Markus Wirthmann | 04.07.10
Elisabeth Rosenthal @ The Spot
Wie gerufen um mal wieder ein Sonntagsvideo zu präsentieren flattert mir heute morgen ne E-Mail mit Link in den elektrischen Briefkasten. Elisabeth Rosenthal, deren Bekanntschaft ich höchstpersönlich in Dresden zu machen die Ehre hatte, zelebriert Aufführungen, die irgendwo zwischen Matthew Barney, Max Raabe und den Jacob Sisters angelegt sind ohne im mindesten peinlich oder kabarettistisch zu werden. Der zarte Schmelz einer imaginierten Fernsehwelt trifft auf das Geräusch eines Zahnarztbohrers ...
Den mitreisenden Ankündigungstext der Dresdner Galerie muss man sich dementsprechend warscheinlich schnarrend wie durch ein uraltes Kondensatormikrofon denken:
"Wir möchten Sie auf eine KUNST - Performance aufmerksam machen. Anlässlich der Museums-Sommernacht wird die Künstlerin ELISABETH ROSENTHAL im ALBERTINUM eine Live Performance zeigen.
All das am nächsten Samstag im Albertinum zu Dresden zwischen 21 und 23 Uhr!
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Markus Wirthmann | 28.02.10
dis appearance
Der Film zum Sonntag #17
dis appearance von Daniel Sabranski

dis appearance ist Teil eines Video-Features nebst Audio-Interview mit Daniel Sabranski im Online-Magazin Bruno
Adib Fricke | 03.01.10
Alice Forever
Der Film zum Sonntag #16
Alice in Wonderland, England 1903, 8:20 min
Alice in Wonderland, England 1903, 8:20 min
Kurz vor Jahresende machte die Kunst-Blog-Redaktion noch einen gemeinsamen Ausflug ins Kino: »Avatar – Aufbruch nach Pandora« von James Cameron war der Film der Qual. Wenn schon, denn schon – also bitte in der 3D-Version. Die Filmtechnik war schockierend gut. Die extra zu erwerbende 3D-Brille brachte die Augen nicht zum Tränen sondern gab dem Blick eine ungewöhnliche Tiefe. Und die Animation war klug gemacht: Kleine Insekten im Vordergrund anstelle aufdringlicher Monsterköpfe mit weit aufgerissenen Mäulern, die Zuschauer in der 1. Reihe zu fressen scheinen, machten die virtuelle Räumlichkeit zu einem spannenderen Blickfeld. Die Leinwand wirkte wie ein Diorama in einem besseren Naturkundemuseum, was ganz amüsant war. Dass das immer wieder kehrende Thema der Kulturbegegnung zwischen zwei Gesellschaftsformen – hier in der Variante von erobernden weißen Männern und lieben Indianern erzählt – eposartig auf 161 Minuten ausgebreitet werden musste, war allerdings nicht zu verstehen. In der offiziellen Pinkelpause verließen wir das Kino. Die Diskussion beim filmanalytischen Abschlussdrink ging mehr um die Technik und um den in der Vorschau angekündigten neuen »Alice in Wonderland«-Film von Tim Burton (der von Disney ebenfalls in einer 3D-Variante produziert wurde).
Das traf sich gut, weil ich sowieso schon seit zwei, drei Wochen eine kurze Alice-Verfilmung in dieser Kunst-Blog-Rubrik vorstellen wollte: Die vermutlich älteste Filmadaption des 1865 von Lewis Caroll veröffentlichten Kinderbuchs. Diese enstand 1903 in England, Regie führte Cecil M. Hepworth, der Film ist nur noch unvollständig erhalten. Kaum eine Geschichte eignet sich wohl so gut, das Absurde und Fantastische episodenhaft mit visuellen Mitteln auszuloten und der realen Welt mit ihren physikalischen Gegebenheiten auf die eine oder andere Weise ein Schnäppchen zu schlagen.
P.S. Weitere Alice-Adaptionen werden bei YouTube in einer 8 Min. Zusammestellung des Nutzers movietvlover vorgestellt.
Markus Wirthmann | 22.11.09
Die Millionenblase
Schön, dass mich der Kollege aus Nürnberg, André Debus, in dem klasse Blog "Neues vom Tage" daran erinnert, dass wir ja ne Kategorie mit dem Titel Der Film zum Sonntag haben. Bisher hatten´s wir gegen den sonntäglichen Tatort ja immer schwer (besonders wenn er aus Münster kam) aber mit dem Ding sollte das kein Problem sein!
