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Michael Reuter | 06.05.08
Dieter Krieg - Fritten und Brillanten im Kunstmuseum Stuttgart

Dieter Krieg, o.T. (Spiegelei), 1995, Acryl auf Leinwand, 227 x 476 cm, Privatsammlung © VG Bild-Kunst, Bonn 2008
Dicke Farbschichten auf riesigen Leinwänden geschliert, banale Motive wie Spiegeleier, Bücher und Duschvorhänge in Serie gemalt und ins gigantisch Bedeutungsvolle überhöht, wütende, hingeblaffte Sätze, die zu Malerei werden. Der Maler und Rektor der Kunstakademie Düsseldorf Markus Lüpertz sagt im Audioguide zur ersten umfassenden Retrospektive des 1995 gestorbenen Dieter Krieg: „Sie haben immer das Problem zwischen dem, was sie wollen und dem, was sie können...und dieses Annähern dieser beiden Punkte, das beschäftigt jeden Künstler, und das ist unter Umständen Krieg – nicht Dieter Krieg, sondern Krieg“.
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Gastbeitrag | 06.05.08
Es lebe der 1. Mai – Kampf der schlechten Kunst! / Nachbereitung
Von Dirk Teschner
Ein geballtes Kunstwochenende liegt hinter uns, Spinnereirundgang inklusive LADA – internationale Galerieshow – in Leipzig und Gallery Weekend in Berlin. Eins schon mal voraus, über allem steht der Raum, unfassbar viele ehemalige Industriehallen waren in beiden Städten zu durchschreiten. Der Trend (vor allem Ost-) Brachen mit Kunst zu besetzen hält an.

Stella Hamberg, Galerie Eigen+Art
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Michael Reuter | 29.04.08
Garten Eden – Der Garten in der Kunst seit 1900

Luzia Simons, Stockage 45 (Triptyche), 2006, Ultrachrome auf Aludibond © VG Bild-Kunst, Bonn 2008
Die Sehnsucht nach ein wenig grünem Glück scheint groß zu sein. Nach der Ausstellung „Gärten – Ordnung, Inspiration, Glück“ Ende 2006 im Frankfurter Städel Museum schob die frisch umgebaute und erweiterte Kunsthalle Emden gleich ein Jahr später die nächste Pflichtveranstaltung für Kleingartenfreunde hinterher: „Garten Eden – Der Garten in der Kunst seit 1900“. Zurzeit und noch bis zum 06. Juli ist die Ausstellung nun in einer etwas veränderten und abgespeckten Version in der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen bei Stuttgart zu bewundern.
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Gastbeitrag | 28.04.08
Anmerkungen zum Kunstwettbewerb Leonardo
Reinhard Franz
über den
Kunstwettbewerb Leonardo und die Kunstpreisvergabe des privaten Augsburger Kunstmuseums Walter zusammen mit der Galerie Noah, die er als eine Farce sieht. Die Jury tagte im März 2008.
als hochschullehrer an einer kunsthochschule freue ich mich immer, wenn es spezielle preise für junge aufstrebende künstlerinnen und künstler zu vergeben gilt. besonders dann, wenn der preis nicht nur eine anerkennung, sondern auch mit einen vernünftigen preisgeld ausgestattet ist. so hat es mich besonders gefreut, im letzten jahr von der auslobung des preises leonardo zu lesen (1. preis: 30.000 €; 2. preis: 15.000 €; 3. preis 5.000 €). selbstverständlich habe ich die ausschreibung auch entsprechend unter meinen ehemaligen studierenden kommuniziert. was sich aber nach der ersten ausschreibung bis zur endgültigen vergabe bzw. nennung der künstlerinnen von seiten des ausschreibenden kunstmuseums getan hat, ist schlicht eine farce.
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Gastbeitrag | 23.04.08
La deuxième nuit
von Nina Hoffmann
Anita Tarnutzer in der Galerie metro, Berlin
19. April bis 9. Mai

Kindheiten sind schöne Reisen, bunte Luftballons und weiche Plüschpullover, so das Stereotyp, so die Verblendung. Anita Tarnutzer lässt uns andere Wege beschreiten und gibt uns so einen Einblick in die Untiefen der Bewußtseinsfindung und führt uns zurück an den Ursprung.
Mit Kindheit hat die aktuelle Ausstellung der Schweizer Künstlerin vordergründig auch erst mal gar nichts zu tun.
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Christina Zück | 19.04.08
Im Haifischtümpel
42. Art Cologne, 16. - 20. April
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Gastbeitrag | 19.04.08
Subjektivistisches Flanieren
Christine Lemke über
Andrea Winkler, Wir schaffen es von hier nicht mehr an die Erdoberfläche,
Galerie Kai Hoelzner

Luftballons in einen weißen Raum hineingelegt, mal hierhin, mal dorthin. Mal einzeln auf dem Boden verteilt, mal in Haufen zusammengebracht oder an manchen Stellen auch nebeneinander aufgereiht. Sie kommen als Phänomene der Farben und Formen vor, in unterschiedlichen Zuständen, berührt von der Zeit und ihren Wechselfällen. Von prall gefüllt bis kränklich geschrumpft sind sie groß, klein, länglich, herzförmig, mehrfarbig gemustert oder glänzend besprüht und greifen Raum in dem gleichmäßigen Licht der Galerie.
Das Problem der Wahl bleibt sichtbar. Ein ganzes Panorama des Schauens. Eine Vielzahl an Möglichkeiten. Was passt, was passt nicht? Was sieht gut aus, was weniger? Ausprobieren, arrangieren, überlegen, verwerfen. Wegnehmen oder wieder hinzufügen. Neu hinlegen, verrücken, drehen und weiterschauen. Etwas sehen, es so sehen wie es daliegt, wie es sich hingelegt hat, positioniert hat in diesem Raum, dieser ausgesuchten Umgebung für Augen und ihre Blicke.
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Gastbeitrag | 18.04.08
Eau de Cologne

Art d’Cologne: „teils konform, teils anarchistisch ...“
Silvia Beck
über die Art Cologne 2008
Schon im Vorfeld ging das Gerede wieder los – von der Krise in Köln. Ist der Standort noch zu retten? Darf die Mutter aller Kunstmessen wieder in der Oberliga mitspielen? Der Trainer-Wechsel von Goodrow zu Hug – quasi mitten in der Saison – startet eine neue Aufmerksamkeitskampagne und bedient einmal mehr die Spalte Klatsch und Tratsch in den Feuilletons. Dort steht die Kölsch-Connection wie die Wacht am Rhein und redet sich schöner denn je. Aber das ist nichts als Pfeifen im Wald. Zu dicht besetzt ist der Terminkalender der internationalen Zielgruppe, als dass man die Global Player mit dem Immergleichen noch an den Fluss locken könnte. Fehlen aber die glamourösen Namen des Kunstbusiness, bleibt auch der ersehnte Beutezug der Kollektorenelite aus. Ein Teufelskreis! Jetzt fordern wieder alle den Ruck: Bitte mehr! Mehr Qualität, mehr Profilierung, mehr Glamour.
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Christoph Bannat | 16.04.08
Plattenspieler Thomas Meinecke u. Daniel Richter

Thomas Meinecke und Daniel Richter legen nach dem Zufallsprinzip ihre Schallplatten auf. Ein gelungener Abend und ein feines Experiment von improvisierter Unterhaltung, leider mit 11 Euro Eintritt zu teuer.
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Christoph Bannat | 04.04.08
Berlin Biennale im Schnelldurchlauf

Pushwagner, Soft City 1969-75, Kunst-Werke.
Mit der 5. Biennale ist die Provinz endgültig in Berlin angekommen. Diese sieht aus wie eine UdK-Jahresausstellung. Wobei eine Funktion von Kunsthochschulen bekanntlich darin besteht, dass nicht alles, was dort gemacht wird, in die Öffentlichkeit gelangt.
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Christina Zück | 19.03.08
Barbarism begins at home
Re-Imagining Asia, 14.03. - 18.05.2008
Global Memory and Barbaric Transmission, Vortrag von Homi K. Bhabha, 14.03.2008
Haus der Kulturen der Welt
Song Dong hat den Inhalt des Hauses seiner Mutter im Foyer des Hauses der Kulturen der Welt ausgebreitet. Nach dem Tod ihres Mannes zog sie sich immer mehr in ihre Trauer zurück, verließ das Haus nicht mehr und begann, alle Sachen aufzuheben. Jeder zerbrochene Blumentopf, jede Haarspange, jedes Stoffresteknäuel, jeder Joghurtbecher ist mit einem Moment in der Vergangenheit verbunden. Vielleicht ermöglichten es ihr die Gegenstände, Zugriff auf ihre verlorene Lebenszeit zu gewinnen. Die Installation ist sehr bewegend, mir fällt glücklicherweise erstmal kein Kunstwerk ein, auf das sie zurückgreifen könnte. Die Dinge aus China sehen ganz genau wie die aus, die sich im Haus meiner Großtante in Sichertshausen angesammlt haben, dieselbe unheimliche Voodoo-Strahlung geht von ihnen aus. Das Ordnen und Ausstellen ihrer Habseligkeiten hatte eine therapeutische Wirkung auf Song Dongs Mutter. Sie begann wieder, unter Menschen zu gehen und sich Alltagsaktivitäten auszudenken. Dass die Installation an die Tate Liverpool verkauft wird, lehnte sie jedoch ab.
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Michael Reuter | 15.03.08
In der Drachenhöhle
Zeitgenössische Druckgrafik aus China in der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen

