherweise nicht auf der Vernissage ihrer Ausstellung blicken. Denn die scheue Kaiserringträgerin wäre angesichts ihrer atemberaubenden Fähigkeiten hinsichtlich der Entlarvung von Perfektionsansprüchen sicher unter der Tonnenlast vergleichender Blicke zusammengebrochen. Doch mit ihrem aktuellen Ansatz, den Alterungsprozess, dem sie mit ihren 55 Lebensjahren genauso ausgesetzt ist, wie wir, durch Maskenspiel künstlerisch zu überhöhen, ging Sherman aufs Ganze, tastete sie sich doch näher als sonst an die bittere Realität heran.

Der zweite Lichtblick war Francoise Cactus, die in der Galerie Crystal Ball ihre wunderschönen "Häkeldiven und andere Starletten" zeigte.


BERLIN weekly No. 08:

Cindy Sherman | Sprüth Magers Berlin

Francoise Cactus | Häkeldiven und andere Starletten | Galerie Crystal Ball

Tim Ayres | to increase on return | Galerie Martin Mertens

MINTON´S PLAYHOUSE | Groupshow | artnews projects

LAb[au] | LAboratory for Architecture and Urbanism | [DAM]

Hier & Jetzt | Groupshow | Wewerka in der Kupferfabrik

Anke Kalk | SUNDAY MORNING DANCING | Galerie Metro

Arno Bojak | Grüsse aus Metamorphosika | KOMET Berlin

Gallery-33

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Konstantin Schneider | 19.02.09

Prickelpit aus Berlin und aus Madrid

In der KW 07 brachten wir insbesondere aus Madrid viele neue Bilder mit. Das Wegbleiben der internationalen Kunstelite, die derzeit offensichtlich nachrechnet, ob´s für den Easyjet überhaupt noch reicht oder aber vielleicht auch an ihren Anklageschriften gegen solche Schwerstbetrüger wie Madoff feilte, war nach Durchsicht spanischsprachiger Medien überhaupt kein Beinbruch, denn die ARCO soll für viele Kunstmittler angeblich sogar bessere Ergebnisse gebracht haben als die ARTBASELMIAMI.

Spannend aber war es hauptsächlich in den Galerieräumen mancher Aussteller, z.B. bei Helga de Alvear, wo wir uns Santiago Sierras aktuellste Arbeit "Los Penetrados" ansahen und bei Juana de Aizpuru, bei der es das Video "Pegasus Dance" von Fernando Sánchez Castillo zu sehen gab, in dem zwei holländische Wasserwerfer in einem sagenhaften Divertimento die Veränderung unserer Wahrnehmung von Staatsgewalt auf die Probe stellen.

Auf der ARCO taten es uns in erster Linie Marina Abramovic´s in Laos entstandene Arbeiten an. Für eine intensive künstlerische Auseinandersetzung mit der Finanzkrise war es aber offenbar immer noch zu früh. Sollten die Dompteure des Finanzzirkus etwa zu abgebrüht sein?


Weekly No. 07 BERLIN-MADRID:

Santiago Sierra | Los Penetrados | Galeria Helga de Alvear Madrid

Fernando Sanchez Castillo | Divertimento | Juana de Aizpuru

Norbert Bisky | Espacio Minimo Madrid

INDIA at ARCOMADRID 2009

ARCOMADRID 2009 I

ARCOMADRID 2009 II

ART MADRID 2009 I

ART MADRID 2009 II

Kathrin Becker | Excuse me, are you famous? | galerie invaliden 1

Simon Starling | Underlime | Temporäre Kunsthalle Berlin

Collected Voices | Heiser, Rudolph, Brock, Kittelmann, Wowereit, Pigozzi, Tinterow, Lepore, Obama...

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Konstantin Schneider | 06.02.09

Mit Dr. K gings doch rasant durch den Januar, oder?

Während der Kunstkontakter aka Dr. K im Januar nun wirklich völlig unentschleunigt sein Handwerk verrichtete, lassen sich die Vertreter des Geldgewerbes ab sofort offenbar doch wieder gern mehr Zeit, als eigentlich gut wäre, um Probleme zu lösen, die uns sonst übermorgen vielleicht über den Kopf wachsen. Auf einem "Gipfel der Hilflosigkeit" in Davos fragten sich jedenfalls alle, was machen wir jetzt bloss? Zudem täuschen die Memmen, die uns die Miesen eingebrockt haben, immer öfter einfach einen Selbstmord vor, um so elegant der Strafverfolgung zu entgehen ( siehe =>> ). Da bleibt einem echt die Spucke weg.

