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Markus Wirthmann | 21.01.10

Das Kunstkontakter Interview zum Jahresauftakt

Konstantin Schneider befragt von Starreporter XY Unverzagt

XY: Herr Schneider, wie fällt denn Ihre Prognose für das Kunstbetriebsjahr 2010 aus?

Schneider: Alles wird besser, aber einige werden dennoch nichts zu lachen haben, ausser satanisch vielleicht.

XY: An wen denken Sie da?

Schneider: An Damien Hirst zum Beispiel.

XY: Wieso gerade an den, der hat doch seine Schäfchen längst im Trockenen.

Schneider: Stimmt, das wars dann aber wohl auch. Dieser Mea Culpa Quatsch, den Hirst da gerade fabriziert, damit kann er nicht durchkommen.

XY: Können Sie das für unsere Leser bitte konkretisieren?

Schneider: Hirst ist ja nun einmal als Profiteur der Saatchi-Schule seit Jahren gut im Geschäft und hat sich getreu der ungeschriebenen Gesetze der Kunsteventsociety eine Frechheit nach der anderen erlauben können. Mit seiner Aktion am Tage, als die Lehmann-Brothers pleite gingen, hat er tatsächlich so eine Art Meisterstück abgeliefert, das ihm wohl für immer einen Platz in der Kunstgeschichte sichern wird. Aber danach brachen die Preise für Hirst ein, und zwar um sage und schreibe 50%, was bei ihm ja nun kein Pappenstiel ist.

XY: In der Tat!

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Michael Reuter | 11.08.09

Wer fürchtet sich vor der schwarzen Frau?


Heike Ruschmeyer: Monolog XXVIII, 1988, Kunstharz, Eitempera, Ölfarbe auf Nessel, 240 x 190 cm

Leichen, tote und missbrauchte Frauen und Kinder, gewaltsam Verstorbene: Die Bilder von Heike Ruschmeyer (*1956) sind nichts für zartbesaitete Gemüter. Dabei zelebriert die Künstlerin weder satanischen Messen noch bevölkert sie ihre Bilderwelt mit erdachten Horrorszenarien. Ihre Inspiration entzündet sich vielmehr an Tatortfotos aus der gerichtsmedizinischen Literatur – vorgefundene Wirklichkeiten, die sie in eine bedrückende Malerei übersetzt.

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Peter Lang | 08.08.09

bauhaus revisited

Ein Gespräch zwischen Peter Lang und Thibaut de Ruyter zur Ausstellung "Modell Bauhaus. Die Ausstellung", Berlin, Martin-Gropius-Bau, 22. Juli - 4. Oktober 2009

...Diese Ausstellung hat fast vergessen, was jeden Tag im Bauhaus passiert ist, und hat stattdessen ein Sammelsurium von Objekten, von unglaublich seltenen Exponaten arrangiert. Die drei großen Institutionen haben fast alles in ihrem Lager. Man kriegt dann ungefähr 20 Räume im Martin-Gropius-Bau voll mit Exponaten, Top-Exponaten. Und am Ende – ich bin sicher – ein Jugendlicher, der das nicht weiß, hat nicht verstanden, dass das Bauhaus ursprünglich eine Schule war. Die Frage wäre doch interessant: Was hat man dort gelernt? Wie lief ein normaler Kursus im Bauhaus? Wie viele Jahre hat man dort studiert, was hat man studiert? Was war der Grundkurs? Das gehört wirklich zur Bauhaus-Geschichte. Und das habe ich in dieser Ausstellung nicht gesehen. Es ist ein riesiges Problem, dass man das Bauhaus auf eine Menge von Exponaten reduziert und darüber vergisst, wie das Leben dort wirklich war. ....

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Markus Wirthmann | 07.07.09

Fort Knox an der Limmatstraße

Franziska Koch
Reserven
Kunsthof Zürich
10. Mai – 21. Juni 2009

Hintergrund der Arbeit von Franziska Koch im Kunsthof in Zürich ist eine Recherche zu den Goldreserven der Schweizer Eidgenossenschaft. Wo und wie werden sie gelagert? Wieviel ist es denn überhaupt und über welches Volumen (in Kilo oder Kubikmeter) reden wir dabei denn?