Yang Shaobin, Untitled (red biting), 2003, Sammlung Huang Liaoyuan, Peking
Der chinesische Drache blendet die Augen, dröhnt in den Ohren, springt garstig dominant aus dem Wirtschaftsteil der Tageszeitung und legt sich als Leichentuch über alle Wünsche des deutschen Michels, es möge doch alles so bleiben, wie es war. Auch in der Kunst startete China raketengleich durch und so werden im Jahr der Olympiade in Peking die Glatzköpfe von Fang Lijung, die fleischig-blutigen Figuren von Yang Shobin, Xu Bings poetische Schrift-Installationen oder Yue Minjuns Bilder des gefrorenen Lachens noch des Öfteren unsere Sehnerven passieren. Den Beginn macht die Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen mit einer prächtig ausgestatteten Ausstellung zeitgenössischer chinesischer Druckgrafik, die noch bis zum 06.04.2008 zu sehen ist. Die etwa 130 Holzschnitte, Radierungen Lithografien und Siebdrucke entstammen überwiegend einer Privatsammlung aus Peking, ergänzt durch Leihgaben aus deutschen und internationalen Sammlungen.
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Christina Zück | 14.03.08
odori corporei
We should have occupied every place / Pornopinball und Wolperdinger,
Ausstellung von Barbara Breitenfellner und Isabel Ott
The no thing to shit show, Performance von Corpo Sciolto aka Giulio Nesi
WestGermany, 13.03. - 16.03.2008
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Peter Lang | 09.03.08
Hans-Joachim Schulze
Oder als Beuys mit Langhans in Leipzig zu Besuch war
Hans-Joachim Schulze – Göttinnen und Götter
22. Februar – 9. März 2008
Künstlerhaus Bethanien, Berlin

Irgendwann musste Schulze von Beuys und seinen Strategien gehört haben. Wir kannten den im Osten zwar noch nicht, aber die kollektiven Peformances von Schulze - als solches kann man es von heute aus wohl am besten bezeichnen - machten schon was her. Besonders die Freundinnen Schulzes. Das andere, das eigentlich Gemeinte, ertrug man dann halt mit.
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Gastbeitrag | 06.03.08
Zwischen Amok und Koma
von Ingo Gerken
Adventures close to home
Jürgen Grewe
3. März – 28. März 2008
Projektraum | Kunsthaus Erfurt

Jürgen Grewe ist Maler. Seine Malerei ist Plakat, seine Plakate sind Filme. Filme, die besser sind, weil sie gar nicht erst gedreht werden müssen. Sie drehen sich von selbst beim Betrachten seiner Bilder. Sie haben keinen Anfang und kein Ende, sie suggerieren nur ein beunruhigendes, unaufhörliches „Mittendrin“. Denn wir sind schon inside. Und wir wissen auch nicht, was wir dagegen tun sollen. Wir wühlen uns ständig selbst Tag für Tag durch diese Art von Bildern. Sie begegnen uns überall, sie verfolgen uns und springen uns an. Sie sind vorgefertigt und erprobt, zugeschnitten und angepaßt auf eine scheinbar universelle Sprache und einen absolut realen Reiz. Sie sind perfekte synthetische Teilchen, aufregende Visuals einer konstruierten und funktionalisierten Wirklichkeit.
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Markus Wirthmann | 03.03.08
Emma*
TORNADO - Kunst und Klimakatastrophe
2.-16. März 2008
General Public, Berlin
Dieter Froelich, Kerstin Gottschalk, Tue Greenfort, HorseArt, Anna Meyer, Dan Perjovschi, Peter Pommerer, Elke Marhöfer, Andreas Reiter Raabe, Silke Wagner, Johannes Wohnseifer, Christine Würmell

Im Internet wird die Ausstellung als „reflektierte Beschäftigung mit der weltweiten Klimakatastrophe“ angekündigt. Diese selbst gestellte Anforderung kann die Ausstellung leider nicht erfüllen. Zu lieb sind die Exponate und zu nett und plakativ die Botschaften. Die teils manierierte Präsentation und das coole Weglassen von Beschriftungen und sonstigen Informationen machen die Sache auch nicht wirklich interessanter.
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Gastbeitrag | 04.02.08
’68 - Brennpunkt Berlin | Eine Ausstellung im Herzen der Bestie
von Dirk Teschner
’68 – Brennpunkt Berlin
Amerika-Haus, Hardenbergstr. 22-24, Berlin
Öffnungszeiten: täglich 10:00 bis 20:00 Uhr
Die Ausstellung wird begleitet mit einem umfangreichen Filmprogramm und Diskussionsrunden mit Katharina Rutschky, Dan Diner, Elke Heidenreich, Oskar Negt, Claus Peymann u.v.m.
www.bpb.de/1968

Das neue Jahr ist nun gerade mal fünf Wochen alt, schon befinden wir uns mittendrin im Spektakel des neuen Jubiläumsjahres – 1968. Das Feuilleton hat längst seine Serien gestartet, mit welchen die dabei waren, natürlich und denen, die schon immer nicht wollten. Bucherscheinungen folgen, von Götz Aly bis Hubertus Knabe. Verortet der eine die 68ger irgendwo als Deutschnationalisten, „beweist“ der andere die Steuerung des SDS durch die Staatssicherheit.
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Gastbeitrag | 28.01.08
Schlagzeug ist auch ein Instrument
von Ulrich Heinke
Hoffen und Jäten
Martin Städeli
19.1.-23.2.08
allgirls, Berlin

Obwohl mir die Arbeiten von Martin Städeli bekannt sind und ich vor nichts Unerwartetem stehe, gibt es in der Ausstellung „Produktion ohne Versprechen“ doch einen überraschenden Moment. Die Begegnungen mit den Pappmascheefiguren, die Städeli nicht nur optisch, sondern auch in einer erweiterten, fast literarisch zu nennenden Weise ähnlich sind, bergen für einen selbst eine Form von wohligem Überraschtsein, die ziemlich nahe am netten Effekt der Selbstübertölpelung steht. Etwa wie ein alter Lappen in der Garage, den man jetzt schon zum dritten Mal für eine Katze hält. Man ist einen kurzen Moment lang ganz gut bei sich. Um diese Situation in der Ausstellung zu erhalten, hatte ich auch den prompten Wunsch, Städeli nicht inmitten seiner Kunst zu sehen und war ganz froh, dass er sich die überwiegende Zeit in einem Nebenraum aufhielt. Fotos vom Künstler neben seiner Kunst, oder beim Herstellen seiner Figuren sind so auf sympathische Art unvorstellbar.
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Michael Reuter | 22.01.08
Das Kunstlaboratorium der Nelly Knatz
Vom 22. Januar - 02. März 2008 in der Galerie Deck, Stuttgart

Nelly Knatz: 15.07.2007/1 (Erhalten des Gefühls am französischen Nationalfeiertag (14.07.2007))
Auf den ersten Blick wirkt die Ausstellung »Böse Limonade« der 1976 in Tübingen geborenen Nelly Knatz wie die verstreuten Reste eines Sperrmüllhaufens. Hier ein mit Wortfetzen bemaltes Zelt und ein Stapel Paletten zwischen schnell hingeworfenen Zeichnungen, dort ein Föhn und ein alter Fernseher, die wider Erwarten noch funktionieren. Nichts, wonach man sich auf der Straße bücken würde.
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Michael Reuter | 22.01.08
Aufbruch im Abbruch
Die studentisch organisierte Gesamtausstellung »TESTBILD 2008« in Stuttgart

Malerei von Mona Ardeleanu
Obwohl eine der ältesten und größten Kunsthochschulen in Deutschland, gelingt es der 1761 gegründeten Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart nur selten, aus ihrer provinziellen Beschränkung hervorzutreten. Aber warum sollte der nächste Hype nicht mal aus Stuttgart kommen, denken sich die Studenten und lassen sich die Kunst nicht vermiesen. In den ehemaligen Räumen der Firma Polster City zeigen vom 18. Januar bis zum 8. Februar mehr als 130 Künstler, Kommunikationsdesigner, Bühnenbildner, Architekten und Industriedesigner aktuelle Arbeiten. Klar, bei einigen Werken wendet sich der Geist mit Grausen, aber es ist erstaunlich, was die Studentenschaft jedes Jahr auf die Beine stellt und welche ausgefallenen Örtlichkeiten bespielt werden. Dabei erliegen die Planer immer wieder dem morbiden Charme abbruchreifer Gewerbeimmobilien. Vielleicht, weil hier ein Hauch von Berlin durch die Räume weht?