Danke André!
Diesen Film sollte man sich unbedingt ansehen, wenn man irgendwie mit Kunst zu tun hat: Die Millionenblase.
In diesem Film zeigt Ben Lewis was sich hinter den Kulissen der großen Spekulationen auf dem Kunstmarkt der letzen eineinhalb Jahre verbirgt. Brisant ist vor allem sein Zugang zu schwergewichtigen Sammlern und Händlern. So erfährt man in dieser spannend erzählten Dokumentation was sich tatsächlich hinter dem Verkauf von Damien Hirsts Diamantenschädel verbirgt und vieles mehr.
Redaktion | 12.07.09
DYNAMIC BAKERY
Der Film zum Sonntag #14
"DYNAMIC BAKERY" von Jörg Laue
Vorgestellt von Esther Ernst
DYNAMIC BAKERY zeigt einen Ausschnitt alltäglichen Lebens in der trostlosen und verrohten Innenstadt Johannesburgs. Niemand außer illegal arbeitenden Prostituierten traut sich dort nach Einbruch der Dunkelheit auf die Straße. Das Feuer, an dem sie sich zu wärmen versuchen, und die Autoscheinwerfer ihrer Freier geben das einzige Licht für die nächtlich-winterliche Videosequenz.
Während der artifizielle Charakter des Bildmaterials die Distanznahme inmitten des unvermeidlichen Voyeurismus akzentuiert, unterstreicht die Tonspur aus klangelektronisch bearbeiteten Alltagsgeräuschen die desillusionierende Stimmung des Ortes.
Redaktion | 07.12.08
火车 - Eisenbahn
Der Film zum Sonntag #13
"火车 - Eisenbahn" von Mei Jian
Vorgestellt von Markus Wirthmann
"Eisenbahn" ist ein Kurzfilm des chinesischen Künstlers Mei Jian.
Die Stimme, die durch den leeren Waggon schallt, zählt Dinge auf, die ein "ordentlicher Chinese" zu tun oder zu lassen hat. Diese Art von Anweisungen wurden gerade vor den olymischen Spielen in China verstärkt verbreitet.
Die Untertitel sind mit Hilfe eines Übersetzungsprogramms erzeugt. Auch dies eine in China weitverbreitete "Unsitte", die es eigentlich angesichts der skurrilen Ergebnisse, so Mei Jian, zu vermeiden gilt.
Markus Wirthmann | 16.11.08
TIANDUCHENG
Der Film zum Sonntag #12
"TIANDUCHENG" by Caspar Stracke
presented by Markus Wirthman
TIANDUCHENG from Caspar Stracke on Vimeo.
Tianducheng is a work-in-progress of a video project being developed in the Paris-Style designed gated housing community in Tianducheng (near Hangzhou). It was completed in 2007, housing occupancy so far? Less than 30 %. A ghost town.
Néanmoins, on on parlez Francais ici!
(C. Stracke)
Redaktion | 10.11.08
grau
Der Film zum Sonntag #11
"grau" von Liu Yi Nan
Vorgestellt von Markus Wirthmann
Wie auch der letzte Film entstand der Animationsfilm von Liu Yi Nan, "grau", an der CDK in Hangzhou. Es ist die zweite aus einer kleinen Reihe von Arbeiten, die ich in den nächsten Wochen hier vorstellen werde.
Liu arbeitet gerade an seiner Abschlussarbeit in der Klasse Medienkunst. Er beschäftigt sich hauptsächlich mit Animation und interaktiven Video-Installationen.
Redaktion | 19.10.08
人为错误新 - Menschliches Versagen
Der Film zum Sonntag #10
"人为错误新 - Menschliches Versagen" von Deng Ji Yun
Vorgestellt von Markus Wirthmann
Episodenfilm, in dem die Taschenlampe des Künstler-Protagonisten eine zentrale Rolle spielt. Deng Ji Yun ist 1985 geboren und schließt derzeit sein Studium an der Chinesisch-Deutschen Kunstakademie in Hangzhou, China, ab.