Zu meiner Überraschung konnte mir Franziska erzählen, dass ein Teil in Tresoren anderer Staatsbanken, beispielsweise, wie auch Teile des bundesrepublikanischen Goldes, im legendären Fort Knox in den USA gelagert werden.

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Michael Reuter | 23.05.09

Trend und Hypes #1
„Junge Künstler sind wieder interessierter an gesellschaftspolitischen Fragen"


Foto: Boris Schmalenberger

meint Petra von Olschowski, Geschäftsführerin der Kunststiftung Baden-Württemberg, im Gespräch mit Michael Reuter.

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„Junge Künstler sind wieder interessierter an gesellschaftspolitischen Fragen"« weiterlesen ...

 

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Michael Reuter | 11.05.09

Neues Leben aus alten Pelzmänteln


© NEOZOON 2009

Die animalischen Cut-Outs der Künstlergruppe NEOZOON können in Berlin und Paris hinter jeder Straßenecke lauern. Einzelne Tiere oder ganze Herden von Schafen, Rehen, Hasen und Bären, dazu in den Bäumen hängende faultierartige Wesen. Sie alle haben eine gemeinsame Herkunft: Es sind alte Pelzmäntel, die von NEOZOON künstlerisch bearbeitet und im Großstadtdschungel aussetzt werden. Michael Reuter führte ein Mailinterview mit den anonymen „Rekreationisten“.

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Gastbeitrag | 11.03.09

Interview with Yang Yong Liang

by R A Suri

Sroll down for the text in Chinese language.

RS The aesthetic quality of your work is quite prominent. Having known a traditional education in the arts yet embracing new technology both in content and form, what conflicts arose?

YY Concerning this question, for me, I am truly living in the contradictory environment. From my young age I was trained by Chinese traditional education, making me keep deep love for traditional culture in heart. And then I accepted western aesthetics and philosophy education. I may say the conflict impacted by this two definitely different education exist objectively, and even will be more obvious under Chinese present environment.

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Michael Reuter | 29.01.09

Nun sag’, wie hast du’s mit der Utopie?


Wolfgang Ullrich

Michael Reuter im Gespräch mit Wolfgang Ullrich, Professor für Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe

Der Philosoph Ernst Bloch beschreibt in seinem Hauptwerk „Prinzip Hoffnung“ die Utopie als eine im Kern nach vorn gerichtete Intention: „... jedes Kunstwerk, jede zentrale Philosophie hatte und hat ein utopisches Fenster, worin eine Landschaft liegt, die sich erst bildet.“ Hat sich die zeitgenössische Kunst nicht längst in ein marktwirtschaftlich geprägtes, fensterloses Separee zurückgezogen?

Es gibt noch einen aus der Romantik und den Avantgarden kommenden Gestus der Kunst, das ganz „Andere“ sein zu wollen und von einer besseren Welt zu künden. Aber ich glaube nicht, dass die zeitgenössische Kunst hier am stärksten ist. Sie ist eher reaktiv und reflektierend. Sie erlaubt uns, die heutige Welt besser zu verstehen, aber sie formuliert keine anderen, utopischen Welten.

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Michael Reuter | 05.01.09

Wenn ich sterbe, stirbt meine Sammlung


Charlotte Zander, Foto von Markus Stecher

Ganz im Norden des Landkreises Ludwigsburg liegt Bönnigheim. Neben dem Schwäbischen Schnapsmuseum und der Sudentendeutschen Heimatstube kann die Kleinstadt vor allem mit einem Pfund wuchern: dem im September 1996 eröffneten Museum Charlotte Zander im Schloss Bönnigheim. Über 4.000 Werke der Naiven Kunst, Art Brut und Outsider Art hat die Sammlerin im Laufe von fünf Jahrzehnten erworben. Es ist die größte Privatsammlung ihrer Art, unbedingt sehenswert, nicht weit von Stuttgart entfernt und dämmert doch seit Jahren in einem unfreiwilligen Dornröschenschlaf.