Teekanne von Jeong Hyun Park
Infos zur Ausstellung: Testbild 2008
Gastbeitrag | 11.01.08
For the Love of Money
Silke Müller über
Damien Hirsts Diamantschädel
Wenn in fünf Jahren die Lager- und Versicherungskosten für Privatsammlungen den Wiederverkaufswert der Kollektionen übertreffen, werden sich ein paar Eingeweihte an den 30. August 2007 erinnern: Das war der Tag, an dem der britische Künstler Damien Hirst seinen mit Diamanten besetzten Totenschädel für angeblich 75 Millionen Euro an eine Investorengruppe verkaufte, der er selbst angehörte. Allein die Materialkosten für das Werk For the Love of God lagen bei rund 19 Millionen Euro. Hirst vollstreckt einen Paradigmenwechsel: Statt Differenz in die Zeichen zu bringen, decken sie sich hier; Wert ist auf einmal, völlig entgegen der Diskurse der Nachkriegskunst, gleich Geldwert. Und geradezu hinterhältig wird bei der Umwälzung der Werte das Vertrauen in deren unbegrenztes Wachstum zerstört.
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Christina Zück | 03.01.08
Close to your desires
Jeff Wall: Belichtung
Deutsche Guggenheim, Berlin
3. November 2007 bis 20. Januar 2008
Um zum Joint Venture einer Bank und eines Museums zu gelangen, muss man an weiteren hybriden Phänomenen am Prachtboulevard Unter den Linden vorbeigehen. Ein barocker Wille zum "largeur du faire" hat sich an einem ganzen Häuserblock an der Friedrichstraße manifestiert, wo ein 30 Meter langes Plakat mit einer sich räkelnden Frau in Unterwäsche hängt. Das beliebte BH-Motiv, das ganz oft in kleinen Mobilier-Urbain-Glaskästen auftaucht, nimmt hier nochmal, und zwar nicht nur räumlich, eine neue Dimension an. Dass das Brandenburger Tor mit Telekom-Werbung beklebt war, dass Alice über das Charlottenburger Tor turnte, dass die Krebspatienten im neunzehnten Stock der Charité die Aussicht versperrt bekamen mit einer Vanity-Fair-Komplettumhüllung, daran hatte man sich ja inzwischen gewöhnt. Der öffentliche Raum wurde halt gewinnbringend verhökert. Aber die gigantische Nackte will uns an die Wäsche. Das ist das Ende des Dreierpacks Unterhosen für zwei Euro vom Wühltisch, für die man sich von nun an in Grund und Boden schämen muss, wird man damit in der Sammelumkleide des Schwimmbads erwischt. "Close to your desires" steht auf einem ähnlichen Dessousmodell-Plakat am Oranienburger Tor - diesmal nur so groß wie ein Haus und um die Ecke verdoppelt. Was sind diese Desires, die ja doch auch in der Jeff-Wall-Ausstellung verhandelt werden?
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Gastbeitrag | 31.12.07
Zwischen Freizeit und Freiheit - Über das Coming-Out als Künstler
Zwischen Freizeit und Freiheit
Über das Coming-Out als Künstler
von Wolfgang Müller
Wie wird ein Mensch zum Künstler? Gibt es dafür eine Art Coming-out? In manchen Familien sind vom Großvater bis zum Enkel fast alle Künstler. Zum Beispiel meine Freundin Carola Regnier. Sie ist eine wunderbare Schauspielerin, ihr Vater Charles war es ebenfalls. Carolas Opa ist Frank Wedekind und ihre Mutter Pamela Wedekind, die berühmte „Lulu“.

Martin Kippenberger, Dialog mit der Jugend, 1978; courtesy Galerie Gisela Capitain, Köln/© Estate Martin Kippenberger – Es gefiel der Punkerin „Ratten-Jenny“ überhaupt nicht, als der Künstler Martin Kippenberger als zeitweiliger Pächter des Punkclubs „SO 36“ in Kreuzberg die Bierpreise erhöhte. Sie prügelte den Künstler krankenhausreif. Punk trifft Kunst. Kippenberger dokumentierte sein lädiertes Gesicht als Gemälde und nannte die Arbeit „Dialog mit der Jugend“. Der Altersunterschied zwischen Kippenberger und „Ratten-Jenny“ betrug allerdings gerade mal vier Jahre.
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Christoph Bannat | 12.12.07
Heinz Emigholz

Ausstellungsansicht
Heinz Emigholz - "Die Basis des Make-Up"
Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin
Werkraum 24. bis 24.Februar
www.hamburgerbahnhof.de
Denken in Bildern, wie geht das?
Bilder sehen heißt sie zu gebrauchen. David Hockney
Diese Ausstellung sieht aus, als basiere das Lebenswerk von Heinz Emigholz auf dem Tod, und seine Kunst ist die Schminke, das Make-Up auf der Basis des Totenschädels.
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Michael Reuter | 09.12.07
Der Schrank - Wissensgehäuse oder Grab der Erkenntnis?

Wer glaubt, sich in der Ausstellung »auf/zu. Der Schrank in den Wissenschaften« des Museums der Universität Tübingen durch ein Labyrinth wunderbar verschnörkelter Solitäre bewegen zu können, deren Geheimfächer und wundersame Geschichten überraschen und schockieren, dürfte enttäuscht sein. Keine Schreckgespenster, die aus barocken Truhen hüpfen, und keine zusammengerollten, vergessenen Weltformeln, die es zwischen Spinngewebe zu entdecken gilt. Im doppelten Wortsinn ein »sperriges« Thema, definiert sich doch der Schrank als Schranke zwischen einem Innen und einem Außen.
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Christoph Bannat | 02.12.07
Schirn und Gmür

Zwei Malerei- Ausstellungen die unterschiedlicher kaum sein könnten, auf den ersten Blick. Die eine in der Schirn Kunsthalle in Frankfurt, die andere in der Ladengalerie Gmür in Berlin- Prenzlauerberg.
TURNER HUGO MOREAU, ENTDECKUNG DER ABSTRAKTION, 06. OKTOBER 2007 - 06. JANUAR 2008 www.schirn-kunsthalle.de
BONJOUR MONSIEUR ENSOR, bis 15.12.2007, Sa. u. So. 16 – 20.00 Uhr nach Vereinbarung Tel. 0176.700726, GMÜR , Christburgerstrasse 29 D- 10405 Berlin
Plus Interview mit Marcus Weber, Peter Stauss, Sebastian Hammwöhner
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Michael Reuter | 18.11.07
Abenteuer Sammlung – Work in Progress
Konzentriert! Kunst von 1350 bis heute
Staatsgalerie Stuttgart
17. November 2007 bis 17. November 2008

Raum 32, © Staatsgalerie Stuttgart/Gerhard Ziller 2007
Sean Rainbird, seit Ende 2006 neuer Direktor der Stuttgarter Staatsgalerie, traten jedes Mal die Tränen in die Augen, wenn er auf die Schätze blickte, die wegen der Renovierungsmaßnahmen der Öffentlichkeit seit Jahren nicht zugänglich waren. So macht man nun in Stuttgart aus der Not eine Tugend und versucht sich in der Neuen Staatsgalerie an einer Neuhängung von Teilen der Sammlungsbeständen aus der Zeit vor 1900. Der postmoderne Bau des englischen Architekten James Stirling wird so für ein Jahr zur Heimat handverlesener Exponate, bevor die Alte Staatsgalerie Ende 2008 wiedereröffnet wird. 15 Räume stehen für 800 Jahre Kunstgeschichte zur Verfügung, eine Herausforderung, die nur die Präsentation eines Konzentrats der Bestände erlaubt, die quinta essentia der Staatsgalerie.
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Gastbeitrag | 09.11.07
Der Celeste-Kunstpreis ...
von Bence Fritzsche
... hat in England und Italien bislang überdauert, wohl wahr. Jedoch ist er auch in diesen Ländern völlig bedeutungslos. Das wird er in Deutschland erst recht, falls sich überhaupt 300 - 400 Künstlerinnen und Künstler freiwillig dazu bereit erklären, einen satten Betrag von 60 Euro (!) dafür zu blechen, an einem höchst dubiosen Kunstpreis dieser Sorte teilzunehmen, für den sie selbst das Preisgeld aufbringen. Man darf gespannt sein, was passiert, wenn sich nur etwa 100 Künstler finden sollten. Zahlt Mr. Music dann die fehlenden 14.000 Euro aus eigener Tasche ???
Bei "Celeste" und Mr. Music geht weiter alles drunter und drüber. Erst ne Jury von 2 Mann (!), dann flüchten die Beiden, nachdem sie erkannt haben, auf was für ein merkwürdiges Spiel mit den Nöten der Künstler sie sich eingelassen haben.
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Gastbeitrag | 02.11.07
Stasiakten auf dem internationalen Kunstmarkt
Eine spanische Künstlerin bedient sich im Aufarbeitungsdepot
Von Dirk Teschner

Foto: Tina Krone/BStU
An einem trüben Herbsttag schlenderte ich mit einer befreundeten Ausstellungsmacherin über das diesjährige Art Forum Berlin, sah bei der Galerie Crone tonnenweise nervende Biskys, Gemischtwaren bei Eigen + Art und Unmengen von Fotos überall. Landschaftsfotos, großformatige C-Prints oder Porträtfotos, kleine Formate, klassisches Schwarzweiß. An einer Koje blieb meine Begleiterin dann ungewöhnlich lange stehen, um schließlich noch interessiert im Katalog zu blättern. Was gab es zu sehen? Die Amsterdamer Galerie Ellen de Bruijne Projects zeigte eine Reihe gerahmter Schwarzweißaufnahmen mit der flüchtigen Ästhetik von Paparazzifotos. Gekennzeichnet als BStU-Kopie erkannte ich in ihnen Observationsfotos der Staatssicherheit, Aufnahmen von einer Gruppe nackter Menschen am FKK-Strand oder einer rauchenden Frau in einem Zimmer. Ein Bild, das im Katalog des Artforums auf der Seite eben dieser Galerie anonymisiert abgedruckt ist. Der Preis je Foto bei einer Auflage von 3 + 1 AP war mit 3.800 bis 5.000 Euro angegeben. Daneben liefen auf einem Screen Überwachungsaufnahmen der Stasi von einem öffentlichen Platz. Als Autorin der Arbeiten wurde die spanischen Künstlerin Dora Garcia genannt.
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Markus Wirthmann | 26.10.07
Cool Jazz für Androiden
Frank Nitsche
Jazz
23. Oktober bis 21. Dezember
Galerie Gebr. Lehmann, Dresden