Redaktion | 17.08.08
Ich werde keine langweilige Kunst mehr machen
Der Film zum Sonntag #9
John Baldessari, I Will Not Make Any More Boring Art und Baldessari Sings Lewitt
Vorgestellt von Adib Fricke
Der ca. 13 Min. lange Film I Will Not Make Any More Boring Art von John Baldessari aus dem Jahr 1971 ist fast schon ein Klassiker konzeptueller Filmkunst. Baldessari war eingeladen, am Nova Scotia College of Art and Design in Kanada eine In Situ-Arbeit zu realisieren. Er konnte die Einladung jedoch nicht persönlich annehmen und schlug dafür als Arbeit vor, dass die Studierenden des Colleges den Satz »I will not make any more boring art« auf die Galeriewände schreiben. Er selbst beteiligte sich daran, in dem er den Satz für die Videokamera so oft auf ein Blatt Papier schrieb bis dieses voll war ...
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Redaktion | 22.06.08
Schwanensee
Der Film zum Sonntag #8
Markus Wirhmann, Schwanensee
Vorgestellt von Peter Lang
Markus Wirthmann, Schwanensee, 2001, 5:11 min, Video
Auf einer Wasserfläche beschreibt ein ferngelenktes Modell-Rennboot mit hoher Geschwindigkeit verschiedene Figuren. Dabei hinterläßt es, für die kurze Zeit die die Oberfläche benötigt um sich wieder zu glätten, Zeichnungen auf dem Wasser ...
Bislang entstanden im Rahmen dieser Arbeit die Videoinstallation "Schwanensee (thub)", zahlreiche Fotografien sowie die beiden Videos "The Making of..." und "Schwanensee", beide mit Musik aus dem Ballett von Peter Tschaikowsky.
Redaktion | 15.06.08
Kind als Pinsel (Kooperatorka)
Der Film zum Sonntag #7
(e.) Twin Gabriel, Kind als Pinsel (Kooperatorka)
Vorgestellt von Markus Wirthmann
(e.) Twin Gabriel, Kind als Pinsel (Kooperatorka), 2007, 6:22 min, Super-8-Film
„Die Erziehung der Hirse“ ist ein Lehrgedicht von Bertolt Brecht. 1952-54 hat Paul Dessau den Text vertont. Aus diesem Chorstück wurden einige Abschnitte ausgewählt und gesungen. Super-8-Filmfragmente über eine fröhliche Kindheit in der DDR sind damit unterlegt.
Anlass für diese Arbeit war die Ausstellung „Walden 3 – Ästhetische Bildung im Kindesalter“ im Kunsthaus Dresden 2007.
Redaktion | 25.05.08
MUTO
Der Film zum Sonntag #6
MUTO, animierte Wandmalerei von BLU
vorgestellt von Monique Förster
BLU, MUTO, 2008, 7:26 min.
Street Art, ein Phänomen urbaner Landschaften, künstlerisch politische Waffe im fortschreitenden Gentrifizierungsprozess, ist spätestens seit dem 23. Mai 2008 in den künstlerischen Adelsstand erhoben worden. Bot das Ausstellungsprojekt Backjumps – The Live Issue #3 im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien im letzten Jahr noch die Gelegenheit eine feine Stop-Motion-Animation von Blu in Berlin zu sehen, muss man nun die Tate Modern in London bereisen. Neben Murals von Sixeart, JR, Faile, Os Gêmeos, Nunca ist auch eine großformatige Wandarbeit von Blu an der Außenhaut des Museumsgebäudes entstanden. Aber das eigentliche Ereignis dieses Monats ist die Veröffentlichung von MUTO.
Mehr Infos über BLU.
Monique Förster, 1984 Mitbegründerin der Künstlerinnengruppe Erfurt; später mit ExterraXX Performance, Film, Fotografie; ab 1989 Aufbau und Leitung des Kunsthauses Erfurt; Ausstellungsmacherin.
Redaktion | 18.05.08
If You Can Do X, Why Can’t You Do Y?
Der Film zum Sonntag #4
Amanda Baggs, If You Can Do X, Why Can’t You Do Y? My All-Purpose Answer.
Vorgestellt von Adib Fricke
Amanda Baggs alias Silentmiaow, If You Can Do X, Why Can’t You Do Y?, 8:41 min, YouTube
Der heute vorgestellte Film ist kein Kunstwerk. Dass hier trotzdem auf ihn aufmerksam gemacht wird, hat etwas mit unterschiedlichen Wirklichkeiten zu tun.