Wenn alles doch halb so tragisch sein sollte, wie es in den letzten Monaten vermittelt wurde, dann soll es uns nicht jucken. Ansonsten könnte es durchaus auch anders weitergehen. Vielleicht so nämlich: Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, dann steht der Lynchmob vor der Tür!

Aber keine Sorge, Dr. K ist auch in diesem Fall zur Stelle. Geniessen Sie also lieber den Berlin weekly No. 05:

VERUSCHKA Vera Lehndorff & Holger Trülzsch | SIGNS | LUMAS Showroom

Harald Hermann | In naher Ferne | Galerie Crone

Sebastian Schrader | Neuland | berlin art projects

Jim Avignon & Yukihiro Taguchi at SAKAMOTOcontemporary

John Cake + Darren Neave | KIPPENSCHLUMPF BÜRO | Markus Winter

Filiz Azak | Gute Böse Töchter Söhne | Lacke + Farben

Bernd Damke | Cala de las Mariposas | Kunststiftung Poll

JESCHONNEK, ZIPSER, ZWINGER | TAMMEN GALERIE

Sven Marquardt | Merry Karnowski Gallery

Bernar Venet | SCULPTURE FOR BERLIN | Schinkel Pavillon

Kate Theodore | Brennstoff! artistic refuse-derived fuel | TRASHMUSEUM Pankow

Christoph Korn | Non-Machine-Series | [DAM]

Maike Sander | festhalten | Priess Dörrie

Linda Francke | After Eight | Galerie Eva Bracke

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Konstantin Schneider | 26.01.09

Berliner Kunstbetrieb läuft langsam warm

Wer schon länger in Berlin lebt, weiss, dass die Stadt so ungefähr ab der 4. Kalenderwoche langsam ihre Betriebstemperatur erreicht, selbst wenn es draussen mal bitterkalt sein sollte. Warm ums Herz wurde uns diesmal aber schon wegen der Kunst im mehrfacher Hinsicht.

Den Gang in die Fasanenstrasse war z.B. allein die stark überarbeitete Bibel aller Kapitalisten wert. Adam Smith' Reichtum der Nationen lud in der von Andreas von Dühren kuratierten Ausstellung Portfolio bei Egbert Baqué so richtig zum schmökern ein. Bei Kuckei + Kuckei war es u.a. der olfaktorische Aspekt der die Ausstellung "why not ?", in der zeitgenössische südafrikanische Positionen gezeigt wurden, zu einem Erlebnis machte. Gerüche können wir ihnen hier ja leider noch nicht vermitteln. Deshalb einfach hingehen und selbst nachvollziehen!

Dass die Krise nie über uns gekommen oder zumindest schon halb überwunden wäre, wenn einfach die Kunst bestimmen könnte, dachten wir sowohl bei "Where and When", Sophie Calle's Ausstellung bei Arndt&Partner wie auch "im Land der beschleunigten Folklore" in dem sich Jörg Herold als Dokumentararchäologe betätigt hatte, um bei Eigen + Art etwas zeigen zu können. Beide Male war der Kopf hinterher frei für viele verschüttete Gewissheiten, an denen wir uns ja demnächst wieder aufrichten können.

Barack Obama hatte sich in seiner Antrittsrede seinerseits sehr fein ausgedrückt: "Was die Zyniker nicht einsehen wollen, ist der Umstand, dass sich der Boden unter ihren Füßen bewegt hat - und dass die schalen Argumente, die uns so lange beschäftigt haben, nicht länger zutreffen." Ein Satz wie ein Donnerschlag, aber so sachlich ausgesprochen, dass ihn längst noch nicht alle verstanden haben dürften.

Es gab natürlich noch mehr zu sehen und wer hier gerade nicht ausdrücklich erwähnt wurde, der grämt sich hoffentlich nicht gleich, sondern schaut lieber nochmal genau nach, ob er nicht doch dabei war.