Eigentlich ist das nicht der richtige Titel für diese Ausstellung. Ich verbinde mit Jazz was komplett anderes: Rothändle und Bars die Blue Note und Bird heissen. Ein bisschen altbacken.
Das hier ist was anderes, neueres, cooleres. Post-Techno-Avatar-Jive vielleicht. Musik für Androiden. Oder Avatare.
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Michael Reuter | 25.10.07
Jüngstes Gericht
Hörzeichnungen von Dorothea Schulz

»Das Große Band II«, 2006, Aquarell auf Bütten, 1000 x 150 cm (Ausschnitt)
Telefonzeichnungen entstehen, wenn nervöse Hände mit einem Bleistift Eckiges, Schraffiertes oder Figuratives auf einem Blatt Papier entstehen lassen. Die »Hörzeichnungen« der 1962 geborenen Dorothea Schulz gehen da ein deutliches Stück weiter. Die Künstlerin fertigt ihre Zeichnungen parallel zu aufgeschnappten Gesprächen aus den Medien oder aus eigenen Unterhaltungen an und immer entstehen dabei wild verschlungene Suchbilder voller Wortfetzen, Kommunikationshäppchen und cartoonhafter Gesichter, die zwar alle die gleiche Sprache benutzen aber trotzdem in babylonischer Verwirrung selten miteinander, aber häufig gegeneinander und aneinander vorbei disputieren. In Zeiten der fortschreitenden »Ill Communication« könnten die Bilder als kritischer Kommentar zu den schwindenden rhetorischen und zwischenmenschlichen Fähigkeiten einer »It´s all 4 U-Generation« gesehen werden.
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Gastbeitrag | 08.10.07
Kaiserhoden
von Roland Fuhrmann
Matthew Barney
Kaiserringträger der Stadt Goslar 2007
Mönchehaus Museum für moderne Kunst Goslar
6.10.2007 bis 13.1.2008

Heute wurde in der alten Kaiserpfalz zu Goslar zum 32. mal der renommierte Kunstpreis „Kaiserring“ an Matthew Barney (*1967) verliehen. Er ist damit wohl der jüngste Kaiserringträger und verstörte die gesetzten Goslarer Kunstfreunde gehörig. CREMASTER heißt sein berühmter fünfteiliger Filmzyklus und bezieht sich auf den musculus cremaster, den Muskel, der den männlichen Hoden temperaturabhängig hebt und senkt.
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Gastbeitrag | 04.10.07
3 von 2000 ...
... Künstlern auf dem Artforum Berlin, die nach dem Abbau der Kunstmesse hängengeblieben sind.
von Fritz Balthaus
Art Forum Berlin
About Beauty
29. September bis 3. Oktober 2007
Villeroy & Boch

Die erste Arbeit ist meines Wissens nicht einmal offizieller Teil der Messe, sondern einer Umdeutung auf deren Herrentoilette zu verdanken. Anonyme Autor/innen haben die seriell installierten Urinoirs der Messetoiletten jeweils mit dem Faksimile MUTT 1917 bezeichnet. Marcel Duchamps Pseudonym bei der Einreichung des Urinoirs zur Armory Show 1917 wurde an den Pissoirs angebracht, so daß der Schriftzug „MUTT 1917“ mit dem Produzentenlogo „Villeroy & Boch“ konkurriert. Beide scheinen industriell in die Keramik eingebrannt zu sein. So werden die kunstgewordenen Urinoirs dem ursprünglichen Zweck wieder rücküberantwortet, was nach 90 jahren eine gewisse Erleichterung bedeutet, ähnlich dem Männeraustreten an der gekachelten Periferie des Messekontextes selbst. Die funktionalen WC Räume sind noch nah genug an den Messeständen, um als Kunstort mitgedacht zu werden, und weit genug entfernt, um die teure Standgebühr zu sparen. Der Firma Villeroy & Boch kann man nur nahlegen, von diesem Prototypen im Nachzug eine limitierte Firmenedition herauszugeben – in Kooperation mit den von ihnen auszumachenden Autoren, die bitte darauf achten, dass die Exemplare nur im Sanitärbereich aufgestellt werden, besonders in Museen.
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Michael Reuter | 02.10.07
Ciao Block Beuys
Über den vorerst letzten Blick auf den Block Beuys am 30.09.2007 im Hessischen Landesmuseum Darmstadt

Im Hessischen Landesmuseum Darmstadt
Nicht zu glauben, seit 1986 ruht Joseph Beuys in Frieden und immer noch streifen die ewigen Wiedergänger ultrakonservativen Kunstempfindens durch die sieben Räume im zweiten Stock des Hessischen Landesmuseums, um sich über Fettecken, verschimmelte Würste und gestapelte Filzmatten zu erregen. »Das ist keine Kunst, der will nur provozieren!«, ein Satz, den ich seit Jahren für ausgestorben hielt, fällt tatsächlich und vermutlich täglich im Zusammenhang mit seinen Installationen. Nun wird das ganze Museumsgebäude am Friedensplatz in Darmstadt renoviert und während der weltweit größte Werkkomplex von Beuys mit über 250 Objekten aus den Jahren 1949–1972 in einen tiefen Schlaf fällt, tobt draußen seit Monaten ein erbitterter Streit über die Art und Weise, wie der Block in Zukunft präsentiert werden soll.
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Christoph Bannat | 30.09.07
Alice Neel - Pictures of People
Alice Neel - Pictures of People
Galerie Aurel Scheibler
Noch bis 3. November
Filmdokumentation über Alice Neel bis 10.10. Kino Hackesche Höfe.

Martin Jay, 1932
Welcher Künstler ist heute noch „außer sich“? Außer sich meint hier nicht das expressive Künstler-Tier Phänomen wie wir es bei Elke Krystufek oder Jonathan Meese beobachten können. Außer sich, meint hier das Vertiefen des Künstler-Ichs, mit der Gefahr sich dabei zu verlieren, in ein Du. Und hier ist nicht jenes Verschwinden in der Landschaft wie wir es bei Cezanne beobachten können oder bei Monet, der ganz „zum Auge“ wurde, gemeint.
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Adib Fricke | 29.09.07
Ceal Floyers Preisträgerarbeit im Hamburger Bahnhof zerstört

Ceal Floyer, Scale, 2007, Klanginstallation/Skulptur, 24 Lautsprecher, Computer, 12 Stereo-Amplifier
Es muss wohl heute abend irgendwann zwischen 21 und 21.30 Uhr während der Eröffnung der Roman Signer-Ausstellung im Hamburger Bahnhof passiert sein: Die Arbeit Scale von Ceal Floyer, mit der sie den Preis der Nationalgalerie für junge Kunst gewann, wurde zerstört. Die große Schiebetür zum Ausstellungsraum in einer der Rieck-Hallen wurde »bis auf weiteres« verschlossen. Nur ein kleiner Spalt blieb offen, durch den gerade noch das Objektiv der Taschenkamera passte. Die Museumsaufpasser wollten oder konnten keine Detailinformationen geben. Versuchte etwa ein Besucher oder eine Besucherin die Stufen des Kunstwerks hinaufzugehen? War es der Racheakt eines zu kurz gekommenen Künstlers? Ertrug jemand nicht die »minimalistische Pointiertheit ..., die zumeist in hochkomplexe Sachverhalte umschlägt«?
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Michael Reuter | 21.09.07
Stuhl, Stulle und stundenlang Zeit
Stan Douglas. Past Imperfect
Werke 1986 – 2007
Württembergischer Kunstverein und Staatsgalerie Stuttgart
15. September 2007 – 06. Januar 2008

Stan Douglas, Journey into Fear, 2001, Filminstallation/Film installation, Still, © Stan Douglas, Pressefoto Württembergischer Kunstverein
Klar kann man jetzt dicke Backen machen und den intellektuellen Prügel rausholen. Aber die Werke des 1960 in Vancouver geborenen Stan Douglas funktionieren, jenseits von allem lexikalischen Wissen, auch auf der emotionalen und ästhetischen Ebene sehr gut. Seine Filme sind perfekt inszeniert und entwickeln trotz ihrer ungewöhnlichen Form einen spannungsreichen Sog, dem man gerne länger folgen würde – gäbe es in den riesigen Dunkelkammern des Württembergischen Kunstvereins und der Staatsgalerie Stuttgart nur angemessene Sitzgelegenheiten.
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Martin Conrath | 15.09.07
Der Glaube an die Kunst
"Vergessen wir nicht, dass es einen unaufgebbaren Zusammenhang zwischen Kultur und Kult gibt. Dort, wo die Kultur vom Kultus, von der Gottesverehrung abgekoppelt wird, erstarrt der Kult im Ritualismus und die Kultur entartet. Sie verliert ihre Mitte." Joachim Kardinal Meisner, 14.09.2007
Dass er von zeitgenössischer Kunst nichts versteht, hat Herr Meisner – von Beruf Gläubiger – schon häufig kund getan.
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Martin Conrath | 05.09.07
Die Gelegenheit als Bild#1

Markus Wirthmann | 27.08.07
Links, rechtsgestrickt
Josephine Meckseper
Kunstmuseum Stuttgart
14. Juli – 28. Oktober 2007