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Christoph Bannat | 22.11.08

Kuba-Reisecomic von Reinhard Kleist


Alle Foto entstanden nach Originalen im Atelier von Reinhard Kleist, Ausschnitt

Schöne Idee. Die Geschichte fängt an, wenn das Buch zuende ist. Zuvor erfährt der Leser nur fragmentarisch, was der Comiczeichner Reinhard Kleist in Kuba erlebt hat. Damit ist Reinhard Kleist ein Kunstgriff gelungen, die Konzentration des Lesers richtet sich so mehr auf die einzelnen Zeichnungen.

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Michael Reuter | 11.11.08

Mehr Outside geht nicht! Ein Interview mit Jenz Dieckmann, dem Herausgeber der Kunst-Fanzine „INSIDE artzine“


Jenz, Religion

Deine Compilations von extremen Bildern und Grafiken lösen bei vielen Leuten nur eine Reaktion aus: Was für ein kranker Scheiß! Verstümmelte Puppen, Sex- und Gewaltfantasien, morbide Albträume und eine Menge Körper in verschiedenen Stadien des Verfalls. Trauen sich deine Autoren und Künstler überhaupt noch auf die Straße?

Schwer zu sagen, vielleicht sind die meisten ja auch schon weggeschlossen. Unmöglich zu sagen, wer da freiwillig künstlerisch tätig ist oder wer aus innerem Zwang handelt. Ich schätze mal es pendelt zwischen Profi und unterdrückten Normalo, der seinen psychischen Druck in seinen Bildern loswerden muss, um nicht Amok zu laufen. Davon mal abgesehen, ist die Definition "kranker Scheiß" ja auch eher subjektiv. Auch das Grauen besitzt Aspekte von Schönheit und Sinn. Die Zombiebabypuppen eines Jeremi Rimel haben Reaktionen bis hin zu Morddrohungen gegen den Künstler hervorgerufen.

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Gastbeitrag | 22.10.08

Interview von Martin Germann mit Olaf Holzapfel


Foto: Olaf Holzapfel, © 2008

Geführt anlässlich der Ausstellung Nakano Sakaue Serie, Autocenter, Berlin, 23.-25.10. 2008.

Martin Germann: Du hast das Rohmaterial für die vorliegende Bilderserie 2006 im Rahmen eines längeren Japan-Aufenthaltes gemacht. Beschreib doch mal, wie Du nach Japan gekommen bist und den Such- oder Findungsprozess, der Dich zu diesen Bildern geführt hat.

Olaf Holzapfel: Ich wollte immer in ein Land, das außerhalb unseres Kulturkreises liegt und eine komplett andere Zeichensprache hat. Ich hatte dann ein Reisestipendium und es gab die Option nach China oder nach Japan zu fahren. Ich habe mich für Japan entschieden, weil es von der Ästhetik her kein zentralistisches System hat. Ich wusste nicht genau, was ich dort finde. Meistens fahre ich an einen Ort, miete mich fest ein und beobachte alles eine Weile. Mit der Zeit kommt das Thema zu mir. Es gibt auch eine gewisse Erfahrung im Herausfiltern der Phänomene, die mich interessieren.

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Michael Reuter | 20.10.08

Fluchtfahrzeuge und Abstandshalter. Die Skulpturen von Ingrid Hartlieb


Foto: © Ralf Spieß

Die drei größten Skulpturen hat Ingrid Hartlieb (64) zur Zeit bei der SkulpTour auf der Zollernalb plaziert. Parallel läuft eine Ausstellung in Esslingen und eine in Frankfurt. Trotzdem ist die riesige Atelierhalle der in Stuttgart lebenden und in Haigerloch arbeitenden Künstlerin noch gut bestückt mit Werken in allen Entstehungsphasen und Größen. Nach den Heizkosten sollte der Besucher besser nicht fragen. „Im Winter ist es hier brutal kalt. Die Wärme geht zum Dach raus und ich bin dauernd erkältet.“ fröstelt die Künstlerin in banger Erwartung. Für die besonders harten Tage bietet ein Büro im Erdgeschoss Schutz und Wärme.