Der BERLIN weekly No. 04:

Stefan Roloff | Layers | Galerie Deschler Berlin

Sophie Calle | Where and When? | Galerie Arndt & Partner

why not ? | Contemporary South African Art | Kuckei + Kuckei

Jörg Herold | Der Dokumentararchäologe im Land der beschleunigten Folklore | Galerie Eigen + Art

Portfolio | Groupshow curated by Andreas von Dühren | Galerie Egbert Baque

Patrick Gabler | Kreis und Kosmos | 18 m Galerie für Zahlenwerte

Chen Guangwu | Minimal Oriental | Alexander Ochs Galleries

Shi Xinning | Tale of the Two Cities | Galerie Arndt & Partner

Gib mir Stoff | Groupshow | FotoShop

Paperfile #3 | Groupshow | Galerie oqbo

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Konstantin Schneider | 20.01.09

Von guten Vorsätzen und einfachen Explosionen

In einer Woche, in der der vielen deutschen Meinungsmachern zutiefst unsympathische russische Ministerpräsident Vladimir Putin zu einem hochpreisigen Malerstar aufstieg, konnte auch uns in Berlin mal wieder nix erschüttern.

Jedenfalls verging uns nicht die Lust, Berlins Galerien und Kunsträume abzuklappern, um uns u.a. von den guten Vorsätzen des immer noch recht neuen Jahres, einen Eindruck zu verschaffen.

Zusammengestellt haben wir daraus für Euch den BERLIN weekly No. 03:


Gute Vorsätze | Groupshow | ZWEIGSTELLE BERLIN

Suse Weber | Formel:Verein | Galerie Barbara Weiss

Tine Furler + Gerard Hemsworth | Galerie Michael Janssen

Anna Reiner | SHE MUST BE SOMEWHERE ELSE | Galerie Elly Brose-Eiermann

Anonyme Zeichner | KUNSTRAUMKREUZBERG Bethanien

GLOBALPIX | Marek Pisarsky + Anne Peschken | Künstlerhaus Bethanien

OPEN STUDIOS | Künstlerhaus Bethanien

Katrin Kampmann | Die einfache Explosion | schultz contemporary

Burkhard Held | River deep, Mountain high | Galerie Michael Schultz

GVOON | Silent Auction | GALERIE DEGENHARTT

MICHELLE JEZIERSKI | galerie gerken

Bianca Regl | The Haven | DNA - Die Neue Aktionsgalerie

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Konstantin Schneider | 13.01.09

Gut gestartet !

Berlin ist ziemlich gut aus den Startlöchern ins Neue Jahr gekommen. Wir jedenfalls sahen das so, auch wenn es für einige grosse Galerien dieses Jahr angeblich noch recht ungemütlich werden soll. Neuerdings heisst es nämlich, dass das ganz ganz große Ding, das über Wohl und Wehe des ganzen Kunstmarkts auf der ganzen Welt entscheiden wird, die Versteigerung der Kunstsammlung von Yves Saint-Laurent bei Christie's im Februar ist. Das sieht jedenfalls Hamilton Nolan bei Gawker so. Die Schätzungen seien schon von einem Gesamthöchstpreis von 780 Millionen auf 380 Millionen Dollar gesunken. Quelle =>> www.gawker.com

Wenn unser BERLIN weekly No. 02 so insgesamt 7 Millionen einspielen würde, dann hätte wahrscheinlich niemand was dagegen. Hier isser:

Ali Kepenek | From Beyond and Back | DUVE BERLIN

Jim Avignon + Gebr. Metz | Der Aufstand der Dinge | SAKAMOTO contemporary

Thukral & Tagra | Nouveau Riche | NATURE MORTE BERLIN

Jürgen Wolf | Bäuchlings... | Jarmuschek&Partner

Torsten Solin | Strange Animals | KOMET Berlin

Eclectic Images | Curated by Jamila Adeli & Arsenal | Bodhi Berlin

We will win | Groupshow | ZERN

Hans Ahnert | Projektraum | Galerie Schuster Berlin

Uwe Wittwer | Verwehung | Nolan Judin Berlin

Nicolai Huch | Aufwachen, es wird dunkel | FRISCH

Bill Viola | Haunch of Venison

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Konstantin Schneider | 24.12.08

Ist denn echt schon Weihnachten?


Hallo! Merry Christmas alle zusammen! Fühle mich ausgezeichnet. Hab's gerade so geschafft.