„Ich bin eher links“, so lautet das politische Selbstbekenntnis der Josephine Meckseper, das man sich im Originalton als Teil einer museumspädagogischen Hörspiel-Inszenierung per Audio-Guide reinziehen kann. Das Audio-Doku-Drama ist produziert von „Crumpled Paper“, dem “Klub für Jugendliche und junge Erwachsene, die sich intensiv mit Kunst, Architektur und Design beschäftigen wollen“. Im Kunstunterricht der Mittelstufe ist diese didaktische Handreichung bestimmt von großem Nutzen, der gemeine Ausstellungsbesucher sollte sich allerdings vor dieser Indoktrination hüten denn sie lässt keine Fragen offen und erklärt die Ausstellung, deren Interpretationsspielraum ohnehin schon sehr eng ist, ohne wenn und aber zu Ende.
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Christoph Bannat | 22.08.07
Zeichnung als Standbein in der Wirklichkeit

Ausstellung "Janke vs. Wernher von Braun" in Peenemünde
Bleistift und Skizzenblock sind schnell, Raum und Zeit sparend, eingepackt und Linien schnell aufs Papier geworfen. Die Zeichnung ist immer noch das einfachste und direkteste Medium, deshalb aber nicht weniger komplex. Während der Zeichner seiner körperlichen Verfassung unterworfen ist, muss er ein Verhältnis zwischen Detail und angestrebten Gesamtwerk herstellen,
Karl Hans Jahnke, Matthias Beckmann und das www.meltonpriorinstitut.org zeigen die Möglichkeiten von Zeichnungen -mit Kunst aber hat das zunächst einmal nichts zu tun.
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Gastbeitrag | 17.08.07
All the world’s a stage
von Petra Reichensperger
Jessica Stockholder
Corner Space
Galerie Thomas Schulte, Berlin
8. Juli - 1. Sep., 2007

“All the world’s a stage", schrieb Shakespeare um 1600. Seitdem hat die Differenzierung der Welt und der Kunst als Bühne zugenommen. Worin liegt das Versprechen einer künstlerischen Aufführung? Jessica Stockholder spielt in ihren raumgreifenden Arbeiten mit dem Versprechen etwas Außerordentliches zu erzählen. Denn ihre präzisen Setzungen im Ausstellungsraum der Galerie Schulte und ihre unkonventionellen Materialkombinationen reflektieren die umgebende Welt und die Brüchigkeit des menschlichen Daseins. Haushaltsgegenstände, Farbige Stoffe erinnern an verlassene Bühnenbilder: eine farbenreiche Anordnung von Ready-Mades, die erzählerische Momente in sich bergen.
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Christoph Bannat | 13.08.07
Piranesi für Webdesigner

Giovanni Battista Piranesi für Webdesigner.
Eigentlich ist über den 1720 in Venedig geboren und 1778 in Rom gestorbenen Kupferstecher schon alles gesagt worden, und doch ist er immer wieder neu zu entdecken- das eben macht einen Klassiker aus.
3. August - 11. November 2007
Kulturforum PotsdamerPlatz, Kupferstichkabinett
Piranesi. Vedute di Roma - Ansichten von Rom
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Gastbeitrag | 13.08.07
Marsha Ginsberg
von Petra Reichensperger
Pavlov’s Lab and Other Rooms
magnus müller, Berlin
Bis 15.09.2007
Der schöne Schein ist ihre Sache nicht. Die in New York lebende Marsha Ginsberg hat für ihre erste Ausstellung in der Galerie Magnus Müller den gelebten und verlebten Raum ins Zentrum gerückt. Ihre Fotografien zeigen verwaiste Interieurs, verlorene Träume, verlassene Räume. Die Innenräume – fotografisch festgehalten oder real präsentiert – stehen von Anfang an unter dem Zeichen des Temporären, des Prozessualen, des Spiels.
Es sind Räume, in denen das Leben Spuren hinterlassen hat. Räume, die gerade dadurch lebendig wirken.
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Martin Conrath | 16.07.07
XIV. ROHKUNSTBAU ®
Lieber R.
wie Du weißt, beobachte ich gerne kuratorische Kür-Einlagen im Pflichtprogramm Kunst und so bin ich am Samstag nach Sacrow zur Eröffnung der Abteilung Bildende Kunst des XIV. Rohkunstbau®-Festivals ins Grüne gefahren. Das wurde nötig, weil mir die vorab vermittelte Thematik "Drei Farben – Weiß" in Kohärenz mit "Gleichheit, Demokratie und Individualität" in der Bildenden Kunst nicht zwingend einleuchten wollte.
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Gastbeitrag | 04.07.07
Utopischer Retroschick
von Andreas Koch
„die stadt von morgen“
Beiträge zu einer Archäologie des Hansaviertels Berlin
Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 16.5–15.7.2007
Oliver Croy, Mark Dion, e-Xplo, Sabine Hornig, Sofia Hultén, Kaltwasser/Köbberling, Annette Kisling, Korpys/Löffler, Dorit Margreiter, Ute Richter, Eran Schaerf

„Die Stadt von morgen“ lautet der Titel einer Ausstellung über das Hansaviertel und übernimmt damit streng das Motto der „Interbau“ 1957 zu welcher das Viertel eingeweiht wurde. Utopien der Moderne wieder auszugraben ist mangels Alternativen in den Nuller-Jahren eine der Hauptbeschäftigungen, der sich vor allem konzeptuell arbeitende Künstler widmen. Nicht nur die Documenta fragt sich, ob die Moderne tatsächlich unsere Antike ist. Die Kuratorinnen Annette Maechtel, Christine Heidemann und Kathrin Peters gehen der Frage nach, was von dem Anspruch der damaligen Städteplaner, besseren Wohn- und Lebensraum für den modernen Menschen zu schaffen, heute noch übrigbleibt.
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Christoph Bannat | 24.06.07
Nur Junge Leute können so echt sein!

Die Fragestellung, ob Graffiti Kunst ist oder nicht, interessiert heute keinen mehr. Liest man Graffiti oder Street-Art als Selbstexpression von Leuten, die ästhetischen Codes folgen und es damit schaffen, politische Fragestellungen zu provozieren, ist diese Form vielleicht die spannendste von Kunst im öffentlichem Raum.
Jetzt findet „Backjumps III“, die einzige Deutsche Street-art Ausstellung mit internationaler Beteiligung, statt.
23. Juni bis 19. August 2007
BACKJUMPS – The Live Issue#3
Urbane Kommunikation und Ästhetik
Kunstraum Kreuzberg/Bethanien
www.backjumps.org, www.kunstraumkreuzberg.de
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Martin Conrath | 22.06.07
documenta 12
Liebe A.
Die oft diskutierte Überlegung war, ob es sich lohnen würde, zur documenta 12 nach Kassel zu fahren. Ich denke nicht. Neben der durch logistische Fehlplanungen gründlich schiefen Atmosphäre, idiosynkratisch geheimnisvoller Informationspolitik im Vorfeld und einer rundweg asozialen wie antiaufklärerischen Informationsdidaktik in der Ausstellung gibt es bloß Kunstgulasch, in dem das Ganze mal wieder mehr sein soll, als seine Teile.
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Gastbeitrag | 21.06.07
documenta XII: Im Vorraum des Museumsshops
von Jürgen Schneider
Einer der Ausstellungsorte der derzeit in Kassel stattfindenden documenta XII ist das Schloss Wilhelmshöhe. In dem klassizistischen Bau von 1789 befinden sich die Antikensammlung und eine Gemäldegalerie Alter Meister der Staatlichen Museen Kassel, in der u. a. Werke von Dürer, Tizian, Poussin, Snyders und Rembrandt zu sehen sind. Das Schloss gehört erstmals zum documenta-Parcours. Vor dem herrschaftlichen Bau, auf der Blickachse Richtung Stadt, hat der thailändische Künstler Sakarin Krue-On in räumlicher Fortsetzung der Kaskaden des schwergewichtig aufragenden Herkulesdenkmals ein terrassiertes Reisfeld angelegt. Der Nassreisanbau ruft sichtlich nach Flutung, die Erde ist rissig, doch die Frage bleibt: Wer ist wem Kulisse, das Schloss mit seinen Artefakten der transferierten Natur oder diese dem Bauwerk?

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Gastbeitrag | 18.06.07
Kasseler Tupperparty
von Ralf M. Ritter
Documenta Kassel
16.06 - 23.09.2007

Aue-Pavillon
Foto: Julia Zimmermann © documenta GmbH / Julia Zimmermann
Tonnenweise Vorschusslorbeer. Kritiker, die alles aufsaugen, was Documenta-Leiter Roger M. Buergel von sich gibt. Zu seinen Vorträgen pilgern und seine Markenslogans empfangen wie Moses die zehn Gebote. Alles nachbeten. Dann vorab ein paar Infobrocken vorgeworfen bekommen und untertänigst ein paar Künstler und theoretische Hohlheiten hochschreiben. Sich wie Tanzbären am Nasenring herumführen lassen. Wettbewerb um die gefälligste Exegese.
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Christina Zück | 06.06.07
Art goes battlefield

"Art goes Heiligendamm? Klingt wie Schulze gets the blues", sagt Ron. Alle im Auto kichern los. "Oder wie Frankie goes to Hollywood. Jedenfalls müssen wir uns das nachher anschauen - es soll eine temporäre Architektur in der Nähe des Demo-Geländes geben." Auf der Wiese neben der Autobahn tauchen jetzt Reihungen mit Polizeiwagen auf, ja sogar grüne Räumpanzer scheinen auf einen Angriff zu warten. Janneke erzählt, daß die IP-Adresse ihres Computers registriert wurde, als sie bei Map24 die Route nach Rostock abfragen wollte. Bei der Ankunft in der Stadt sind die Straßen leergefegt, überall Parkmöglichkeiten, kaum Menschen unterwegs, bis auf einige Einsatzkommandos, die in blauen und grünen Overalls mit kryptischen Reflektorbandmarkierungen ihre Posten einnehmen. Auf einer Hofeinfahrt kippen ein paar sechzehnjährige Punks den Papiermülleimer einer Firma um, zerschredderte Papierstreifen wirbeln wie Konfetti durch die Luft. Ein Junge mit einem schwarz-rot-gelb-gefärbten Zopf rennt in unsere Richtung und schreit kindisch: "Nein - ich habe damit nichts zu tun!"
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Christoph Bannat | 01.06.07
Gregor Schneider, Aktion im Magazin der Oper