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Michael Reuter | 13.10.08

Christian Jankowski. Ein Sonnyboy im Kunstmuseum Stuttgart

„Hula-Hoop und Karaoke im Museum, Teleshopping auf der Kunstmesse oder Kochshow im Kunstverein“. Die offizielle Verlautbarung zur Ausstellung von Christian Jankowski im Kunstmuseum Stuttgart klingt arg nach Mainstream. Dazu ein Sonnyboykünstler, Prof an der Stuttgarter Kunstakademie und weltweit gefragter Video- und Performancekünstler, der auf einem Schreibtisch Handstand macht. Was für ein Mist! Aber immer langsam. Ich bin durchaus lernfähig und halte die Ausstellung mittlerweile für echt gelungen. Ob Janko sich einem Fernsehprediger vor die Füße wirft, mit Pfeil und Bogen zur Nahrungsbeschaffung in den Supermarkt geht, oder per Losverfahren die Mitarbeiter des Stuttgarter Kunstmuseums zum Arbeitsplatztausch nötigt... das hat schon was! Er nutzt die Medienformate, die wir alle kennen und gibt nicht den Obertheoretiker, sondern verpackt seine Ideen in Aktionen, über die man freiwillig nachzudenken beginnt, weil sie eben nicht so kopflastig daherkommen. Und außerdem mag ich ihn, weil er mir ein Interview gegeben hat und weil im ersten Stock abgetrennte Körperteile liegen.

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Michael Reuter | 17.09.08

Daniel Wagenblast: Stadtmöblierung mit Humor


Foto: © Ralf Spieß

Der 1963 in Schwäbisch Gmünd geborene Bildhauer Daniel Wagenblast hat sich in Stuttgart-Heslach eine ehemalige Kneipe zum Atelier umgebaut. Der Tresen, die Eckbänke und Stühle wurden mit Brecheisen und Motorsäge portioniert und zum Sperrmüll gestellt. Auf bescheidenen fünfunddreißig Quadratmetern klopft er nun wochenlang an seinen Holzfiguren. Mehr Platz braucht der Künstler nicht. Er arbeitet immer nur an einer Figur, die großen Stämme liegen im nah gelegenen Garten seiner Wohnung und dort macht er auch die groben Sägearbeiten. Die fertigen Skulpturen gehen gleich wieder raus, in Ausstellungen oder zur Gießerei. Wagenblast ist gut im Geschäft. Nicht zu provokant aber deutlich zeitgenössisch eignen sich seine humorigen Skulpturen ideal zur Stadtmöblierung.

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Michael Reuter | 26.06.08

Ein Demiurg mit Kettensäge


© Ralf Spieß

„Skulptur ist, worüber man stolpert, wenn man zurücktritt, um sich ein Gemälde anzusehen“, meinte der Maler Ad Reinhardt. Im Atelier von Thomas Putze in der Stuttgarter Wagenhalle gibt es eine Menge Skulpturen, über die man stolpern kann, in allen Größen von zwergenhaft bis raumfüllend. Drangvolle Enge und lärmiges Durcheinander beherrschen das kleine Hallenteil. Richtig arbeiten kann der Künstler hier schon lange nicht mehr. Warum auch? Draußen scheint die Sonne und die fliegenden Holzspäne verteilen sich auf dem verkrusteten Matschboden der beliebten Alternativ-Location in Stuttgart.

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Christoph Bannat | 05.05.08

Jeff Koons, Angela Richter


(© Matthias Horn).

Kunst, ein Wochenende Kunst.
Die Kneipe und das Atelier, die Galerie und die Gebückten.
Die Gebückten vom Görlitzer Bahnhof marschieren auf.
Ein Stück in sieben Akten schön knapp abgepackt
(„Jeff Koons“, Rainald Goetz)

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Peter Lang | 01.05.08

gshg9+sy+mm,...

peter lang im interview mit klaus jörres über seine malereireihe „the fabulous life of total flow“ (das interview wurde per email geführt).
4 malereien der hier besprochenen bildreihe sind z.zt. in der appel design gallery, in der torstrasse 114, in berlin zu sehen.