Liebe Kunstfreundinnen und Kunstfreunde,

ein Jahr, in dem ausserordentlich intensiv am Glücksrad gedreht wurde, viele von uns mittels jeder Menge neuer Ideen die Glücksgöttin Fortuna regelrecht herbeizwingen wollten, geht nun zu Ende. Mir hat's gefallen. Gehe mit sattem Erkenntnisgewinn in die Weihnachtspause. "Je ne regrette absolument rien" hätte der olle Fritz gesagt. Also merry Christmas und juten Rutsch. Ach ja, meine MIAMI-Impressionen könnt Ihr Euch mitsamt all den anderen Messeevents 2008 unter ARTFAIRS-EXTRA 2008 anschauen. Den Rest findet Ihr bei mir. Ich schaff das heute sonst nicht mit der Bescherung und dem Gänsebraten. Also tschüssi, kommt gut durch die "Stillen Nächte". Bis bald.

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Konstantin Schneider | 24.11.08

OPEN HOUSE at Santa Claus - LIFEGUARD TOWER 13 Miami Beach

Gerade in den letzten Wochen sind wir immer wieder mal darauf angesprochen worden, ob wir nicht noch mehr aus unserem grossartigen BERLINER KUNSTKONTAKTER machen wollen? Wir antworteten daraufhin, na klar, erstmal fahren wir aber noch nach Miami ans Meer, was aber nicht nur zum Vergnügen geschehe, auch wenn wir natürlich die Badehose einpacken würden.

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Konstantin Schneider | 21.11.08

Die "Wa(h)re Kunst" des Überlebens

Angesichts der Weltrezession bedarf es sicher keiner grossen prophetischen Begabung um der höchsten aller Künste, der Überlebenskunst eine blendende Zukunft vorauszusagen. Wer zwischen "Yes we can" und "Shit we must" die richtige Balance findet, dürfte das kommende Jahr sicher gut überstehen. Leider ist allerdings nicht überall gleich ein Weg, wo sich ein Wille auftreiben lässt.

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Konstantin Schneider | 19.11.08

Mit dem Kunstkontakter von Haus zu Haus

Reichlich um die Häuser zogen wir in der KW 45. Als Anlageobjekt derzeit mancherorts zwar in Verruf geraten, sind sie in Berlin nämlich die Orte, an denen sich Kunst mal ohne den Stress, der am Kunstmarkt herrscht, präsentieren und weiterentwickeln kann und ambitioniert sind diese Einrichtungen allemal. Ob Haus am Waldsee, Haus am Kleistpark, Haus am Lützowplatz, sie alle sind den Besuch des Kunstgeniessers wert. Jammerschade allerdings, dass Via Lewandowskis Soundinstallation Applaus im Haus am Waldsee wegen der unflexiblen Dienstpläne besonders kostengünstiger Handwerksunternehmen nicht bereits eine Woche früher fertig geworden war.


BERLIN weekly No. 45

Via Lewandowski | Applaus | Haus am Waldsee

Alen Hebilovic + Richard Schütz | The Random Files | Abel neue Kunst

SUN YOUNG BYUN featuring Jin Li | Lost Identity of Value | Alexander Ochs

Dotan + Perry | Performance | brot.undspiele galerie

my space 03. Tirana-Berlin | Groupshow | Haus am Lützowplatz

Gestillte Sichten | Groupshow | Haus am Kleistpark

Photography and Installation | Groupshow | Janinebean Galerie

Antka Hofmann - Torsten Solin | KOMET BERLIN

Konträr | Groupshow | Ziegert for Art

Riyas Komu | Related List | Bodhi Berlin

Ayana Jackson | Looking-Glass Self | Galerie Peter Herrmann

Peruschan Baba | Groupshow | zoneB

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Konstantin Schneider | 07.11.08

Der BERLIN weekly No. 44 vom Kunstkontakter

Auf unserem Parcours durch die BERLINER KUNSTWOCHE No. 44 begegneten wir gleich zu Anfang dem genesenen Christoph Schlingensief, betätigten wir uns tags drauf erstmals in unserem Leben als KOONSKONTAKTER, schüttelten wir Wolfgang Tillmans die Hand, verschafften wir uns einen Eindruck vom Artist's in Residence Programm SEOUL//BERLIN, hetzten wir gleich zweimal zu Hetzler (Koons + Oehlen), sahen wir uns die schöne, grosse neue Ausstellungshalle von Bereznitsky Berlin in der Heidestrasse 73 an, hätten wir Sigmar Polke gern bei Julius Werner getroffen, wo wir aber immerhin seine Linsenbilder vor unsere Linse bekamen, liessen wir uns von Harding Meyer darüber aufklären, was sich in den letzten zwei Jahren in seiner Malerei so alles verändert hat, ärgerten wir uns zweimal so richtig schwarz (deshalb gibt's davon auch nix zu sehen oder vielleicht später), verlangten wir von Ingo Niermann resolut Auskunft darüber, was er sich denn dabei denke, in Berlin ein Rekrutierungsbüro für die US-Army zu eröffnen, drehten eine schnelle Runde bei Schuster und tänzelten bei Guido W. Baudach um das Putzpersonal herum, um ein paar Impressionen von Bjarne Melgaard's Ausstellung A Kidwhore in Manhattan in den Kasten zu bekommen.