„Der Film hat schon begonnen“, verkündete ein Schild am verschlossenen Kino, vor dem das pünktlich erschienene Publikum eine Stunde warten mußte.
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Christoph Bannat | 31.05.07
Joe Coleman, Internal Digging

Joe Coleman-Bilddetail
Erste von Susanne Pfeffer, der neuen Leiterin der Kunstwerke, kuratierte Ausstellung - man darf gespannt sein wie es weiter geht.
Joe Coleman wurde 1955 in Norwalk, Connecticut, geboren. Er ist ein typischer Outcast-Künstler und als dieser wird er auch in den Berliner-Kunstwerken gehandelt.
Joe Coleman
Internal Digging
Eröffnung: Samstag, 26. Mai 2007, 17 – 21 Uhr
Laufzeit: 27. Mai – 12. August 2007
Kunstwerke-Berlin, Auguststrasse 69, 10117 Berlin.
www.kw-berlin.de
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Gastbeitrag | 22.05.07
Zweihundertfünfzig Meter Zaun
von Ingo Arend
PUFFERZONE: In Heiligendamm wollen Künstler aus aller Welt den G8-Gipfel "verflüssigen". Die Bundeskulturstiftung aber nicht.
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Christoph Bannat | 21.05.07
Kunst ist etwas anderes

Luigi Lineri,Italien 2005.Foto: Mario Del Curto.
"Genre sind etwas für Soziologen", so Pierre Bourdieu. Regelmäßig stossen wir an unsere Grenzen wenn wir Kunst von „Verrückten“ gegenüber stehen, allenfalls retten wir uns indem wir sie zur Art Brut addieren, oder andere Bezeichnungen suchen. Und wenn ich wir sage, meine ich jene die im Kunstbetrieb involviert sind.
Stiftung Schloss Neuhardenberg, Schinkelplatz, 15320 Neuhardenberg
»Kunst ist etwas anderes« kuratiert von Werner Jeker und Mario Del Curto Di. bis So. 11 – 19 Uhr
www.schlossneuhardenberg.de
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Kai Hoelzner | 21.05.07
In girum imus nocte et consumimur igni
Schade, schon ist sie vorbei, die Show "In girum imus nocte et consumimur igni", die die Künstlerin und Kunst-Blog-Autorin Christina Zück gemeinsam mit den beiden schweizer Künsterinnen Hildegard Spielhofer und Laurence Bonvin in den vergangenen beiden Wochen im Ballhaus Ost zeigte. Weil der Turnus im Ballhaus Ost nur zwei Wochen beträgt, ist eine der besten Ausstellungen seit langer Zeit nun schon wieder vorüber. Dabei fing alles schon so wunderbar seltsam an...

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Gastbeitrag | 20.05.07
Die selbstreflexive Nation
von Ingo Arend
MUSTERSCHÜLER: Die Bundesrepublik flankiert ihre EU-Ratspräsidentschaft mit drei großen Kunstausstellungen in Brüssel. Was will sie uns und Europa damit sagen?
Visit(e). Werke aus der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland.
ING-Kulturzentrum, Brüssel. Noch bis zum 1. Juli 2007
Die Deutschen kommen. Als 1989 in Berlin die Mauer fiel, waren die Deutschen zwar "das glücklichste Volk der Welt", wie Berlins Bürgermeister Walter Momper damals jubelte. Der Rest Europas hielt sich zurück. Frankreichs Staatspräsident François Mitterand entdeckte auf einem Staatsbesuch nach der Grenzöffnung seine Liebe zur DDR. Und die britische Premierministerin Margaret Thatcher trommelte alle verfügbaren Berater zusammen: Ist ein vereintes Deutschland ein Sicherheitsrisiko für Europa? fragte sich der Krisengipfel auf ihrem Landsitz Chequers.

Visit(e). Werke aus der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland
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Christoph Bannat | 20.05.07
Die Stadt von Morgen
Beiträge zu einer Archäologie des Hansaviertels Berlin
Akademie der Künste, Hansaviertel, Berlin
Vom 16. Mai bis 15. Juli 2007
Mit künstlerischen Beiträgen von Oliver Croy, Mark Dion, e-Xplo, Sabine Hornig, Sofia Hultén, Kaltwasser/Köbberling, Annette Kisling, Korpys/Löffler, Dorit Margreiter, Ute Richter, Eran Schaerf.

Korpys/Löffler,Still aus Dokumentarfilm von 1953, © die stadt von morgen/Andree Korpys/Markus Löffler, 2007
Eiermannholz schlägt Bill-Uhr im Eternithaus, oder: „Wir brauchen hier keinen Gursky, den haben wir, wenn wir aus dem Fenster sehen“, so eine Bewohnerin des Hansaviertels. Andreas Gursky wohnt zwar im Arne Jacobsenhaus im Hansaviertel, gemeint ist hier aber, dass man in einem ästhetisch durchorganisierten Viertel, dem Hansaviertel-Berlin, wie in einem Kunstwerk wohnt.
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Markus Wirthmann | 14.05.07
Erdbeben und Elefanten
Projekt Kunst-Landschaft
Kunstverein & Stiftung Sprinhornhof e.V.
Neuenkirchen, ganzjährig

Peter Pommerer, "Die eingefangene Zeichnung", 2003
Laut Wikipedia erschütterte am 20. Oktober 2004 ein Erdbeben der Stärke 4,5 auf der Richterskala mit Epizentrum in Neuenkirchen die Lüneburger Heide. Das ist zufällig genau dort, wo sich der Kunstverein Springhornhof befindet, das Epizentrum eines Skulpturenprojekts, das Mitte der siebziger Jahre begonnen wurde und seitdem stetig wächst. 2003 wurden die vorerst letzten acht Skulpturen im Rahmen des Projektes „Outlook 2003“ realisiert. Insgesamt gruppieren sich jetzt so um die 30 Plastiken und Installationen in mäßiger Fahrradentfernung um den Kunstverein.
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Markus Wirthmann | 25.04.07
Wohl temperiertes Museum
Holly Zausner
unseen
Filminstallation im Bode-Museum, Berlin
25. April - 13. Mai 2007

In der sogenannten florentinischen Basilika, einem Renaissance-Architektur nachempfundenen Saal in direkter Flucht zum Haupteingang, wird Holly Zausners fünfzehnminütiger Kurzfilm in weihevoller Umgebung gezeigt. Obwohl die Ausstellungsstücke aus dem Inventar einer Bürgervilla stammen, ist der assoziative Raum ein sakraler und die siebeneinhalb Meter breite Leinwand schwebt über einem nicht existenten Altar. Der Surround-Sound der Super-16-Millimeter-Produktion weitet die Halle nochmal auf kathedrale Maße.
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Gastbeitrag | 18.04.07
Kunsthype im Metaversum
von Stephan Lorenz und Verena Lehmbrock
Gazira Babeli
Collateral Damage - a comprehensive survey of works from 2006-2007
16. April bis 30. Mai
Second Life Location: Odyssey (38,30,23)

Blick in die Ausstellung, mit programmiertem Erdbeben im Vordergrund
Die Avatar-Persönlichkeit Gazira Babeli ist eine Konzeptkünstlerin im Metaversum von Second Life. Unstoffliche Grundlage ihrer Arbeit sind 3D-Ausprägung und Scriptfähigkeit.
Hinter Gazira Babeli steht laut Gazira Babeli keine (weibliche, kanadische ..) Realexistenz, sondern allein Gazira Babeli.
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Christoph Bannat | 26.03.07
Warum trägst du mich immer zu Grabe?

Caro Suerkemper-Keramik
Zwei Künstlerinnen, die sich bereits seit Jahrzehnten mit Bildern von Frauen beschäftigen. Erregend schamlos, erregend heimlich und erregend peinlich.
Caro Suerkemper
Gebrannte Kinder
filiale berlin
3. März – 5.April 2007
Neuer Comic von Anke Feuchtenberger/Kathrin de Vries
Die Hure H Wirft Den Handschuh
Broschiert: 112 Seiten
Verlag: Reprodukt; Auflage: 1 (Februar 2007)
ISBN: 3938511796
Skizzenbuch von Anke Feuchtenberger
Wenn Mein Hund Stirbt Mach Ich Mir Eine Jacke
Broschiert: 120 Seiten
Verlag: Kiki Post (Dez. 2005)
ISBN: 3980976920
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Gastbeitrag | 24.03.07
MyFeminism
von Vera Tollmann
Wynne Greenwood
Peas
Susanne Vielmetter Berlin Projects
24.2. – 7.4.2007
Dieser Text erscheint auch in der zweiten Ausgabe
des neuen Berliner Review-Hefts „von hundert“.