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Christoph Bannat | 29.03.08

Muße

Interview mit Dr. Viola Vahrson


Griffelkunst Grafik, Polke u. Richter im Hotel Diana.

Sit-ins, Smoke-ins, Abhängen, Gammeln - in den 70ern wurden diese Begriffe als politischer Widerstand gegen bestehende Umgangsformen ausgelegt. Die Fragen hießen "was bist du?". Ein Jahrzehnt vorher hieß es noch "wo bist du organisiert?". Erst mit Punk wurde gefragt "was machst du?". Heute heißt es "an welchem Projekt arbeitest du gerade?". Fragen eines aufstrebenden Bürgertums, dem das Proletariat mit "was guckst du?" heute fragend antwortet. Dr. Viola Vahrson referiert am 1. April, 20 Uhr in der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst, Oranienstraße 25, zum Thema Muße: ein Geschenk der Götter, ein seltener Augenblick oder ein verstaubter Begriff?

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Christoph Bannat | 08.12.07

Andrea Pichl

Andrea Pichl wurde 1964 in der DDR geboren. Mit der Ausstellung ostPUNK! / too much future 2005 und der Fluxus-East-Ausstellung "Fluxus-Netzwerke in Mitteleuropa" in diesem Jahr stellte sie ihre Arbeiten einem größerem Publikum vor. Dabei wurden ihre künstlerischen Fähigkeiten zu wenig beachtet, fielen diese meist unter den Oberbegriff Ausstellungsdesign, der hier zu kurz greift. Um zu zeigen, was für eine feine und vielschichtige Arbeitsweise hinter ihrer Arbeit steht, trafen wir uns in ihrem Atelier.

Zur Zeit sind Arbeiten von Andrea Pichl in Leipzig in der Ausstellung Die Gegenwart des Vergangenen - Strategien im Umgang mit sozialistischer Repräsentationsarchitektur zu sehen.


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Christoph Bannat | 01.12.07

Rolf Dieter Brinkmann, Weltneuheit, DVD-Box


Ausschnitt aus Rolf Dieter Brinkmanns Super8-Filmen, 1967-70.

Weltneuheit und Meisterwerk. Interview mit Harald Bergmann

„Man müsste den Wörtern mit der Brechstange in die Fresse schlagen“, lautetet ein Statement von Rolf Dieter Brinkmann das sein körperliches Verhältnis zur Sprache verdeutlicht. Das der Schriftsteller Brinkmann (1940-1975) Fotocollage-Romane montierte und schrieb, weiß man spätestens seit Rom-Blicke, seinem Villa Massimo-Stipendiumsbericht. Das er auch Filme gemacht hat konnte man seinen Texten entnehmen, sehen aber konnte man sie bis jetzt nicht - bis jetzt.

Brinkmanns Zorn,Directorscut auf Drei DVD´s mit Originalmaterial aus dem medialen Nachlaß von Rolf Dieter Brinkmann, www.goodmovies.de 20,99 Euro

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Christoph Bannat | 25.11.07

Blalla W. Hallmann - Interview mit Matthias Reichelt

Die Sprache verschlagen. Die Bildgewalt des Blalla W. Hallmann
Herausgeber: Matthias Reichelt
Hardcover- Verlag für Moderne Kunst Nürnberg
ISBN: 978-3-939711-91-2
EUR 35,00


Blalla W.Hallmann, Ausschnitt, Titel: Der Bad Ausschwitzer Kinderchor singt wieder zur deutschen Weihnacht am Denkmal zur teu(t)schen Eintracht in Originalkostümen. 1993, Acryl auf Leinwand 80 x 100 cm

Dieser unheilige und antireligiöse Zorn ist selten geworden. Auch deshalb ist die Monografie über den Künstler Blalla W. Hallmann mehr als nur eine Dokumentation. In Zeiten, in denen Religion wieder verstärkt politisch instrumentalisiert wird, bekommt auch dieser, der Aufklärung verpflichtete Zorn eine neue Bedeutung. Dabei bedient sich Blalla W. Hallmann (1941–1997) in seinen Bildern durchaus einer mittelalterlich-christlich anmutenden Ikonografie.