Mit zeitgenössischer Computertechnik scheint es autistischen Menschen teilweise möglich geworden zu sein, mit ihren gewöhnlichen Mitmenschen zu kommunizieren. Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt in letzter Zeit Amanda Baggs, die unter dem Nutzernamen silentmiaow seit etwas mehr als einem Jahr bei YouTube kurze Videos einstellt. Diese Filme geben ihre Sicht der Wirklichkeit wieder, Silent Miaow nutzt die Videoplattform, um sich mitzuteilen. Ein Sprachsimulationsprogramm transferiert die von ihr eingetippten Sätze in hörbare Sprache.
Bekanntestes Video ist wohl In My Language, dass u.a. das Computermagazin Wired in einem ausführlichen Artikel über Autismus vorstellte: The Truth About Autism: Scientists Reconsider What They Think They Know. Es folgten weitere Artikel in us-amerikanischen Medien wie die New York Times etc. und ein bisschen ist Amanda Baggs damit plötzlich zum Online-Video-Star geworden ...
Redaktion | 10.05.08
Labyrinth Nr. 136
Der Film zum Sonntag #3
Gerhard Mantz, Labyrinth Nr. 136
Vorgestellt von Adib Fricke
Gerhard Mantz, Labyrinth Nr. 136, 2003, 6:30 min, DVD
Eine endlos wirkende Fahrt durch einen virtuellen Raum – imaginierte Wände, Decken und Tiefen. Ein ruhiger Kamerastandpunkt, kein Rasen durch luftige Höhe, kein schwungvolles Auf und Ab aus modernen Kinofilmwelten. Mit monotoner Geschwindigkeit gleitet der Betrachterblick durch eine zentrale Raumsituation. Alles wirkt wie eine lang Fahrt mit einer fest auf Augenhöhe montierten Kamera, wären da nur nicht die Aussparungen im Boden, höher liegende Flächen oder quer angeordnete Wände, die jeden realen Besucher im Raum komplett zum Stolpern bringen würden ... Nach sechseinhalb Minuten kommt der Film mit einem Fade-Out zum Ende. Dann erinnert man sich als Zuschauer wie das Video begann und das Labyrinth 136 wird wieder stärker zum Film als es während des Ablaufs deutlich ist. Mittendrin während des Schauens liegt der Gedanke an einen endlosen Loop nahe. Dadurch, dass die Arbeit als Film gezeigt wird, gibt es zum Glück einen Anfang und ein Ende.
Weitere Labyrinthe und andere virtuelle Raumflächen gibt es (in Ausschnitten) auf der Webseite von Gerhard Mantz zu sehen.
Redaktion | 04.05.08
ON - DIT
Der Film zum Sonntag, eine neue Kategorie für Videos bei Kunst-Blog.com. In loser Folge, jedoch immer an einem Sonntag, stellen wir interessante Künstlervideos vor. Das zweite, hier von Heike Lücke vorgestellte Video ist ON-DIT von Christine de la Garenne.
ON-DIT (2005). Das Videomaterial wurde uns freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt.
"Christine de la Garenne wählt für ihre Arbeit ON-DIT ein gemeinsames Symbol von Islam und Christentum: die Gebetskette, Tesbih bzw. Rosenkranz. In beiden Religionen hat sie die Funktion eines materiellen Glaubenträgers und soll die Konzentration auf das Gebet erleichtern. In Handhabung wie im Aussehen sind sie nahezu identisch, nur die Anzahl der Perlen unterscheidet sie. ..."
Text: Marion Koch auf der Website der Künstlerin.
Redaktion | 27.04.08
Sieben bis zehn Millionen
Der Film zum Sonntag, eine neue Kategorie für Videos bei Kunst-Blog.com. In loser Folge, jedoch immer an einem Sonntag, stellen wir interessante Künstlervideos vor. Wir beginnen mit Sieben bis zehn Millionen von Stefan Panhans, entstanden 2005. Vorgestellt wird es von Markus Wirthmann.
Das Videomaterial wurde uns freundlicherweise von der Galerie Olaf Stüber zur Verfügung gestellt.
Jetzt hat uns allerdings Donnie Jeanty zugetextet. Und der kann ja anscheinend nicht anders. Tut er/sie in Deinem Video ja dann auch. Und zwar dauernd, die ganzen sechs Minuten lang ohne Punkt und Komma mit zungenbrecherischer Geschwindigkeit. N´ totaler Nervtyp. Markus Wirthmann im Interview mit Stefan Panhans vom Dezember 2005.
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