Mit Live-Schaltungen will uns das Fernsehen immer von der Unmittelbarkeit der Ereignisse überzeugen, der ungefilterten Informationsübertragung. Nur ist es evident, dass dieses angebliche Live-Berichten vom Ereignis natürlich nie vertrauenswürdig sein kann, denn auch da wird interpretiert, selektiert, und infolgedessen das Ereignis gemacht.
Ende Februar eröffnete die Galerie Susanne Vielmetter aus Los Angeles ihren mit strategischem Understatement 'Berlin Projects' benannten Galerieraum im alten Lager ihrer Nachbargalerie carlier/gebauer. Im polierten White Cube sollen über ein halbes Jahr hinweg Künstler und Künstlerinnen der Galerie vorgestellt werden – den Anfang macht die New Yorker Videokünstlerin Wynne Greenwood, auch bekannt als Konzeptband „Tracy and the Plastics“, in der sie alle Bandmitglieder darstellte.
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Peter Lang | 22.03.07
Neulich in Berlin
Villa Massimo im Martin-Gropius-Bau
Donnerstag, 1. März 2007
Dieser Text erscheint auch in der zweiten Ausgabe
des neuen Berliner Review-Hefts „von hundert“.
Manchmal fließt ja Geld und sind Direktoren über das Maß engagiert, wo man es gar nicht vermutet. Eine auf Hochglanzkarton gedruckte Einladung verhieß eine Vorstellung der Deutschen Akademie Rom, besser bekannt als Villa Massimo, im Gropiusbau zu Berlin. Der Eingeladene und betreffs der Anwesenheit des Herrn Bundespräsidenten extra zur Akkreditierung Genötigte erwartete natürlich eine Ausstellung der Stipendiaten.
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Adib Fricke | 21.03.07
Wenn der Zucker aus dem Einkaufswagen quillt
Thomas Rentmeister
Mehr
Haus am Waldsee
02.03.2007 - 29.04.2007
Künstlergespräch: 22.03.2007, 19.30 Uhr
Frage: Was haben eine Holzleiste und eine leere Tüte Kaffee miteinander zu tun? Antwort: Von Thomas Rentmeister über das Holz gestülpt wird es zu einer seiner Spaß-Arbeiten, die aktuell im Haus am Waldsee zu sehen sind. Café Latte heißt das Witzchen, das an die Wand gelehnt steht und sich primär über den Titel konstituiert. Es scheint als wolle Thomas Rentmeister einfallsreich und humorvoll mit seiner Kunst sein. Über das Gagige kommt er in seiner Ausstellung Mehr nicht hinaus.
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Markus Wirthmann | 12.03.07
Beim Bart des Architekten
Les Schliesser
Alte Arbeiten
9. März – 21. April 2007
Galerie Jesco von Puttkamer, Berlin

Ausgehend von der Architektur des Rotaprint-Gebäudes in Berlin-Wedding, in dem Les Schliesser schon seit Jahren arbeitet, und dem Lebenslauf des Architekten Klaus Kirsten entwickelt sich die Ausstellung nach hinten, chronologisch gesehen. Die Architekten-Biografie existiert genau besehen überhaupt nicht - und das verwundert doch denjenigen außerordentlich, der schon einmal dieses exaltierten, irgendwie zwischen Bauhaus, russischem Konstruktivismus und Coop Himmelblau schwebenden Bauwerks ansichtig geworden ist.
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Markus Wirthmann | 10.03.07
Bondage Dungeon meets Margarete Steiff
Caro Suerkemper
Gebrannte Kinder
filiale berlin
3. März – 5.April 2007
Filiale Berlin ist eine Kooperation der Galerie Conrads aus Düsseldorf und der Galerie Römerapotheke, Zürich. Ende letzten Jahres eröffneten beide Galerien ihre Dependance in der Brunnenstaße in Berlin mit einer Gruppenausstellung. Nachdem die Düsseldorfer Fraktion ihre erste Soloshow absolviert hat, ist nun die Römerapotheke dran.

Mit Gebrannte Kinder stellt Caro Suerkemper eine Serie von Arbeiten aus, die in ähnlicher Inszenierung bereits im Dezember in Zürich zu sehen war.
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Christoph Bannat | 04.03.07
Odilon Redon
Fragen an Kai Teichert und Nikolaus List

Gesicht hinter Gittern
Odilon Redon - Wie im Traum.
Schirn Kunsthalle, Frankfurt
kuratiert von Margret Stuffmann
27. Januar - 29. April 2007
Odilon Redon wird oft als Künstler für Künstler bezeichnet. Was immer das sein mag, ein Künstler für Künstler, im Fall Redons ist das noch schwieriger als bei vielen anderen zu erklären. Sicher ist, Redon ist bis heute umstritten, allein durch seine Bilder. Also fragte ich einfach einmal Künstler, was sie von seinen Arbeiten halten. In Berlin boten sich mir sofort zwei Gesprächspartner an: Nikolaus List und Kai Teichert.
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Gastbeitrag | 21.02.07
Todesendprodukte
von Nina Hoffmann
Förderpreis Bildende Kunst der Schering Stiftung 2007 / Skulptur
Berlinische Galerie
19. Januar bis 9. April 2007

Gelangt man in die hinteren Räume der Berlinischen Galerie wendet der Blick sich automatisch nach links und der Mund klappt nach unten. Feuerstelle, liest man, nach dem ersten Staunen, auf dem Namensschild, von Jan Bünnig. Libido, Eros, Vulkan, Kristall, Wachstum und Schönheit. Sucht man Schönheit bei Wikipedia, wird einem das Unbehagen bei der frei herzigen Äußerung dieses Wortes sofort theoretisch bestätigt. „Seit der Moderne ist die Kategorie der Schönheit auch für die Kunst kritisch angefochten. (...) Alternative Ästhetiken wie das des Erhabenen, Hässlichen, Interessanten oder Authentischen ersetzen in der Kunst der Moderne zunehmend das Schöne, von dem man sich keinen Begriff mehr machen kann.“
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Markus Wirthmann | 16.02.07
Sabinerinnen finden keine Gnade ...
Eve Sussman & The Rufus Corporation
The Rape of The Sabine Woman
Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin
noch bis zum 11. März 2007
... jedenfalls nicht bei Jerry Saltz, dem Autor von The Village Voice, New York. Dort, also in New York, wird der Film, der zur Zeit im Hamburger Bahnhof in Berlin gezeigt wird, während der Armory Show zu sehen sein.

Las Meninas in kinotaugliches Format gebracht
Eve Sussmans „89 Seconds at Alcazar“, „eine traumartige Wiederholung der Ereignisse, die zu Velázquez' überragendem Meisterwerk Las Meninas führten“, nahm die Kunstwelt im Sturm, so Saltz, aber „The Rape ...“ der sich ebenfalls auf ein weltbekanntes Gemälde bezieht, sei „ein über alle Maßen über produzierter achtzig minütiger Mischmasch aus Ungeheuerlichkeiten, Klischees und Künstlichkeit“.
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Christoph Bannat | 14.02.07
Verfeinerte Planspiele im BDI
Thomas Ravens
Zentrale 17
Haus der Deutschen Wirtschaft - Kunstfenster, Berlin
14.02.2007 bis 31.11.2007

„Eine Mauer kann etwas Schönes sein, diese müsste nur 5 Zentimeter höher“, so Joseph Beuys beim Anblick der Berliner Mauer. Mit diesem Spruch kennzeichnete er die Nahtstellen zwischen Politik, Architektur und Ästhetik. Einen anderen Vorschlag zur Architektur machte Wenzel Hablik, Mitglied der „Gläsernen Kette“, in den 10er Jahren des letzten Jahrhunderts: 10 Millionen Männer nur 1 Jahr Kriegsdienst, warum nicht 10 Mill. Jahre „Krieg Arbeit positiver Art"? Arbeiten an neuen Bauproblemen.
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Christoph Bannat | 13.02.07
Beste Comics 2006, Chris Ware und Bardin von Max

Chris Ware ist der größte Comiczeichner des letzten Jahrzehnts. Nach der Erfindung des Autorencomics durch Robert Crumb und dessen politische Dimensionierung durch Art Spiegelmann, ist er der wichtigste Comiczeichner und Erneuerer des Autorencomics und ein fantastischer Stilist. Im Comic geht es um Typisierungen. Diese zu verlebendigen, was einem Paradoxon gleichkommt, ist die große Kunst.
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Martin Conrath | 12.02.07
Die Macht des Dinglichen – Skulptur heute?
In den Rangeleien um die ersten Plätze im Ausstellungsgeschäft kommen Plastik und Skulptur häufig nicht mehr in die Endrunden, Kontextuelles überwiegt. Wenn also der Fließbandarbeit des Prozesshaften und der darin kategorischen Prospektive des Unfertigen ein wenig Sand ins Getriebe käme, sollte das zumindest interessant sein.
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Christoph Bannat | 04.02.07
Characters. Yoshitomo nara und andere

Yoshitomo + graf c/o Zink
Michal Majerus hat Super Mario, Andre Butzer die Kulleraugen (seine einzige Erfindung) in den Kunstbetrieb eingeführt. Und auch Inka Essenhigh, Takashi Murakami, oder Yoshimoto Nara arbeiten, auf unterschiedliche Weisen, am Phänomen der „characters“. Hier werden 2 Touren empfohlen um diesem Phänomen näher zu kommen.
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Markus Wirthmann | 04.02.07
Digital auf Kuschelkurs ...
... mit analog
Transmediale.07 Ausstellung
Akademie der Künste, Hansaviertel, Berlin
31. Januar bis 4. Februar 2007
Christoph Korn, Antoine Schmitt, Roman Kirschner, David Rokeby, Taylor Deupree & Richard Chartier, Herwig Weiser, Kurt d’Haeseleer, Herman Asselberghs, Herwig Turk & Günter Stöger, Moon Na, Aram Bartholl

Death Before Disko, Herwig Weiser
Spacige Inszenierung einer Macho-HiFi-Anlage
Die Ausstellung der Transmediale.07 ist duster. Und zwar buchsäblich: die Beleuchtung ist auf ein Mindestmaß reduziert, damit die schönen Lichteffekte, die Projektionen, das geheimnisvolle Glimmen oder pulsierend Energetisches zur Geltung kommen. Einige wenige Exponate haben darunter zu leiden, aber die tageslichtauglichen Kunstwerke sind ja sowieso die Ausnahme. Und damit hat sich´s auch schon mit den Alleinstellungsmerkmalen der Digi-Show.
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Gastbeitrag | 31.01.07
Dennis Löschs Arbeiten sind dumm
Sabeth Schmock über Dennis Löschs Neueröffnung Neueröffnung bei Jan Winkelmann/Berlin.