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Christoph Bannat | 20.11.07

Kunsthalle Berlin-Lichtenberg

In letzter Zeit sind in Berlin mehrere temporäre Rederäume entstanden, die sich auf den gemeinsamen Nenner von Kunst berufen. Manche, wie die Crosskick-Veranstaltung oder Rafael Horzon, nennen sich Akademie und schreiben sogar Seminarscheine. Der United Nation Plaza, ist so ein Raum und um das Haus Ungar, als ein solcher Raum, wird gerade gekämpft. Auch die Kunsthalle Berlin-Lichtenberg, kann als ein solcher verstanden werden.

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Gastbeitrag | 02.11.07

Respekt ist eher kannibalisch

Interview: Thomas Putz

Dieses Interview erschien in der Klassikerausgabe Oktober 2007 von hEFt für literatur, stadt und alltag

Punk und sein Umfeld in Erfurt zu Beginn der achtziger Jahre. Ein Gespräch mit Monique Förster, Christian »Spinne« Duschek und Andreas »Fozzy« Link

Fotos: die Abgebildeten

Derzeit läuft der Film »ostPUNK! - too much future« in den Kinos, es gibt Ausstellungen und Publikationen - es wird viel über die Zeit der ersten Punk-Generation geredet und aufgearbeitet. Erfurt war für die Entwicklung des Punk in der DDR ein wichtiger Knotenpunkt. Im Bezirk Erfurt registrierte die Staatssicherheit damals genauso viele Punks wie im Bezirk Leipzig. Die Band Schleim-Keim war berühmt für ihre bodenständigen Exzesse, hier gab es eine enge Verbindung zwischen Punk und Kunst. Und dann war da noch der Blues ...

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Christoph Bannat | 31.10.07

Mingering Mike/Reproducts

Diese und die folgenden Abbildungen: Mingering Mike

»Auf dieser Welt geht nichts verloren«, stellte Marcel Proust einst beim Anblick alter königlicher Menükarten fest. Heute, in Zeiten von Google und Co., ist diese Aussage ein Allgemeinplatz. Und doch gibt es Menschen die Kunstwerke noch zu Fuß entdecken. Dori Hadar sowie Stefan Eckel und Stefan Prehn von Reproducts sind solche aufmerksamen Spaziergänger.

Fernsehmuseum (Reproducts) in Berlin
Preview: 5. Oktober 2007
Offizieller Start: 2. November 2007 um 22 Uhr,
danach an jedem ersten Freitag im Monat
aktuelles Programm: Die Rückkehr der lebenden Ansagerinnen
in Zusammenarbeit mit dem Archiv Herman U. Soldan
Ort: Z-Bar, Berg-/Ecke Torstraße, Berlin-Mitte

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Christoph Bannat | 14.09.07

Elmgreen und Dragset in der Oper

Die Staatsoper unter den Linden hat es geschafft sich in Berlin gut zu verlinken, bei drei Opernhäusern eine überlebenswichtige Notwendigkeit. Im Schaulager traten Jonathan Meese, John Bock und Gregor Schneider auf. Im Haupthaus ist eine Arbeit von Olafur Eliasson in der Phaedra-Aufführung zur Musik von Hans Werner Henze zu sehen. Elmgreen und Dragset hatten bereits in der letzten Saison in Pascal Dusapins „Faust, The Last Night“ ihren Auftritt.

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Markus Wirthmann | 26.04.07

»I came to Berlin because ...

... I’ve loved the city since my first visit here — I was five years old, competing in gymnastics. Also, Germans are über-hot, which never hurts. Before I opened my gallery, I had lived in Berlin for a year because Kirstine Roepstorff, the Danish artist-goddess whom I represent and who is also one of my dearest BFFs, was already here full-time, and we were joined at the hip. I was like, ’Fuck, I need to keep myself a bit more busy when I’m here.‘ Ta-da! The gallery was born.«

Interview with Javier Peres from Peres Projects about the Berlin art scene and his newly opened gallery in Berlin on artkrush.