Zu diesem Programm auch noch die 5 Berliner Kunstmessen zu packen, wäre des Guten wohl etwas zuviel, dachten wir. Unsere Festplatten qualmten sowieso schon. Vielleicht ein andermal. Insgesamt gesehen sollen die Geschäfte zufriedenstellend gewesen sein. Smarte Jungs, die sich wie in London mal schnell mit dem Taxi zu einer Kunstmesse kutschieren lassen um dort drei Monatsgehälter auf den Kopf zu hauen, hat es in Berlin ja sowieso noch nie gegeben.

Sie dürften traditionsbewussten Sammlern aber auch andernorts in den nächsten Jahren nix mehr vor der Nase wegschnappen. "Vor wenigen Jahren noch herrschte Heuschrecken-Alarm. Jetzt kriegen die Heuschrecken selbst einen Schreck", spottete ein Händler im Zusammenhang mit deren Verlusten rund um die VW-Aktie.

Geniessen wir doch einfach die Zeit.

Ihr Konstantin Schneider


BERLIN weekly No. 44:

Jeff Koons | some words at Presseconference New National Gallery

Jeff Koons | Galerie Max Hetzler

Wolfgang Tillmans | Neugerriemschneider

Der Kunstkontakter trifft Christoph Schlingensief im AUTOCENTER

Eröffnung der Halle Heidestrase 73 | Bereznitsky Berlin

Bjarne Melgaard | A Kidwhore in Manhattan | Guido W. Baudach

Albert Oehlen | (catalogue) | Max Hetzler Osramhöfe

Harding Meyer | About Face | Jarmuschek & Partner

Sigmar Polke | Linsenbilder | Julius Werner Berlin

American Academics | Groupshow | Schuster Berlin

Emerging ART Seoul//Berlin | GSH-Höfe

Ingo Niermann | Join the Army now | ZERN

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Konstantin Schneider | 26.10.08

Crisis is just another word for Change

oder geht der Kunstmarkt in die Knie, dann bitte erst in Miami !

Also liebe Kunstfreundinnen und Kunstfreunde, den BERLIN weekly vom BERLINER KUNSTKONTAKTER soll es jetzt tatsächlich auch hier beim KUNSTBLOG geben und diesmal bekommt Ihr ihn sogar gleich als Doppelausgabe.

Vielleicht stimmt Ihr uns ja gleich zur Premiere auch zu, wenn wir einfach mal so behaupten, dass der Verlauf von Schmerz- und Scherzgrenzen gegenwärtig fast identisch sein muss. Denn angesichts der gewaltigen Umschichtungen von wirtschaftlicher und sozialer Macht, die derzeit im Gange sind, wäre es doch gelacht, wenn nicht zwischendurch mal wieder diese ethymologischen Grunderkenntnisse zu Gewissheiten würden. Klar, die wahren Dimensionen unseres Epochenwandels zu erfassen, ist derzeit alles andere als leicht und wahrscheinlich werden wir sie deshalb auch erst im Verlaufe der nächsten Jahre erkennen können.

Diesmal noch sollen die Sammler in London ja angeblich recht tapfer zu den Künstlern gehalten haben, doch wurden die Verkaufsergebnisse auf der Insel wahrscheinlich nur angesichts der gegen Null tendierenden Erwartungen als gut bezeichnet. Riskiert wurde dort nicht mehr allzu viel, fast alles wurde reiflich überlegt. Wir z.B. hatten aber auch schon Mitte Februar entschieden, dass wir unser Londoner Quartier im diesjährigen Kunstherbst-Marathon in Wimbledon aufschlagen würden. Damals waren wir natürlich noch von vielen, vielen Assen ausgegangen, also direkt verwandelten Gewinnschlägen, welche ja seit Boris Becker für die Meister ihres Fachs zur reinen Routinesache geworden sind. Wer hätte im Frühjahr 2008 für Heuschrecken oder die Lehmann Brothers auch nicht alles gern seine Hand ins Feuer legen wollen?

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