Schon nach der ersten Ausstellung von Dennis Lösch galt es eine gewisse Agression zu verarbeiten. Aber scheinbar geht es noch schlimmer. Dumm, dümmer, Lösch! So sollte man sagen. Ja richtig, es gibt auch dumme Kunst, die ist dann vielleicht lustig oder da passiert etwas bei der Betrachtung, aber das meine ich nicht, wenn ich sage dumm. Mit dumm meine ich richtig dumm! Wenn sie jetzt noch nicht wissen was gemeint ist, dann lesen sie weiter oder noch schlimmer, besuchen sie doch mal die Ausstellung.
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Max Glauner | 29.01.07
Palimpsest 0701 - 01 Problembären I

Ein Problembär! - Ein Problembär? - Ja! Lesen Sie weiter...
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Christoph Bannat | 25.01.07
Was guckst Du!
De Frau
Regie und Bühne: Johnathan Meese
Volkbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin
Weitere Vorstellungen: 27. und 28.Januar, sowie 14., 20. und 23. Februar 2007, jeweils 20 Uhr

Bild-Zeitung Bremen, 22.5.06.
Zur Zeit wird kaum ein Künstler so hoch gehandelt wie Jonathan Meese und das nicht nur in finanzieller Sicht, sondern auch im Blick auf seinen symbolischen Wert. Diesen symbolischen Wert und die mediale Präsenz der Person Meese scheinen immer mehr Hartgeldgönner gebrauchen zu können. Warum eigentlich?
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Sue Hubbard | 18.01.07
Bad Art for Bad People
Jake and Dinos Chapman
Bad Art for Bad People
Liverpool Tate
Until 4th March
Like Laurel and Hardy, Flanagan and Alan, Gilbert and George, the artists Jake and Dinos Chapman have realised that being part of a duo is a good career move. The audience get two for the price of one and there is always someone around to act as a foil. The self-appointed bad boys of British art, they came to prominence as part of the notorious YBA generation. Now they have produced Bad Art for Bad People and the more they shock us, like pigs wallowing in their own muck, the happier they are. “We are sore-eyed scopophilliac oxymorons….our discourse offers a benevolent contingency of concepts, a discourse of end-of-sale remnants, a rationalistic hotbed of sober categories…” belligerently declares a mud spattered manifesto plastered on the gallery wall. But what are they really up to with their infantile penile-nosed manikins and their obsessive scenarios of death camp horror made from myriads of tiny plastic bodies like those used by small boys for air fix models?

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Gastbeitrag | 18.01.07
Keine Augen im Kopf
Spiegelautor Daniel Haas geht Christoph Schlingensief auf den Leim
von Konstantin Schneider

Man könnte ja einfach sagen, vergib Ihnen, denn sie wussten nicht, was sie sahen. Oder wie tief der Stachel des Ideologieverlustes bei einigen Grosskommentatoren offenbar doch sitzt. Dass da einer zum Oberlehrer mutiert, weil ihm das TV-Format von morgen für das Fernsehen von früher gegen den Strich geht, davon konnte man sich in der Internetausgabe des für seine Aufklärungsarbeit und konstruktive Besserwisserei immer noch recht angesehenen Spiegel am Dienstag, dem 16.1. in einem besonders peinlichen Artikel einen Eindruck verschaffen.
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Sue Hubbard | 17.01.07
Towards a New Utopia?
PUBLIC SMOG
A project by Amy Balkin curated by students of the
MA Curating Contemporary Art course at the Royal College of Art,
in collaboration with Peer
Peer, London
November 2006

The 4th November was the Saturday before the UN Climate Talks (COP 12/ MOP 2) in Nairobi (6th-17th November). There were demonstrations demanding urgent action on climate change all around the globe. Those taking part believe that only coordinated international action can avert the massive threat posed by climate change and that the failure of world leaders to act - especially the US under George Bush who failed to sign the Kyoto Protocol agreement - is threatening the very existence of life on earth.
Can art do anything to change the mindset of politicians or entrepreneurs who seem to care more about the status quo and making big bucks than carbon emissions? Or does it merely provide an impotent side show producing sanctimonious truisms for a middle-class audience not prepared to change their lifestyles? It's one thing to nod approvingly at a work in the Tate, quite another to forgo that cheap airfare. To look at art seriously means a willingness to be changed but such epiphanies tend to be personal. Is Jerry Saltz, critic of the Village Voice, right when he says “Art can opine about hierarchy and demagogy, it can be a critic of the state of the world and the human condition. It can ask political questions… however it cannot …turn back global warming; it cannot change the world except incrementally and by osmosis.”?
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Christoph Bannat | 11.01.07
Noch mehr Zorn, noch mehr Brinkmann.

„Brinkmanns Zorn“, Film von Harald Bergmann. Elfi Mikesch, Kamera. Eckhard Rhode als Rolf Dieter Brinkmann.
Bundesweiter Start 11.1.07. Berliner Kinos: Kant, Central, Lichtblick.
2007 fängt mit einen einzigartigen Film an: „Brinkmanns Zorn“. Ein Film über den Literaten Rolf Dieter Brinkmann. Ein Film der sich aus Brinkmanns Tonbandaufnahmen (den Jahren 1973 bis 1975), sowie gesprochen Textpassagen seiner Arbeitshefte generiert.
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Martin Conrath | 11.01.07
Brinkmanns Zorn
Brinkmanns Zorn – ein Film von Harald Bergmann
mit Eckhard Rhode, Alexandra Finder und Martin Kurz
Kamera Elfi Mikesch, Ton Volker Zeigermann
Kinostart: 11.01.2007
Er hatte genug von der Literatur, ihrer Betriebsamkeit, ihren Eifrigkeiten und ihrem Realitätsverlust. 1969 beschloss Rolf Dieter Brinkmann, Szene-Star der deutschen Cut-Up-Literatur (=> Wikipedia.org), mit dem Schreiben aufzuhören. Er wollte Realität. Er hängte sich ein Tonbandgerät über die Schulter und begann, zuerst schimpfenderweise, dann geduldiger und vorsichtiger, seine Wahrnehmungen akustisch direkt zu protokollieren. Dokumentarische SW-Fotos, gemacht mit einer Fixfokus-Instamatikkamera, begleiteten sein Projekt bis 1975. Und: Die Ergebnisse sind auch heute noch verblüffend. Direkt, aufdringlich, peinlich, beharrlich und konsequent.
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Christoph Bannat | 03.01.07
Gemischte Gefühle
Aya, von Marguerite Abouet und Clément Oubrerie
Carlson Comic 14.90 Euro
Napoleons neue Kleider. Pariser und Londoner Karikaturen im klassischen Weimar
Kunstbibliothek, Kulturforum Potsdamer Platz, Berlin
Bis 7.01.07
Caspar David Friedrich. Jahreszeiten
An der Wiege der Romantik.
Kupferstichkabinett, Kulturforum Potsdamer Platz, Berlin
Bis 11.03.07
Norbert Schwontkowski Vertigo
Galerie Contemporary Fine Arts, Berlin
Bis 27.01.07
Senses of Architecture. Eine Ausstellung in mehreren Akten
Deutsches Architektur Zentrum, Berlin
Bis 28.01.07
GEHEIMNIS und ÖFFENTLICHKEIT
Contemporary Art Projects - Blashofer, Berlin
Bis 10.2.07
Zur Weihnachtszeit widmen sich die westlichen Medien traditionell dem afrikanischem Kontinent und zeichnen ein Bild des Elends – verbunden mit der Bitte um Spenden. AYA, ein Comic aus Frankreich, der vom Leben in der Elfenbeinküste handelt, zeigt andere Bilder von Afrika und bestätigt einmal mehr wozu das Comic-Genre fähig ist.

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Christoph Bannat | 18.12.06
Trust your local sexist

Robert Crumb, Tom of Finland, Eric Stanton, Balthus, Pierre Klossowski, oder Henry Darger sind begnadete Sexisten. Sie ziehen ihre Schaffenskraft aus dem Sexuellen. Jede größere Stadt hat ihren Lieblingssexisten, Stu Mead ist so einer für Berlin. Meist hebt eine bürgerliche Boheme diese in den Stand eines ernst zu nehmenden Künstlers, nachdem sie auf dem Feld gleichgesinnter Fans Kultstatus erlangt haben. Klaus Theuerkauf – auch »das Kiezradio« genannt – von der Galerie Endart in der Oranienstrasse Kreuzberg, ist ein solches Verbindungsglied zur bürgerlichen Wertewelt. So ist es kein Zufall, dass Stu Mead im Hinterzimmer seiner Galerie wohnt.