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Christoph Bannat | 12.04.07

Michael Zink, Marcel van Eeden


Marcel van Eeden, aus "celia", Hatje Cantz Verlag.

Die Galerie Zink eröffnete vor zwei Monaten eine Zweitgalerie, nach München, in Berlin - Schlesische Strasse in Kreuzberg, und bietet sofort ein Austauschprogramm auf privater Basis mit New York-Harlem an.
Nach einer erfolgreichen und sehenswerten Ausstellung von Yoshimoto Nara & Graf, folgt jetzt mit Marcel van Eeden das nächste Highlight (Kritik am Ende des Interviews).

Marcel van Eeden
Cecilia
29.4.-16.6.2007
Schlesische Strasse 27
www.galeriezink.de

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Christoph Bannat | 09.02.07

Dieter Roth-CD

Herausgegeben von Wolfgang Müller/Barbara Schäfer


Wolfgang Müller ist ein bunter Hund, eine Promenadenmischung, ein Bastard. Kein Alpha-Männchen und keiner der im Rudel läuft. Ein Fährtengänger - nicht einsam, aber auch keiner festen Gruppierung zuzuordnen. Kein Beißer aber ein Kläffer der sich lauthals wehrt. Einer der den Schwanz nicht einzieht und klein beigibt, egal gegen wen. O.K., Tiervergleiche sind immer peinlich, aber reizvoll. Wolfgang Müller ist natürlich ein Mensch; einer der zwischen den unterschiedlichsten Medien und künstlerischen Taktiken switcht, der schreibt, musiziert und malt oder skulptural arbeitet wenn es der "Sache" dient. Die "Sache" ist jetzt eine CD mit eingespielten Dieter Roth-Gedichten.

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Christoph Bannat | 15.01.07

Konstruktion des "Ariers"

Interview mit Dr. Paula Diehl zur Vortragsreihe Die Konstruktion des "Ariers"
17. November 2006 - 28. Februar 2007
Projektverbund Zeitgeschichte Berlin-Brandenburg
Humboldt-Universität zu Berlin

Männerbilder - das Thema hat mich augenblicklich interessiert als ich das Plakat der Humboldt-Universität in der Amerika Gedenkbibliothek entdeckte. Und wieder einmal wurde mir bewußt, dass Berlin viele Möglichkeiten bietet, die unterschiedlichsten Forschungsfelder von Bildproduktionen, die oft parallel nebeneinander existieren, miteinander zu verbinden. Herausgekommen ist der Tipp diese Vortragsreihe zu besuchen.

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Christoph Bannat | 15.12.06

Die vielen Augen der Laura Mars

5 Jahre Galerie Laura Mars Grp., Berlin
Gruppenausstellung mit Bettina Allamoda, Marc Brandenburg, Ursula Döbereiner, Kerstin Drechsel, Sven Flechsenhar, Undine Goldberg, Thomas Hauser, Dorothy Iannone, Rainer Kamlah, Vitek Marcinkiewicz, Eva Maria Ocherbauer, Daniel Pflumm, Katharina Schmidt, Carsten Sievers, Philip Wiegard, Sabina Maria v. d. Linden
bis 17.12.06.

Ein Interview mit Dipl.-Ing. Gundula Schmitz, Laura Mars Grp.


Dipl. Ing. Gundula Schmitz. Objekt, Philip Wiegard

Christoph Bannat: Sie haben einen Dipl.-Ing. und führen diesen auch im Namen, was für ein Ing. ist das?
Gundula Schmitz: Ein Druckerei-Ingenieur. Es gibt eine Ausbildung im Fachbereich 5 an der UdK, ehemals HdK, da kann man so etwas ganz normal lernen. Ich habe aber auch eine Zeit lang Musikwissenschaften und Kunstgeschichte studiert, den Diplom-Ingenieur hab ich aber abgeschlossen.

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Christoph Bannat | 19.11.06

Interview mit Hans Haacke

Hans Haacke wirklich. Werke 1959-2006
Akademie der Künste, Pariser Platz
18. November 2006 bis 14. Januar 2007

Auffällig: hier waren mehr Leute als bei Neo Rauch eine Woche zuvor im Kunstmuseum Wolfsburg. Soviel zur Wahrnehmung von "Neuer deutscher Malerei". Dazu kommt, dass die Retrospektive in Berlin und Hamburg zeitgleich stattfindet. In Hamburg auf 3000 qm in den Deichtorhallen mit den Themenschwerpunkten: Ökonomie, Handel, Politik. Am Pariser Platz, auf 300 qm, mit den Schwerpunkten Geschichte und Politik. Hans Haacke, bekannt als Standpunktprofi, Meinungsspezialist, Gerechtigkeitsapostel, liberaler Gesinnungswächter, der F. J. Degenhaacke der Bildenden Kunst, Gesinnungskitschler, angestellter 3D-Feuilletonist, das gute Gewissen der Nation ...

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Christoph Bannat | 16.11.06

Von Unfällen, wie man sie gern hat.

Interview mit Peter Stauss vom 15.11.06

von Christoph Bannat

Peter Stauss
Lügner
Galerie Crone, Berlin
17. November 2006 bis 15. Januar 2007

In großflächigen Fleckstrukturen erscheinen Personen, Tiere, Wappen und Embleme von Vertriebenenverbänden, sowie Farb-Fahnen von offiziell nicht anerkannten Staat, wie Kurdistan, Palästina, oder dem Baskenland.

Christoph Bannat: Auf der Einladungskarte ist der Körper von Oscar Wilde mit einem Affengesicht zu sehen- was bedeutet diese Kombination?

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Markus Wirthmann | 11.09.06

Und jetzt alle: Sammeln!

Herbststaffel
Corinne Wasmuht, Thomas Scheibitz, Tatjana Doll und Thomas Helbig
Berliner Poster Verlag
Ab 10. September 2006

Neueröffnungen von Galerien und diversen anderen Kunsträumen locken in Berlin derzeit angesichts der schieren Menge ja nicht jeden Straßenköter hinterm Ofen hervor. Und schon gar nicht den Teilzeit-Berichterstatter und Blogger. So entging mir auch die schon die im Juni erfolgte Eröffnung der "Berliner Poster Galerie" in einem kleinen Ladengeschäft in der Auguststraße in Berlin-Mitte. Die vollmundige Pressemitteilung anlässlich der aktuellen Edition weckte allerdings mein Interesse und führte schließlich zum dem folgenden E-Mail-Interview und einem Ortstermin:

Tine & Mo Whiteman, Berliner Poster Verlag: Unter dem Motto "Kunst für Alle!" haben wir im Juni 2006 den Berliner Poster Verlag in der Auguststrasse in Berlin-Mitte eröffnet. Erstmals wird hier zeitgenössische Kunst für den kleinen Geldbeutel angeboten. Für nur 10 Euro kann sich nun jeder Kunst an die Wände hängen.

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Gastbeitrag | 02.08.06

HAVE YOU EVER DONE ANYTHING RIGHT?

Willoughby Sharp interviews Serkan Özkaya

Willoughby Sharp: Start and say "I am" to the camera, and "I´m from Istanbul" and stuff and "I´m in Berlin for my show."
Serkan Özkaya: Yeah, I´m Serkan Özkaya. Do you want me to talk about this piece here?
W.S. First start again, and introduce yourself. No one knows who you are or where you´re from or where we are. This would be in the very beginning of the tape.


Serkan Ozkaya vs. Willoughby Sharp

S.O. O.K, right. Let me introduce myself: Serkan Özkaya, from Istanbul originally, now in Berlin for a short period of time, and what you see here is this outside of the building which is called Kuenstlerhaus Bethanien, which is the place I have my studio and a room, and the show inside, where there is a gallery as well. The building was built as a monastery first.

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